Sanierung der RupertusTherme: Eine Analyse der Generalsanierung und technischen Modernisierung

Einleitung

Die RupertusTherme in Bad Reichenhall, ein bedeutendes Wohlfühl- und Gesundheitszentrum im Landkreis Berchtesgadener Land, steht vor einer umfassenden und notwendigen Transformation. Nach 20 Jahren ununterbrochenen Betriebs startet im Sommer 2025 eine großangelegte Generalsanierung, die bis ins Jahr 2030 reichen soll. Diese Maßnahme ist nicht nur eine reine Schönheitsreparatur, sondern eine tiefgreifende Substanzsanierung und technische Modernisierung, die darauf abzielt, die Anlage für die nächsten Jahrzehnte zu sichern. Der Auslöser für diese umfangreichen Arbeiten ist die hohe Belastung durch das aggressive AlpenSole-Wasser, das über zwei Jahrzehnte hinweg stark auf die Betonstrukturen und die technische Infrastruktur eingewirkt hat.

Im Fokus der Sanierung stehen zwei zentrale Bereiche: die Gebäudesubstanz und die Badewassertechnik. Wie aus den vorliegenden Informationen hervorgeht, ist es nach 20 Betriebsjahren an der Zeit, die stark beanspruchten baulichen Strukturen zu erneuern und die Technik auf den neuesten Stand zu bringen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem AlpenSole-Außenbecken, dessen Sanierung sich als komplexer und zeitintensiver herausstellte als ursprünglich angenommen. Die folgende Analyse beleuchtet die Hintergründe, den Umfang und die strategische Bedeutung dieser Sanierungsmaßnahmen für die Zukunft der RupertusTherme.

Hintergründe und Notwendigkeit der Sanierung

Die Entscheidung für eine Generalsanierung nach 20 Jahren Betriebszeit ist in der Bauindustrie und bei der Instandhaltung von Großanlagen ein gängiger und notwendiger Zyklus. In der RupertusTherme wird diese Notwendigkeit durch die spezifischen Umweltbedingungen noch verstärkt. Das in der Therme verwendete AlpenSole-Wasser ist wesentlich aggressiver als normales Salzwasser und übt einen stetigen, korrosiven Einfluss auf Beton und Stahl aus.

Laut Dirk Sasse, Geschäftsführer der Staatsbad GmbH, ist die Salzbelastung ein entscheidender Faktor für den Zustand der Anlage. Das Alpensalz zehrt an allem, was aus Beton und Stahl ist. Diese chemische Beanspruchung führt über die Jahre zu einer Abnutzung von Dichtungen, Bewehrungen und Oberflächen, die mit normaler Wartung nicht mehr zu kompensieren ist. Die Sanierung ist daher keine Option, sondern eine zwingende Maßnahme zur Erhaltung der Bausubstanz und zur Gewährleistung der Sicherheit der Gäste.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die technische Veraltung. Die Badewassertechnik, bestehend aus Kreislauf-, Filter- und Heizungspumpen, hat ihre maximale Lebensdauer erreicht. Moderne Anlagen bieten nicht nur eine höhere Energieeffizienz, sondern auch verbesserte Sicherheitsstandards und digitale Steuerungsmöglichkeiten. Die Modernisierung zielt darauf ab, die Abläufe zu optimieren und eine bessere Sicherheitsüberwachung zu gewährleisten.

Strategisches Vorgehen und Zeitplan

Die Sanierung der RupertusTherme ist als langfristiges, schrittweises Projekt konzipiert, das bis ins Jahr 2030 reicht. Dieser lange Zeitraum ermöglicht es, die Maßnahmen zu priorisieren und den laufenden Badebetrieb so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. Das Konzept wurde gemeinsam mit Sachverständigen verschiedener Fachbereiche entwickelt, um eine fundierte Grundlage für die Arbeiten zu schaffen.

Der erste konkrete Bauabschnitt begann Ende Juli 2025. Dieser Zeitpunkt wurde bewusst gewählt, um die Maßnahme mit der alljährlichen Revision zu bündeln. Da die Therme für die Revision ohnehin geschlossen und die Becken entleert werden mussten, lag es nahe, die Sanierungsarbeiten direkt anschließend zu beginnen. Ursprünglich war ein Starttermin im Mai geplant, dieser musste jedoch verschoben werden. Grund für die Verzögerung waren nicht rechtzeitig vorgelegte Leistungsverzeichnisse, was einen Wechsel des Bauleitbüros erforderlich machte und den kompletten Zeitplan hinfällig wurde.

Die Generalsanierung wird in mehreren Abschnitten umgesetzt, um die Beeinträchtigung der Gäste minimal zu halten. Das Ziel ist, den Badebetrieb so wenig wie möglich einzuschränken. Während der Sanierungsphase profitieren die Gäste zudem von vergünstigten Konditionen, um die entstehenden Unannehmlichkeiten auszugleichen.

Die Sanierung des AlpenSole-Außenbeckens: Eine Detailanalyse

Das AlpenSole-Außenbecken stellt das Kernstück der ersten Sanierungsmaßnahme dar und offenbart die komplexen Herausforderungen, die mit solchen Projekten verbunden sind. Während die Sanierung ursprünglich bis Ende Dezember 2025 dauern sollte und eine Wiedereröffnung des Beckens für diesen Zeitpunkt geplant war, hat die Realität diese Planung überholt.

Die unerwarteten Schäden

Erst nach dem Ablassen des Sole-Beckenwassers offenbarte sich das volle Ausmaß der Schäden an der Abdichtung. Wie in den Informationen dargelegt, war die Abdichtung des Betonbeckens nach 20 Betriebsjahren mit Sole mehr in Mitleidenschaft gezogen als angenommen. Die alten Abdichtungen haben sich teils vom Beton gelöst, nicht nur am Boden, sondern auch an den Seitenwänden. Diese Schäden waren unter der Wasseroberfläche nicht sichtbar und konnten vor dem Entleeren nicht vollständig erfasst werden.

Trotz der schwerwiegenden Schäden an der Abdichtung war der Rohbeton in einem guten baulichen Zustand. Es gab keinen Wasserdurchbruch in den Technikkeller, was auf eine solide Grundkonstruktion hindeutet. Dennoch erfordert die Sanierung eine vollständige Erneuerung der Abdichtung.

Verlängerung der Bauzeit

Die Erkenntnis, dass die Abdichtung großflächig repariert werden muss, führte zu einer deutlichen Verlängerung der Bauzeit. Ursprünglich war eine Fertigstellung im Herbst (September) geplant. Aufgrund der umfangreichen Schäden und der technischen Anforderungen musste dieser Zeitpunkt auf voraussichtlich Ende Oktober verschoben werden. Die Ursache für die Verzögerung liegt in den technischen Vorgaben, die eine hohe Präzision erfordern.

Die Arbeiten erfordern höchste Präzision, besonders bei der Anbringung der neuen Abdichtung und des Fliesenbelags. Zudem sind lange Trocknungszeiten und eine zweiwöchige Dichtigkeitsprüfung erforderlich, während der kein weiterer Baufortschritt erfolgen kann. Dirk Sasse betont, dass diese Zeiten technisch nicht verkürzt werden können, da dies riskant und haftungsrechtlich problematisch wäre. Die Entscheidung, die Maßnahme nun deutlich umfangreicher anzugehen, sei alternativlos gewesen. Das Ziel ist nicht das Flicken, sondern eine Lösung, die die nächsten 20 Jahre zuverlässig hält.

Logistische Herausforderungen

Die Sanierung des Außenbeckens erforderte schnelles Handeln und regionale Zusammenarbeit. Die kurzfristigen Rückbau- und Fräsarbeiten wurden von regionalen Handwerksbetrieben übernommen. Ohne dieses Engagement wäre eine Fertigstellung im Herbst kaum realistisch gewesen. Zudem muss das Becken während der Arbeiten vor Witterung geschützt werden; eine große Zeltabdeckung sorgt dafür, dass Regen und Sonneneinstrahlung die empfindlichen Arbeiten nicht stören.

Technische Modernisierung und Energieeffizienz

Neben der reinen Substanzsanierung ist die Modernisierung der Badewassertechnik ein zentraler Bestandteil des Projekts. Die RupertusTherme setzt hier auf digitale Lösungen und eine Steigerung der Energieeffizienz.

Austausch der Pumpentechnik

Ein wesentlicher Punkt ist der Tausch aller Kreislauf-, Filter- und Heizungspumpen. Die alten Pumpen entsprechen nach 20 Jahren nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Moderne Pumpen sind deutlich energieeffizienter und verbrauchen weniger Strom, was langfristig die Betriebskosten der Therme senkt. Zudem ermöglichen sie eine präzisere Steuerung der Wasserzirkulation und Filterung.

Digitale Steuerung und Sicherheit

Ein weiterer Vorteil der Modernisierung ist die Digitalisierung der Steuerungstechnik. Wie Dirk Sasse erklärte, wird im Bereich der Badewassertechnik sehr viel digitalisiert, um eine bessere Sicherheitsüberwachung und effizientere Abläufe zu gewährleisten. Der gesamte Ablauf kann elektronisch von überall aus im Gebäude sicher gesteuert werden. Dies erhöht nicht nur die Sicherheit durch sofortige Fehlermeldungen und Überwachung, sondern ermöglicht auch eine flexiblere und zentralere Administration der Anlage. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die RupertusTherme nachhaltig, sicher und zukunftsfähig aufzustellen.

Wirtschaftliche Aspekte der Sanierung

Die Generalsanierung der RupertusTherme ist ein erhebliches finanzielles Engagement, das sich jedoch nachhaltig auszahlen soll.

Investitionssumme und Kostendeckung

Für die gesamten Sanierungsmaßnahmen der kommenden sechs Jahre sind laut den vorliegenden Informationen insgesamt rund 4,5 Millionen Euro veranschlagt. Diese Summe erscheint im Vergleich zu anderen Großprojekten moderat. Der Grund dafür liegt in einer konsequenten Instandhaltungspolitik der Vergangenheit. Laut Dirk Sasse wurde seit Inbetriebnahme der Therme im Jahr 2005 permanent in Wartung und Bestand investiert. In den vergangenen 20 Jahren summierten sich diese Investitionen auf rund 18 Millionen Euro netto.

Diese Strategie der kontinuierlichen Instandhaltung zahlt sich nun aus. Da größere Schäden durch die permanente Wartung vermieden werden konnten, ist der Sanierungsbedarf heute kalkulierbar und die Kosten sind im Rahmen. Die 4,5 Millionen Euro sind somit eine gezielte Investition in die Zukunftssicherung, die durch die vorangegangenen 18 Millionen Euro an Wartungskosten ermöglicht wird.

Gästeentlastung und Marketing

Während der Sanierungsphase sind die Bereiche, die nicht saniert werden, weiterhin geöffnet. Um die Gäste zu entlasten und den Betrieb aufrechtzuerhalten, hat die RupertusTherme verschiedene Maßnahmen ergriffen:

  • Reduzierte Eintrittspreise: Während der Sanierungsphase erhalten Gäste einen Preisnachlass von 3 Euro auf alle regulären Eintrittstarife. Dies gilt unabhängig davon, ob eine 3-Stunden-Karte oder eine Tageskarte gewählt wird.
  • BonusCard (Bau-Stempelkarte): Es wurde eine spezielle Aktion eingeführt, bei der Kunden bei jedem Besuch ein Feld auf einer Karte abgestempelt erhalten. Der sechste Eintritt ist kostenlos. Diese Aktion soll dazu anregen, die Therme auch während der Sanierungsphase regelmäßig zu besuchen.

Diese Rabatte und Aktionen sind ein Zeichen des Entgegenkommens und ein wichtiges Instrument, um die Kundenbindung in einer Phase der Veränderung aufrechtzuerhalten.

Fazit

Die Sanierung der RupertusTherme ist ein notwendiges und strategisch kluges Projekt, das die Lebensdauer der Anlage um Jahrzehnte verlängern wird. Die Herausforderungen, die durch die aggressive AlpenSole und die 20-jährige Beanspruchung entstanden sind, werden mit hoher technischer Präzision und einem langfristigen Ansatz gemeistert.

Besonders die Sanierung des Außenbeckens hat gezeigt, dass bei solchen Vorhaben mit unvorhergesehenen Komplikationen gerechnet werden muss. Die umfangreichen Schäden an der Abdichtung erfordern eine Verlängerung der Bauzeit bis Ende Oktober, garantieren aber gleichzeitig eine dauerhafte und sichere Lösung. Die Investition von 4,5 Millionen Euro, ermöglicht durch eine vorausschauende Wartungspolitik der Vergangenheit, sichert die Zukunftsfähigkeit der Therme in den Bereichen Sicherheit, Energieeffizienz und Gästeerlebnis. Für Bauinteressierte und Eigentümer von Immobilien in der Region ist dieser Prozess ein anschauliches Beispiel dafür, wie wichtig die regelmäßige Instandhaltung und die frühzeitige Planung von Sanierungsmaßnahmen bei salzbelasteten Standorten ist.

Quellen

  1. RupertusTherme - Sonderaktion
  2. Berchtesgadener Anzeiger - Rupertus Therme wird generalsaniert
  3. Gateo - Modernisierung in der RupertusTherme
  4. 88news - Modernisierung in der RupertusTherme
  5. PNP - Sanierung in Rupertus Therme verzögert sich

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