Generalüberholung einer Rundsporthalle: Sanierung, Kosten und Technik am Beispiel Hachenburg

Die Sanierung von Sporthallen ist eine komplexe Aufgabe, die technische, wirtschaftliche und organisatorische Herausforderungen gleichermaßen umfasst. Insbesondere bei speziellen Bauformen wie den in den 1970er Jahren weit verbreiteten Rundsporthallen ergibt sich ein besonderer Sanierungsbedarf. Der folgende Artikel beleuchtet am konkreten Beispiel der generalsanierten Rundsporthalle in Hachenburg die Abläufe, technischen Gegebenheiten, Kostenfaktoren und notwendigen Maßnahmen, die bei der Revitalisierung solcher Gebäude anfallen. Die Analyse basiert ausschließlich auf den vorliegenden Informationen zu diesem Projekt.

Die Ausgangslage: Sanierungsbedarf bei Rundsporthallen

Rundsporthallen sind ein typisches Bauwerk der späten 60er bis Mitte der 70er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland, Österreich und der Schweiz. Laut den vorliegenden Daten gibt es in Deutschland allein noch etwa 51 dieser speziellen Hallenbauart. Die Rundsporthalle Hachenburg wurde im Jahr 1972 errichtet und diente über 40 Jahre lang dem Schul- und Vereinssport.

Mit fortschreitendem Alter zeigten sich jedoch erhebliche Mängel, die eine Sanierung unumgänglich machten. Eine Grundlagenermittlung durch das Architektur- und Ingenieurbüro Winkler und Partner aus Dortmund, das über weitreichende Erfahrungen mit Sanierungen bauartgleicher Hallen verfügt, ergab einen unabdingbaren Verbesserungsbedarf.

Die Herausforderung der Dachmembran

Ein zentrales Problem dieser Hallenart ist die Dachkonstruktion. Die vorliegenden Informationen besagen, dass in sämtlichen Hallen dieser Bauart die etwa vier Millimeter dünne Dachmembran durch Korrosion geschädigt ist. Dieser Umstand machte in Hachenburg bereits vor der Gesamtsanierung dringende Sicherungsmaßnahmen am Dach notwendig. Die Sanierung der Hülle – also Dachflächen, Fassaden und Schrägflächenfassaden mit Lichtbändern und RWA-Öffnungen (Rauch- und Wärmeabzugsanlagen) – bildete daher den ersten Arbeitsbereich des Sanierungskonzepts.

Das Sanierungskonzept: Eine zweiphasige Planung

Um den Umfang der Maßnahmen zu strukturieren, wurde in Hachenburg ein Konzept entwickelt, das in zwei Phasen unterteilt wurde. Diese Aufteilung ermöglichte eine planvolle Abwicklung der Arbeiten bei gleichzeitiger Sicherung der Bausubstanz.

Phase 1: Sicherung der Bausubstanz (Außenbereich)

Der erste Abschnitt konzentrierte sich auf die Hallenhülle. Ziel war es, die allgemeine Bausubstanz zu sichern und die Funktionalität der Gebäudehülle wiederherzustellen. Zu den Maßnahmen gehörten: * Sanierung der Dachflächen und Fassaden. * Erneuerung der Schrägflächenfassaden. * Austausch oder Reparatur von Lichtbändern und RWA-Öffnungen. * Sanierung der Außentüren im Erdgeschoss.

Phase 2: Modernisierung des Innenbereichs

Der zweite Abschnitt umfasste die umfassende Erneuerung der Innenräume, um den heutigen Nutzungsanforderungen, Brandschutzvorschriften und Unfallverhütungsvorschriften gerecht zu werden. Hierzu zählen: * Sanierung der Sportlerumkleiden und Duschen einschließlich aller Nebenräume. * Erneuerung des Hallensportbodens. * Sanierung der Zwischendecke und Einbau einer zeitgemäßen Beleuchtung. * Ertüchtigung der Brandschutzmaßnahmen, einschließlich der elektrotechnischen Anlagen. * Überarbeitung und Ergänzung sicherheitsrelevanter Themen, wie beispielsweise Absturzhöhen an Brüstungen.

Zusätzlich wurden Modernisierungen diskutiert, die über die reine Instandsetzung hinausgehen, wie Verbesserungen der Akustik und der Beschallungstechnik.

Kostensituation und Projektverlauf

Die Sanierung der Rundsporthalle Hachenburg stellte sich als ein Millionenaufwand dar. In den frühen Planungsphasen war von Gesamtkosten in Höhe von rund 3 Millionen Euro die Rede. Diese Summe teilte sich auf in ca. 1 Million Euro für die äußere und etwa 2 Millionen Euro für die innere Sanierung auf. Die Finanzierung war für drei Bauabschnitte geplant, wobei je eine Million Euro pro Abschnitt angesetzt wurde.

Im Verlauf der Planung stiegen die Kosten jedoch an. Neu erkenntnisse zum Zustand des Gebäudes, die weitreichendere Maßnahmen erforderten als ursprünglich vermutet, führten zu einer Anpassung der Kalkulation. Gesundheitliche Risiken im Zuge der Sanierung machten teurere Varianten zur Innensanierung notwendig.

Im endgültigen Projektverlauf beliefen sich die Baukosten (nach Kostenbereichen KG 100-700) laut der Projektakte auf 3,9 Millionen Euro brutto. Die Bruttogrundfläche des Gebäudes beträgt 2.973 m², der Bruttorauminhalt 28.409 m³, und die Nutzfläche umfasst 2.429 m².

Zeitplanung

Die Sanierung wurde in drei Bauabschnitte unterteilt, die nacheinander abgearbeitet wurden: * 1. Bauabschnitt: Fertigstellung 2017 * 2. Bauabschnitt: Fertigstellung Februar 2018 * 3. Bauabschnitt: Fertigstellung Oktober 2018

Die Gesamtplanung sah vor, das Sanierungskonzept in zwei Arbeits- und Planungsphasen durchzuführen, was sich im Zeitablauf der Bauabschnitte widerspiegelte.

Technische Spezifikationen und Funktionalität

Die Rundsporthalle in Hachenburg ist als Dreifach-Turnhalle konzipiert. Das bedeutet, dass das Hauptfeld quer zur Zuschauertribüne liegt und in drei Übungsfelder der Größe 15,00 m x 27,00 m unterteilt werden kann. Diese Unterteilung erfolgt durch Trennvorhänge.

Die Hallen dieser Bauart sind flexibel nutzbar. Neben dem klassischen Schul- und Vereinssport (Handball, Volleyball, Tischtennis, Gymnastik) ist eine ergänzende Nutzung als Veranstaltungshalle für bis ca. 2.000 Personen temporär genehmigt. Besonders erwähnenswert ist die Integration einer Kletterwand. Diese wurde 1999 installiert und ist zwölf Meter hoch mit tausend Griffen ausgestattet. Sie wird seitdem von Vereinen und dem Jugendzentrum Hachenburg genutzt, wobei die Nutzung auch für Kinder und Jugendliche unter fachlicher Anleitung erfolgt.

Der Ablauf der Sanierung in Hachenburg

Die Entscheidung zur Sanierung fiel nicht über Nacht. Zunächst wurde die Notwendigkeit durch Sicherungsmaßnahmen am Dach und der Fassade offensichtlich. Anschließend beauftragte die Verbandsgemeinde das Architektur- und Ingenieurbüro Winkler und Partner mit einer Grundlagenermittlung.

In einer Sitzung des Jugend-, Schul-, Sport- und Sozialausschusses im Januar (vermutlich 2016, basierend auf dem Kontext der Artikel) wurde den Ausschussmitgliedern der Zustand des Gebäudes vor Ort präsentiert. Der Sachvortrag zeigte den Bedarf an Dach- und Fassadensanierung sowie die Notwendigkeit, die Gebäudeanlage an heutige Brandschutz- und Unfallverhütungsvorschriften anzupassen.

Nachdem der VG-Rat im Dezember 2015 den Beschluss zur Sanierung in drei Teilabschnitten gefasst hatte, begann die Umsetzung. Während der Bauphase ergaben sich jedoch weitere Erkenntnisse zum Zustand des Gebäudes, was zu einer Kostensteigerung und der Notwendigkeit führte, drei Varianten zur Innensanierung zu erarbeiten und im Hauptausschuss zu beraten.

Einzelfall oder Systemproblem?

Die Sanierung in Hachenburg ist kein isoliertes Ereignis. Die Datenlage weist darauf hin, dass es in Deutschland 51 solcher Hallen gibt und dass der Zustand der Dachmembran ein flächendeckendes Problem darstellt. Auch andere Hallen wurden bereits saniert. Die Rundsporthalle in Hagen/Westfalen, eine der ersten, die komplett saniert wurde, diente hierbei als Vorbild. Diese Sanierung wurde 2003 fertiggestellt und wird bis heute für Schul- und Vereinssport genutzt, was die Nachhaltigkeit solcher Sanierungskonzepte belegt.

Nutzung nach der Sanierung

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wurde die Halle im Januar 2019 offiziell eingeweiht. Die Einweihung gestaltete sich als sportliches Event, bei dem Besucher unter anderem mit dem Lichtgewehr schießen oder die Kletterwand testen konnten. Die Veranstaltung unterstrich die vielseitige Nutzbarkeit des Gebäudes.

Auch nach der Sanierung bleibt die Halle ein zentraler Ort für den Schulsport und die örtlichen Vereine. Die Modernisierung der technischen Gebäudeausstattung, des Bodens und der Akustik verbessert die Nutzungsbedingungen erheblich. Zudem wird die Halle aufgrund ihrer Atmosphäre auch als Veranstaltungsort geschätzt.

Zusammenfassung der Sanierungsmaßnahmen

Für Bauinteressierte und Eigentümer ähnlicher Objekte lässt sich aus dem Projekt Hachenburg eine klare Priorisierung von Sanierungsmaßnahmen ableiten:

  1. Gebäudehülle: Priorisierung der Dach- und Fassadensanierung zur Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden und Sicherung der Tragfähigkeit.
  2. Statik und Sicherheit: Überprüfung aller tragenden und nichttragenden Bauteile, insbesondere im Hinblick auf Absturzsicherungen.
  3. Technische Anlagen: Kompletter Austausch oder Modernisierung der elektrotechnischen Anlagen und Einbau moderner Brandschutzsysteme.
  4. Innenausbau: Erneuerung von Sportlerbereichen (Umkleiden, Duschen) und Sportböden, um hygienische und funktionale Standards zu gewährleisten.
  5. Ergänzungen: Anpassung der Akustik und Beschallung für eine vielseitigere Nutzung.

Die Sanierung in Hachenburg zeigt, dass die Revitalisierung von Altbauten dieser Art ein umfassender Prozess ist, der weit über einen reinen "Frischemaler" hinausgeht. Es handelt sich um eine tiefgreifende technische Überholung, die das Gebäude für Jahrzehnte weiter nutzbar macht.

Fazit

Die Generalüberholung der Rundsporthalle Hachenburg verdeutlicht die Bedeutung einer strukturierten und gut geplanten Sanierung bei speziellen Altbaubeständen. Mit einem Investitionsvolumen von rund 3,9 Millionen Euro wurde ein Gebäude revitalisiert, das aufgrund seiner spezifischen Bauweise (Rundsporthalle der 70er Jahre) besonderen technischen Anforderungen unterlag. Die Sanierung erfolgte in drei Bauabschnitten und umfasste sowohl die dringend notwendige Sicherung der Bausubstanz (Dach, Fassade) als auch die Anpassung an moderne Brandschutz- und Sicherheitsvorschriften sowie die energetische und funktionale Modernisierung der Innenbereiche. Das Projekt dient als Beispiel dafür, wie historische Sportbauten durch eine umfassende Sanierung ihren Zweck für die Zukunft erfüllen können.

Quellen

  1. Die künftige Sanierung der Rundsporthalle Hachenburg
  2. Millionenprojekt: Hachenburg saniert seine Rundsporthalle
  3. Sanierung in Hachenburg wird wegen gesundheitlicher Risiken teurer
  4. Nach Sanierung: Halle wird mit viel Sport eingeweiht
  5. Sanierung Rundsporthalle Hachenburg
  6. Rundsporthalle Hachenburg

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