Sanierung von Porenschwamm: Erkennung, Gefahren und fachgerechte Beseitigung

Die Bausubstanz eines Gebäudes ist ständig äußeren Einflüssen ausgesetzt. Neben mechanischer Belastung und Witterung stellen biologische Schädlinge eine der größten Gefahren dar. Holzzerstörende Pilze können tragende Konstruktionen schwer schädigen und die Stabilität eines Gebäudes gefährden. Zu den gefährlichsten Schädlingen zählen der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) und verschiedene Arten von Porenschwämmen. Während der Echte Hausschwamm aufgrund seiner Fähigkeit, Mauerwerk zu durchwachsen und über weite Strecken trockenes Holz zu befallen, als besonders aggressiv gilt, werden Porenschwämme und der Braune Kellerschwamm zwar als weniger gefährlich eingestuft, erfordern dennoch eine professionelle Sanierung. Ein entscheidender Faktor bei der Bekämpfung dieser Pilze ist die Feuchtigkeit, da sie ohne ausreichende Holzfeuchtigkeit nicht überleben können. Dieser Artikel beleuchtet die Erkennung, die Gefahren und die Sanierung von Porenschwämmen basierend auf den vorliegenden Fachdaten.

Der Echte Hausschwamm: Eine Gefahr für die Bausubstanz

Der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) wird als einer der gefährlichsten holzzerstörenden Pilze eingestuft. Er befällt bevorzugt verbautes Nadelholz, kann aber auch Laubholz angreifen. Typisch für den Befall ist die sogenannte Braunfäule, durch die das Holz rissig wird, an Festigkeit verliert und schließlich in kleine Würfel zerfällt – ein Phänomen, das als Würfelbruch bekannt ist. Neben Holzkonstruktionen und Möbeln kann der Hausschwamm auch Dämmstoffe und Spanplatten durchwachsen. Besonders problematisch ist die Fähigkeit des Echten Hausschwamms, Mauerwerk zu durchwachsen, um neue Holzquellen zu erreichen. Typischerweise tritt der Pilz in feuchten Kellern und unbeheizten Räumen auf, wo ideale Bedingungen mit einer Holzfeuchte von 35 bis 40 Prozent und Temperaturen zwischen 18 °C und 22 °C herrschen.

Erkennungsmerkmale des Hausschwamms

Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend, um eine Ausbreitung zu verhindern. Der Hausschwamm wächst oft verborgen in Balken, tragenden Bauteilen oder Hohlräumen und wird erst entdeckt, wenn der Fruchtkörper sichtbar wird. Typische Merkmale sind flache, bräunliche Fruchtkörper mit weißen, watteartigen Rändern. Ebenfalls charakteristisch sind silbrig-graue Pilzstränge, die mehrere Meter lang werden können und selbst trockenes Holz befallen können. Das befallene Holz wird rissig, spröde und verliert seine Struktur. Bei fortgeschrittenem Befall lässt sich das Holz ganz leicht mit den Händen zerdrücken, der klassische Würfelbruch ist gut erkennbar. Da der Hausschwamm durch kleinste Ritzen wachsen kann, bleibt er über lange Zeit unbemerkt.

Rechtliche Relevanz und Anzeigepflicht

Ein Befall mit dem Echten Hausschwamm ist ein ernstzunehmendes Problem. Laut BGB §459 gilt er als schwerer Baumangel und ist in den meisten Bundesländern anzeigepflichtig. Ohne fachgerechte Schwammsanierung kann der Pilz tragende Bauteile zerstören und die Bausubstanz nachhaltig schädigen. Eine Sanierung ist daher zwingend erforderlich, um die Stabilität des Gebäudes zu erhalten und einen erneuten Befall zu verhindern.

Porenschwämme: Nassfäuleerreger mit Zerstörungspotenzial

Neben dem Echten Hausschwamm sind Porenschwämme (Gattung Antrodia und Fibroporia) bedeutende Schädlinge im Bauwesen. Sie sind cellulosezerstörende Nassfäuleerreger und rufen eine Braun- bzw. Destruktionsfäule hervor. Das befallene Holz weist eine braune Verfärbung mit würfelbruchartigem Zerfall auf. Bei fortgeschrittenem Befall lässt sich das Holz zu Pulver verreiben. Im Gegensatz zum Echten Hausschwamm befallen Weiße Porenschwämme vorwiegend Nadelholzarten, während Laubholz selten befallen wird. Sie benötigen eine Holzfeuchtigkeit von 40 bis 50 Prozent für ihre optimale Entwicklung. Auch der Braune Kellerschwamm benötigt eine für Bauholz ausgesprochen hohe Holzfeuchte.

Biologische Eigenschaften und Wachstumsbedingungen

Porenschwämme benötigen hohe Holzfeuchtigkeitswerte, um zu gedeihen. Sie können trockenes Holz nicht befallen. Bei einem Unterschreiten der für das Wachstum notwendigen Holzfeuchte von 25 Prozent verfällt das Myzel in eine Trockenstarre, ohne abzusterben. Bei erneuter Feuchtezufuhr kann das Wachstum selbst nach langjähriger Trockenstarre wieder aufgenommen werden. Dieses Überlebensvermögen stellt eine Herausforderung bei der Sanierung dar.

Das Wachstumstempo unter idealen Bedingungen ist beeindruckend. Der Fibroporia vaillantii ist in der Lage, einen Zuwachs von 12,5 mm pro Tag auszubilden. Die Temperaturspanne für das Wachstum liegt bei ca. +3 °C bis +40 °C, wobei die optimale Wachstumstemperatur bei etwa +27 °C liegt. Hyphen (die fadenförmigen Zellen des Pilzmyzels) haben einen Durchmesser von ca. 1,5 µm mit Abzweigungen und Verdickungen. Vereinzelt treten Gefäßhyphen ohne Ringverdickung auf.

Vergleich der Gefährdung: Hausschwamm vs. Porenschwamm

Die Einschätzung der Gefährlichkeit unterscheidet sich zwischen dem Echten Hausschwamm und den Porenschwämmen (einschließlich des Braunen Kellerschwamms). Während der Echte Hausschwamm als extrem gefährlich gilt, werden die Braunfäulearten (Porenschwämme) als weniger gefährlich eingestuft.

Aggressivität und Ausbreitung

Der entscheidende Unterschied liegt in der Fähigkeit zur Feuchtigkeitsaufnahme und Ausbreitung. Der Echte Hausschwamm kann trockenes Holz durch seine Pilzstränge aktiv durchfeuchten und über Mauerwerk oder Schüttungen wandern, um neue Holzquellen zu erreichen. Er ist also in der Lage, Feuchtigkeit zu transportieren und sich unabhängig von der ursprünglichen Feuchtigkeitsquelle auszubreiten.

Porenschwämme und der Braune Kellerschwamm hingegen können trockenes Holz nicht selbständig durchfeuchten. Ebenso können sie Mauerwerk oder Schüttungen nicht durchwachsen. Ihre Ausbreitung ist also an die vorhandene Feuchtigkeit gebunden. Sobald die Feuchtigkeitsquelle beseitigt und das Holz getrocknet wird, stellen sie ihr Wachstum ein. Aus diesem Grund ist die Trockenlegung des Befallsbereiches die Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Bekämpfung von Porenschwämmen.

Sanierungsmaßnahmen und Vorbeugung

Die Sanierung von Pilzbefall erfordert ein strukturiertes Vorgehen, das sich an den Vorgaben der DIN 68800-4 orientiert. Die Maßnahmen müssen fachgerecht durchgeführt werden, um die Stabilität des Gebäudes zu sichern und einen Rückfall zu verhindern.

Feststellung und Prüfung

Der erste Schritt einer Schwammsanierung ist die genaue Feststellung des Befalls und die Identifikation des Pilzes. Eine sorgfältige Untersuchung von Putz, Fugenmörtel, Mauerwerk und Hohlräumen auf Pilzdurchwachsungen ist notwendig, da der Echte Hausschwamm häufig im Verborgenen wächst. Ebenso muss die Tragfähigkeit betroffener Bauteile geprüft werden.

Entfernung und Gesundschneiden

Alle befallenen Holzteile und Baustoffe müssen fachgerecht entfernt und entsorgt werden. Das sogenannte Gesundschneiden ist ein kritischer Arbeitsschritt. Dabei wird mindestens 1 Meter über den letzten sichtbaren Befall in Längsrichtung abgetragen. Dieser Sicherheitsabstand ist notwendig, um sicherzustellen, dass keine unsichtbaren Pilzreste zurückbleiben, die einen erneuten Befall verursachen könnten. Zerstörte Holzbauteile müssen gemäß DIN 68800 ersetzt und vorbeugend mit Holzschutzmittel behandelt werden.

Chemische Behandlung und Sperrmaßnahmen

Nach der mechanischen Entfernung wird ein spezielles Schwammsperrmittel ins Mauerwerk eingebracht. Zusätzlich wird das Holz im Sanierungsbereich mit Holzschutzmittel behandelt, um ein erneutes Wachstum zu verhindern. Diese Maßnahmen sind insbesondere bei Porenschwämmen wichtig, da das Myzel in Trockenstarre verfallen kann und bei erneuter Feuchte wieder aufwachen würde. Die Behandlung mit fungiziden Holzschutzmitteln bietet hier die notwendige langfristige Sicherheit, falls eine spätere Wiederbefeuchtung nicht völlig ausgeschlossen werden kann.

Entsorgung

Vom Hausschwamm befallene Baustoffe, Holzteile, Myzelien und Fruchtkörper müssen fachgerecht entsorgt werden. Dies ist Sondermüll und darf nicht über den normalen Hausmüll entsorgt werden. Spezialisierte Entsorgungsunternehmen sind hierfür notwendig.

Zertifizierte Fachbetriebe und Rechtssicherheit

Sanierungsmaßnahmen dürfen laut den vorliegenden Informationen nur von zertifizierten Fachbetrieben mit Sachkundenachweis durchgeführt werden. Sanierungsmaßnahmen in Eigenarbeit sind in der Regel nicht zugelassen. Dies ist nicht nur eine Frage der Qualitätssicherung, sondern auch der rechtlichen Absicherung. Ein Fachbetrieb kann eine fachgerechte Sanierung nachweisen und die Einhaltung der DIN-Normen garantieren.

Vorbeugende Maßnahmen

Die beste Strategie gegen Pilzbefall ist die Vorbeugung. Um den Bedingungen, die Porenschwämme und Hausschwämme begünstigen, entgegenzuwirken, sind folgende Maßnahmen effektiv: * Regelmäßiges Lüften: Lüften Sie in regelmäßigen Abständen Keller und andere Räume, in denen eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. * Heizen: Durch gezieltes Heizen kann ein trockenes und warmes Raumklima erzeugt werden. * Schnelle Schadensbehebung: Kommt es zu einem Wasserschaden, sollten Sie diesen schnellstmöglich beseitigen. Bereits eine geringe Restfeuchte kann ausreichen, um einen Schwammbefall zu begünstigen. * Abdichtungsmaßnahmen: Die Identifikation und Beseitigung der Feuchtigkeitsquelle ist essenziell. Dies kann durch Abdichtungsmaßnahmen, das Einbringen von Horizontalsperren oder eine Verbesserung der Belüftung geschehen.

Spezifische Merkmale der Porenschwämme im Vergleich zum Hausschwamm

Um die Bedrohung durch Porenschwämme richtig einzuschätzen, lohnt ein detaillierter Blick auf ihre spezifischen Eigenschaften im Vergleich zum Echten Hausschwamm.

Der Weiße Porenschwamm (Antrodia sp.)

Der Weiße Porenschwamm ist ein cellulosezerstörender Nassfäuleerreger. Sein Wachstum manifestiert sich durch eine braune Verfärbung des Holzes und einen würfelbruchartigen Zerfall. Wie erwähnt, bevorzugt er Nadelholz und benötigt eine Holzfeuchte von 40 bis 50 Prozent. Sein Wachstum kann bereits bei Temperaturen ab +3 °C einsetzen und bis +40 °C reichen, was ihm ein breites Spektrum an möglichen Standorten in Gebäuden bietet.

Der Braune Kellerschwamm

Der Braune Kellerschwamm wird im Kontext der Sanierung oft gemeinsam mit Porenschwämmen genannt. Auch er benötigt eine hohe Holzfeuchte. Wie bei den Porenschwämmen gilt auch für ihn: Die Trockenlegung des Befallsbereiches ist die Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Bekämpfung. Da er trockenes Holz nicht selbständig durchfeuchten kann, stirbt er ab, wenn die Feuchtigkeit entzogen wird.

Der Fibroporia vaillantii

Eine besondere Eigenschaft des Fibroporia vaillantii ist sein extremes Wachstumspotenzial. Unter idealen Bedingungen kann er einen Zuwachs von 12,5 mm pro Tag ausbilden. Dies unterstreicht die Wichtigkeit einer schnellen und effektiven Sanierung, sobald dieser Pilz entdeckt wird. Eine Verzögerung um nur wenige Tage kann zu einer signifikanten Ausbreitung des Befalls führen.

Zusammenfassung der Sanierungsstrategie für Porenschwämme

Die Sanierung von Porenschwämmen folgt einem klaren Prinzip: Feuchtigkeitsentzug und Sicherung. Im Gegensatz zum Echten Hausschwamm, der oft aufwändige Mauerwerksdurchdringungen und den Einsatz von Schwammsperrmitteln erfordert, steht bei Porenschwämmen die Beseitigung der Feuchtigkeitsquelle im Vordergrund.

  1. Feuchtigkeitsanalyse: Identifikation der Quelle der Durchfeuchtung (z.B. undichte Dachflächen, defekte Abdichtungen, Kondenswasserbildung).
  2. Trockenlegung: Beseitigung der Feuchtigkeitsquelle und Trocknung der betroffenen Bauteile. Ohne eine Holzfeuchte unter 25 % kann der Pilz nicht überleben.
  3. Entfernung befallenen Materials: Befallenes Holz, das bereits zerstört ist, muss entfernt werden. Das Gesundschneiden um mindestens 1 Meter ist auch hier anzuwenden, um unsichtbare Myzelreste zu entfernen.
  4. Vorbeugender Holzschutz: Verbleibendes Holz und neues Einbauholz müssen mit geprüften, fungiziden Holzschutzmitteln behandelt werden, falls eine erneute Durchfeuchtung nicht ausgeschlossen werden kann. Dies ist insbesondere in Kellern oder an feuchten Standorten wichtig.
  5. Sondermüllentsorgung: Befallenes Material ist als Sondermüll zu entsorgen.

Fazit

Porenschwämme, darunter der Weiße Porenschwamm und der Braune Kellerschwamm, stellen eine ernste Gefahr für die Bausubstanz dar, insbesondere wenn hohe Holzfeuchten vorherrschen. Sie führen zu einer Zerstörung des Holzes durch Braunfäule und Würfelbruch. Im Vergleich zum Echten Hausschwamm sind sie jedoch weniger aggressiv, da sie nicht in der Lage sind, Mauerwerk zu durchwachsen oder trockenes Holz selbständig zu durchfeuchten. Dieses Verhalten macht die Sanierung zwar grundsätzlich einfacher, erfordert aber dennoch eine konsequente Umsetzung.

Die entscheidende Maßnahme zur Bekämpfung ist die Beseitigung der Feuchtigkeitsquelle und die Trockenlegung der betroffenen Bauteile. Erreicht die Holzfeuchte Werte unter 25 %, stellt der Pilz sein Wachstum ein und stirbt ab. Um ein Wiederaufleben des Befalls bei möglichen zukünftigen Feuchteeinwirkungen zu verhindern, ist der Einsatz von fungiziden Holzschutzmitteln unerlässlich.

Wichtig ist, dass Sanierungsmaßnahmen ausschließlich von zertifizierten Fachbetrieben mit Sachkundenachweis durchgeführt werden dürfen. Eine Eigenarbeit ist nicht zugelassen und birgt das Risiko, den Befall nicht vollständig zu beseitigen, was zu langfristigen Schäden und rechtlichen Konsequenzen führen kann. Eine frühzeitige Erkennung der Symptome – wie die typische Braunfäule und den würfelbruchartigen Zerfall des Holzes – und die sofortige Beauftragung eines Fachbetriebs sind der beste Schutz für Immobilien und deren Bewohner.

Quellen

  1. Der Puschmann - Schwammsanierung
  2. Wohnglück - Hausschwamm sanieren
  3. Teutenberg - Weisser Porenschwamm
  4. Holzschutz-QLB - Schwammsanierung

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