Modernisierung von Sportstätten in Schleswig-Holstein: Förderprogramme und Sanierungsmaßnahmen im Überblick

Die Modernisierung und der Bau von Sportstätten stellen eine wesentliche Herausforderung für Kommunen und Vereine dar, insbesondere angesichts knapper Haushalte und alternder Infrastrukturen. In Schleswig-Holstein spielt daher die staatliche Förderung eine zentrale Rolle, um notwendige Sanierungen, Erneuerungen und Neubauten zu ermöglichen. Aktuelle Entwicklungen zeigen, wie gezielte Finanzhilfen auf Landes- und Bundesebene dazu beitragen, moderne und sichere Anlagen für den Breiten- und Leistungssport bereitzustellen. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Förderprogramme, typische Sanierungsprojekte und die technischen Aspekte, die bei der Erneuerung von Sportinfrastruktur eine Rolle spielen.

Die Bedeutung der Sportstättenförderung

Die Substanz vieler kommunaler Sportanlagen in Deutschland ist in die Jahre gekommen. Dies betrifft nicht nur die Spielbeläge, sondern auch die technische Ausstattung, den Brandschutz und die Barrierefreiheit. Ohne externe Finanzierung sind Sanierungen für viele Kommunen kaum zu stemmen. Wie in den zur Verfügung gestellten Informationen dargelegt, hat die Landesregierung von Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren mehr als 50 Millionen Euro bereitgestellt, um den Kommunen bei der Sanierung und Modernisierung ihrer Sportstätten zu helfen (Quelle 3). Diese Mittel werden über die sogenannte Sportstättenförderrichtlinie bereitgestellt, deren aktueller Topf vier Millionen Euro umfasst (Quelle 3).

Das Ziel dieser Programme ist es, einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Bürgerinnen und Bürger in und auf modernen Anlagen Sport treiben können. Die Innenministerin von Schleswig-Holstein, Sabine Sütterlin-Waack, betont die Wichtigkeit dieser Unterstützung für den Erhalt des Breitensports (Quelle 1, 3).

Aktuelle Förderrichtlinien und Finanzierungsquellen

Landesmittel (IMPULS-Mittel)

Die aktuelle Förderrunde im Jahr 2024 nutzt die sogenannten IMPULS-Mittel. Insgesamt 21 konkrete Vorhaben werden gefördert, wobei die maximale Fördersumme pro Projekt bei 500.000 Euro liegt (Quelle 3). Diese Mittel decken einen breiten Bereich von Maßnahmen ab, von der Erneuerung von Duschräumen über Brandschutzsanierungen bis hin zum Einbau von Kunstrasenbelägen.

Zu den Projekten, die die maximale Fördersumme von 500.000 Euro erhalten, gehören: * Gemeinde Horst (Kreis Steinburg): Für die Brandschutzsanierung der Turnhalle. * Stadt Preetz (Kreis Plön): Für die Modernisierung der technischen Anlagen des Schwimmbades.

Weitere geförderte Projekte mit unterschiedlichen Summen umfassen: * Neumünster: Umrüstung der Beleuchtungsanlage am Spielfeld Süderdorfkamp (33.470 Euro). * Pinneberg: Verlegung von Kunstrasen am Sportplatz An der Raa (250.000 Euro). * Ratzeburg: Sanierung der Laufbahn an der Sportanlage Fuchswald (250.000 Euro). * Schönwalde: Umwandlung in einen Naturrasenplatz des TSV Schönwalde (250.000 Euro). * Tangstedt (Kreis OD): Verlegung von Kunstrasen des WSV Tangstedt (250.000 Euro). * Timmaspe (Kreis Rendsburg-Eckernförde): Sanierung des Sporthallendaches (rund 373.079 Euro). (Quelle 1, 3)

Bundesmittel

Neben der Landesförderung sind oft auch Bundesmittel involviert, die es ermöglichen, noch größere Projekte anzugehen. Im vorliegenden Material werden drei solcher Projekte genannt: * Elmshorn (EMTV): Erhalt von 1,51 Millionen Euro für den Ersatzneubau eines Kursraums. * Flensburg: Unterstützung von 3,438 Millionen Euro für den Ersatzneubau des Freibads Weiche. * Hohenwestedt: Erhalt von 3,678 Millionen Euro für die Sanierung und Erweiterung der Sporthalle. (Quelle 1, 3)

Diese Kombination aus Landes- und Bundesmitteln ist oft entscheidend, um Großprojekte wie den Neubau von Freibädern oder die Erweiterung von Sporthallen realisieren zu können.

Typische Sanierungsmaßnahmen und technische Aspekte

Die Sanierung von Sportstätten umfasst verschiedene technische Disziplinen. Die bereitgestellten Daten geben Aufschluss über die Schwerpunkte der aktuellen Modernisierungswellen.

Brandschutzsanierung in Turnhallen

Ein häufiges Problem älterer Hallen ist der unzureichende Brandschutz. Die Gemeinde Horst nutzte die maximale Förderung von 500.000 Euro speziell für die "Brandschutzsanierung der Turnhalle" (Quelle 1). Sanierungen in diesem Bereich können die Installation neuer Brandschutztüren, die Anpassung von Fluchtwegen, die Installation von Brandmeldeanlagen oder die Verbesserung der Brandschutzverkleidungen an Tragwerken umfassen. Solche Maßnahmen sind oft zwingend erforderlich, um den Betrieb der Halle sicher und rechtlich zulässig zu halten.

Modernisierung technischer Anlagen in Schwimmbädern

Schwimmbäder sind komplexe technische Anlagen, deren Wartung und Erneuerung kostspielig ist. Die Stadt Preetz investiert die maximalen 500.000 Euro in die "Modernisierung der technischen Anlagen des Schwimmbades" (Quelle 1). Hierzu gehören in der Regel: * Wasseraufbereitung: Erneuerung von Filteranlagen, Desinfektionsanlagen (Chlor oder Ozon) und Pumpen. * Beheizung: Optimierung der Heizsysteme zur Energieeinsparung. * Lüftung: Anpassung der Lüftungstechnik zur Reduzierung der Luftfeuchtigkeit und Vermeidung von Bauschäden.

Belagserneuerung: Kunstrasen vs. Naturrasen

Der Zustand der Spielflächen ist für den Spielbetrieb entscheidend. Die Förderungen zeigen eine gemischte Strategie: * Kunstrasen: Wird oft gewählt, um die Nutzungsdauer zu erhöhen und den Wartungsaufwand (Mähen, Düngen, Säen) zu senken. Projekte in Pinneberg und Tangstedt setzen auf Kunstrasen (Quelle 1). Ein Vorteil ist die ganzjährige Nutzbarkeit, wie auch im Fall des TUS Krempe erwähnt wird, wo der neue Kunstrasenplatz das Training bei Regen ermöglichen soll (Quelle 4). * Naturrasen: Einige Vereine bevorzugen den klassischen Naturrasen aus sportlichen oder ästhetischen Gründen. Das Projekt in Schönwalde zeigt, dass auch die Umwandlung eines Kunstrasenplatzes zurück in einen Naturrasenplatz gefördert wird (Quelle 1).

Dachsanierungen und Hallenstruktur

Die Sanierung des Sporthallendaches in Timmaspe (Quelle 3) ist ein Beispiel für notwendige strukturelle Instandhaltungen. Undichte oder thermisch ineffiziente Dächer führen zu hohen Energieverlusten und Bauschäden durch eindringendes Wasser. Moderne Dachsanierungen beinhalten oft auch eine Verbesserung der Dämmung, was den Energiebedarf der Halle senkt.

Fallbeispiel: TUS Krempe – Ein umfassendes Sanierungsprojekt

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für eine umfassende Sanierung ist der Turn- und Sportverein (TUS) in Krempe (Kreis Steinburg). Hier laufen derzeit zwei große Projekte parallel, deren Gesamtkosten sich auf mehr als fünf Millionen Euro belaufen (Quelle 4).

  1. Neubau des Kunstrasenplatzes: Der bisherige Platz wies gravierende Entwässerungsprobleme auf. Training bei Regen war laut der 2. Vorsitzenden Orgam Gounden-Friedrichs nicht möglich, da das Wasser nicht abgelaufen ist. Der neue Kunstrasenplatz soll diese Probleme lösen und eine ganzjährige Nutzung ermöglichen. Die Fertigstellung ist für Anfang 2026 geplant (Quelle 4).
  2. Sanierung der großen Sporthalle: Parallel dazu wird die große Sporthalle saniert, was eine Dauer von anderthalb Jahren in Anspruch nehmen wird (Quelle 4).

Finanziert werden diese Maßnahmen durch die Stadt und den Schulverband, unter anderem mit Mitteln aus der Städtebauförderung (Quelle 4). Dies zeigt, dass oft eine Mischung aus verschiedenen Förderprogrammen notwendig ist, um solche Großvorhaben zu realisieren. Ähnlich verhält es sich bei der Sanierung der "Willi-Steinmann-Halle" (Quelle 6), wo die Vorbereitungen im Mai 2025 begannen und eine vollständige Nutzungsdauer der Ersatzanlage während der Sanierungszeit organisiert werden musste.

Herausforderungen bei der Projektdurchführung

Finanzielle Engpässe der Kommunen

Ein wiederkehrendes Thema ist die finanzielle Situation der Kommunen. Der Bürgermeister von Wahlstedt, Matthias-Christian Bonse, wies darauf hin, dass die Sanierung des Freibades ohne die Förderung von 317.500 Euro nicht möglich gewesen wäre, da die Kassen der Kommune leer sind ("klammer Kassen") (Quelle 3). Das Freibad in Wahlstedt ist ein Beispiel für marode Infrastruktur: Die 50-Meter-Bahn musste bereits 2008 stillgelegt werden, sodass nur noch ein "Planschbecken" verblieb. Mit den Fördermitteln soll die Bahn auf 25 Meter verkürzt und modernisiert werden (Quelle 3).

Organisatorische Hürden: Die Projektauswahl

Nicht immer ist die Auswahl der zu fördernden Projekte unumstritten. In Neumünster fand eine Diskussion im Sportausschuss statt, bei der die großen Fraktionen SPD und CDU eine Liste von neun diskutierten Projekten auf drei Prioritäten reduzierten (Quelle 5). Die Top-Prioritäten waren: 1. Sanierung der Sporthallen der Gemeinschaftsschule Brachenfeld (inklusive Drei-Feld-Halle, kleiner Hallen, Tribüne und Sanitärbereichen). 2. Neubau eines Kunstrasenplatzes bei Blau-Weiß Wittorf (mit der Auflage, dass der Platz auch von anderen Vereinen genutzt werden darf). 3. Neubau einer Sporthalle an der Hans-Böckler-Schule (Ersatz für die KSV-Halle) sowie Sanierung der Außensportanlagen beim SC Gut Heil (Quelle 5).

Diese Priorisierung zeigt, dass die Mittel oft nicht für alle Wünsche ausreichen und politische Entscheidungen über den Fortgang von Sanierungen entscheiden.

Aspekte der Projektdurchführung und Übergangsmanagement

Die Sanierung einer großen Sporthalle stellt Vereine vor logistische Herausforderungen. Wie im Fall der "Willi-Steinmann-Halle" (Quelle 6) beschrieben, begannen die Sanierungsarbeiten am 1. Mai 2025. Um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, musste eine Ersatznutzung (die "Willi-Steinmann-Halle") vollständig gesichert werden. Dies erfordert Flexibilität von allen Abteilungen (Volleyball, Badminton etc.) und eine sorgfältige Planung von Übergangslösungen.

Ein wichtiger Aspekt ist hierbei die Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer. Im Vorfeld der Sanierungsarbeiten in Krempe und bei anderen Vereinen wird das "Ausräumen, Aussortieren, Schleppen und Entsorgen" durch ehrenamtliche Kräfte organisiert (Quelle 6). Ohne dieses Engagement wären die Kosten und der organisatorische Aufwand noch höher.

Fazit

Die Sanierung und Modernisierung von Sportstätten in Schleswig-Holstein ist in vollem Gange, getrieben durch die Notwendigkeit, alternde Infrastruktur zu ersetzen und die Sicherheit zu gewährleisten. Die staatlichen Förderprogramme auf Landes- und Bundesebene sind dabei unverzichtbare Instrumente.

Zentraler Kern der aktuellen Entwicklungen ist die Unterstützung von Kommunen bei: * Brandschutz: Sicherstellung der Sicherheit in Turnhallen (Horst). * Technischer Modernisierung: Erneuerung von Schwimmbadtechnik (Preetz) und Beleuchtungsanlagen (Neumünster). * Spielflächen: Verlegung von Kunstrasen für ganzjährige Nutzung oder Renaturierung von Rasenflächen. * Strukturen: Sanierung von Dächern und Hallenvolumen.

Wie das Beispiel Krempe zeigt, sind solche Projekte oft millionenschwer und erfordern eine langfristige Planung über Jahre hinweg. Die aktuelle Förderung von vier Millionen Euro für 21 Projekte ist ein Zeichen des Engagements, doch die Beispiele aus der Praxis belegen, dass der Bedarf weitaus höher ist. Für Vereine und Kommunen bleibt es eine zentrale Aufgabe, Anträge rechtzeitig zu stellen und die notwendigen Eigenmittel bereitzustellen, um die Lücke zwischen alten Zuständen und modernen Anlagen zu schließen. Nur durch solche Investitionen kann gewährleistet werden, dass der Sport in Schleswig-Holstein auch in Zukunft auf zeitgemäßen und sicheren Anlagen ausgeübt werden kann.

Quellen

  1. Schleswig-Holstein Landesregierung
  2. Schleswig-Holstein Landesregierung
  3. NDR
  4. NDR
  5. SHZ
  6. Stadt Krempe

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