Sanierung in Heimbach-Weis: Infrastruktur, Kirchensanierung und energetische Modernisierung im Wandel

Die rheinland-pfälzische Stadt Heimbach-Weis befindet sich derzeit in einer Phase umfangreicher Modernisierungs- und Baumaßnahmen. Diese betreffen nicht nur die kommunale Infrastruktur und die öffentliche Sicherheit, sondern auch das kulturelle Erbe und den privaten Wohnungsbestand. Für Bauherren, Immobilienbesitzer und Interessenten in der Region Neuwied bietet sich ein vielschichtiges Bild: Während die Stadtwerke die Kanalisation sanieren und die Feuerwehr neue Räumlichkeiten erhält, stehen die historischen Kirchtürme unter Denkmalschutz vor großen Herausforderungen. Parallel dazu gewinnt die energetische Kernsanierung von Wohngebäuden an Bedeutung, um den heutigen Standards zu entsprechen.

Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Bauvorhaben in Heimbach-Weis auf Basis der vorliegenden Informationen und gibt einen Überblick über die Maßnahmen, die die Lebensqualität und die Bausubstanz der Stadt nachhaltig prägen.

Infrastrukturmaßnahmen: Entwässerung und Verkehrssicherheit

Die Servicebetriebe Neuwied (SBN) sind in Heimbach-Weis mit zwei wesentlichen Infrastrukturprojekten befasst, die direkten Einfluss auf die städtische Wasserwirtschaft und die Verkehrssicherheit haben.

Neubau eines Rückhaltebeckens an der Margaretenschule

Ein zentraler Baustein der Kanalisationssanierung ist der Neubau eines großvolumigen Rückhaltebeckens auf dem Gelände der Margaretenschule. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Ziel der Maßnahme ist es, die Entwässerung gezielt aus der Wohnbebauung umzulenken. Das bestehende Rückhaltebecken „Im Bitzen“, das Wasser aus dem Gebiet „Kieselborner Weg“ aufnimmt, soll durch dieses neue Bauwerk entlastet werden.

Die technische Umsetzung ist beeindruckend: Auf einer Fläche von 24 mal 19 Metern wird unter dem Parkplatz bis in den Herbst hinein eine Grube ausgeschachtet, die eine Tiefe von fünf Metern erreicht. Hier kommen sechs gewaltige Röhren zum Einsatz, die als Wasserspeicher dienen. Rückhaltebecken dieser Art sind essenziell für die Siedlungsentwässerung, da sie große Wassermengen aufnehmen und zeitversetzt kontrolliert in die nachgelagerten Entwässerungsanlagen ablassen. Dies beugt Überflutungen bei Starkregenereignissen vor und erhöht die Sicherheit der angrenzenden Wohnbebauung.

Sanierung von Bordsteinen

Ebenfalls unter der Regie der Servicebetriebe Neuwied stehen umfangreiche Unterhaltungsarbeiten an den Bordsteinen. Ab dem 22. September werden 770 Bordsteine in den Neuwieder Stadtteilen, darunter Heimbach-Weis, saniert. Es handelt sich hierbei um reine Instandhaltungsmaßnahmen, die für Anlieger kostenfrei sind. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende Oktober andauern und erfordern gute Wetterbedingungen. Pro Straßenzug ist mit einer Bauzeit von ein bis zwei Tagen zu rechnen.

Brandschutz und Sicherheit: Neubau der Feuerwehr

Ein weiteres großes Bauvorhaben betrifft die öffentliche Sicherheit. Der Stadtrat von Heimbach-Weis hat einstimmig den Abriss und Neubau des Feuerwehrhauses beschlossen. Dieser Beschluss fiel auf Basis einer Machbarkeitsstudie des Architekturbüros Keul & Koch, die ergab, dass eine Sanierung oder ein Teilneubau weder wirtschaftlich noch technisch sinnvoll sind.

Das bestehende Gebäude genügt den aktuellen Anforderungen an eine moderne Feuerwehrinfrastruktur nicht mehr – sowohl in baulicher als auch in einsatztaktischer Hinsicht. Der Neubau soll am aktuellen Standort entstehen und wird eine eingeschossige Fahrzeughalle mit sechs Stellplätzen sowie zweigeschossige Nebenräume umfassen. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 8,15 Millionen Euro. Ziel ist es, den ehrenamtlichen Kräften ein zukunftsfähiges Arbeitsumfeld zu bieten.

Denkmalschutz und Instandsetzung: Die Kirchtürme von Heimbach-Weis

Die Sanierung von denkmalgeschützten Kirchengebäuden stellt Bauherren und Handwerker vor besondere Herausforderungen. In Heimbach-Weis sind zwei Projekte zu unterscheiden: Die Sanierung der Kirche St. Margaretha und die statische Sicherung des Turms.

Statische Ertüchtigung und Dachsanierung St. Margaretha

Die Sanierung der Pfarrkirche St. Margaretha erfolgt in mehreren Abschnitten. Zunächst war nur eine Dachsanierung geplant, doch bei einer Begutachtung wurden massive statische Probleme am Turm festgestellt. Dies erforderte eine aufwendige statische Ertüchtigung, die von einer spezialisierten Zimmerei aus Mayen durchgeführt wurde.

Die Maßnahmen erstreckten sich über zwei Bauabschnitte: * 2022: Aussteifen des gesamten Turmhelms und Einbau diverser Ebenen. * 2023 und 2024: Erneuerung und Verstärkung der Schwellhölzer, Kehlbalken, Sparren und Aufschieblinge.

Im Frühjahr 2025 folgten die Ergänzung der Schieferdeckung, die Anbringung einer neuen Entwässerung und der Anstrich des Turmschaftes. Die Kosten für diese statische Sicherung beliefen sich auf rund 350.000 Euro, wobei 60% (ausgenommen des Anstrichs) durch Fördergelder aus Trier gedeckt wurden.

Im Anschluss steht nun die eigentliche, dringend notwendige Dachsanierung an, die mit ca. 1 Million Euro kalkuliert ist. Der Gerüstbau beginnt hierfür voraussichtlich Mitte August.

Turmhelmsanierung und Verkehrsbeeinträchtigungen

Parallel dazu sind Sanierungsarbeiten am Turmhelm der Kirche geplant, die eine Sperrung der Hauptstraße notwendig machen. Ab dem 13.05.2025 bis 16.05.2025 ist die Hauptstraße in Höhe der Kirche voll gesperrt, was zum Entfall der Haltestellen führt. Eine Ersatzhaltestelle wird eingerichtet (Oberbüngstraße bzw. Schönfeld).

Ab dem 16.05.2025 bis 23.12.2025 bleibt die Baustelle halbseitig gesperrt. Die Haltestelle Turmgraben in Richtung Gladbach bzw. Neuwied bleibt gesperrt. Diese Informationen sind für Anwohner und Pendler von hoher Relevanz.

Eine besondere optische Besonderheit wurde im Zusammenhang mit dem Kirchturm erwähnt: Das spitze Dach des Kirchturms ist auffällig verdreht (ähnlich einem Korkenzieher). Es gibt keine Pläne oder Dokumente aus der Bauzeit (spätes 18. Jahrhundert), die diese Konstruktion erklären, was die historische Aufarbeitung erschwert. Die Sanierung des Daches wird diese Besonderheit wahrscheinlich konservieren müssen.

Privater Wohnungsbestand: Energetische Kernsanierung

Neben öffentlichen Bauvorhaben zeigt ein aktuelles Exposé in Heimbach-Weis den Trend zur energetischen Aufwertung von Altbauten. Ein Wohngebäude aus dem Jahr 1971 wird vollständig nach dem KfW-70-Standard kernsaniert und bis Herbst 2025 bezugsfertig hergestellt.

Die Sanierung umfasst die Installation moderner, energieeffizienter Haustechnik: * Heizung: Luft-Wärmepumpe in Kombination mit einer Fußbodenheizung. * Energieeffizienz: Der Energiebedarfsausweis weist einen Endenergiebedarf von 17,90 kWh/(m²*a) aus (Energieeffizienzklasse A+).

Dieses Projekt verdeutlicht, wie Bestandsimmobilien durch eine Kernsanierung auf ein modernes Niveau gehoben werden können. Die Verbindung von Denkmalschutz (bei Kirchen) und moderner Energieeffizienz (bei Wohngebäuden) prägt das Baugeschehen in Heimbach-Weis.

Fazit

Die Entwicklungen in Heimbach-Weis spiegeln den Wandel wider, den viele Kommunen in Deutschland durchlaufen: Die Notwendigkeit, veraltete Infrastruktur zu erneuern, historische Bausubstanz zu sichern und gleichzeitig den Anforderungen an den Klimaschutz und die moderne Wohnraumnutzung gerecht zu werden. Die Maßnahmen der Servicebetriebe Neuwied (SBN) an der Kanalisation und den Bordsteinen sorgen für eine nachhaltige Verbesserung der Verkehrs- und Siedlungswege. Der Neubau des Feuerwehrhauses sichert die Einsatzbereitschaft für die Zukunft.

Besonders hervorzuheben ist die Komplexität der Kirchensanierung. Die statische Ertüchtigung der St. Margaretha-Kirche zeigt, wie aufwendig der Erhalt von Denkmälern sein kann, bevor die eigentliche Dachsanierung überhaupt beginnt. Für Bauinteressenten ist der Blick auf den privaten Markt ebenso spannend: Die energetische Kernsanierung von Bestandsgebäuden auf KfW-70-Niveau mit modernen Wärmepumpen-Systemen stellt eine zukunftsweisende Investition in Heimbach-Weis dar. Alle genannten Projekte erfordern eine genaue Planung und Abstimmung mit den zuständigen Behörden und Dienstleistern.

Quellen

  1. Servicebetriebe Neuwied - Rückhaltebecken Margaretenschule
  2. Pfarreiengemeinschaft Heimbach-Engers - Bauarbeiten Pfarrkirche
  3. Engel & Völkers - KfW-70 Umbauprojekt Heimbach-Weis
  4. NR Kurier - Stadtrat beschließt Neubau Feuerwehrhaus
  5. Rhein-Zeitung - Sanierung Kirchturm St. Margaretha
  6. Blick Aktuell - Sanierung von Bordsteinen
  7. VRW Mobil - Sanierung der St. Margaretha Kirche

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