Förderung der Kellersanierung: Ein Überblick über KfW-Programme, BAFA-Zuschüsse und Steuervorteile

Die Sanierung des Kellers stellt für viele Eigentümer eine bedeutende Investition dar, die nicht nur den Wohnkomfort erhöht, sondern auch die Energieeffizienz eines Gebäudes maßgeblich verbessert. Um diese Vorhaben zu unterstützen, bietet der Staat eine Vielzahl an Förderprogrammen an, die finanzielle Hürden senken sollen. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Angebote der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Möglichkeiten der Förderung, die Voraussetzungen für die Antragsstellung und die Konditionen der jeweiligen Programme.

Die Rolle der KfW bei der Kellersanierung

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist die weltweit größte nationale Förderbank und steht unter der Rechtsaufsicht des Bundesfinanzministeriums. Gegründet im Jahr 1948 zur Förderung des Wiederaufbaus der deutschen Wirtschaft, hat sich das Aufgabengebiet gewandelt. Heute zählen die energieeffiziente Sanierung von Wohnraum und die Förderung energieeffizienter Neubauten zu den zentralen Förderfeldern der Bankengruppe. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt die KfW Maßnahmen, die zur Energiewende beitragen. Laut KfW-Angaben konnte allein im Jahr 2011 durch energetische Sanierungen eine Reduzierung des Treibhausgas-Ausstoßes um rund 540.000 Tonnen erreicht werden. Eine Kellersanierung mit effizienter Wärmedämmung ist ein essenzieller Baustein für die Energieeffizienz eines Hauses und wird daher durch die KfW gefördert. Das Motto der Bankengruppe "Wir investieren lieber in's Haus als in die Heizkosten" unterstreicht den Nutzen solcher Maßnahmen.

KfW-Programm 261: Sanierung zum Effizienzhaus

Ein zentrales Förderinstrument ist das KfW-Programm 261, der "Wohngebäude-Kredit". Dieses Programm richtet sich an Eigentümer, die bestehende Gebäude energetisch sanieren möchten. Eine Kellersanierung kann Teil einer umfassenden energetischen Gesamtsanierung des Gebäudes sein. Ziel ist es, einen bestimmten Effizienzhaus-Standard (z. B. Standard 40 oder 55) zu erreichen.

Werden im Rahmen dieser Komplettsanierung auch Maßnahmen im Keller durchgeführt, wie die Dämmung der Kellerdecke oder der Perimeterdämmung, und wird dadurch der geforderte Effizienzhaus-Standard erreicht, ist eine Förderung über das Programm 261 möglich. Dieser Kredit kann mit einem Tilgungszuschuss verbunden sein, der einen Teil der Kreditsumme tilgt und die Rückzahlung erleichtert. Voraussetzung ist, dass die Sanierung die Energieeffizienz der Immobilie insgesamt erhöht und die Kellersanierung integraler Bestandteil dieses Konzepts ist.

Ergänzungskredit (Programm 358/359)

Ein weiterer wichtiger Baustein ist der Ergänzungskredit. Dieser kann von der KfW beantragt werden, wenn bereits ein Zuschuss für Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung erhalten wurde. Das bedeutet für die Kellersanierung: Wer einen BAFA-Zuschuss für die Dämmung der Kellerdecke oder Perimeterdämmung erhält, kann zusätzlich einen Ergänzungskredit der KfW (Programmnummer 358/359) beantragen.

Der maximale Kreditbetrag für den Ergänzungskredit liegt bei 120.000 Euro. Eine wichtige Voraussetzung ist das Haushaltseinkommen: Es darf das Jahr 90.000 Euro nicht übersteigen. Dieser Kredit dient der Finanzierung der restlichen förderfähigen Kosten, die durch den Zuschuss nicht gedeckt sind, und bietet günstige Konditionen.

BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen

Neben der KfW spielt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Einzelmaßnahmen. Im Rahmen der "Bundesförderung für effiziente Gebäude" werden spezifische Sanierungsarbeiten bezuschusst, die auch die Kellersanierung betreffen können. Die Förderung erfolgt hier in der Form eines direkten Zuschusses, der nicht zurückgezahlt werden muss.

Geförderte Maßnahmen im Kellerbereich

Das BAFA listet verschiedene Maßnahmen auf, die förderfähig sind, sofern sie die Energieeffizienz erhöhen. Dazu gehören: * Dämmung der Kellerdecke: Dies ist eine der effektivsten Maßnahmen, um den Wärmeverlust aus dem beheizten Wohnbereich in den unbeheizten Keller zu reduzieren. Das BAFA vergibt hierfür einen Zuschuss in Höhe von 15 % der förderfähigen Kosten. Die förderfähigen Kosten betragen maximal 60.000 Euro je Wohneinheit. * Perimeterdämmung: Die Dämmung der Außenwände des Kellers (unterirdisch) wird ebenfalls im Rahmen der Fassadensanierung bezuschusst. Auch hier beträgt der Zuschuss 15 % der förderfähigen Kosten, ebenfalls begrenzt auf maximal 60.000 Euro pro Wohneinheit. * Dämmung von Rohrleitungen: Die Dämmung von Rohrleitungen im Kellerbereich kann im Zuge der Heizungsoptimierung gefördert werden. Auch hier beträgt der Zuschuss 15 % der förderfähigen Kosten.

Wichtig ist zu beachten, dass die Förderung durch das BAFA und die KfW-Kredite miteinander kombinierbar sind. Erhält ein Eigentümer also einen BAFA-Zuschuss für die Dämmung, kann er zusätzlich den Ergänzungskredit der KfW beantragen, um die Gesamtfinanzierung der Sanierung zu sichern.

Alternative Förderwege: Steuervorteile

Neben den klassischen Förderprogrammen über KfW und BAFA besteht die Möglichkeit, die Kellersanierung über Steuervorteile zu finanzieren. Gemäß § 35c des Einkommensteuergesetzes können Eigentümer bei energetischen Sanierungen von selbst genutztem Wohnraum eine Steuerrückerstattung erhalten.

Die Regelung sieht vor, dass über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt 20 % der Sanierungskosten (maximal 40.000 Euro) von der Steuerschuld abgezogen werden können. Dies kann eine attraktive Alternative oder Ergänzung zu den Krediten und Zuschüssen sein.

Kombinationsverbot beachten

Ein entscheidender Punkt bei der Wahl der Finanzierung ist das Kombinationsverbot. Es ist gesetzlich nicht möglich, eine direkte Förderung (Zuschuss oder Kredit) in Anspruch zu nehmen und gleichzeitig die Steuervergünstigung nach § 35c geltend zu machen. Der Eigentümer muss sich also entscheiden, welchen Weg er gehen möchte. Eine sorgfältige Abwägung der individuellen finanziellen Situation und der Sanierungskosten ist hier unerlässlich. Fachberater oder Steuerberater können bei dieser Entscheidung unterstützen.

Weitere Förderprogramme und landesspezifische Angebote

Das Förderlandschaft ist nicht auf die Bundesprogramme beschränkt. Viele Bundesländer bieten eigene Förderprogramme zur Kellersanierung an. Diese sind oft auf spezifische regionale Bedürfnisse zugeschnitten, wie etwa Altbausanierungen, Hochwasserschutz oder die Beseitigung von Schimmel. Ebenfalls können kommunale Förderungen eine Rolle spielen. Einige Städte und Gemeinden fördern Abdichtungsmaßnahmen, um den Schutz vor Grundwasser oder Starkregen zu gewährleisten. Es lohnt sich daher, bei der örtlichen Energieagentur oder im Rathaus nach spezifischen Programmen zu fragen.

Konditionen und Nutzen der Förderung

Der Nutzen der KfW-Förderung liegt vor allem in der finanziellen Entlastung durch günstige Konditionen. Beispielsweise werden für zehnjährige Laufzeiten oft Zinsen von nur 1,15 % angeboten. Solche Konditionen sind am freien Markt selten zu finden und senken die Gesamtkosten der Finanzierung erheblich.

Zusätzlich steigern die geförderten Maßnahmen den Immobilienwert und senken die laufenden Energiekosten. Laut KfW wurden im Jahr 2023 über 1,3 Milliarden Euro an Fördermitteln für energieeffiziente Bauprojekte vergeben, wovon ein großer Teil in Wohngebäude mit Kellern floss. Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung der Förderprogramme für die deutsche Bauwirtschaft und den privaten Wohnungseigentümer.

Kriterien für die Förderfähigkeit

Nicht jede Sanierungsmaßnahme ist automatisch förderfähig. Für die Kellersanierung gilt generell, dass die Maßnahme die Energieeffizienz der Immobilie erhöhen muss. Eine reine Schönheitsreparatur oder die Beseitigung von optischen Mängeln ohne energetischen Mehrwert wird in der Regel nicht gefördert. Wohl aber Maßnahmen zum dauerhaften Feuchtigkeitsschutz im Keller, wenn diese im Zusammenhang mit einer Wärmedämmung stehen. Auch Trocknung, Erdaushub und Abdichtung können förderfähig sein, wenn sie gleichzeitig mit einer Dämmung durchgeführt werden.

Bei der Antragstellung ist zudem das zu fördernde Objekt zu betrachten. Für Programme wie den Ergänzungskredit der KfW gibt es Einkommensgrenzen. Der maximale Kreditbetrag von 120.000 Euro gilt nur für Antragsteller, deren Haushaltsjahreseinkommen 90.000 Euro nicht übersteigt. Diese Grenzen sind vor der Antragstellung zu prüfen.

Planung und Umsetzung der Kellersanierung

Eine Kellersanierung, insbesondere wenn sie den gesamten Keller betrifft und Wohnraum schaffen soll, ist komplex. Die Kosten können bis zu 30.000 Euro betragen, wenn der Keller komplett saniert wird, um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden und nutzbaren Wohnraum zu schaffen. Ein unbeheizter Keller verursacht dabei deutlich weniger Aufwand als die Sanierung zum vollwertigen Wohnraum. Der größte Kostenfaktor ist oft die hohe Feuchtigkeit, die Trocknung und Abdichtung erfordert.

Bei der Planung müssen gesetzliche Vorschriften beachten werden. Deckenhöhe und Fensterfläche müssen den kommunalen Vorgaben entsprechen, damit die Räume später als Wohnraum genutzt werden dürfen. Im Zweifelsfall sollte ein Architekt hinzugezogen werden, um nach Abschluss der Sanierung keine unangenehmen Überraschungen zu erleben.

Fazit

Die Förderung der Kellersanierung bietet Eigentümern eine hervorragende Möglichkeit, die Energieeffizienz ihres Hauses zu verbessern, den Wohnkomfort zu steigern und gleichzeitig die Finanzierung durch günstige Kredite und Zuschüsse zu erleichtern. Die KfW und das BAFA stellen hierfür umfangreiche Programme bereit, die von Einzelmaßnahmen wie der Dämmung der Kellerdecke bis hin zur Komplettsanierung zum Effizienzhaus reichen. Zudem können Steuervorteile nach § 35c EStG eine attraktive Alternative darstellen, wobei eine Kombination mit direkten Förderungen ausgeschlossen ist. Eine sorgfältige Planung, die Prüfung der individuellen Voraussetzungen (Einkommen, Sanierungsumfang) und die Einholung von Fachberatung sind entscheidend für den erfolgreichen Antrag und die effiziente Umsetzung der Sanierungsmaßnahme.

Quellen

  1. Innotech Team - Kellersanierung mit KfW-Förderung
  2. Schwäbisch Hall - Kellersanierung Förderung
  3. Dr. Klein - Kellersanierung
  4. Effizienzhaus Online - Keller sanieren
  5. Datex - KfW-Förderung
  6. Craftflix - Kellerabdichtung und staatliche Förderung

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