Die Generalsanierung und Erweiterung der Steigerwaldschule in Ebrach stellt ein signifikantes Infrastrukturprojekt des Landkreises Bamberg dar. Über einen Zeitraum von fünf Jahren wurde das Schulgebäude umfassend saniert und modernisiert, um den gestiegenen pädagogischen und energetischen Anforderungen zu entsprechen. Das Projekt umfasste nicht nur die Instandsetzung der bestehenden Bausubstanz, sondern auch den Neubau von Unterrichtsräumen und die Installation modernster Heiz- und Lüftungstechnik. Für Bauherren und Immobilienbesitzer bietet der Baubericht wertvolle Einblicke in die Planung und Durchführung komplexer Sanierungsmaßnahmen, insbesondere im Bereich öffentlicher Gebäude.
Projektgröße und Finanzierung
Die Sanierung der Realschule Ebrach war ein finanziell bedeutendes Vorhaben. Laut den vorliegenden Informationen beliefen sich die Gesamtkosten für Erweiterung und Generalsanierung auf rund 16 Millionen Euro. Diese Summe setzt sich aus verschiedenen Teilbereichen zusammen: 12,8 Millionen Euro wurden für die Erweiterung und Generalsanierung des Hauptgebäudes veranschlagt. Zusätzlich fielen 2,8 Millionen Euro für die Generalsanierung der Sporthalle an. Die Erneuerung der Außenanlagen, darunter der Eingangsbereich, ein großer Pausenhof und ein "grünes Klassenzimmer", kostete 200.000 Euro.
Finanziert wurde das Projekt durch den Landkreis Bamberg als Sachaufwandsaufwandsträger. Bei der Sanierung der Sporthalle war zudem der Markt Ebrach finanziell beteiligt. Eine staatliche Förderung in Höhe von rund 5,4 Millionen Euro kam hinzu. In einem frühen Planungsstadium, berichtet im Jahr 2014, wurden die Gesamtkosten noch mit 11.137.000 Euro veranschlagt. Die Regierung von Oberfranken hatte eine Förderung von etwa 35 Prozent der förderfähigen Kosten in Aussicht gestellt. Diese Kostenentwicklung zeigt die Komplexität der Budgetplanung bei langfristigen Bauprojekten.
Bauausführung und Bauabschnitte
Das Projekt wurde zeitlich in drei Bauabschnitte unterteilt, um den Schulbetrieb während der Sanierung weitgehend aufrechterhalten zu können. Die Gesamtbauzeit erstreckte sich über fünf Jahre, beginnend mit dem Spatenstich im März 2012 und Abschluss der Arbeiten Ende 2017.
Im ersten Bauabschnitt lag der Fokus auf dem Erweiterungsbau. Dieser wurde auf dem Gelände des im Jahr 2000 errichteten Gebäudes realisiert. Der bestehende Erweiterungsbau wurde aufgestockt und nach Westen erweitert. Eine besondere Herausforderung war hier die Gründung. Der Neubau wurde auf Bohrpfählen gegründet, was aufgrund der Bodenverhältnisse notwendig war. Die Bauweise erfolgte in Massivbauweise, verkleidet mit einer Lärchenholzschalung. Diese Materialwahl verleiht dem Gebäude nicht nur eine ästhetische Note, sondern sorgt auch für eine natürliche Witterungsbeständigkeit.
Die Bauabschnitte zwei und drei, die von 2013/2014 bis Ende 2017 andauerten, konzentrierten sich auf die Generalsanierung der bestehenden Gebäude. Hierbei wurde die gesamte Gebäudesubstanz auf den neuesten Stand gebracht. Eine einheitliche Fassadengestaltung über alle drei Baukörper zu realisieren, erwies sich als schwierig. Daher entschied man sich für eine abwechslungsreiche und auffallende Gebäudehülle. Die Farbgestaltung wurde als Leitsystem implementiert, um einerseits den Schulkomplex zu gliedern und andererseits als Orientierungshilfe im Gebäude zu dienen.
Energetische Sanierung und Effizienz
Ein zentraler Aspekt der Modernisierung war die energetische Aufwertung des Gebäudebestands. Die Sanierung zielte darauf ab, die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 nicht nur zu erfüllen, sondern deutlich zu unterschreiten. Durch den Einsatz von Lüftungsgeräten mit Wärmetauschern im gesamten Gebäudekomplex, einer Hackschnitzelheizung und eine besonders gut gedämmte Gebäudehülle konnten die Anforderungen an den Primärenergiebedarf um etwa 46 Prozent unterschritten werden.
Die Heizungstechnik wurde vollständig erneuert. Eine Hackschnitzelheizung bildet nun die Grundlastversorgung. Um Spitzenlasten abzudecken, wurde ein Öl-Spitzenlastkessel installiert. Diese Kombination aus regenerativer Biomasse und klassischer Ölheizung gewährleistet eine zuverlässige und gleichzeitig effiziente Wärmeversorgung. Zudem wurde die Gebäudehülle gedämmt und neue Fensterelemente eingebaut, was den Wärmeverlust minimiert.
Modernisierung der Haustechnik und Barrierefreiheit
Neben der Heizungsanlage umfasste die Modernisierung der Haustechnik weitere wichtige Komponenten. Ein behindertengerechter Aufzug wurde eingebaut, um die Barrierefreiheit im gesamten Gebäude zu gewährleisten. Dies ist ein wesentlicher Standard in modernen öffentlichen Gebäuden und eine wichtige Voraussetzung für die Inklusion.
Die Sanierung betraf auch die Innenausstattung. Tischlerarbeiten spielten eine bedeutende Rolle. Neue Türelemente, Wand- und Deckenbekleidungen sowie WC-Trennwandanlagen wurden installiert. Besondere Aufmerksamkeit galt den Sanitärbereichen und den Küchen. Die Schulküche wurde mit vier Kochzeilen inklusive der dazugehörigen Elektrogeräte und Schränken im Vorratsraum neu ausgestattet. Auch die Einbauküche im Lehrerzimmer wurde erneuert.
Pädagogische und funktionale Erweiterungen
Das Ziel der Sanierung war nicht nur die Instandsetzung, sondern auch die Schaffung neuer Räumlichkeiten für eine zeitgemäße Lehre. Durch den Erweiterungsbau entstanden 14 neue Unterrichts- und Vorbereitungsräume. Diese werden als naturwissenschaftliche Unterrichtsräume und Klassenzimmer genutzt. Die Schaffung von Räumlichkeiten für eine Ganztagsschule war ein weiteres wichtiges Projektziel.
Die Ausstattung wurde ebenfalls auf den neuesten Stand gebracht. Die Klassenzimmer verfügen über Active-Boards und moderne Computerarbeitsplätze im Lehrerzimmer. Zusätzlich wurden Info-Points in den Fluren installiert. Diese technologische Ausstattung ist essentiell für den modernen Unterricht in den Naturwissenschaften und der Informatik.
Außenanlagen und Freiraumgestaltung
Die Sanierung beschränkte sich nicht auf das Gebäudeinnerne. Nach Abschluss der Bauarbeiten wurde die Erneuerung der Außenanlagen vorgenommen. Dazu gehörten der Eingangsbereich und ein großer Pausenhof. Besonders hervorzuheben ist die Anlage eines "grünen Klassenzimmers" im Freien. Dieser Bereich dient als Lern- und Aufenthaltsort im Freien und fördert eine Verbindung zur Natur.
Zudem wurden die Freisportanlagen erneuert. Dies umfasste den Allwetterplatz, die Weitsprung- und Kugelstoßanlage sowie die Laufbahn. Die Generalsanierung der Sporthalle war ein separater, aber wichtiger Bestandteil des Gesamtprojekts, um die sportliche Nutzung des Areals langfristig zu sichern.
Zusammenfassung der technischen Daten
Um die Dimensionen des Projekts übersichtlich darzustellen, folgt eine Zusammenfassung der wichtigsten technischen und finanziellen Parameter basierend auf den vorliegenden Quellen:
| Parameter | Beschreibung / Wert |
|---|---|
| Projektname | Generalsanierung und Erweiterung Steigerwaldschule Ebrach |
| Standort | Horbachweg, Ebrach |
| Gesamtkosten (geschätzt) | ca. 16 Mio. Euro (davon 12,8 Mio. Euro Gebäude, 2,8 Mio. Euro Sporthalle, 0,2 Mio. Euro Außenanlagen) |
| Staatliche Förderung | ca. 5,4 Mio. Euro |
| Bauzeit | 5 Jahre (Start Spatenstich März 2012, Abschluss Ende 2017) |
| Bauabschnitte | 3 (Erweiterungsbau, Generalsanierung Teil 1 & 2) |
| Neue Räume | 14 Unterrichts- und Vorbereitungsräume |
| Gründung Erweiterungsbau | Bohrpfähle |
| Bauweise Erweiterungsbau | Massivbauweise mit Lärchenholzschalung |
| Heizungssystem | Hackschnitzelheizung + Öl-Spitzenlastkessel |
| Lüftungssystem | Lüftungsgeräte mit Wärmetauschern |
| Energieeffizienz | Unterschreitung der EnEV 2009 (Primärenergiebedarf) um ca. 46 % |
| Barrierefreiheit | Einbau eines Aufzugs |
| Besonderheiten | Active-Boards, moderne IT-Ausstattung, grünes Klassenzimmer, Neugestaltung Pausenhof |
Fazit
Die Generalsanierung und Erweiterung der Steigerwaldschule Ebrach ist ein Musterbeispiel für eine gelungene energetische und funktionale Aufwertung einer bestehenden Immobilie. Das Projekt zeigt, wie durch eine strukturierte Planung in Bauabschnitten auch bei laufendem Betrieb umfangreiche Modernisierungen möglich sind. Die Kombination aus Massivbauweise bei der Erweiterung und der Sanierung der bestehenden Bausubstanz unter Einhaltung modernster Energiestandards (EnEV 2009) dient als Referenz für zukünftige öffentliche Bauprojekte. Die Investition von rund 16 Millionen Euro sichert nicht nur die Bausubstanz über Jahrzehnte, sondern schafft durch moderne Klassenräume, eine effiziente Heiztechnik und barrierefreie Zugänge die Basis für eine zeitgemäße Bildungseinrichtung. Für Bauinteressierte zeigt das Projekt zudem die Bedeutung von Detailplanungen auf – von der Gründung auf Bohrpfählen bis hin zur Farbgestaltung als Leitsystem.