Sanierung von Straßen und Wirtschaftswegen in Hamm: Ein Überblick über aktuelle Maßnahmen und Investitionen

Die Infrastruktur einer Stadt ist das Rückgrat ihres täglichen Lebens und Wirtschaftens. In Hamm, einer Stadt mit einer vielschichtigen Verkehrsgeschichte und einem dichten Netz an Straßen, Wegen und Radwegen, ist die Erhaltung und Modernisierung dieser Infrastruktur eine kontinuierliche und finanziell anspruchsvolle Aufgabe. Die Bereitstellung von ausreichenden Haushaltsmitteln für Sanierungsarbeiten ist dabei nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern essentiell für die Sicherheit, die Verkehrsführung und die Wertschöpfung der Region. Die vorliegenden Informationen aus der Stadtverwaltung und lokalen Medien geben einen detaillierten Einblick in die laufenden und geplanten Baumaßnahmen, die von der Teilsanierung einer Ortsdurchfahrt bis hin zur umfassenden Erneuerung eines ländlichen Wirtschaftsweges reichen.

Ein zentrales Thema ist hierbei der "Osttünner Weg", ein Beispiel für die Herausforderungen, die sich aus der multifunktionalen Nutzung von Verkehrswegen ergeben. Doch dieser eine Weg steht stellvertretend für eine ganze Reihe von Projekten, die in den kommenden Jahren in allen Stadtbezirken von Hamm umgesetzt werden sollen. Mit einem Investitionsvolumen von Millionenbeträgen plant die Stadt, den Sanierungsstau aufzulösen und die Verkehrswege für alle Nutzergruppen – vom Autofahrer über den Radfahrer bis hin zum Landwirt – zu ertüchtigen. Dieser Artikel beleuchtet die strategische Ausrichtung der Stadt, die finanziellen Rahmenbedingungen und die konkreten Umsetzungsmaßnahmen, die für Eigentümer, Anwohner und Bauunternehmen von Bedeutung sind.

Strategische Ausrichtung der Stadtverwaltung: Auflösung des Sanierungsstaus

Die Stadt Hamm hat sich zum Ziel gesetzt, den in den Jahren der Haushaltssicherung entstandenen Sanierungs- und Investitionsstau systematisch aufzulösen. Diese strategische Entscheidung bildet den Rahmen für alle aktuellen und zukünftigen Baumaßnahmen. Der Fokus liegt nicht nur auf der Beseitigung akuter Schäden, sondern auf einer nachhaltigen Sicherung und Verbesserung der gesamten Verkehrsinfrastruktur.

Die Priorisierung der Maßnahmen erfolgt nach verkehrlicher Bedeutung und Schadensgrad. Besonders vielbefahrene Strecken im Innenstadtbereich sowie wichtige Verbindungen in den Stadtbezirken stehen im Mittelpunkt der Planungen. Baudezernent Andreas Mentz betont den hohen Koordinierungsaufwand, der vor allem bei Hauptverkehrsadern wie der Hammer Straße oder der Goethestraße anfällt. Dies unterstreicht die Komplexität der Planung, bei der nicht nur die eigentlichen Bauarbeiten, sondern auch die Verkehrsumleitung und die Abstimmung mit den Anwohnern und Gewerbetreibenden koordiniert werden müssen.

Die Bandbreite der geplanten Sanierungen ist groß. Sie reicht von sogenannten DSK-Maßnahmen, die eine abschnittsweise Sanierung beschreiben, über grundhafte Erneuerungen von Asphaltdeckschichten bis hin zu kompletten Um- oder Ausbauten von Straßen sowie dem Neubau oder der Sanierung von Radwegen. Diese Vielfalt erfordert eine genaue Bestandsaufnahme und eine sorgfältige technische Bewertung der einzelnen Abschnitte, um die effektivsten und wirtschaftlichsten Lösungen zu finden.

Finanzielle Rahmenbedingungen und Investitionsprogramme

Eine entscheidende Voraussetzung für die Umsetzung der geplanten Sanierungen ist die Sicherstellung der finanziellen Mittel. Die Stadt Hamm plant, in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt 63 Maßnahmen zur Straßensanierung umzusetzen. Für diesen Zeitraum sind allein rund 10,3 Millionen Euro investiert. Diese Summe spiegelt das hohe Engagement der Stadt wider, die Verkehrswege auf einem modernen und sicheren Stand zu halten.

Die finanziellen Mittel werden gezielt eingesetzt, um den Zustand der Straßen und Wege zu verbessern. Die Stadtverwaltung arbeitet kontinuierlich an der Fortschreibung der Baumaßnahmen, um auf neue Entwicklungen und Schäden reagieren zu können. Die Investitionen in die Infrastruktur sind ein langfristiger Prozess, der eine stetige Haushaltsplanung erfordert. Die Bereitschaft, auch in den kommenden Jahren Millionenbeträge in die Erneuerung der Verkehrswege zu investieren, ist ein klares Signal an die Bürger und die Wirtschaft.

Neben den bereits genannten 63 Maßnahmen für 2024 und 2025 plant die Stadt, auch im Jahr 2026 und darüber hinaus umfangreiche Sanierungen durchzuführen. Die Liste der potenziellen Projekte ist lang und umfasst unter anderem Teile der Werler Straße, der Alleestraße, der Wilhelmstraße, der Heessener Straße oder des Bockumer Wegs. Die Finanzierung dieser Projekte ist ein zentraler Baustein der städtischen Haushaltsplanung und ein Indikator für die langfristige Verpflichtung der Stadtverwaltung zur Instandhaltung ihres Vermögens.

Konkrete Sanierungsmaßnahmen: Von der Ortsdurchfahrt bis zum Wirtschaftsweg

Die strategischen Ziele und die finanziellen Rahmenbedingungen finden ihre konkrete Umsetzung in einer Vielzahl von Einzelprojekten. Diese Projekte zeigen, wie vielfältig die Anforderungen an die moderne Infrastruktur sind und wie die Stadt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse in den verschiedenen Stadtbezirken eingeht.

Teilsanierung der Grönebergstraße in Osttünnen

Ein Beispiel für eine gezielte, zeitlich begrenzte Maßnahme ist die Teilsanierung der Grönebergstraße in Osttünnen. Diese Ortsdurchfahrt soll noch im November eines Jahres saniert werden. Der Baubeginn ist für den 10. November vorgesehen. Die Arbeiten konzentrieren sich auf einen spezifischen Abschnitt zwischen dem Caldenhofer Weg und der Davidisstraße. In diesem Abschnitt wird eine neue Asphaltdeckschicht verlegt.

Die geschätzten Kosten für diese Maßnahme belaufen sich auf knapp 97.000 Euro. Die Bauarbeiten sind auf eine Dauer von rund zwei Wochen terminiert. Während dieser Zeit ist eine Vollsperrung des Straßenabschnitts notwendig, was zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen führt. Diese Maßnahme zeigt, dass die Stadt auch Teilbereiche von Straßen saniert, wenn der Zustand dies erfordert, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, ohne dass eine vollständige Umstrukturierung der Straße notwendig ist.

Umfangreiche Erneuerung des Osttünner Weges

Ein anderes, wesentlich umfangreicheres Projekt ist die Sanierung des Osttünner Weges. Dieser Weg hat eine doppelte Funktion: Er dient als Wirtschaftsweg für die Landwirtschaft und ist gleichzeitig eine beliebte Abkürzung für Autofahrer sowie ein Naherholungsgebiet für Spaziergänger, Radfahrer und Hundehalter. Diese vielfache Nutzung führt zu einer starken Belastung, die sich in umfangreichen Schäden an der Fahrbahn und ausgefahrenen Banketten in vielen Bereichen manifestiert.

Nach langer Vorbereitungszeit wird der Weg nun nicht nur ausgebessert, sondern auf seiner gesamten Länge mit einer neuen Fahrbahn versehen. Die Kosten für diese Maßnahme betragen 115.000 Euro. Der Umfang der Arbeiten ist so groß, dass von einer "Großbaustelle" die Rede ist, für die ein umfangreicher Maschinenpark erforderlich ist. Die geschätzte Bauzeit beträgt eine Woche, plus zusätzlicher Zeit für Nacharbeiten. Ziel der Maßnahme ist es, die vielseitige Nutzung des Weges – für Landwirtschaft, PKW-Verkehr, Radfahrer und Fußgänger – wieder sicher und komfortabel zu ermöglichen. Dieses Projekt ist auch ein Schritt zur Erneuerung des umfangreichen Wirtschaftswegenetzes im Stadtbezirk.

Weitere Sanierungen in den Stadtbezirken

Neben den genannten Projekten in Osttünnen finden in ganz Hamm umfangreiche Sanierungsarbeiten statt. In Bockum-Hövel wird die Hammer Straße weiter saniert, und es werden gleichzeitig an zwölf weiteren Straßen Sanierungsarbeiten vorgenommen. In Rhynern wird im Zuge des neuen Bahnhaltepunktes Westtünnen die Dambergstraße zwischen der Von-Thünen-Straße und der Dietrich-Bonhoeffer-Straße ausgebaut. In Pelkum werden unter anderem der Selmigerheideweg und die Wiescherhöfener Straße erneuert.

Im Stadtbezirk Herringen erfolgen die umfangreichsten Arbeiten an der Radbodstraße, auf der in weiten Teilen die Fahrbahn sowie der Geh- und Radweg erneuert werden. In Uentrop und Heessen werden zudem unter anderem die Heessener Straße sowie "An der Dorfeiche" ertüchtigt. Diese Beispiele zeigen das breite Spektrum der Maßnahmen, die von der Erneuerung von Asphaltdeckschichten über den Ausbau von Radwegen bis hin zur grundhaften Erneuerung von gesamten Straßenabschnitten reichen. Allein im Stadtbezirk Mitte sind bis Ende 2026 15 Maßnahmen geplant, darunter der Ausbau des Hellwegs, die Erneuerung der Ludwig-Erhard-Straße und der Radwege-Neubau der RLG-Trasse entlang der Werler Straße.

Besonderheiten bei Radwegen und Trassen

Ein spezieller Fokus liegt auf der Verbesserung der Radinfrastruktur. Ein Beispiel hierfür ist der Ausbau des Trassengeh- und -radwegs entlang der RLG-Trasse. Diese Maßnahme beginnt am 3. November und betrifft eine Strecke von rund 1,4 Kilometern Länge zwischen der Grünstraße und der Werler Straße. Die Stadt Hamm investiert hier gezielt in die Förderung der Fahrradmobilität, was im Einklang mit den städtischen und überregionalen Verkehrsentwicklungsplänen steht. Der Ausbau solcher Wege trägt dazu bei, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren und eine nachhaltige Verkehrswende zu unterstützen.

Die RLG-Trasse (Rheinische Landesgemeinschaft) ist ein historisches Bahntrassen-System, das heute zunehmend als corridor für Fuß- und Radwege genutzt wird. Die Sanierung und der Ausbau dieser Trassen sind ein zentrales Element der städtischen Verkehrsplanung, da sie oft unabhängige, sichere Verbindungen zwischen Stadtteilen schaffen. Die Investitionen in diese Infrastruktur sind ein langfristiges Projekt, das die Attraktivität des Fahrrads als Verkehrsmittel nachhaltig steigern soll.

Fazit: Eine Stadt im Investitionsmodus

Die Stadt Hamm befindet sich in einer Phase der aktiven Infrastrukturerneuerung. Mit einem klaren Ziel – der Auflösung des Sanierungsstaus – und den dafür bereitgestellten finanziellen Mitteln von über 10 Millionen Euro in den Jahren 2024 und 2025 werden in allen Stadtbezirken umfangreiche Maßnahmen umgesetzt. Die Projekte reichen von der Teilsanierung einer Ortsdurchfahrt wie der Grönebergstraße über die umfassende Erneuerung eines viel genutzten Wirtschaftsweges wie des Osttünner Weges bis hin zum Neubau von Radwegen auf stillgelegten Bahntrassen.

Die genannten Beispiele illustrieren die Bandbreite der Herausforderungen und Lösungsansätze. Die Stadt zeigt sich hierbei als verantwortungsvoller Eigentümer und Verwalter ihrer Verkehrsinfrastruktur. Für Anwohner, Gewerbetreibende und alle Nutzer der städtischen Wege bedeuten die Baumaßnahmen zwar kurzfristige Einschränkungen, langfristig jedoch eine deutliche Verbesserung der Verkehrssicherheit, des Komforts und der Qualität der Infrastruktur. Die kontinuierliche Fortschreibung der Planungen und die Sicherung der Haushaltsmittel für die kommenden Jahre unterstreichen den langfristigen Charakter dieser Investitionsoffensive.

Quellen

  1. WAZ: Rhynern-Ort370524/teilsaniert-groenebergstrasse-in-osttuennen-wird-im-november-93971711.html
  2. Hamm.de: Mehr als 23 Millionen Euro für Straßensanierungen
  3. Hamm.de: Hamm besser bauen
  4. CDU Hamm: Osttünner Weg wird auf der gesamten Länge saniert

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