Sanierung und Modernisierung der Regelschule Eisfeld: Ein Beispielprojekt für energieeffiziente Gebäudetechnik und denkmalgerechte Bausanierung

Die Sanierung von Schulgebäuden stellt eine der größten Herausforderungen für die Bauindustrie dar, insbesondere wenn es sich um historische Gebäude handelt, die unter Denkmalschutz stehen. Ein herausragendes Beispiel für eine solche Komplexität und gelungene Umsetzung ist die Modernisierung der Regelschule in Eisfeld. Dieses Projekt zeigt, wie durch gezielte Investitionen und umfassende Sanierungsmaßnahmen eine veraltete Infrastruktur in eine moderne, energieeffiziente und zukunftssichere Bildungstätte umgewandelt werden kann. Im Folgenden werden die Details dieses Projekts beleuchtet, von den finanziellen Rahmenbedingungen über die technischen Maßnahmen bis hin zur städtebaulichen Einbindung.

Projektüberblick und finanzielle Rahmenbedingungen

Die Sanierung der Regelschule Eisfeld war ein umfangreiches Bauvorhaben, das unter dem Dach des Projekts „Sanierung Regelschule Eisfeld“ lief. Laut den vorliegenden Informationen umfasste der Planungszeitraum den Zeitraum von Januar 2019 bis August 2020. Die Leistungsphasen nach der HOAI (Leistungsphasen 1 bis 9) wurden vollständig abgedeckt, was auf eine umfassende Planungs- und Bauüberwachungsleistung hindeutet.

Die Bausumme für die Sanierung der Regelschule wurde mit 3.920.000,00 € (Brutto) angegeben. Dieser Betrag bezieht sich speziell auf die Regelschule und bildet eine solide finanzielle Basis für die notwendigen Modernisierungen. Der Brutto-Rauminhalt (BRI) des Gebäudes beträgt 2.600 m³, was die Größenordnung des zu sanierenden Baukörpers verdeutlicht. Zu den Anlagengruppen, die in der Planung berücksichtigt wurden, zählen elektrische Anlagen, Kommunikations-, sicherheits- und informationstechnische Anlagen sowie Förderanlagen. Dies unterstreicht, dass die Sanierung nicht nur auf das Bauwerk selbst, sondern auch auf die technische Ausstattung abzielte.

In einem größeren Kontext ist zu erwähnen, dass der gesamte Schulcampus Eisfeld, zu dem neben der Regelschule auch die Grundschule gehört, ein Mammutprojekt darstellte. Die Gesamtinvestition für den gesamten Schulcampus belief sich auf knapp zehn Millionen Euro. Nach einer zweijährigen Bauzeit wurde dieses Vorhaben abgeschlossen. Die Sanierung des gesamten Campus war notwendig geworden, um den Schülern und Lehrkräften modernste Lern- und Arbeitsbedingungen zu bieten.

Technische und energetische Modernisierungsmaßnahmen

Ein Kernziel der Sanierung war die Verbesserung der Energieeffizienz und des Innenraumklimas. Die Maßnahmen gingen weit über eine bloße Fassadensanierung hinaus und zielten auf eine tiefgreifende energetische Aufwertung ab.

Dämmung und Hülle

Ein wesentlicher Bestandteil der energetischen Modernisierung war die Dämmung der letzten Geschossdecke. Durch diese Maßnahme konnte der Wärmeverlust nach oben hin reduziert werden, was zu einer spürbaren Senkung des Heizenergiebedarfs führt. Die Fassadensanierung erfolgte denkmalgerecht. Dies bedeutet, dass bei der Sanierung die historische Bausubstanz und die architektonischen Details des Gebäudes erhalten und saniert wurden. Die denkmalgerechte Sanierung der Fassade fügt sich gut in den Ensembleschutz des Kirchplatzbereiches der Stadt Eisfeld ein und wertet diesen auch städtebaulich auf. Dies ist ein wichtiger Aspekt, da der Erhalt des historischen Stadtbildes oft im Konflikt mit modernen Energiestandards steht, hier aber erfolgreich in Einklang gebracht wurde.

Lüftungstechnik

Ein entscheidender Punkt für die Verbesserung der Umweltbilanz und des Komforts war der Einbau einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Solche Anlagen sorgen für eine kontrollierte Luftzufuhr und -abfuhr, wodurch Schimmelbildung vorgebeugt und die Luftqualität in den Klassenzimmern erheblich gesteigert wird. Die Wärmerückgewinnung nutzt die Energie der abtransportierten Warmluft, um die zugeführte Frischluft vorzuwärmen, was den Energiebedarf der Heizungsanlage reduziert. Diese Technologie ist ein Standard in modernen, energieeffizienten Gebäuden und wurde hier konsequent umgesetzt.

Elektrische und informationstechnische Anlagen

Die Modernisierung umfasste auch die Erneuerung der elektrischen Anlagen sowie der Kommunikations-, sicherheits- und informationstechnischen Anlagen. In einer modernen Schule sind eine zuverlässige Stromversorgung, schnelle Datenverbindungen und moderne Sicherheitssysteme unerlässlich. Auch Förderanlagen wurden in das Paket aufgenommen, was vermuten lässt, dass das Gebäude barrierefrei ausgerichtet oder zumindest die Logistik (z. B. für Materialtransporte) verbessert wurde.

Städtebauliche Einbindung und Freiflächen

Die Sanierung beschränkte sich nicht nur auf den Gebäudebestand, sondern umfasste auch die Außenanlagen und die städtebauliche Einbindung. Ein wesentlicher Schritt war der Grundstücksankauf von der Stadt Eisfeld und ein Erbbaupachtvertrag mit der Kirche. Durch diese Maßnahmen konnte eine großzügige Freianlage geschaffen werden, die dringend benötigten Platz für Bewegung und Erholung bietet.

Die geschaffenen Flächen umfassen: * Sportflächen: Ein Bolzplatz mit Basketball-, Handball- und Volleyballfeld. * Leichtathletikanlagen: Eine 60-Meter-Bahn mit Kunststoffbelag, eine Weitsprunganlage und eine Kugelstoßanlage. * Spielflächen und Flächen für den Schulgartenunterricht.

Diese Erweiterung der Freiflächen ist ein wichtiger Beitrag zur ganzheitlichen Bildung und zur Förderung der körperlichen Entwicklung der Schüler. Die Integration dieser Flächen in den Schulcampus verbessert das Schulumfeld nachhaltig.

Bauablauf und Fertigstellung

Das Projekt befand sich in einer heißen Bauphase, als wenige Tage vor Schuljahresbeginn im September 2020 der stellvertretende Landrat Dirk Lindner und Mathias Gutschalk vom Amt für Gebäudewirtschaft den Baufortgang begutachteten. Zu dieser Zeit war abgesehen von noch anstehenden Arbeiten an den Außenanlagen der Zustand erreicht, der eine Übergabe beider Schulen (Grund- und Regelschule) zum Schuljahresbeginn ermöglichte. Der Rundgang durch die Gebäude zeigte eindrücklich, was Planer und Bauausführende geschaffen haben, um den künftigen Schülern und Lehrkräften ein rundum gelungenes Ambiente bieten zu können.

Nach einer einwöchigen Testphase durch Schüler und Lehrer wurde das Fazit gezogen: „Es ist toll geworden.“ Das Projekt gilt als abgeschlossen und stellt einen „Quantensprung“ von veraltet zu topmodern dar.

Bedeutung für Bauherren und Sanierer

Das Projekt der Regelschule Eisfeld dient als vorbildliches Beispiel für die Sanierung von Gebäuden mit hohem Denkmalwert und hohen energetischen Ansprüchen. Für Bauherren, Sanierer und Immobilienbesitzer in Deutschland, die vor ähnlichen Aufgaben stehen, lassen sich daraus wichtige Lehren ziehen:

  1. Ganzheitliche Planung: Eine erfolgreiche Sanierung umfasst nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch die technischen Anlagen und die Außenflächen. Die Integration von Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung und die Schaffung von qualitativ hochwertigen Freiflächen sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit der Immobilie.
  2. Denkmalschutz und Moderne: Die Sanierung zeigt, dass moderne Energiestandards und der Erhalt historischer Bausubstanz kein Widerspruch sein müssen. Fachgerechte Planung und Ausführung sind hierfür entscheidend.
  3. Finanzielle Planbarkeit: Eine klare Definition der Leistungsphasen und eine detaillierte Kostenaufstellung (wie die Bausumme von 3.920.000 € für die Regelschule) sind essenziell für die erfolgreiche Durchführung großer Bauvorhaben.

Zusammenfassung der technischen Eckdaten

Um die Komplexität des Projekts zu veranschaulichen, hier eine Übersicht der relevanten Daten:

Parameter Wert / Beschreibung
Projektbezeichnung Sanierung Regelschule Eisfeld
Gebäudetyp Schule (Regelschule)
Planungszeitraum 01/2019 – 08/2020
Leistungsphasen 1–9 (HOAI)
Bausumme (Regelschule) 3.920.000,00 € (Brutto)
Brutto-Rauminhalt (BRI) 2.600 m³
Schwerpunkte Sanierung Fassadensanierung (denkmalgerecht), Dämmung der Geschossdecke, Einbau einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
Technische Anlagen Elektrische Anlagen, Kommunikations-, sicherheits- & informationstechnische Anlagen, Förderanlagen
Außenanlagen Sportflächen (Bolzplatz, Basketball, Handball, Volleyball, Leichtathletik), Spielflächen, Schulgarten

Fazit

Die Sanierung der Regelschule Eisfeld ist ein Paradebeispiel für eine gelungene energetische und funktionale Gebäudemodernisierung. Durch eine Investition von knapp vier Millionen Euro allein für die Regelschule sowie weitere Mittel für den gesamten Schulcampus konnte eine veraltete Bausubstanz in eine topmoderne, umweltfreundliche und architektonisch ansprechende Bildungsstätte transformiert werden. Die Kombination aus denkmalgerechter Fassadensanierung, moderner Lüftungstechnik und der Schaffung hochwertiger Außenflächen setzt Maßstäbe in der öffentlichen Bauwirtschaft. Für die Bauwirtschaft und Eigentümer ähnlicher Gebäude unterstreicht dieses Projekt die Bedeutung von umfassender Planung, hoher Handwerkskunst und dem Mut zur Investition in zukunftsweisende Technologien. Das Ergebnis ist nicht nur eine energetisch optimierte Immobilie, sondern ein Ort, der Lernen, Bewegung und soziales Miteinander fördert.

Quellen

  1. Elektroplanung Will - Portfolio Regelschule Eisfeld
  2. Rundschau - Umbau und Modernisierung der Grund- und Regelschule in Eisfeld
  3. In Südthüringen - Schulcampus Eisfeld Quantensprung
  4. Staatliche Regelschule „Otto Ludwig“ Eisfeld

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