Plumpsklos, auch als Trockentoiletten oder Aborte ohne Wasserspülung bekannt, waren einst weit verbreitet, insbesondere in ländlichen Gebieten, Kleingärten oder alten Bauernhäusern. Auch heute noch finden sie in Schrebergärten oder bei Sanierungsprojekten historischer Gebäude Anwendung. Ihre Funktionsweise beruht darauf, dass Fäkalien in einer darunterliegenden Grube sammeln, wo sie über lange Zeit verrotten. Doch mit der Zeit stellen sich Eigentümer vor Herausforderungen: Die Grube ist voll, stinkt oder die Struktur weist Mängel auf. Eine Sanierung oder fachgerechte Instandhaltung ist dann unerlässlich. Dieser Artikel beleuchtet auf Basis von Fachforen und Expertenrat, wie Sie eine Plumpsklo-Grube sanieren, leeren und vor Geruchsbelästigung schützen.
Funktionsweise und Definition eines Plumpsklos
Ein Plumpsklo definiert sich durch das Fehlen einer Wasserspülung. Stattdessen fällt der Kot samt Urin direkt in eine Grube oder einen Behälter („plumpst“ hinein). Diese Ansammlung von Abfallprodukten führt zur Freisetzung von Ammoniak, was den typischen, unangenehmen Geruch verursacht. In vielen Fällen wird Sägemehl verwendet, um die Flüssigkeit aufzusaugen und den Feststoff zu überdecken.
Die Tiefe der Grube ist entscheidend für die Funktion. Fachempfehlungen legen nahe, dass eine Grube mindestens einen Meter tief und einen halben Meter breit sein sollte. Ein gut gelockerter Boden, eventuell mit eingearbeitetem Sand, begünstigt die Versickerung von Flüssigkeiten, was besonders bei lehmigen Böden wichtig ist. Allerdings ist die Zulässigkeit solcher Anlagen heutzutage stark eingeschränkt. Aufgrund des Grundwasserschutzes und der Geruchsbelästigung für Nachbarn sind Plumpsklos in vielen Gebieten nicht mehr erlaubt. Wer ein Grundstück mit einer bestehenden Grube erwirbt, muss prüfen, ob diese noch genutzt werden darf oder ob eine Umrüstung auf eine Komposttoilette oder ein angeschlossenes Abwassersystem erforderlich ist.
Sanierungsbedarf erkennen
Es gibt mehrere Anzeichen dafür, dass eine Plumpsklo-Grube saniert werden muss.
- Geruchsbelästigung: Ein starkes, penetrantes Aroma, das über die Toilettenöffnung oder Risse in der Grube austritt, ist das offensichtlichste Zeichen. In einem alten Bauernhaus berichtete ein Bewohner von einem Gestank, der besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit (Regen) zunahm.
- Füllstand: Ist die Grube voll, muss sie entleert werden. Ein Anzeichen dafür ist, dass Flüssigkeit nicht mehr versickert oder der Feststoffstand die Öffnung erreicht.
- Bauliche Mängel: Risse im Beton, brüchiges Mauerwerk oder eine undichte Außenwand machen eine Sanierung dringend erforderlich, um das Grundwasser nicht zu gefährden und die Stabilität zu gewährleisten.
Entleerung der Grube: Methoden und Vorgehensweise
Die Entleerung einer vollen Grube ist der unangenehmste Teil der Instandhaltung, lässt sich aber mit der richtigen Technik bewältigen.
Professionelle Entleerung durch Fachfirmen
Für größere Gruben (ca. 1-2 m³) empfiehlt sich die Beauftragung einer Fachfirma. Diese verfügt über Saugwagen mit Wassertanks. Der Vorgang funktioniert so: Die Fäkalien werden mit Wasser aufgeschwemmt und anschließend abgepumpt. Es ist zu beachten, dass Kies oder feste Sedimente, die sich über Jahrzehnte abgelagert haben, oft nicht komplett abgesaugt werden können und ein Rest in der Grube verbleibt. Zudem muss der Abtransport der Abwässer in die Kanalisation oder zu einer Kläranlage sichergestellt sein. Ein reines Abpumpen ist jedoch oft nicht ausreichend, da der Inhalt sehr fest sein kann.
Manuelle Entleerung (Selbsthilfe)
In Kleingärten oder bei kleinen Gruben ist die manuelle Entleerung eine Option. Hierbei muss der Inhalt „von Hand“ entsorgt werden. Ein Lochspaten oder eine Schaufel sind die Werkzeuge der Wahl. Ein Nutzer beschreibt dies als „Trockenklo“, bei dem der Inhalt vergraben oder als Dünger verwendet werden kann. Wichtig ist, dass man dabei Schutzkleidung (Handschuhe, Schutzmaske) trägt. Ein Nutzer wies darauf hin, dass man den Inhalt mit Wasser versuchen kann, flüssig zu machen, um ihn abzupumpen, jedoch versickert das Wasser schnell im Boden, wenn es sich um eine undichte Grube handelt.
Verflüssigung des Inhalts
Steht der Inhalt sehr fest da und ist keine Flüssigkeit mehr vorhanden (was auf eine trockene Grube oder eine Sickergrube hindeutet), stellt sich die Frage, wie man ihn verflüssigt, um eine Entleerung zu erleichtern. Experten raten davon ab, chemische Mittel wild einzusetzen. Stattdessen ist Wasser der einfachste Weg, um das Material aufzuschwemmen. In der Vergangenheit nutzte man Kalk, um den Inhalt zu verfestigen und zu desinfizieren, bevor man die Grube verfüllte.
Maßnahmen gegen Gerüche
Wer in einem Haus mit Plumpsklo wohnt, kennt das Problem des Gestanks. Es gibt jedoch bewährte Methoden zur Geruchsbekämpfung:
- Kalk: Das traditionelle Mittel ist Kalk. Das Einwerfen von Kalk in die Grube reduziert den Geruch und unterstützt die Zersetzung. Ein Forum Nutzer empfahl: „Früher hat man da Kalk, Kalk und nochmals Kalk reingekippt, was wahrscheinlich immernoch die beste Lösung ist.“
- Lüftung: Eine gute Belüftung ist essenziell. Das Offenhalten der Tür oder der Einbau eines Belüftungssystems (wie bei Torftoiletten) kann den Gestank mindern.
- Chemische Mittel: Es gibt spezielle Mittel für Camping-Toiletten, die den Geruch binden. Ob diese jedoch in einer großen Grube effektiv sind, ist fraglich. Oft ist das Problem zu groß für einfache Chemie.
Sanierung und Verfüllung der Grube
Wenn das Plumpsklo nicht mehr genutzt wird (z. B. weil ein modernes WC eingebaut wurde), muss die Grube fachgerecht saniert oder verfüllt werden. Dies ist ein häufiger Fall bei der Renovierung alter Bauernhöfe, bei denen der Stallbereich zu Wohnraum umgebaut wird.
Schritt 1: Entleerung und Reinigung
Bevor die Grube verfüllt werden kann, muss sie komplett entleert und gesäubert werden. Eine Hochdruckreinigung der Innenwände kann helfen, Reste zu entfernen.
Schritt 2: Prüfung der Struktur
Ist die Grube gemauert oder betoniert? Gibt es Risse? In einem Diskussionsfaden wurde gefragt, ob eine Öffnung in der Außenwand zugemauert werden muss, wenn die Grube verfüllt wird. Die Antwort war: Es reicht oft aus, die Grube lagenweise mit Sand zu verfüllen und zu verdichten. Eine Vermauerung der Öffnung ist jedoch oft ratsam, um ein Eindringen von Wasser oder Tieren zu verhindern und die Statik der Außenwand zu sichern.
Schritt 3: Dichtung (falls Grube erhalten bleibt)
Soll die Grube bestehen bleiben (z. B. für eine moderne Trockentoilette), muss sie dicht sein. Eine Dichtigkeitsprüfung ist angeraten. Eine Sanierung der Innenwände kann mit einem 2-Komponenten-Anstrich erfolgen. Ein Nutzer berichtete von der Verwendung von Chlorkautschukfarbe. Dabei muss jedoch die Oberfläche stimmen: Kein kunststoffvergüteter Putz oder Dichtschlämme im Vorfeld, da der Anstrich sonst haftungsprobleme bekommt.
Schritt 4: Verfüllung
Die sicherste Methode, eine Grube stillzulegen, ist das Verfüllen. * Material: Sand wird oft empfohlen, da er gut verdichtet werden kann und Wasser gut durchlässt. * Vorgehen: Der Boden der Grube (nach Entfernung der Betondecke) wird vorbereitet. Anschließend wird Sand lagenweise eingefüllt und verdichtet. * Vermauerung: Die Öffnung an der Außenwand sollte zugemauert werden, um das Eindringen von Nässe zu verhindern. Die Stelle muss anschließend abgedichtet werden.
Rechtliche und Umwelttechnische Aspekte
Die Nutzung und Sanierung von Plumpsklos unterliegt strengen Auflagen. Ein Bauamt hat in einem Beispiel verlangt, eine Dreikammerklärgrube zu bauen, anstatt ein altes Plumpsklo zu renovieren. Heutzutage sind Kleinkläranlagen oder der Anschluss an das Kanalnetz der Standard. Wer eine Grube verfüllt, muss sicherstellen, dass kein Grundwasser belastet wird. Das Verfüllen mit Sand ist umwelttechnisch unkritisch, sofern keine Fäkalienrückstände verbleiben. Das Vergraben von Fäkalien im Garten ist hingegen nicht zulässig und stellt eine Gesundheitsgefahr dar.
Fazit
Die Sanierung einer Plumpsklo-Grube ist ein anspruchsvolles Projekt, das von der korrekten Entleerung über die Geruchsbekämpfung bis hin zur fachgerechten Verfüllung oder Dichtung reicht. Obwohl die Nutzung von Plumpsklos in modernen Wohngebieten oft nicht mehr erlaubt ist, sind viele Eigentümer mit bestehenden Anlagen konfrontiert. Wichtigste Maßnahmen sind: 1. Regelmäßige Leerung (professionell oder manuell). 2. Geruchskontrolle durch Kalk und Lüftung. 3. Bauliche Sicherung: Risse schließen und undichte Stellen abdichten. 4. Fachgerechte Verfüllung: Bei Nichtnutzung Grube lagenweise mit Sand verfüllen und Öffnungen vermauern.
Vor größeren Eingriffen, insbesondere bei Sanierungen zu Wohnzwecken, sollte immer geprüft werden, ob eine Umrüstung auf eine moderne Lösung (Komposttoilette oder Anschluss an die Kanalisation) nicht die bessere Investition für die Zukunft ist.