Einleitung
Das Eugen-Keidel-Bad in Freiburg ist nicht nur ein beliebtes Thermalbad, sondern auch ein zentraler Anziehungspunkt für Einwohner und Touristen. Seit seiner Eröffnung hat das Bad stetig an Attraktivität gewonnen, wodurch es im Jahr 2016 knapp unter die 500.000-Besucher-Marke kam. Dieser Erfolg brachte jedoch auch Herausforderungen mit sich: Die technischen Anlagen kamen an ihre Grenzen. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und die Sicherheit sowie Komfort der Besucher zu gewährleisten, wurde ab 2016 eine umfassende Sanierung und Modernisierung gestartet, die bis 2022 andauerte. Diese Maßnahmen umfassen Investitionen in Technik, neue Bäderbereiche sowie eine Erweiterung des Parkhauses. Der Artikel beleuchtet die Hintergründe, die Umsetzung und die Auswirkungen dieser Sanierung, basierend auf den verfügbaren Quellen.
Hintergrund: Erfolg und Herausforderungen
Das Eugen-Keidel-Bad hat sich in den letzten Jahren als zentraler Trendsetter in Freiburg etabliert. Laut Geschäftsführer Ralf Klausmann der Freiburger Kommunalbauten GmbH (FKB) entwickelt sich das Bad „prächtig“, und Bäderchef Oliver Heintz betont stolz: „Wir sind Trend geworden.“ Dieser Erfolg brachte jedoch auch die Notwendigkeit einer tiefgreifenden Sanierung mit sich. Die bestehende Technik war nicht mehr in der Lage, den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.
Ein eindrucksvolles Beispiel für die technischen Herausforderungen ist ein Leitungsrohr, das Oliver Heintz bei einer Pressekonferenz mitbrachte. Aufgrund von Mineralienablagerungen war der Querschnitt des Rohres nahezu halbiert. Dieses Bild verdeutlicht, wie stark die Anlagen durch den hohen Betriebsaufwand beansprucht werden. Besonders die Zunahme an Besuchern und die längeren Aufenthaltszeiten in den Bädern belasten die Infrastruktur.
Die Notwendigkeit der Sanierung ist daher nicht nur eine technische, sondern auch eine ökonomische. Mit einem Ziel von 630.000 Besuchern im Jahr wird der Druck auf die Anlagen immer größer. Die FKB investiert daher seit 2001 insgesamt rund 30 Millionen Euro in das Keidel-Bad. Der Fokus liegt dabei auf der Modernisierung der technischen Grundlagen, um den steigenden Anforderungen nachhaltig zu begegnen.
Sanierungsmaßnahmen 2019: Technik im Fokus
Im Jahr 2019 lag der Schwerpunkt der Sanierungsarbeiten auf der Modernisierung der technischen Infrastruktur. Die Freiburger Kommunalbauten GmbH (FKB) investierte bis 2019 rund 9,4 Millionen Euro in die Sanierung der folgenden Systeme:
- Lüftung: Moderne Lüftungssysteme sind entscheidend für die Sicherheit und das Wohlbefinden der Besucher. Sie sorgen für eine ausreichende Luftzirkulation und verhindern Feuchtigkeitsschäden an Böden und Wänden.
- Fußbodenheizung: Die Modernisierung der Fußbodenheizung verbessert das Wohlfühlerlebnis, besonders in kühleren Jahreszeiten.
- Elektroanlagen: Die Elektroinstallationen wurden an die neuesten Sicherheits- und Energieeffizienzstandards angepasst.
- Wasserversorgung: Da das Keidel-Bad ein Thermalbad ist, ist eine zuverlässige und hygienisch einwandfreie Wasserversorgung entscheidend. Die Sanierung umfasste auch die Reinigung und Austausch von Rohrleitungen.
- Brandschutz: Eine überarbeitete Brandschutztechnik erhöht die Sicherheit für Besucher und Personal.
Diese Maßnahmen führten dazu, dass das Bad im Sommer 2019 für sechs bis acht Wochen geschlossen wurde. Dies war die erste Schließung des Bades in den letzten 36 Jahren. Die langfristigen Vorteile dieser Investitionen sind jedoch unbestreitbar: Sie ermöglichen eine langfristige Stabilität und Verbesserung der Anlagen.
Modernisierung und Erweiterung: Investitionen ab 2016
Die Sanierung 2019 war Teil eines umfassenderen Modernisierungsprogramms, das bereits 2016 begonnen hatte. Die Gesamtkosten für das Projekt beliefen sich auf rund 18,4 Millionen Euro. Neben der technischen Sanierung standen auch bauliche Erweiterungen und Verbesserungen auf dem Programm:
- Neue Außensauna: Eine der wichtigsten Erweiterungen ist die Errichtung einer neuen Außensauna. Beide Saunen sind finnische Saunen mit Temperaturen im Bereich von 70 bis 90 Grad Celsius. Sie bieten den Besuchern zusätzliche Möglichkeiten zur Entspannung und Wohlfühlkultur.
- Naturbadeteich: Der Schwimmteich wurde umgestaltet und erneuert. Im Frühjahr 2020 wurde er mit Seerosen bepflanzt, was nicht nur die Ästhetik verbessert, sondern auch die ökologische Qualität des Bades.
- Parkhaus: Mit den Investitionen verbunden war auch die Erweiterung des Parkhauses. 200 neue Parkplätze wurden geschaffen, was jedoch auch bedeutete, dass 190 Bäume gefällt werden mussten. Diese Entscheidung wurde in der Öffentlichkeit kritisch beobachtet und ist Teil der umstrittenen Diskussion über den Ausgleich von Umweltverträgen.
Die Modernisierung war finanziell vollständig aus Eintrittsgeldern finanziert, da keine Fördergelder zur Verfügung standen. Dies unterstreicht die finanzielle Belastung, die das Projekt für die Betreiber darstellte, sowie die Notwendigkeit einer langfristigen Planung, um solche Investitionen zu stemmen.
Eröffnung und Fertigstellung: Ein Meilenstein in Freiburg
Im Jahr 2020 war das Projekt weitgehend abgeschlossen. Pünktlich zum Jubiläum des Bades eröffnete die neue Sauna, und der umgestaltete Naturbadeteich wurde erneuert. Bürgermeister Stefan Breiter lobte das Projekt in seiner Eröffnungsrede: „Im Terminrahmen, im Budget und noch viele schöner als auf den Plänen!“ Diese Worte zeigen, dass die Modernisierung sowohl hinsichtlich Zeit als auch Kosten planmäßig verlaufen ist und sogar die Erwartungen übertroffen hat.
Die Gesamtkosten für die Sanierung und Modernisierung lagen bei knapp 19 Millionen Euro. Dieser Investitionsbetrag unterstreicht die Bedeutung des Bades für die Stadt Freiburg und ihre Bevölkerung. Die Investitionen tragen dazu bei, das Keidel-Bad als attraktive Destination zu halten und gleichzeitig die Sicherheit, Hygiene und Bequemlichkeit für die Besucher zu gewährleisten.
Auswirkungen auf die Besucher und die Stadt Freiburg
Die Modernisierung des Eugen-Keidel-Bades hat nicht nur direkte Auswirkungen auf die Betreiber, sondern auch auf die Besucher und die Stadt Freiburg. Die Verbesserungen in Technik, Saunalandschaft und Parkmöglichkeiten tragen dazu bei, das Angebot für die Besucher attraktiver zu gestalten. Die Erweiterung des Parkhauses ist ein weiterer Schritt, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.
Langfristig kann man davon ausgehen, dass die Investitionen zu einer Stabilisierung der Besucherzahlen beitragen. Der Erfolg des Bades hängt eng mit der Qualität der Anlagen und dem Service verbunden. Mit der Sanierung ist es gelungen, das Angebot zu erweitern und gleichzeitig den hohen Sicherheits- und Hygienestandards gerecht zu werden.
Für die Stadt Freiburg hat das Projekt auch eine symbolische Bedeutung. Es zeigt, wie Investitionen in kommunale Infrastruktur dazu beitragen können, die Lebensqualität der Bürger zu verbessern und gleichzeitig wirtschaftliche Impulse zu setzen. Die Erwähnung des Bades in Medien wie der Badischen Zeitung oder im Thermenportal unterstreicht auch die öffentliche Aufmerksamkeit, die das Projekt erlangt hat.
Fazit
Die Sanierung und Modernisierung des Eugen-Keidel-Bades in Freiburg ist ein Meilenstein in der Geschichte des Bades und der Stadt. Mit einer Investition von rund 19 Millionen Euro hat die Freiburger Kommunalbauten GmbH (FKB) in die technischen Grundlagen, die Saunalandschaft und die Parkinfrastruktur investiert. Diese Maßnahmen waren notwendig, um den steigenden Anforderungen durch den hohen Besucherandrang und die steigenden Aufenthaltszeiten gerecht zu werden.
Die Sanierung 2019 war ein wichtiger Schritt in diesem Prozess. Sie stand im Fokus der Presse und unterstrich, wie sehr die Technik des Bades an ihre Grenzen gekommen war. Gleichzeitig hat das Projekt gezeigt, dass eine langfristige Planung und Investition in Infrastruktur entscheidend sind, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Für Bauherren, Bauunternehmen und Kommunen bietet das Beispiel des Keidel-Bades wertvolle Einsichten. Es zeigt, wie Investitionen in Technik, Hygiene und Sicherheit nicht nur zur Verbesserung der Infrastruktur beitragen, sondern auch zur Steigerung der Lebensqualität und Attraktivität eines Ortes. In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Nutzerfreundlichkeit im Vordergrund stehen, ist das Keidel-Bad ein Vorbild für zukunftsorientierte Sanierungsmaßnahmen.