Die Kampstraße stellt sich auf eine grundlegende Erneuerung ihrer gesamten Infrastruktur ein. Für Anwohner, Bauinteressierte und alle, die sich für die Entwicklung städtischer Quartiere interessieren, bedeuten die kommenden Monate erhebliche Veränderungen im Straßenbild und im täglichen Verkehrsfluss. Ein komplexes Zusammenspiel aus Kanalbau, Versorgungsleitungen und Straßenbau erfordert eine detaillierte Planung und Absprache mit den betroffenen Bürgern. Dieser Artikel beleuchtet die geplanten Maßnahmen, den zeitlichen Ablauf sowie die direkten Auswirkungen auf die Anwohnerschaft und die städtische Verkehrsführung.
Die geplanten Baumaßnahmen im Detail
Die Stadtwerke Barmstedt und der Abwasser-Zweckverband Südholstein haben ein umfangreiches Programm zur Erneuerung der unterirdischen Infrastruktur in der Kampstraße aufgelegt. Die Arbeiten beschränken sich nicht auf eine oberflächige Erneuerung, sondern umfassen eine tiefgreifende Sanierung der Fundamente der städtischen Versorgung.
Erneuerung der Versorgungsleitungen und Kanalisation
Im Vorwege der eigentlichen Straßen- und Gehwegsanierung stehen die Arbeiten an den Versorgungsleitungen im Fokus. Die Stadtwerke Barmstedt erneuern die Versorgungsleitungen, während der Abwasser-Zweckverband Südholstein die Regenwasserkanäle saniert. Zu diesen Maßnahmen zählen explizit die Regenwasser- und einige Schmutzwasser-Hausanschlussleitungen.
Der Umfang dieser Arbeiten erfordert ein radikales Vorgehen: Die Straße wird auf ganzer Breite aufgebrochen. Es entstehen Baugruben mit einer Tiefe von bis zu 1,60 Metern. Diese tiefen Gräben sind notwendig, um die Leitungen im Untergrund zu verlegen und zu sichern. Zusätzlich zu diesen großen Baugruben entlang der Straße sind für die Anbindung der einzelnen Grundstücke kleinere, separate Baugruben erforderlich. Diese sind speziell für die Hausanschlussleitungen notwendig, um eine lückenlose Anbindung der privaten an die städtische Kanalisation und Wasserversorgung zu gewährleisten.
Vollständige Erneuerung von Straße und Gehwegen
Nach Abschluss der unterirdischen Arbeiten folgt die Erneuerung der oberirdischen Verkehrsflächen. Die Baumaßnahmen betreffen die gesamte Länge der Kampstraße. Geplant ist die vollständige Erneuerung der Straße und der Gehwege. Dieser Schritt ist essenziell, um die durch die Aushebung der tiefen Baugruben entstandenen Bodenbewegungen zu stabilisieren und eine dauerhafte, ebene Verkehrsfläche zu schaffen. Die Sanierung erstreckt sich dabei etappenweise von der Hamburger Straße bis nach Spitzerfurth.
Zeitlicher Ablauf und Phaseneinteilung
Die Planung der Bauarbeiten folgt einem strengen Zeitplan, der eine Minimierung der Belastungen für die Anwohner zum Ziel hat, aber den Umfang der Maßnahmen nicht vernachlässigt.
Start der Bauarbeiten und Dauer
Die umfangreichen Bauarbeiten in der Kampstraße starten am 1. Juli. Der Ausbau beginnt in Höhe der Hamburger Straße und arbeitet sich etappenweise in Richtung Spitzerfurth vor. Die Gesamtdauer der Maßnahmen ist erheblich: Die Erneuerung der Versorgungsleitungen, Regenwasserkanäle sowie der Straße und Gehwege wird voraussichtlich bis Juni 2021 andauern.
Erste Etappe bis Ende 2019
Für das Jahr 2019 ist eine konkrete Teilstrecke definiert. Bis Ende 2019 sollen die Arbeiten im Abschnitt von der Hamburger Straße bis zum Kreuzungsbereich Gerberstraße abgeschlossen werden. Diese Aufteilung in Etappen ermöglicht es, die Bauarbeiten zu fokussieren und den Rest der Straße so lange offen zu halten.
Auswirkungen auf den Verkehr und die Erreichbarkeit
Die Tiefe und der Umfang der Bauarbeiten haben direkte Konsequenzen für die Verkehrsführung und die Erreichbarkeit der angrenzenden Grundstücke.
Teilsperrungen und Verkehrsumleitungen
Aufgrund des Ausmaßes der Bauarbeiten sind Teilsperrungen der Kampstraße in verschiedenen Abschnitten unvermeidbar. Die Straße kann nicht komplett freigehalten werden, da die Arbeiten in der gesamten Breite stattfinden. Es wird erwartet, dass zeitweilig Behinderungen bei einigen Grundstückszufahrten auftreten. Die angrenzenden Grundstücke sind jedoch auf jeden Fall fußläufig erreichbar.
Die Zufahrtsmöglichkeiten für Autos sollen grundsätzlich aufrechterhalten bleiben. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass ein Grundstück zeitweilig nicht mit dem Pkw erreichbar ist. Dies kann im Einzelfall eintreten, wenn Arbeiten direkt vor der Zufahrt durchgeführt werden müssen. Die Verkehrsführung wird über Umleitungsstrecken geregelt, wobei die genauen Routen über Karten (wie z.B. bei Stepmap) kommuniziert werden.
Besonderheit: Küsterkamp und Schnakentwiete
Neben der Kampstraße gibt es in der Region weitere Verkehrsbeeinträchtigungen, die für Anwohner relevant sein könnten. In Barmstedt ist auch die Straße „Küsterkamp“ vom 8. September bis voraussichtlich Ende Dezember 2025 eingeschränkt befahrbar. Diese Sperrung resultiert aus einer Brückensperrung in der Schnakentwiete, da bei einer Prüfung durch einen Prüfingenieur festgestellt wurde, dass die Brücke nicht mehr tragfähig für Kraftfahrzeuge ist. Diese Informationen unterstreichen die Notwendigkeit einer langfristigen Infrastrukturplanung.
Kommunikation und Ansprechpartner
Für Betroffene ist der direkte Kontakt zu den zuständigen Stellen entscheidend, um Fragen zu Klärungsgräben, Anschlussleitungen oder Verkehrsführung zu klären.
Zuständigkeiten
Die Zuständigkeiten sind klar getrennt: * Straßenbau: Für Fragen zur Erneuerung der Straße und Gehwege ist die Stadt Barmstedt zuständig. Ansprechpartner ist Dirk Rennekamp (Tel. 04123 / 681-222). * Kanalbau: Für die Arbeiten an der Regenwasserkanalisation und den Hausanschlussleitungen ist der AZV Südholstein die richtige Anlaufstelle. Ansprechpartner dort ist Jan Rogge (Tel. 04103 / 964-409).
Wartung der Versorgung
Während der gesamten Bauzeit wird sichergestellt, dass die Regen- und Schmutzwasserentsorgung sowie die Versorgung (Wasser, Strom etc.) sichergestellt bleiben. Die Unterbrechungen werden so kurz wie möglich gehalten und im Vorfeld mit den Anwohnern abgestimmt.
Quartiersentwicklung und Langfristige Perspektive
Die Maßnahmen in der Kampstraße sind Teil einer größeren städtebaulichen Entwicklung. In Salzgitter, wo ebenfalls eine Kampstraße existiert, hat die Stadt ein „Maßnahmenforum“ durchgeführt, um die Entwicklung der Wohnquartiere rund um die Kampstraße, Saldersche Straße und Swindonstraße zu diskutieren. Auch wenn sich die geografischen Orte unterscheiden, zeigt dies ein allgemeines Trend: Städtische Verwaltungen investieren in die Erneuerung von Quartieren, um die Lebensqualität zu sichern und die Infrastruktur an moderne Anforderungen anzupassen.
In Salzgitter wurde im Rahmen einer Abendveranstaltung in der Aula des Kranich-Gymnasiums den Interessierten die Ergebnisse der Vorbereitenden Untersuchungen vorgestellt. Solche Foren dienen dazu, Bewohnern, Eigentümern und Gewerbetreibenden einen Einblick in die geplanten Maßnahmen zu geben und eigene Beiträge zur Weiterentwicklung der Wohnquartiere zu ermöglichen. Ob in Barmstedt oder Salzgitter – die Transparenz gegenüber den Bürgern ist ein wesentlicher Bestandteil moderner Bauplanung.
Zusammenfassung der Maßnahmen
Die Sanierung der Kampstraße in Barmstedt ist ein notwendiger Schritt zur Sicherung der städtischen Infrastruktur. Durch die Erneuerung der tief liegenden Leitungen und der oberirdischen Verkehrsflächen wird die Lebensgrundlage für die Anwohner langfristig gesichert. Trotz der erheblichen Beeinträchtigungen während der Bauzeit ab 1. Juli bis voraussichtlich Juni 2021 bleibt die Erreichbarkeit der Grundstücke gewährleistet, wenngleich mit Einschränkungen für den Kfz-Verkehr. Eine enge Abstimmung mit den Ansprechpartnern der Stadt Barmstedt und des AZV Südholstein ist für alle Betroffenen zu empfehlen.
Fazit
Die geplanten Baumaßnahmen in der Kampstraße repräsentieren einen umfassenden Infrastrukturausbau, der tief in das städtische Gefüge eingreift. Mit einer geplanten Dauer von Juli 2020 bis Juni 2021 und einer Tiefe der Baugruben von bis zu 1,60 Metern handelt es sich um ein Großprojekt, das die Erneuerung von Kanälen, Versorgungsleitungen, Straße und Gehwegen beinhaltet. Für Anwohner bedeutet dies Teilsperrungen und mögliche temporäre Einschränkungen der Pkw-Zufahrt, wobei die fußläufige Erreichbarkeit zu jeder Zeit gewährleistet bleibt. Die klare Kommunikation über die Zuständigkeiten hinweg (Stadt Barmstedt für Straßenbau, AZV Südholstein für Kanalbau) ist entscheidend für den reibungslosen Ablauf. Diese Investition sichert die Funktionalität der städtischen Infrastruktur für die kommenden Jahrzehnte.