Die Sanierung eines Schornsteins ist eine komplexe Aufgabe, die technisches Verständnis, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und oft die Zusammenarbeit mit Fachbetrieben erfordert. Obwohl der lokale Bezug im Suchauftrag auf den 6. Bezirk lag, konzentrieren sich die vorliegenden Informationen auf allgemeingültige technische Anleitungen, Kostenfaktoren und rechtliche Grundlagen, die für Schornsteinsanierungen in Deutschland relevant sind. Diese umfassen die Entscheidung zwischen einer Verrohrung und einer Neukonstruktion, die Anforderungen an die Abdichtung sowie die notwendige Abstimmung mit dem Bezirksschornsteinfeger. Der folgende Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte einer Schornsteinsanierung basierend auf den zur Verfügung gestellten Fachdaten.
Gründe und Notwendigkeit einer Schornsteinsanierung
Eine Schornsteinsanierung ist häufig unumgänglich, wenn der bestehende, oft gemauerte Schornstein technisch nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspricht oder Schäden aufweist.
Technische Defizite und Schadensbilder
Alte, gemauerte Schornsteine passen oft nicht zu moderner Brennwerttechnologie. Spätestens beim Einbau einer neuen Heizungsanlage muss die Tauglichkeit des Schornsteins überprüft werden. Der zuständige Bezirksschornsteinfeger ist hier der primäre Ansprechpartner. Offensichtliche Schäden, die eine Sanierung erfordern, entstehen durch sichtbare Versottung oder starke Russablagerung. Versottung zeigt sich oft durch braune Flecken am Kamin oder Abplatzungen des Verputzes. Dies ist kein rein kosmetisches Problem, sondern birgt Risiken wie Verfall des Schornsteins, Geruchsbelästigung und Brandgefahr.
Ursache für Versottung ist in erster Linie Kondensation an den Schornsteinwänden. Wenn Feuchtigkeit in das Mauerwerk eindringt und gefriert oder sich ablagert, entstehen Schäden. Auch Glanzruß, eine harte, glänzende Ablagerung, kann auftreten und muss adressiert werden. Eine gründliche Reinigung des alten Schornsteins ist daher immer der erste Schritt vor einer Sanierung.
Wechsel der Heizungsanlage
Ein häufiger Auslöser für eine Sanierung ist der Austausch der Heizanlage oder des Heizkessels. Auch die Anschaffung eines Kaminofens erfordert eine Überprüfung des Schornsteins. In diesem Zusammenhang muss geklärt werden, ob der Schornstein durch eine Verrohrung saniert werden kann oder ob eine Neukonstruktion (Neuaufmauerung) notwendig ist.
Rechtliche Rahmenbedingungen und Planung
Vor Beginn jeder Sanierungsmaßnahme müssen rechtliche Vorgaben beachtet werden, um die Genehmigungsfähigkeit der Feuerstätte sicherzustellen.
Genehmigungen und Normen
Landesbauverordnungen, DIN-Normen und die Feuerungsverordnung regeln die Voraussetzungen für eine genehmigungsfähige Feuerstätte inklusive Schornstein. Die individuellen Anforderungen an die neue Anlage sollten daher bereits vor der Sanierung genau mit dem Schornsteinfeger besprochen werden. Der sanierte Schornstein muss am Ende vom Bezirksschornsteinfeger abgenommen werden. Die Abnahmebescheinigung sollte gut aufbewahrt werden.
Anmeldung der Sanierung
Jede Sanierungsmaßnahme muss vorher beim Bezirksschornsteinfeger gemeldet werden. Hierfür wird das Formblatt für „Technische Angaben über Feuerungsanlagen“ (TAF) verwendet. Dieses muss mindestens 10 Tage vor Beginn der Ausführungen eingereicht werden. Bei Fragen zum Ausfüllen und Vervollständigen technischer Daten bieten Fachhändler Unterstützung an.
Planung und Berechnung
Eine exakte Planung ist essenziell. Die korrekte Länge, der Querschnitt und die Größe des Edelstahlschornsteins müssen mit einem amtlich zugelassenen Berechnungsprogramm bestimmt werden. Hierbei ist es ratsam, das Team eines Schornstein-Fachhandels zu konsultieren. Eventuelle Schrägführungen und ein Schlotversatz müssen bei der Planung einkalkuliert werden. Bei einer Neigung von über 30 Grad sollte unbedingt der Schornsteinfeger konsultiert werden.
Technische Verfahren zur Schornsteinsanierung
Es gibt verschiedene Methoden, einen Schornstein zu sanieren. Die gängigste Methode für private Haushalte ist die Verrohrung mit einem Edelstahlsystem.
Sanierung durch Verrohrung (Einbau eines Innenrohrs)
Dieses Verfahren wird einfacher Weise in den vorhandenen Schornstein eingesetzt. Durch den Einbau eines Edelstahlrohres wird der Querschnitt verringert und der Schornstein vor weiteren Schäden geschützt. Diese Sanierung lässt sich oft problemlos durchführen und ist im Vergleich zur Neukonstruktion deutlich günstiger.
Vorbereitung und Montage
- Reinigung und Öffnung: Zunächst muss der alte Schornstein gründlich gereinigt werden. Anschließend wird der Schacht des gemauerten Schornsteins geöffnet.
- Einbau der Sohle: Es werden Schornsteinsohle (Kondensatschale), Reinigung und T-Stück durch das aufgebrochene Mauerwerk in den Schacht montiert. Sinnvoll ist es, eine Montageschelle am T-Stück zu befestigen, damit die Schornsteinsohle mittig sitzt.
- Ablassen der Längenelemente: Ein Ablassseil wird mittels Ablassschlaufe am Längenelement befestigt. Das Längenelement wird vom Dach aus in den Schacht herabgelassen, jedoch nur soweit, dass das nächste Längenelement von oben aufgesteckt und nach Systemanleitung gesichert werden kann. Jeremias und Schiedel bieten Längenelemente mit vormontierten Ablassschlaufen an.
- Aufstecken der weiteren Elemente: Nach und nach werden die weiteren Längenelemente aufgesteckt. Dabei muss darauf geachtet werden, alle 3 m einen Abstandshalter einzusetzen, dessen Laschen auf den Innendurchmesser des Schachts nach oben gebogen werden.
- Verschluss des Schachts: Der Schacht wird um die Reinigungsöffnung, den Anschluss und den evtl. Kondensatablauf wieder zugemauert. Die Putztür, die an das Reinigungselement gesetzt wird, muss die richtige Tiefe haben und nicht aus dem Mauerwerk herausragen.
Abschlussarbeiten
Nachdem sich alle Längenelemente im alten Schornstein befinden, wird die Schornsteinabdeckung (Kaminhaube) aufgesetzt. Eine Kaminhaube verhindert Wassereintritt und schützt vor Niederschlag. Zudem muss sichergestellt sein, dass die Befestigung sturmsicher ist, um Sturmschäden vorzubeugen.
Komplette Neukonstruktion oder Verblechung
In manchen Fällen, insbesondere wenn der alte Schornstein zu stark geschädigt ist, kann eine komplette Neukonstruktion oder eine Verblechung notwendig sein. Eine Komplette Schornsteinverblechung umfasst die metallische Kamineinfassung am Dach. Hierbei ist ein dichter Anschluss, perfekte Verarbeitung und Wasserdichtigkeit entscheidend. Der fachgerechte Dachanschluss am Kamin muss wasserdicht versiegelt und professionell abgedichtet werden, um dauerhafte Dichtigkeit zu gewährleisten. Auch der Einbau einer Blitzschutzanlage am Kamin mit sicherer Erdung ist eine mögliche Maßnahme, um vor Blitzschlag zu schützen.
Kostenfaktoren und Materialauswahl
Die Kosten einer Schornsteinsanierung variieren stark und hängen von der gewählten Methode, dem Material und der Komplexität der Arbeit ab.
Kosten für die Verrohrung
Für den Einbau eines 10 m langen Edelstahlrohres (einwandig) durch einen Fachmann können Kosten zwischen ca. 900 und 1.500 Euro entstehen. Eine Eigenmontage ist meist problemlos durchführbar und deutlich günstiger. Bei einer einfachen Kaminverblechung dauern die Arbeiten in der Regel 4-6 Stunden.
Materialkosten
Die Kosten variieren je nach Material, falls Teile der Verblechung oder Abdeckung erneuert werden: * Kupfer: ca. 500 € pro Stück * Zink: ca. 400 € pro Stück * Edelstahl: ca. 450 € pro Stück Die genauen Kosten hängen von der Kamingröße, Höhe und Zugänglichkeit ab. Viele Betriebe bieten eine kostenlose Besichtigung an, um ein genaues Angebot zu erstellen.
Bauphasen und Bausätze
Es ist am einfachsten, die für die Sanierung notwendigen Bauteile nicht einzeln und von mehreren Herstellern zu beziehen, sondern gleich einen kompletten Bausatz im Fachhandel zu kaufen. Mit dieser Lösung ist die Wahrscheinlichkeit von Konfigurationsfehlern am geringsten.
Wartung und Notdienst
Nach der Sanierung ist die regelmäßige Wartung entscheidend, um die Funktionalität und Sicherheit zu gewährleisten.
Regelmäßige Inspektion
Regelmäßige Inspektionen sind notwendig, um die Verblechung zu prüfen, die Abdichtung zu checken und Schäden früh zu erkennen. Auch die Schornsteinreinigung ist ein wichtiger Bestandteil der Wartung. Es gibt Techniken zur Reinigung von unten, wobei spezielle Werkzeuge und Sicherheitsmaßnahmen zu beachten sind.
Notdienstleistungen
Im Falle von akuten Schäden, beispielsweise nach Stürmen, bieten einige Betriebe einen 24/7 Notdienst an. Dieser umfasst die Beseitigung von Sturmschäden, defekter Verblechung und undichten Kaminen. Ein schneller Service („Nachts Sturm - Morgens schon da!“) kann weitere Schäden verhindern. Bei akuten Dachschäden ist es wichtig, schnell zu reagieren und Schadensbegrenzung zu betreiben, bis ein Fachbetrieb die Reparatur durchführen kann.
Fazit
Die Sanierung eines Schornsteins ist eine Investition in die Sicherheit und Energieeffizienz eines Gebäudes. Obwohl die Durchführung einer Verrohrung als Eigenmontage prinzipiell möglich ist, erfordert sie handwerkliches Geschick und den Einsatz von Spezialwerkzeug. Die enge Abstimmung mit dem Bezirksschornsteinfeger ist zwingend erforderlich, um die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben (TAF-Meldung, Abnahme) sicherzustellen. Für komplexe Arbeiten wie die komplette Verblechung, Blitzschutzanlagen oder die Beseitigung von Sturmschäden empfiehlt sich die Beauftragung eines Meisterbetriebs, um eine dauerhafte und fachgerechte Lösung zu gewährleisten.