Die ostseegelegene Gemeinde Damp hat in den vergangenen Jahren bemerkenswerte Bauprojekte realisiert, die sowohl den Tourismus als auch die medizinische Infrastruktur nachhaltig prägen. Im Mittelpunkt stehen zwei bedeutende Sanierungsprojekte: die Umwandlung des Ostsee-Resorts in ein Wikinger-Themenhotel sowie die umfassende Modernisierung der VAMED Rehaklinik. Diese Vorhaben demonstrieren nicht nur handwerkliche Exzellenz, sondern auch innovative Konzepte für die touristische und medizinische Nutzung des Standorts. Gleichzeitig zeigt der Wiederaufbau des Hafens nach der Sturmflut 2023, wie die Gemeinde strategisch in ihre Zukunft investiert.
Für Bauherren, Immobilienbesitzer und Handwerksbetriebe bietet der Standort Damp ein einzigartiges Lehrbeispiel für Großsanierungen unter erschwerten Bedingungen. Die Projekte zeigen, wie moderne Bauweisen, insbesondere Trockenbau-Technologien, in der Lage sind, selbst großvolumige Gebäude wie Hotels und Kliniken in Rekordzeit zu transformieren.
Das Ostsee-Resort Damp: Transformation zum Wikinger-Themenhotel
Die Sanierung des ehemaligen Ostsee-Resorts zu dem neuen "Ostseehotel Midgard" stellt einen Meilenstein in der Geschichte des Ferienresorts dar. Nach einer siebenmonatigen Bauphase feierte das Hotel am 15. Mai 2020 seine Wiedereröffnung und präsentiert sich nun als Vier-Sterne-Superior-Hotel mit Wikinger-Thema. Die Transformation erfolgte unter der Leitung von Geschäftsführer Birk Heinrich, der betonte: "Wir freuen uns, nach der Sanierung eine neue Ära einzuläuten und unseren Gästen ein neues und modernes Haus zu präsentieren."
Konzept und Design
Das Hotelkonzept basiert auf einer durchgängigen Wikinger-Storyline, die bereits bei der Lobby beginnt. Hier wurde das Konzept eines Wikingerdorfs umgesetzt, mit einem kolossalen Baum als zentralem Element. Holz und warme Erdtöne prägen die neue Optik des Ostseehotel Midgard im Ostsee Resort Damp. Die Andeutung eines Wikingerdorfs und eines Dorfplatzes mit einem kolossalen Baum komplettieren den Eindruck, die Welt der Nordmänner betreten zu haben.
Die Gestaltung setzt sich in den einzelnen Etagen fort. Landkarten, Wandmalereien, Sternbilder und speziell angefertigte Teppiche lassen den Betrachter immer tiefer in die Seefahrten der Wikinger eintauchen. Das Designkonzept wurde so entwickelt, dass jede Etage einem bestimmten Land zugeordnet ist. Ankommend im Hotelzimmer setzt sich das Erlebnis rund um die Normannen unterschiedlich intensiv fort, je nach Kategorie – von Komfortzimmern über Superior- und Twinbettzimmer bis hin zu Familiensuiten.
Dr. John Näthke, seit dem 1. Mai Geschäftsführer der VAMED Rehaklinik sowie des Ostsee Resort Damp, betont die Bedeutung der Modernisierung: "Medizin sind die Damper Kliniken schon seit vielen Jahren ganz weit vorn, mit dem Umbau gilt das endlich auch für den Großteil der Räumlichkeiten am Standort Damp." Auch wenn der Fokus auf dem Hotelthema lag, äußert sich die Modernisierung äußerlich weiterhin treu der Damper Skyline, während im Inneren eine komplette Transformation stattfand.
Technische Aspekte der Renovierung: Trockenbau und Materialien
Die beiden großen Sanierungsprojekte in Damp demonstrieren verschiedene technische Ansätze und Materiallösungen im Hotel- und Gesundheitsbau. Für Bauinteressierte sind die genutzten Mengen und Techniken besonders aufschlussreich.
Trockenbau-Technologien
Beim Umbau des Hotels kamen moderne Trockenbau-Technologien zum Einsatz. Diese Bauweise ermöglichte eine zügige Umsetzung der Projekte und ermöglichte gleichzeitig präzise Gestaltungsmöglichkeiten für das Wikinger-Thema. Die Daten sprechen für sich:
- Gesamtmenge Trockenbau-Wände: ca. 4,2 km
- Verarbeitete Gipskartonplatten: ca. 50.000 m²
- Installierte Trockenbau-Decken: ca. 6.700 m²
Diese Zahlen verdeutlichen das immense Volumen der Renovierung. Trockenbau bot hier den entscheidenden Vorteil: Die Arbeiten konnten weitgehend unabhängig von Witterungsbedingungen durchgeführt werden, und die leichten Konstruktionen setzten weniger statische Belastung auf die existing Bausubstanz als Massivbauweisen.
Bodenbeläge und Fliesen
Die Auswahl der Bodenbeläge spielte eine besondere Rolle bei der Gestaltung beider Gebäude. Im Hotel wurden etwa 17.000 m² neue Bodenbeläge verlegt, während in der Klinik ebenfalls großer Wert auf hochwertige und praktische Bodenbeläge gelegt wurde. Diese Menge an Bodenbelägen zeigt, dass es sich nicht nur um Oberflächenbehandlungen, sondern um eine vollständige Erneuerung der Fußböden handelte.
Zusätzlich zu den Bodenbelägen wurden auch umfangreiche Fliesenarbeiten durchgeführt, um die gestalterischen Ansprüche des Themenhotels und die hygienischen Anforderungen der Klinik zu erfüllen.
Die VAMED Rehaklinik Damp: Modernisierung auf höchstem Niveau
Parallel zur Hotelrenovierung wurde auch die medizinische Infrastruktur in Damp grundlegend modernisiert. Das Haus Pamir der VAMED Rehaklinik Damp wurde innerhalb von nur sieben Monaten vollständig modernisiert, um den Anforderungen moderner Rehabilitationseinrichtungen gerecht zu werden.
Umfang der Sanierungsarbeiten
Die Modernisierung des 15-stöckigen Gebäudes umfasste die Sanierung von 280 Patientenzimmern sowie 120 Büro- und Funktionsräumen. Besonders hervorzuheben ist die Installation einer kontrollierten Be- und Entlüftungsanlage sowie neuer Heizkörper, die das Gebäude aus den späten 60er Jahren nun auf den neuesten Stand der Umwelttechnik bringen.
Die Renovierung betraf nahezu alle technischen Systeme des Gebäudes: * Rohr- und Elektroleitungen: Komplette Erneuerung der Installationen * Sanitäreinrichtungen: Austausch aller Sanitärobjekte * Türen und Fenster: Modernisierung für bessere Dämmung und Sicherheit * Abwasser-, Heizungs- und Lüftungsschächte: Sanierung der vertikalen Leitungsstränge * Balkone: Instandsetzung und Modernisierung * Brandmelde- und Telefonanlagen: Aktualisierung auf modernen Stand * Komplette Möblierung: Neuausstattung der Räumlichkeiten
Herausforderungen bei der Durchführung
Die Durchführung der Sanierung bei laufendem Betrieb stellte eine besondere Herausforderung dar. Diese Einschränkung erfordert eine extrem sorgfältige Planung und Koordination, um den laufenden Betrieb der Klinik nicht zu gefährden. Die Renovierung musste so organisiert werden, dass Patienten weiterhin versorgt werden konnten, während gleichzeitig in den Zimmern und Funktionsräumen umfangreiche Baumaßnahmen durchgeführt wurden.
Die Kombination aus renovierter Unterkunft und natürlicher Umgebung macht das Resort zu einem attraktiven Ziel für Touristen im Norden Deutschlands. Die medizinischen Einrichtungen profitieren von den gleichen Modernisierungsstandards, was eine Synergie zwischen den beiden Gebäuden deutlich macht.
Infrastrukturmodernisierung: Der Yachthafen Damp
Ein weiteres zentrales Projekt ist die Sanierung des Yachthafens, der durch eine Sturmflut im Oktober 2023 schwer beschädigt wurde. Die Sanierung des Hafens ist ein komplexes Projekt, das die Koordination zwischen verschiedenen Akteuren erfordert.
Auslöser und Notwendigkeit
Das Jahr 2023 brachte für die maritime Infrastruktur extreme Belastungen. Die Jahrhundertsturmflut im Oktober zerstörte den Hafen nahezu. Um ihn nicht nur wiederherzustellen, sondern ihn für zukünftige Ereignisse dieser Art zu wappnen, ist eine umfassende Sanierung erforderlich. Geplant ist unter anderem eine neue höhere Außenmole.
Betreiberwechsel und Investitionsvolumen
Die Sanierung erforderte strategische Veränderungen in der Betriebsstruktur. Das Ostsee Resort Damp war bisher Betreiber des Hafens. Diese Betreiberschaft endete zum 31.12.2024 und ging an die Hafeneigentümer über. Hafeneigentümer sind die Kurbetriebe Damp, eine Tochter der Gemeinde Damp.
Die Herauslösung des Hafens aus dem alten Gesamtvertragspaket und der Betreiberwechsel waren wichtige Schritte, um die Sanierung ermöglichen zu können. Mit einem Investitionsvolumen von ca. 24 Millionen Euro und einem geplanten Fertigstellungstermin Ende 2027 handelt es sich um ein ambitioniertes Projekt, das die Bedeutung des Hafens für die Region unterstreicht.
Bürgermeisterin Barbara Feyock und der Geschäftsführer des Ostsee Resort Damp Dr. Erk Scheel äußerten sich positiv zum Ablauf: "Wir freuen uns, dass der Damper Yachthafen in absehbarer Zeit wieder für die Bootseigner der Region zur Verfügung stehen wird." Die Gemeinde hat beim Land Schleswig-Holstein einen Förderantrag gestellt. Sobald eine Förderzusage des Landes vorliegt, soll die EU-weite Ausschreibung der Planer durchgeführt werden.
Parallelen zwischen Hotel- und Kliniksanierung
Obwohl die Nutzung der Gebäude unterschiedlicher nicht sein könnte – Tourismus versus Gesundheitswesen – zeigen die Projekte in Damp bemerkenswerte Parallelen in der technischen Umsetzung.
Zeitmanagement und Effizienz
Beide Hauptprojekte (Hotel und Klinik) wurden in einer siebenmonatigen Bauphase realisiert. Dieses aggressive Zeitmanagement war nur durch den Einsatz moderner Bautechnologien möglich. Trockenbau spielte hier eine entscheidende Rolle, da er im Vergleich zum Nassbau schnellere Aushärtezeiten und eine sofortige Bearbeitbarkeit ermöglicht.
Umfassende Systemerneuerung
In beiden Fällen beschränkte man sich nicht auf kosmetische Verbesserungen. Stattdessen wurden die "Gebäudelebensadern" erneuert: * Energieeffizienz: Durch neue Heizkörper, Lüftungsanlagen und Fenster * Sicherheit: Durch neue Brandmeldeanlagen und elektrotechnische Installationen * Komfort: Durch neue Bodenbeläge, Möblierung und Raumkonzepte
Dr. John Näthke fasst die Entwicklung der Klinik zusammen: "Medizinisch sind die Damper Kliniken schon seit vielen Jahren ganz weit vorn, mit dem Umbau gilt das endlich auch für den Großteil der Räumlichkeiten am Standort Damp." Diese Aussage unterstreicht, dass technische Exzellenz (medizinisch) und bauliche Exzellenz (Infrastruktur) Hand in Hand gehen müssen.
Bedeutung für Bauherren und Investoren
Die Projekte in Damp bieten wertvolle Erkenntnisse für die Bauindustrie:
- Trockenbau als Schlüsseltechnologie: Die Verarbeitung von 50.000 m² Gipskartonplatten und 4,2 km Wänden zeigt, dass Großprojekte in kurzer Zeit umsetzbar sind, wenn moderne Fertigungsweisen genutzt werden.
- Sanierung im Bestand: Die Renovierung eines 15-stöckigen Klinikgebäudes und eines großen Hotels ohne Betriebsunterbrechung (bzw. mit minimaler Unterbrechung) beweist, dass Sanierungen im laufenden Betrieb möglich sind – eine wichtige Erkenntnis für Investoren, die auf Mieteinnahmen nicht verzichten können.
- Themenkonzepte in der Immobilienwirtschaft: Die komplette Neuausrichtung des Hotels auf ein Wikinger-Thema zeigt, wie Immobilien durch einzigartige Konzepte aufgewertet und im Markt positioniert werden können. Dies geht über reine Instandsetzung hinaus und schafft echte Markenidentität.
- Sturmflutschutz und Resilienz: Der Wiederaufbau des Hafens mit einer höheren Außenmole und einem Investitionsvolumen von 24 Millionen Euro unterstreicht die Notwendigkeit, Infrastruktur gegen Klimaveränderungen zu härten.
Fazit
Die Modernisierungsmaßnahmen am Ostsee Resort Damp und der VAMED Rehaklinik zeigen, wie wichtig kontinuierliche Investitionen in die Infrastruktur sind, um die Attraktivität eines Tourismusstandorts zu erhalten und zu steigern sowie um medizinische Versorgung auf höchstem Niveau zu gewährleisten. Die Kombination aus Naturerlebnis und hochwertiger Infrastruktur macht das Ostsee Resort Dampland zu einem attraktiven Reiseziel an der Ostsee.
Die technische Umsetzung dieser Projekte – von der Verlegung von 17.000 m² Bodenbelägen bis zur Installation von 4,2 km Trockenbauwänden – belegt die Leistungsfähigkeit des modernen Handwerks. Die Herauslösung des Hafens aus dem alten Gesamtvertragspaket und der Betreiberwechsel waren wichtige Schritte, um die Sanierung ermöglichen zu können.
Für die Bauwirtschaft bleiben folgende Punkte als Leitlinien: * Moderne Trockenbau-Technologien ermöglichen schnelle, präzise und effiziente Sanierungen. * Die Sanierung bei laufendem Betrieb erfordert ausgefeilte Logistik, ist aber machbar. * Investitionen in die technische Infrastruktur (Heizung, Lüftung, Elektro) sind essentiell für die Zukunftsfähigkeit von Immobilien. * Großinvestitionen (24 Mio. € Hafen, unbekannte Summe Hotel/Klinik) zeigen Vertrauen in die regionale Entwicklung und erfordern politische und administrative Unterstützung.
Die Gemeinde Damp hat mit diesen Projekten gezeigt, dass eine Kombination aus touristischem Marketing, medizinischer Exzellenz und modernster Bautechnik einen nachhaltigen Standortvorteil schaffen kann.