Großbauprojekt Dünenpark: Sanierung und Neugestaltung der Grömitzer Strandpromenade

Die norddeutsche Ostseeküste ist ein traditionsreicher Raum für Tourismus und Erholung, dessen Infrastruktur einer ständigen Anpassung bedarf. Insbesondere die Strandpromenaden sind zentrale Lebensadern für Anwohner und Urlauber. Die Gemeinde Grömitz steht aktuell vor einem der größten städtebaulichen Vorhaben der letzten Jahre: dem Bau des sogenannten Dünenparks. Dieses Mega-Projekt, das den alten Freibad-Standort revitalisiert, umfasst nicht nur die Errichtung neuer Gebäude und Freiflächen, sondern ist untrennbar mit der Sanierung und Neugestaltung der bestehenden Strandpromenade verbunden.

Für Bauherren, Immobilienbesitzer in der Region sowie Investoren im Tourismussektor bietet der aktuelle Stand der Planung und Umsetzung wertvolle Einblicke in moderne Küstenarchitektur, nachhaltige Baustoffe und die wirtschaftliche Entwicklung des Ostseebades. Dieser Artikel beleuchtet die technischen und planerischen Aspekte des Projekts, basierend auf den vorliegenden Informationen.

Der Kontext: Grömitz als moderner Badeort

Grömitz profiliert sich als ein Ort, der kontinuierlich an Attraktivität gewinnt. Wie in Quelle 1 beschrieben, prägt eine Abfolge von Großprojekten das Bild: Der Umbau der „Welle“, der Bau des A-ja-Ressorts und nun der Dünenpark. Diese Entwicklungen zielen darauf ab, das touristische Angebot zu modernisieren und zu erweitern.

Die bestehende Strandpromenade ist bereits heute ein zentrales Element. Sie erstreckt sich über rund drei Kilometer und wird als „Grömitzer Walk of Fame“ bezeichnet (Quelle 2). Sie verbindet Kunstwerke, Ruhezonen und Gastronomie. Ein zentrales Element ist die Seebrücke, die jedoch Sanierungsbedarf hat. Die Neugestaltung im Zuge des Dünenparks beeinflusst direkt die Nutzbarkeit und Ästhetik dieses Hauptweges.

Das Kernprojekt: Der Dünenpark

Das Herzstück der aktuellen Baumaßnahmen ist der Dünenpark. Es handelt sich hierbei um ein hochambitioniertes Projekt, das auf einer Fläche von ursprünglich 22.000 Quadratmetern (Quelle 3) und laut anderen Angaben sogar 30.000 Quadratmetern (Quelle 5) realisiert wird.

Planung und Finanzierung

Die Kalkulationen für das Projekt sind beeindruckend. Laut Quelle 5 beläuft sich die Bausumme netto auf 7.800.000 €. Quelle 7 nennt eine Gesamtsumme von 32,5 Millionen Euro, was wahrscheinlich inklusive diverser Gebäude, Förderungen und weiterer Infrastruktur zu verstehen ist. Die Bauzeit war ursprünglich von Mai 2018 bis voraussichtlich Juni 2023 geplant (Quelle 5). Spätere Informationen deuten jedoch darauf hin, dass sich die Fertigstellung der einzelnen Komponenten bis ins Jahr 2024 erstreckt (Quelle 7).

Die Bauherrschaft obliegt dem Tourismus-Service Grömitz. Die Planungsbehörde des Landes ist in die Abstimmung einbezogen (Quelle 1).

Architektonisches Konzept: Integration statt Abriss

Ein entscheidender planerischer Aspekt ist die Einbindung bestehender Strukturen. Das Projektgebiet liegt zwischen Ostseestrand und Deich und wurde bis 1999 durch einen Freibadkomplex geprägt. Statt einer kompletten Rodung setzt man auf eine Revitalisierung.

Das Konzept (Quelle 5) sieht vor, dass das neue Gebiet durch eine Dünenlandschaft geprägt sein wird. Dies ist eine besondere Herausforderung für den Landschaftsarchitekten, da echte Dünenbildung komplex ist. Der bisher geradlinige Verlauf der Promenade soll „durch die Dünen schwenken“ und sich so harmonisch in die Formensprache der Natur einfügen.

Ein technisches Detail, das für nachhaltige Bauprojekte relevant ist, ist die Integration des bestehenden Blockheizkraftwerks (BHKW). Es wurde sorgsam in die Planung integriert (Quelle 5), was auf eine energetische Optimierung des Areals hindeutet.

Die Neuinterpretation der Promenade

Die Sanierung und der Neubau der Promenade sind zentrale Leistungen des Projekts. Hier verändern sich Funktionalität und Design grundlegend.

Verkehrsführung und Erschließung

Die Promenade dient nicht nur dem Spaziergang, sondern auch der Erschließung der neuen Gewerbeeinheiten. Quelle 3 beschreibt, dass die Promenade in den inneren Bereich verschwenkt wird. Dies ermöglicht eine direkte Erschließung der neuen Shops und Gastronomieangebote.

Zudem wird die kleine Badebrücke in die Planung eingebunden. Dies zeigt, dass historische Elemente erhalten bleiben und in die neue Struktur integriert werden sollen.

Technische Ausstattung und Freiraumgestaltung

Der Neubau umfasst weit mehr als nur einen Weg. Laut Quelle 5 gehören Verkehrsanlagen, Freianlagen, Ingenieurbauwerke und technische Ausrüstung zum Leistungsumfang.

Die Gestaltung der Aufenthaltsqualität steht im Vordergrund: * Verweilzonen: Es entstehen Plätze mit Ostseeblick. * Spielmöglichkeiten: Ein großer Kinderspielplatz für alle Altersgruppen ist geplant (Quelle 3). * Wetterschutz: Eine Besonderheit ist die geplante Indoor-Multifunktionsfläche von 2.700 Quadratmetern (Quelle 3). Dieses Angebot als „Schlechtwetter-Angebot“ mit Spielflächen und Kletteranlage zeigt den Anspruch, den Standort auch bei schlechtem Wetter attraktiv zu halten.

Bauausführung und Unternehmen

Für Bauinteressierte ist die Beteiligung regionaler Unternehmen von Interesse. Quelle 6 nennt explizit ein Unternehmen aus Ostholstein, das im Promenadenbau tätig ist und am Dünenpark beteiligt ist. Dies unterstreicht die regionale Verankerung des Projekts. Die Firma bringt Erfahrung im Tief- und Straßenbau sowie in der Sanierung von Promenaden ein.

Die Gebäude des Dünenparks: Ein Mix aus Gewerbe und Infrastruktur

Das Projekt ist ein Mischgebiet aus Tourismus, Gewerbe und öffentlicher Infrastruktur. Die Bebauung erfolgt in Pavillons und separaten Gebäuden.

Gewerbe und Gastronomie

Ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor ist die Ansiedlung von Gewerbe. Laut Quelle 3 entstehen fünf Gewerbeeinheiten. Quelle 7 konkretisiert dies weiter: Es sind fünf Pavillons geplant, in denen Modeboutiquen, eine Bäckerei und Restaurants einziehen sollen.

Ein Highlight für die Gastronomieszene ist der Beclub. Er soll direkt am Strand in erster Reihe entstehen. Laut Quelle 7 soll er erst im Frühjahr 2024 fertig werden. Er gilt als „Herzstück“ des Projekts.

Wohnen und Hospitality (Hostel)

Ein Novum in Grömitz ist der Bau eines Hostels. Dieses Projekt ist eng mit der Sicherheit am Strand verknüpft. Quelle 7 berichtet von einem Hostel mit 90 Betten, das eine integrierte DLRG-Rettungswache beherbergt. Das Hostel soll ganzjährig geöffnet sein. In der Hochsaison dient es der Unterbringung von bis zu 50 Rettungsschwimmern. Diese Funktionstrennung (Gäste vs. Rettungskräfte) ist ein interessantes betriebswirtschaftliches und sicherheitstechnisches Konzept.

Öffentliche Einrichtungen

Neben dem Hostel entsteht der „Surf Rescue Club“ und eine supermoderne Rettungswache. Auch eine neue DLRG-Unterkunft ist in der Planung (Quelle 3). Diese Infrastruktur stärkt die Sicherheit für Badegäste erheblich.

Die Seebrücke: Ein separater Sanierungsprozess

Obwohl der Dünenpark das größte Projekt ist, darf die Sanierung der historischen Seebrücke nicht vergessen werden. Sie stellt eine eigene, herausfordernde Baustelle dar.

Zustand und Sanierungsbedarf

Die Seebrücke ist fast 33 Jahre alt (Stand der Quelle 1). Der Holzbelag muss ausgetauscht, das Geländer erneuert und die Lichtelemente verändert werden. Zunächst musste die bauliche Substanz überprüft werden, was in den Wochen nach der Veröffentlichung der Information (vermutlich 2017/2018) geschehen sollte.

Zeitplanung

Die ursprünglich für 2016 geplanten Arbeiten wurden verschoben, um ein Zukunftskonzept zu erstellen. Ideen wie ein Restaurant oder eine Seilbahn wurden erwogen, aber als Frage der Machbarkeit eingestuft. Die eigentliche Erneuerung der Konstruktion sollte laut Quelle 1 Ende des Jahres oder Anfang 2018 beginnen. Für aktuelle Informationen zu diesem Projekt ist zu prüfen, ob die Arbeiten bereits abgeschlossen sind oder noch andauern.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Förderung

Das Projekt ist nicht nur ein ästhetisches, sondern auch ein wirtschaftliches Großvorhaben. Die Gemeinde Grömitz errichtet es in Eigenregie, jedoch mit Förderung des Landes Schleswig-Holstein (Quelle 7). Das Ziel ist die Schaffung eines neuen touristischen Hotspots an der Lübecker Bucht.

Durch die Schaffung von Arbeitsplätzen im Gewerbe, in der Gastronomie und im Bauhandwerk sowie durch die Steigerung der Übernachtungszahlen (durch das Hostel und den gesteigerten Komfort) soll die Wirtschaftskraft der Region gestärkt werden.

Fazit: Eine Zukunftsinvestition für Grömitz

Das Großprojekt Dünenpark und die damit verbundene Sanierung der Strandpromenade markieren einen Wendepunkt für Grömitz. Es handelt sich um eine Investition in die Zukunftsfähigkeit des Ortes.

Die Planung geht weit über eine einfache Wegesicherung hinaus. Durch die Gestaltung einer künstlichen Dünenlandschaft, die Integration von Gewerbe und die Schaffung von Wetter-unabhängigen Freizeitangeboten (Indoorfläche) wird ein attraktives Ganzjahresangebot geschaffen.

Für Bauherren und Investoren in der Region zeigt das Projekt, wie moderner Küstenbau aussehen kann: Funktional, ästhetisch und ökonomisch. Die Verknüpfung von Sicherheit (DLRG, Hostel) und Tourismus (Beachclub, Gewerbe) ist ein Leuchtturmprojekt, dessen Umsetzung mit Spannung zu verfolgen ist. Die Fertigstellung der ersten Teile zum Saisonstart 2023 und die Weiterführung bis 2024 werden das Erscheinungsbild der Grömitzer Strandlandschaft nachhaltig prägen.

Quellen

  1. LN-Online: Der Zeitplan steht – das sind die Grömitzer Großprojekte
  2. Ostsee.de: Strandpromenade Grömitz
  3. Der Reporter: Spatenstich für das Großprojekt Dünenpark
  4. Grömitz.de: Strand und Promenade
  5. Ing-Benthien: 061 Grömitz Dünenpark
  6. AMW Stamer: Promenadenbau
  7. Mopo: Mega-Projekt am Strand – Ostseebad bekommt neue Attraktion

Ähnliche Beiträge