Einleitung
Die Sanierung des Klinikums Herford ist ein zentrales Projekt im Bereich der medizinischen Infrastruktur und städtischen Bauentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Besonders hervorzuheben ist der umfangreiche Umbau des Bettenhauses, das seit Anfang 2011 in mehreren Bauabschnitten saniert und erweitert wird. Neben dem Bettenhaus finden auch andere Bauvorhaben statt, wie z. B. die Erweiterung der Zentralküche. Insgesamt ist das Projekt ein Beispiel für die Anpassung bestehender Gebäude an moderne Standards in der Medizin, bei Brandschutz, Hygiene und Technik.
Die Sanierungsarbeiten, die sich über mehrere Jahre erstrecken, sind in mehrere Phasen gegliedert, wobei in jedem Bauabschnitt sorgfältig gearbeitet wird, um die Funktionstüchtigkeit des Klinikums während der Bauphase zu gewährleisten. Ziel ist es, die Patientenversorgung zu verbessern, Arbeitsabläufe zu optimieren und die baulichen Gegebenheiten den heutigen Anforderungen anzupassen.
In diesem Artikel wird der Fokus auf die Sanierung des Bettenhauses gelegt, ergänzt durch Informationen zu weiteren relevanten Baumaßnahmen wie der Erweiterung der Zentralküche. Zudem wird auf die Kostenentwicklung und mögliche Schwierigkeiten eingegangen, die bei solch einem umfangreichen Projekt auftreten können.
Der Bettenhausumbau: Ausgangslage und Projektziele
Das Bettenhaus des Klinikums Herford wurde in den 1970er Jahren errichtet und ist ein neungeschossiges Gebäude, das als zentraler Bestandteil des Krankenhauskomplexes fungiert. Mit Beginn der Sanierung im Jahr 2011 war das Ziel, das Gebäude in mehreren Bauabschnitten saniert und erweitert zu werden, wobei die baulichen Defizite beseitigt und die Arbeits- und Patientenabläufe an moderne Standards angepasst werden sollten.
Der Architekturbüro Homann war an der Planung beteiligt und hat die Erweiterung des Bettenhauses als dreibündige Anlage geplant. Diese Erweiterung ermöglichte es, die Patientenunterbringung zu verbessern, die Logistik im Krankenhaus zu optimieren und gleichzeitig Brandschutz, Hygiene und Technik modern zu gestalten. Die Sanierung war also nicht nur ein baulicher Vorgang, sondern auch ein Prozess der funktionellen Anpassung an neue medizinische und bauliche Vorgaben.
Bauabschnitte und Ergebnisse
Die Sanierung des Bettenhauses erfolgte in insgesamt vier Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt, die Erweiterung der Notaufnahme, wurde bereits 2008 fertiggestellt. In diesem Zuge wurde auch die Liegendkrankenvorfahrt neu gestaltet und an Behandlungsräume angeschlossen. Zudem wurde das Eingangsplateau saniert und durch eine neue Brüstung, die gleichzeitig als Werbeträger für das Klinikum Herford dient, aufgewertet.
Der zweite Bauabschnitt konzentrierte sich auf die Erstellung von neuen Patientenzimmern mit integrierten Bädern. Nach Angaben des Vorstands Martin Eversmeyer entstanden damit 45 neue Zimmer, wodurch fast 300 zusätzliche Betten zur Verfügung standen. Diese Verbesserung führte nicht nur zu einer besseren Patientenversorgung, sondern auch zu einem angenehmeren Arbeitsklima für das medizinische und Pflegepersonal. Eversmeyer betont, dass die Aufenthaltsräume für das Personal einen entscheidenden Beitrag zur Zufriedenheit sowohl der Mitarbeiter als auch der Patienten leisten.
Der dritte Bauabschnitt, der im Mai 2023 begonnen hat, ist darauf ausgerichtet, die alten Patientenzimmer aus den 1970er Jahren vollständig zu sanieren und durch komfortablere Räume zu ersetzen. Dabei werden die baulichen Defizite behoben und die Zimmer an moderne Standards angepasst. Der Vorstand Rudolf Küster bestätigt, dass trotz der Herausforderungen des Teilneubaus die Arbeitsabläufe deutlich verbessert wurden und das Projekt auf einem guten Weg ist.
Der vierte und letzte Bauabschnitt wird voraussichtlich die finalen Arbeiten am Bettenhaus umfassen, einschließlich der Integration neuer Technologien und baulicher Anpassungen. Alle Bauabschnitte erfolgen so, dass das Klinikum während der Sanierung weiterhin voll funktionsfähig bleibt und keine gravierenden Einschränkungen für die Patientenversorgung entstehen.
Projektmanagement und Kostenentwicklung
Die Sanierung des Bettenhauses ist mit einem Budget von insgesamt 43,85 Millionen Euro veranschlagt. Dieser Betrag umfasst alle Kosten für die Erweiterung, Sanierung und Modernisierung. Die Baumaßnahmen wurden über einen Zeitraum von 2011 bis 2016 ausgeführt und umfassen eine Baugrundfläche von 35.000 Quadratmetern. Insgesamt sind 550 Betten im Bettenhaus untergebracht.
Trotz des geplanten Budgets ist es in der Praxis nicht unüblich, dass Kosten bei Großprojekten wie diesem über den ursprünglichen Rahmen hinausgehen. Ein Bericht des Westfalen-Blatts vom Jahr 2024 legt nahe, dass die Sanierungskosten des Klinikums Herford um mehrere Millionen Euro über dem Budget lagen. Laut Bericht soll das Minus für 2018 bei etwa sechs bis acht Millionen Euro gelegen haben, was eine Verdopplung des Verlustes im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Obwohl solche Kostenüberschreitungen bei Großbauprojekten nicht unüblich sind, wurden sie in diesem Fall besonders kritisch beäugt. Landrat Jürgen Müller soll überrascht gewesen sein, als er die endgültigen Rechnungen erhielt. Die genauen Ursachen der Kostensteigerungen sind nicht eindeutig bekannt, weshalb Wirtschaftsprüfer beauftragt wurden, die finanziellen Hintergründe zu klären und herauszufinden, wer für die Mehrkosten verantwortlich ist.
Ergänzende Baumaßnahmen: Zentralküche und Schwesternwohnheim
Neben der Sanierung des Bettenhauses sind auch andere Gebäude des Klinikums Gegenstand von Sanierungs- und Umbaumaßnahmen. Ein Beispiel hierfür ist die Zentralküche, die ebenfalls in mehreren Bauabschnitten umgebaut wird. Im Jahr 2019 wurde bereits ein Anbau für die Spülküche errichtet. Nun werden die angrenzenden Bereiche der Zentralküche saniert. Die Baumaßnahme erfolgt in drei Bauabschnitten, wobei immer ein Bereich nach dem anderen saniert wird, um die Funktionstüchtigkeit der Küche zu gewährleisten.
Zu den Umbaumaßnahmen gehören unter anderem der Rückbau von nicht tragenden Wänden, Böden, Decken, Türen und sanitären Anlagen sowie die Entfernung der gesamten Haustechnik und Einbauten. Nach dem Rückbau folgen der Umbau des Wagenbahnhofs und des Spülküchenbereichs, gefolgt vom Tiefkühlzellenbereich und der kalten Küche. Schließlich werden auch die Personalumkleiden für Damen und Herren saniert.
Obwohl die Sanierung des Schwesternwohnheimes nicht explizit in den bereitgestellten Quellen genannt wird, ist davon auszugehen, dass auch dieses Gebäude Gegenstand von Sanierungsmaßnahmen sein könnte. Häufig sind in Krankenhäusern solche Gebäude Teil umfassender Sanierungspläne, insbesondere wenn sie als Teil der baulichen Infrastruktur zur Unterstützung des medizinischen Betriebs dienen.
Technische und funktionale Anpassungen
Die Sanierungsarbeiten am Klinikum Herford haben auch einen starken Fokus auf die technischen und funktionellen Anpassungen. Brandschutz, Hygiene und Technik wurden nach den geltenden Vorschriften modernisiert. Brandschutzmaßnahmen umfassen unter anderem die Installation neuer Brandschutztüren, Rauchschutzabzüge und Brandschutzvorhänge. Zudem wurden neue Brandschutz- und Notausgangsbeleuchtungssysteme installiert.
Hygienische Anpassungen umfassen die Installation neuer sanitärer Einrichtungen, die Einhaltung der aktuellen Hygienestandards und die Verbesserung der Belüftungssysteme. In den Patientenzimmern wurden integrierte Bäder installiert, die einen höheren Komfort bieten und die Hygienestandards erhöhen. Zudem wurden die Zimmer so gestaltet, dass sie flexibel genutzt werden können und sowohl für die Pflege als auch für den Komfort der Patienten optimiert sind.
Technische Anpassungen umfassen die Modernisierung der elektrischen Installationen, die Anpassung der IT-Infrastruktur und die Installation neuer medizinischer Geräte. Zudem wurden die Aufzüge und die Beleuchtungssysteme erneuert, um die Energieeffizienz zu verbessern und gleichzeitig die Sicherheit zu erhöhen.
Erfolge und Herausforderungen
Die Sanierung des Bettenhauses war bislang ein Erfolg. Die Erweiterung der Notaufnahme, die Erstellung neuer Patientenzimmer und die Modernisierung der Arbeitssituation für das medizinische Personal haben dazu beigetragen, dass die Patientenzufriedenheit gestiegen ist. Zudem ist es gelungen, trotz der umfangreichen Umbaumaßnahmen die Patientenzahlen weiterhin zu steigern, was auf die Qualität der medizinischen und baulichen Maßnahmen hinweist.
Allerdings standen die Projektverantwortlichen auch vor Herausforderungen. Die Kostenentwicklung war problematisch, weshalb Wirtschaftsprüfer beauftragt wurden, die finanziellen Hintergründe zu klären. Zudem war es schwierig, die Bauarbeiten so zu planen, dass das Klinikum während der Sanierung weiterhin voll funktionsfähig blieb. Dies erforderte eine sorgfältige Planung und Koordination, insbesondere bei den Bauabschnitten.
Trotz dieser Herausforderungen ist das Projekt insgesamt positiv zu bewerten. Die Sanierung hat dazu beigetragen, die Patientenversorgung zu verbessern und die baulichen Gegebenheiten an moderne Standards anzupassen. Zudem hat das Projekt gezeigt, wie umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in bestehenden Krankenhäusern geplant und durchgeführt werden können.
Fazit
Die Sanierung des Bettenhauses am Klinikum Herford ist ein Beispiel für die Anpassung bestehender Gebäude an moderne Anforderungen in der Medizin, bei Brandschutz, Hygiene und Technik. In mehreren Bauabschnitten wurde das Gebäude saniert und erweitert, wodurch die Patientenversorgung verbessert und die Arbeitsbedingungen für das medizinische Personal optimiert wurden.
Neben dem Bettenhaus fanden auch Sanierungsarbeiten an anderen Gebäuden statt, wie z. B. an der Zentralküche. Diese Maßnahmen zeigen, wie umfassend die baulichen Veränderungen im Klinikum Herford sind und wie wichtig es ist, bestehende Gebäude kontinuierlich zu modernisieren, um sie für die Zukunft fit zu machen.
Trotz der Herausforderungen, wie Kostensteigerungen und die Planung der Bauabschnitte, ist das Projekt auf einem guten Weg. Es zeigt, dass es möglich ist, auch bei Großprojekten eine hohe Qualität zu erreichen und gleichzeitig die Funktionstüchtigkeit des Klinikums zu gewährleisten.