Sanierung des Ostsee Resort Damp: Umfassende Modernisierung von Ferienanlage und Hafen nach Sturmflutschäden

Das Ostsee Resort Damp, ein führender Ferienstandort an der Ostsee, befindet sich derzeit in einer umfassenden Modernisierungs- und Sanierungsphase, die weit über eine bloße Renovierung hinausgeht. Diese Initiative ist eine direkte Reaktion auf die schweren Zerstörungen, die durch die Jahrhundertsturmflut im Oktober 2023 verursacht wurden. Der Fokus der Maßnahmen liegt auf zwei Hauptbereichen: der Erneuerung der maritimen Infrastruktur, insbesondere des Yachthafens, und der Aufwertung der touristischen Einrichtungen, einschließlich der Ferienhausgebiete und des Wellnessbereichs. Das Projekt ist nicht nur für den Betreiber und die Gemeinde Damp von großer wirtschaftlicher Bedeutung, sondern dient auch als exemplarisches Beispiel für resilienten Infrastrukturbau in Tourismusregionen.

Die Zerstörung durch die Sturmflut und deren Auswirkungen

Am 20. Oktober 2023 traf eine Jahrhundertsturmflut die Ostseeküste und verursachte am Damper Hafen massive Schäden. Die Quellenlage ist sich einig: Der Hafen wurde "nahezu zerstört". Diese Zerstörung war nicht nur ein temporäres Hindernis für den Bootsverkehr, sondern stellte eine existenzielle Bedrohung für die maritime Infrastruktur der Region dar. Die Schäden betrafen die Außenmole und die Stege, was zu einer vollständigen Sperrung des Hafens führte. Die Notwendigkeit einer Sanierung war evident, doch die Sturmflut diente als Katalysator für eine grundlegende Überarbeitung der Hafenstruktur, um die Anlage nicht nur wiederherzustellen, sondern "für zukünftige Ereignisse dieser Art zu wappnen". Dieser Ansatz spiegelt einen wachsenden Trend in der Bauindustrie wider, bei dem Klimaresilienz eine zentrale Rolle bei der Planung von Infrastrukturprojekten spielt.

Veränderung in der Hafenverwaltung und Betriebsführung

Ein entscheidender Schritt für die Realisierung der Sanierung war die organisatorische Trennung der Hafenverwaltung vom Ferienresort. Bisher war das Ostsee Resort Damp der Betreiber des Hafens. Nach monatelangen Verhandlungen, die laut den Quellen über neun Monate andauerten, einigten sich die Gemeinde Damp, die Kurbetriebe Damp (eine Tochter der Gemeinde) und das Ostsee Resort Damp auf eine "Herauslösung des Damper Hafens aus dem Gesamtvertragspaket". Dieser Vertrag stammte ursprünglich aus dem Jahr 1970.

Am 09.12.2024 beschloss die Gemeindevertretung von Damp die Ermächtigung zur Unterzeichnung der entsprechenden Verträge, die am 18.12.2024 vollzogen wurden. Mit Wirkung zum 31.12.2024 endete die Betreiberschaft des Ostsee Resort Damp. Die Verantwortung für den Hafen ging nun vollständig an die Hafeneigentümer über, die Kurbetriebe Damp. Dieser Wechsel ist essenziell, da er die rechtliche und finanzielle Grundlage für die Sanierung durch die Gemeinde und deren Tochtergesellschaft schafft. Dr. Erk Scheel, Geschäftsführer des Ostsee Resort Damp, betonte die Unterstützungsbereitschaft seines Unternehmens für den neuen Betreiber und die Gemeinde bei dem Sanierungsvorhaben.

Finanzielle Rahmenbedingungen und Zeitplan der Hafensanierung

Die Sanierung des Damper Yachthafens ist ein hochambitioniertes Projekt mit einem erheblichen Investitionsvolumen. Die geplante Investitionssumme beläuft sich auf ca. 24 Millionen Euro. Diese Summe spiegelt den Umfang der notwendigen Baumaßnahmen wider, die über eine einfache Reparatur hinausgehen.

Um die Finanzierung sicherzustellen, hat die Gemeinde Damp einen Förderantrag beim Land Schleswig-Holstein gestellt. Die Genehmigung durch das Land ist ein kritischer Meilenstein im Projektablauf. Sobald eine Förderzusage vorliegt, soll die EU-weite Ausschreibung der Planer durchgeführt werden. Laut Bürgermeisterin Barbara Feyock liegt bislang noch keine Antwort des Landes vor, was die Planung in einer gewissen Schwebe hält, jedoch den Prozess nicht stoppt.

Das erklärte Ziel der Gemeinde ist die Fertigstellung des Hafens bis Ende 2027. Dieser Zeitplan ist ehrgeizig, angesichts der Komplexität der Sanierung und der notwendigen Ausschreibungsverfahren. Die Sanierung umfasst unter anderem den Bau einer neuen, höheren Außenmole, was auf die Notwendigkeit hinweist, die Anlage höheren Wasserständen und stärkeren Wellengängen standzuhalten.

Teilbetrieb und Wiedereröffnung erster Bereiche

Trotz des langfristigen Sanierungszeitraums bis 2027 gibt es kurzfristige Entlastungen für Bootseigner. Nach der Übernahme durch die Kurbetriebe Damp zum Jahreswechsel wurde ein Hafenmeister eingestellt. Es wurde eine Teilfreigabe des Hafens realisiert.

Für die Zeit vom 1. April bis zum 31. Oktober sind für die Stege A bis D wieder rund 100 Liegeplätze verfügbar. Die Nachfrage ist laut Bürgermeisterin Feyock bereits jetzt groß, was die Bedeutung des Hafens für die lokale Bootsbesitzer-Community unterstreicht. Für diesen Teilbetrieb stehen auch die Slipanlage und der Kran zur Verfügung. Interessierte Bootseigner können sich unter [email protected] für Dauer- oder Tagesliegeplätze anmelden. Der Rest des Hafens mit weiteren rund 265 Liegeplätzen bleibt voraussichtlich bis zum Abschluss der Sanierung Ende 2027 gesperrt. Diese Aufteilung ermöglicht eine frühzeitige Rückgewinnung von Kapazitäten und Einnahmen, während die umfangreichen Bauarbeiten an den kritischeren Bereichen fortgesetzt werden können.

Modernisierung der touristischen Infrastruktur des Resorts

Parallel zur Hafensanierung investiert die Helios Kliniken Group, Eigentümerin des Ostsee Resort Damp, in die Erneuerung der touristischen Infrastruktur. Das Resort ist mit über 300.000 Übernachtungen jährlich einer der führenden Ferienanlagen an der Ostsee und beherbergt 207 Ferienhäuser und 409 Hotelzimmer auf 64 Hektar Fläche.

Zentrale Elemente der Modernisierung sind: * Renovierung des Ferienhausgebiets: Eine umfassende Aufwertung der bestehenden Ferienhäuser, um den Standard zu halten und die Attraktivität für Gäste zu steigern. * Bau des neuen Entdeckerbads: Dieses neue Schwimmbad wird durch die Helios Kliniken Group realisiert und soll das bestehende Freizeitangebot deutlich verbessern. Das Resort verfügt bereits über einen 4.000 Quadratmeter großen Wellnessbereich im Mare Mara und einen 3.500 Quadratmeter großen Indoor-Spaßpark namens Funhalla. Das Entdeckerbad stellt eine weitere wertvolle Ergänzung dar.

Diese Investitionen in die Wohn- und Freizeitqualität sind strategisch wichtig, um die Wettbewerbsfähigkeit des Resorts zu erhalten. Die Kombination aus hochwertiger Infrastruktur und Naturerlebnis macht das Ostsee Resort Dampland zu einem attraktiven Ziel.

Bedeutung für die Region und den Bausektor

Das Gesamtprojekt am Ostsee Resort Damp zeigt die Bedeutung kontinuierlicher Investitionen in die Infrastruktur, um die Attraktivität eines Tourismusstandorts zu erhalten und zu steigern. Für Bauunternehmen, Architekten und Planer bietet das Projekt Einblicke in die Durchführung komplexer Sanierungsmaßnahmen im Spannungsfeld von Denkmalschutz, Klimaanpassung und Tourismusökonomie.

Die Herauslösung aus alten Vertragsstrukturen und der Wechsel des Betreibers sind Beispiele für die Notwendigkeit flexibler Organisationsmodelle, um große Infrastrukturprojekte überhaupt realisieren zu können. Die Koordination zwischen der Gemeinde, einer kommunalen Tochtergesellschaft und einem privaten Tourismusanbieter ist ein Modellfall für öffentlich-privates Partnerschaften (ÖPP) in der Kommunalverwaltung.

Zusammenfassung der Sanierungsmaßnahmen

Bereich Maßnahme Verantwortlich Zeitrahmen / Status
Hafen Sanierung nach Sturmflut, Neubau Außenmole Kurbetriebe Damp GmbH (neuer Betreiber) Fertigstellung Ziel 2027; Teilbetrieb (100 Plätze) Okt. 2024 - Okt. 2027
Finanzierung Investitionsvolumen ca. 24 Mio. €, Förderantrag Land SH Gemeinde Damp Laufend (Genehmigung ausstehend)
Ferienhäuser Renovierung / Modernisierung Helios Kliniken Group (Eigentümer Resort) Aktuelle Phase
Freizeit Neubau "Entdeckerbad" Helios Kliniken Group Aktuelle Phase

Fazit

Die Sanierung und Modernisierung des Ostsee Resort Damp ist ein umfassendes Vorhaben, das die Widerstandsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit eines wichtigen Tourismusstandorts an der Ostsee sichern soll. Der Auslöser war die Zerstörung durch die Sturmflut von 2023, doch die Antwort darauf ist strategisch und weitreichend. Durch den Wechsel der Hafenverwaltung zu den Kurbetriebe Damp und eine Investition von rund 24 Millionen Euro wird die maritime Infrastruktur neu gestaltet. Gleichzeitig investiert der Eigentümer des Resorts in die Aufwertung der Wohn- und Freizeiteinrichtungen.

Für die Bau- und Renovierungsbranche unterstreicht das Projekt die Notwendigkeit, bei Sanierungen nach Katastrophen nicht nur auf Wiederherstellung, sondern auf präventiven Klimaschutz und strukturelle Verbesserung zu setzen. Der partizipative Ansatz mit Gemeinde, Betreibergesellschaft und Resort-Eigentümer zeigt Wege auf, wie große Projekte in kommunaler Verantwortung erfolgreich umgesetzt werden können. Die Wiedereröffnung von 100 Liegeplätzen im April 2024 ist das erste greifbare Ergebnis dieser Bemühungen, während das Ziel einer vollständigen Fertigstellung bis Ende 2027 das langfristige Engagement für die Region manifestiert.

Quellen

  1. Austrasse Zürich
  2. Vitrea Gesundheit
  3. Yacht.de
  4. Boote Magazin
  5. SHZ

Ähnliche Beiträge