Sanierung der L113: Aktuelle Planungen, Sperrungen und Umwidmungen für Anwohner und Bauinteressenten

Die Landesstraße L113 ist eine bedeutende Verkehrsader in NRW und Teilen von Rheinland-Pfalz, die in den letzten Jahren vermehrt im Fokus von Sanierungsmaßnahmen und Infrastrukturveränderungen steht. Für Anwohner, Pendler sowie Bauinteressenten entlang der Streckenführung ist es entscheidend, die aktuellen Baupläne, Sperrungen und rechtlichen Umstellungen zu kennen. Der Zustand der Straße sowie die damit verbundenen Verkehrslenkungen haben direkten Einfluss auf die Erreichbarkeit von Grundstücken und die allgemeine Verkehrssituation. Dieser Artikel beleuchtet basierend auf den vorliegenden Informationen die aktuelle Lage rund um die Sanierung der L113, die anstehende Umwidmung zur Kreisstraße und die daraus resultierenden Konsequenzen für Verkehrsteilnehmer und die Bauwirtschaft.

Aktuelle Sanierungsmaßnahmen und Vollsperrungen

Die Sanierung der L113 ist ein komplexes Vorhaben, das sich über verschiedene Abschnitte und Bundesländer erstreckt. Die Maßnahmen umfassen nicht nur die Erneuerung der Fahrbahn, sondern oft auch die Instandsetzung von Brücken und den Bau von Radwegen.

Sanierung im Bereich Rheinbach (NRW)

Ein wesentlicher Bauabschnitt befindet sich in Rheinbach. Hier saniert der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen die Strecke zwischen den Ortslagen Kurtenberg und Merzbach sowie im Bereich Forsthaus Rheinbach. Ein besonderer Fokus liegt auf dem letzten Bauabschnitt, der am Samstag, dem 30. September, begann. Dieser Abschnitt erstreckt sich vom Ortsausgang Merzbach (Einmündung Freiheit) bis zum Ortsausgang Neukirchen.

Wichtig für Anwohner und Verkehrsteilnehmer ist die Vollsperrung für den Durchgangsverkehr. Sowohl die Fahrbahn als auch der begleitende Rad- und Gehweg werden in diesem Zuge saniert. Um die Arbeiten effizient und ohne Behinderung durch parkende Fahrzeuge durchführen zu können, werden zudem Halteverbote im Bereich der Neukirchener Straße eingerichtet. Die Sperrung betrifft zunächst den Streckenabschnitt der Neukirchener Straße (L113) zwischen Ortsausgang Merzbach und der Mitte der Ortsdurchfahrt Neukirchen (Höhe Tankstelle).

Für Anlieger gelten besondere Regelungen. Diese können ihre Grundstücke in der Regel befahren, müssen jedoch Ausnahmen während der Fräsarbeiten am Montag, dem 2.10., und der Asphaltierungsarbeiten am 11./12.10. beachten. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Baufeld nur mit größter Vorsicht und Rücksichtnahme befahren werden darf. Die genauen Uhrzeiten, zu denen die Straße nicht befahrbar ist, teilt das ausführende Bauunternehmen den Anliegern per Handzettel mit.

Sanierung im Bereich Bad Tönisstein (Rheinland-Pfalz)

Ebenfalls in Rheinland-Pfalz, speziell im Landkreis Mayen-Koblenz, finden Sanierungsarbeiten an der L113 zwischen Wassenach und der B412 statt. Diese Arbeiten, ausgeführt durch die Firma Rick aus Burgbrohl, begannen am 26. September und umfassen die Sanierung der Fahrbahn, die Erneuerung der Schutzplanken sowie die Instandsetzung der Brücke über den Brohlbach.

Besondere Logistik ist hier gefragt, da das Seniorendomizil Bad Tönisstein jederzeit erreichbar bleiben muss. Die Arbeiten werden daher in zwei Bauabschnitten durchgeführt: 1. Erster Bauabschnitt: Zwischen Wassenach und der Einfahrt des Seniorendomizils. Während dieser Phase ist das Domizil aus Richtung B412 erreichbar, die Einmündung K58/L113 ist jedoch gesperrt. 2. Zweiter Bauabschnitt: Sanierung der Fahrbahn zwischen dem Seniorendomizil und der B412, zeitgleich mit den Brückenarbeiten. In dieser Phase ist das Domizil über die L113 aus Richtung Wassenach kommend erreichbar.

Der Verkehr wird umgeleitet über Burgbrohl, Glees und Wassenach. Die Baukosten belaufen sich auf ca. 370.000 Euro, die vom Land Rheinland-Pfalz getragen werden. Die Arbeiten werden voraussichtlich acht Wochen dauern.

Brückensanierung bei Riegel

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Sanierung der Überführung der L113 über die Forchheimer Straße bei Riegel. Diese Maßnahme führt zu einer Sperrung der L113 und einer Umleitung durch Endingen. Diese Sperrung, die pünktlich zum Ferienbeginn drohte, zieht sich laut den vorliegenden Informationen bis in den Spätsommer oder Herbst 2025. Für die Umleitungsstrecke durch Endingen gelten ab dem 31. Juli Halteverbote und geänderte Vorfahrtsregelungen.

Langfristige Sperrungen in Hatzenport

Langfristige Planungen sind für den Bereich Hatzenport notwendig. Eine Vollsperrung der L113 im Bereich der Ortsdurchfahrt Hatzenport (Bergweg) ist für die Sanierung der Brücke über die Bahn geplant. Diese Sperrung ist voraussichtlich vom 13. Februar 2025 bis zum 20. Februar 2026 gültig. Die Umleitung erfolgt hier über die B416 und verschiedene Kreisstraßen (K41, K43, K42).

Zusätzlich finden Wartungsarbeiten an den Unterführungsbauwerken der A48 (AS Polch) statt, die zu halbseitigen Sperrungen der L113 zwischen dem Abzweig nach Welling und der A48 in beiden Richtungen führen. Diese Maßnahmen dauern bis voraussichtlich 13.12.2025.

Die Umwidmung: Von der Landesstraße zur Kreisstraße

Ein zentraler Aspekt, der die Zukunft der L113 in NRW betrifft, ist die geplante Umwidmung zur Kreisstraße (K1). Diese Veränderung der Straßenbaulast hat weitreichende Konsequenzen für die Zuständigkeiten und die Finanzierung von Sanierungen.

Hintergrund und Notwendigkeit

Die Notwendigkeit der Umstufung ergibt sich aus veränderten Verkehrsstrukturen. Mit der Fertigstellung der Landesstraße L183n zwischen dem Bornheimer Gewerbepark Süd und der K12n in Alfter im Jahr 2015 hat die L113 in Alfter ihre überörtliche Verbindungsfunktion weitgehend verloren. Verabredet wurde daher, die L113 zur Kreisstraße abzustufen und die Baulast vom Land NRW auf den Rhein-Sieg-Kreis zu übertragen.

Verzögerungen und Streitpunkte

Trotz der grundsätzlichen Einigung kommt es zu erheblichen Verzögerungen, die bereits zu maroden Straßenzuständen führen. Ein Hauptkritikpunkt der Kommunalpolitik, hier speziell der SPD Alfter, ist das Zögern des Landesverkehrsministers. Der Rhein-Sieg-Kreis ist bereit, die Ausschreibung der Umbau- und Sanierungsarbeiten vorzunehmen, benötigt dafür aber die formale Umwidmung durch das Land. Ohne diese Umwidmung kann der Kreis nicht Bauherr werden.

Die Verzögerungen resultieren aus folgenden Faktoren: * Bündelung von Verfahren: Das Land NRW beabsichtigt, die Umwidmung der L113 gemeinsam mit anderen Umwidmungen auf dem Gebiet der Stadt Bornheim vorzunehmen, anstatt ein separates Verfahren durchzuführen. Dies verlangsamt den Prozess erheblich. * Grundstückserwerb: Ursprüngliche Ausbauplanungen mussten aufgrund von Verhandlungen über den Erwerb von Grundstücken überarbeitet werden, um langwierige Enteignungsverfahren zu vermeiden. Diese Verzögerungen haben die Sanierung zusätzlich behindert.

Zeitplan und Finanzierung

Trotz der Querelen gibt es Hoffnung auf Besserung. Laut Angaben des Landtagsabgeordneten Oliver Krauß strebt das NRW-Verkehrsministerium an, die Abstufung im 3. Quartal 2025 (Juli bis September) vorzunehmen. Das Land hat zugesagt, dem neuen Baulastträger (Rhein-Sieg-Kreis) die Kosten für die dringend notwendige Sanierung der L113 zwischen der K12n, über Oedekoven, Gielsdorf bis zur Ortslage Alfter, zu erstatten und die Mittel dafür bereitgestellt.

Sobald die Umwidmung erfolgt ist, plant der Rhein-Sieg-Kreis die Sanierung der Straße. Im Zuge dieser Sanierung sollen auch Geh- und Radwege entstehen bzw. ertüchtigt werden, was die Verkehrssicherheit, insbesondere für Radfahrer, deutlich erhöhen soll. Die Strecke gilt aktuell als stark gefährlich für Radfahrer aufgrund ihres maroden Zustands.

Auswirkungen auf Bauwirtschaft und Immobilieneigentümer

Für Bauunternehmen, Handwerker und Immobilieneigentümer entlang der L113 bedeuten die Sanierung und die Umwidmung eine Mischung aus Belastung und Chance.

Logistische Herausforderungen

Die Vollsperrungen, wie sie in Rheinbach oder Hatzenport geplant sind, erfordern eine sorgfältige Logistikplanung. Anlieger müssen sich auf temporäre Einschränkungen einstellen. Die Information durch Handzettel, wie in Rheinbach praktiziert, ist ein Zeichen für die Notwendigkeit einer direkten Kommunikation mit den Betroffenen. Für Lieferanten und Handwerker, die Grundstücke an der L113 anfahren, sind Umleitungsstrecken zu berücksichtigen, was zu Fahrzeitverlängerungen führt.

Chancen durch Sanierung und Ausbau

Die anstehenden Sanierungen bieten Chancen für die Bauwirtschaft. Die Ausschreibungen für die Bauarbeiten in Alfter stehen unmittelbar bevor, sobald die Umwidmung geklärt ist. Zudem verspricht der geplante Ausbau von Rad- und Gehwegen im Zuge der Sanierung eine Aufwertung der Immobilienstandorte. Eine gut ausgebaute Infrastruktur ist ein wichtiger Faktor für die Attraktivität von Wohn- und Gewerbegebieten.

Rechtliche Aspekte der Umwidmung

Für Eigentümer von Grundstücken, die an die L113 angrenzen, ändert sich durch die Umwidmung zur Kreisstraße zunächst wenig in der direkten Nachbarschaft, jedoch ändert sich die Zuständigkeit. Anfragen und Anliegen bezüglich der Straße müssen dann an den Rhein-Sieg-Kreis statt an das Land NRW gerichtet werden. Dies kann in der Kommunikation zu Veränderungen führen.

Zusammenfassung der Maßnahmen und Aussichten

Die L113 befindet sich in einer Phase des Wandels. Während in Rheinland-Pfalz konkrete Sanierungsabschnitte mit klaren Zeitplänen (Bad Tönisstein: 8 Wochen, Hatzenport: Sperrung bis Feb. 2026) vorliegen, ist die Situation in NRW (Alfter, Rheinbach) durch eine Mischung aus laufenden Arbeiten und politischen Verzögerungen bei der Umwidmung geprägt.

In Rheinbach sind die Arbeiten am konkretesten fortgeschritten mit einer Vollsperrung bis Herbst 2023 (laut Quelle 1, was auf eine ältere Meldung hindeutet, aber den Prozess illustriert) oder laufenden Maßnahmen. In Alfter hingegen wartet man gespannt auf die Entscheidung des Verkehrsministeriums im 3. Quartal 2025. Erst dann kann der Rhein-Sieg-Kreis als neuer Bauherr die Sanierung angehen, die dringend notwendig ist, da die Straße marode ist und die Verkehrssicherheit leidet.

Für Verkehrsteilnehmer bleibt es wichtig, die lokalen Verkehrsmeldungen zu beobachten, da Sperrungen (wie die bei Riegel oder Polch) kurzfristig zu Umleitungen zwingen. Die geplanten Vollsperrungen in Hatzenport für das Jahr 2026 erfordern langfristige Planung.

Fazit

Die Sanierung der L113 ist ein notwendiges Infrastrukturprojekt, das jedoch unter komplexen Bedingungen abläuft. Die Trennung zwischen Landesstraße und Kreisstraße spielt dabei eine entscheidende Rolle. Während in Rheinland-Pfalz die Baumaßnahmen mit direkter Zuständigkeit des Landesbetriebs Mobilität Cochem-Koblenz voranschreiten, hängt die Sanierung in NRW maßgeblich von einer bürokratischen Hürde ab: der Umwidmung zur Kreisstraße. Erst wenn diese Formalie im angestrebten Zeitraum des dritten Quartals 2025 geklärt ist, kann der Rhein-Sieg-Kreis die dringend benötigten Sanierungsarbeiten inklusive Radwegausbau durchführen. Bis dahin müssen Anwohner und Pendler in den jeweiligen Bauabschnitten mit Sperrungen und Umleitungen leben. Für Bauinteressenten und Anlieger bedeutet dies: Augen offenhalten bei lokalen Baustellenmeldungen und die politische Entwicklung im Hinblick auf die Umwidmung im Auge behalten.

Quellen

  1. Straßen.nrw - L113 Vollsperrung zwischen Rheinbach, Neukirchen und Merzbach
  2. SPD Alfter - Schreiben an Verkehrsminister zur Sanierung der L113
  3. Rundschau Online - Sanierung der Landstraße 113 könnte im Herbst beginnen
  4. Blick Aktuell - Sanierung der L-113 bei Bad Tönisstein
  5. Oliver Krauss - Der Zeitplan bleibt: Umstufung der L-113 zur Kreisstraße K-1 soll im 3. Quartal 2025
  6. Verkehrslage.de - L113 Baustellen
  7. Badische Zeitung - Brückensanierung zwingt zu Sperrung der L113 bei Riegel

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