Einführung
Die Modernisierung und der Erhalt von Schulgebäuden stellen eine zentrale Aufgabe für Kommunen und Landkreise dar. Im Landkreis Heidekreis sind in den vergangenen Jahren umfassende Sanierungsmaßnahmen an verschiedenen Bildungseinrichtungen durchgeführt worden, um sowohl bauliche Mängel zu beheben als auch die Lehr- und Lernbedingungen an zeitgemäße Anforderungen anzupassen. Die vorliegenden Informationen beleuchten exemplarische Projekte, die von der Sanierung von Innenräumen über die Umgestaltung von Außenanlagen bis hin zu strategischen Entscheidungen bezüglich der Schulstruktur reichen. Diese Maßnahmen spiegeln die Herausforderungen wider, die sich aus der Bausubstanz älterer Gebäude, Vandalismus sowie den Anforderungen der Digitalisierung und Pädagogik ergeben.
Im Fokus stehen dabei sowohl konkrete Bauleistungen, wie sie von Bauunternehmen ausgeführt werden, als auch die strategische Planung auf Verwaltungsebene. Die folgende Analyse fasst die verfügbaren Daten zu diesen Projekten zusammen, um ein Bild der baulichen Entwicklung im Schulbereich des Landkreises zu zeichnen.
Sanierung von Innenräumen und Trockenbau
Ein wesentlicher Bereich der Gebäudesanierung betrifft die inneren Strukturen eines Gebäudes. Hierbei sind Trockenbauarbeiten oft unerlässlich, um Wände und Decken zu erneuern oder neue Installationen zu schaffen.
Oberschule Bad Fallingbostel: Sanierung nach Brandstiftung
Ein konkretes Beispiel für eine umfassende Innensanierung ist die Oberschule Bad Fallingbostel. Anlass der Maßnahme war ein Brandstiftungsschaden. Im Zuge der Wiederherstellung erteilte der Landkreis Heidekreis einen Auftrag für Trockenbauarbeiten. Die Leistungen umfassten dabei die Entkernung und Komplettsanierung einer Etage, inklusive der Decken und Wände.
Technisch detailliert wurde die Ausführung von 800 m² Gipskartonwänden (GK-Wänden) dokumentiert. Zudem wurden in den Sanitärbereichen 18 halbhohe Vorwandinstallationen realisiert. Vorwandinstallationen sind ein Standardverfahren in der modernen Sanierungsgestaltung, da sie es ermöglichen, Rohrleitungen und Installationen vor einer tragenden Wand zu verlegen, ohne diese selbst durchbrechen zu müssen. Dies ist besonders in Sanierungsbereichen von Vorteil, um die Statik nicht zu gefährden und eine flexible Raumgestaltung zu gewährleisten. Die halbhohe Ausführung deutet auf spezifische Anforderungen in Waschräumen hin, wo Geräte oder Spiegel montiert werden müssen.
Umgestaltung von Außenanlagen und Schulhöfen
Die Qualität der Außenanlagen eines Schulgeländes hat direkten Einfluss auf das Wohlbefinden der Schüler und die Pausengestaltung. Viele Schulgelände im Landkreis Heidekreis weisen eine asphaltierte Prägung auf, die im Zuge moderner Pädagogik und Freiraumkonzepte einer Umgestaltung unterzogen wird.
Hermann-Löns-Schule in Bad Fallingbostel
Die Hermann-Löns-Schule, eine Grundschule mit ca. 400 Schülern, verfügt über ein langgestrecktes Schulgelände, das an zwei Seiten von Straßen begrenzt wird. Vor dem Sanierungszeitraum war der asphaltierte Schulhof in einem schlechten Zustand, und die Spielangebote waren veraltet und stark abgenutzt. Sie boten den vielen Schülern keine ausreichenden Bewegungsanreize mehr.
Im Rahmen eines Aktionstages der „Bewegten Schule Niedersachsen“ wurde 2019 ein Freiraumkonzept erarbeitet. Ziel war es, vielfältige Bewegungsmöglichkeiten für viele Schüler gleichzeitig zu schaffen sowie Sitz-, Aufenthalts- und Rückzugsräume zu integrieren. Die Sanierung des Außengeländes erfolgte 2020/21 in zwei Bauabschnitten. Ein wesentlicher Schritt war die Entsiegelung eines Teils des asphaltierten Schulhofs. Die alten Spielgeräte wurden durch neue Bewegungsangebote ersetzt, die eine größere Kapazität und Vielfalt bieten: * Sechseckschaukel * Kletterstruktur * Drehscheibe
Diese Maßnahmen zeigen den Wandel von reinem Asphalt zu einer differenzierten Freiraumstruktur, die der Pädagogik der Bewegungsschule entspricht.
Weitere Schulhof-Sanierungen im Landkreis
Auch an anderen Schulen fanden Sanierungen der Freiflächen statt, wenngleich die Quellenlage hier variiert. Für die Elisa-Kauffeld-Oberschule in Jever (Landkreis Jever) wurde die Sanierung einer überwiegend sanierungsbedürftigen Asphaltfläche dokumentiert. Ebenso wurden Sanierungen der Freiflächen der Grundschule „Am Ostertal“ und der Grundschule „Am Dürerring“ in Salzgitter erwähnt. Diese Projekte dienten der Umwandlung in offene Ganztagsschulen und der Anpassung an moderne Ansprüche. Obwohl diese Schulen nicht im Landkreis Heidekreis liegen, illustrieren sie den allgemeinen Trend zur Umgestaltung von Schulhöfen weg von monotonen Asphaltflächen hin zu funktionalen und pädagogisch wertvollen Freiräumen.
Vandalismus und Instandhaltung von Sporthallen
Neben der geplanten Modernisierung führen auch unvorhergesehene Ereignisse zu Sanierungsbedarf. Vandalismus ist hierbei ein signifikanter Faktor, der zu erheblichen Kosten führen kann.
In der Oberschule Bad Fallingbostel mussten die Umkleiden und Duschen der Sporthalle aufgrund von Vandalismus saniert werden. Die Kosten dafür wurden mit rund 30.000 Euro veranschlagt. Dieser Posten verdeutlicht die finanziellen Belastungen, die durch Beschädigungen an Sanitärobjekten und Nassbereichen entstehen.
Ein weitaus größeres Projekt im Bereich der Sporthallensanierung ist die Komplettsanierung der Sporthalle der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Soltau. Die 1977 erbaute Halle ist in die Jahre gekommen. Die Sanierung wird als „Mammutprojekt“ eingestuft, für das Kosten in Höhe von gut sechs Millionen Euro veranschlagt sind. Die Arbeiten haben begonnen, wobei der ursprüngliche Zeitplan bereits überschritten wurde. Die eigentlichen Sanierungsarbeiten sollen nun im Oktober beginnen und etwa ein Jahr in Anspruch nehmen. In den Sommerferien wurde bereits die Nutzbarmachung der Duschen und Umkleiden des BBS-Werkstattbereichs im Erdgeschoss abgeschlossen, wofür der Landkreis rund 96.000 Euro aufwendete.
Maßnahmen im Rahmen des Digitalpakts Schule
Die Digitalisierung des Unterrichts erfordert oft Anpassungen der Gebäudeinfrastruktur, insbesondere der IT-Räume. Der „Digitalpakt Schule“ war ein zentrales Förderinstrument, durch das in den Heidekreis-Schulen insgesamt 6,7 Millionen Euro aus Landesmitteln für eine bessere IT-Ausstattung flossen.
Im Zuge der Umsetzung des Digitalpakts wurden in den Sommerferien Restarbeiten an den PC-Räumen erledigt, um diese an aktuelle Anforderungen des Informatikunterrichts anzupassen. Der Digitalpakt soll laut den vorliegenden Informationen im kommenden Jahr auslaufen.
Neben den digitalen Aspekten fielen in diesem Zeitraum auch andere technische Wartungsarbeiten an. Am Gymnasium Soltau wurde die Dachsanierung fortgesetzt. Dabei wurde der Schultrakt C saniert; für rund 70.000 Euro wurden Regenrinnen, Fallrohre und der Blitzschutz erneuert.
Strategische Entwicklungen und Schulstruktur
Neben den physischen Baumaßnahmen sind strategische Entscheidungen zur Schulstruktur für die langfristige Infrastrukturplanung relevant. Im Landkreis Heidekreis fand eine Debatte über die Einführung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) statt, die direkte Auswirkungen auf den Bestand und die Sanierung von Oberschulen hat.
Die Einführung der Integrierten Gesamtschule (IGS)
Im Kreistag wurde eine deutliche Mehrheit für die Einführung einer IGS beschlossen. Die neue Schulform soll ab dem Schuljahr 2024/2025 an zwei Standorten starten: * Bad Fallingbostel: Vierzügig (beginnend mit Klasse 5). * Walsrode: Fünfzügig (beginnend mit Klasse 5).
Diese Entscheidung bedeutet, dass die beiden Oberschulen in Bad Fallingbostel und Walsrode umgewandelt werden. Zudem ist eine zügige Grundsicherung der Oberschule Bomlitz geplant.
Bedenken bezüglich des Bestands von Oberschulen
Diese Entscheidung stieß auf Widerstand. Elf Kreistagsmitglieder stimmten dagegen, darunter die AfD-Fraktion, die Gruppe FDP/BU sowie drei CDU-Abgeordnete (Leverenz, Luhmann, Pickard). Ihre Hauptkritik war die Sorge um den Bestand der Oberschulen vor Ort, verursacht durch die Konkurrenz der IGS. Der Bürgermeister von Rethem bezeichnete die Entscheidung als eine zugunsten Walsrodes. Um diese Ängste zu entgegnen, wurde vorgeschlagen, die 2016 gegebene zehnjährige Bestandsgarantie für kleinere Schulstandorte zu verlängern.
Kostenplanung und Notlösungen
Die Kosten für die neue Schulstruktur sind ein zentraler Punkt der Debatte. Für einen geplanten Oberstufen-Campus im alten Schulzentrum Walsrode wurde eine erstaunlich niedrige Kostenschätzung von 4,8 Millionen Euro genannt. In Bad Fallingbostel sollen für die IGS-Einrichtung keine baubedingten Kosten anfallen, während in Walsrode etwa 2,4 Millionen Euro veranschlagt sind.
Ein Beispiel für eine kurzfristige Lösung von Raumnot ist der Einsatz von Containern. Um den Raumbedarf zu lindern, greift der Landkreis auf vier Containerklassen zurück. Diese werden aufgestellt und stehen mit Beginn des neuen Schuljahres zur Verfügung. Die Gesamtkosten für diese Notlösung belaufen sich auf rund 680.000 Euro.
Fazit
Die vorliegenden Informationen zeichnen ein vielschichtiges Bild der Bau- und Sanierungsaktivitäten im Landkreis Heidekreis. Die Maßnahmen reichen von der schnellen Beseitigung von Schäden durch Vandalismus über die strukturelle Erneuerung von Innenräumen mittels Trockenbau bis hin zur tiefgreifenden Umgestaltung von Außenanlagen zugunsten einer pädagogisch wertvolleren Umgebung.
Deutlich wird, dass Sanierung nicht nur die Beseitigung von Mängeln bedeutet, sondern auch die Anpassung an neue pädagogische Konzepte (z.B. Bewegte Schule) und technische Standards (Digitalpakt). Parallel dazu stehen strategische Entscheidungen, wie die Einführung der IGS, die erhebliche Auswirkungen auf die Notwendigkeit und Ausrichtung zukünftiger Sanierungsprojekte haben werden. Die genannten Kostenpositionen – von 30.000 Euro für Vandalismusschäden bis zu über 6 Millionen Euro für eine Sporthallensanierung – unterstreichen die wirtschaftliche Dimension dieser Aufgaben. Für Bauunternehmen, Planer und Kommunen bleibt der Bereich Schulsanierung ein zentraler Auftrag mit hoher gesellschaftlicher Relevanz.