Einleitung
Das Sonnborner Kreuz in Wuppertal, eines der größten innerstädtischen Autobahnkreuze Europas, steht vor einer historischen und umfangreichen Sanierung. Nach über 50 Jahren im Einsatz und bei täglich 90.000 Fahrzeugen, darunter erheblichem Schwerlastverkehr, ist eine complete Erneuerung der Infrastruktur notwendig. Die Maßnahme, geplant durch die Autobahn GmbH (vormals Straßen.NRW), umfasst den Rückbau und den Ersatzneubau der Ingenieurbauwerke aus den 1970er Jahren. Ziel ist es, die Autobahn 46 an die gestiegenen Verkehrsanforderungen anzupassen und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Der Zeitplan sieht einen Baubeginn voraussichtlich im Jahr 2027 vor, wobei die Bauzeit auf circa sieben Jahre veranschlagt ist. Diese Sanierung wird massive Auswirkungen auf den lokalen Verkehr haben und erfordert eine detaillierte Planung von Verkehrsführung und Umleitungen.
Das Sonnborner Kreuz: Struktur und Bedeutung
Das Autobahnkreuz Sonnborn verbindet die A46 mit der A535 und der B224. Es handelt sich um ein komplexes Knotenpunkt-System, das aus zahlreichen Brückenbauwerken besteht, die allesamt aus der Bauphase der 1970er Jahre stammen. Diese Bauwerke erreichen das Ende ihrer technischen Lebensdauer und entsprechen nicht mehr den aktuellen statischen Anforderungen, die sich durch das weiterwachsende Verkehrsaufkommen ergeben.
Laut Angaben der Sweco GmbH, die für die Bauphasenplanung und die Planung des Rückbaus sowie des Ersatzneubaus sämtlicher Ingenieurbauwerke verantwortlich ist, ist der Zustand der Brücken kritisch. Die Sweco GmbH erhielt im August 2020 den Planungsauftrag für den Planungsabschnitt 2 des umfangreichen Projekts „Wuppertal A46“. Dieser Abschnitt umfasst das Sonnborner Kreuz und ist aufgrund der vielen Brückenbauwerke aus den 1970er Jahren besonders betroffen. Eine komplette Erneuerung ist unumgänglich, um die Verkehrssicherheit und die Tragfähigkeit für die Zukunft zu sichern.
Interessant ist, dass trotz der geplanten Vollsanierung keine neuen Verbindungen, beispielsweise zur L74, geschaffen werden. Der Fokus liegt rein auf der Erneuerung der bestehenden Infrastruktur.
Zeitplan und Projektmanagement
Der Zeitplan für das Mega-Projekt hat sich in den letzten Monaten konkretisiert, wobei es jedoch leichte Abweichungen in den Berichten der verschiedenen Quellen gibt, die im Folgenden beleuchtet werden.
Geplanter Baubeginn
Laut einer Anfrage der Autobahn GmbH an Radio Wuppertal im Juni 2024 war ein Start der Sanierung voraussichtlich ab Mitte 2026 geplant. Ein Bericht von Radio Wuppertal vom Juli 2025 gibt an, dass die Sanierung in zwei Jahren (Mitte 2027) starten soll. Eine weitere Quelle (Wuppertaler Rundschau) nennt ebenfalls den 06.03.2025 als Zeitpunkt, an dem die Verwaltung über den Planungsstand informierte und einen Baubeginn voraussichtlich 2027 nannte. Die Grünen-Fraktion Wuppertal verweist in ihrer Großen Anfrage vom 08.07.2025 auf Informationen der Bezirksvertretung Vohwinkel vom 05.03.2025, in der ein Start ab Mitte 2026 genannt wurde.
Aufgrund dieser unterschiedlichen Angaben in zeitlich nah beieinander liegenden Berichten muss die exakte Jahreszahl als unklar bezeichnet werden. Es ist jedoch von einem Baubeginn im Zeitraum 2026/2027 auszugehen.
Bauzeit und Bauabschnitte
Die geschätzte Bauzeit beträgt laut der Autobahn GmbH sieben Jahre. Das Projekt ist in Bauabschnitte unterteilt. Zuerst werden die Brücken saniert, deren Zustand am schlechtesten ist. Konkret wurde genannt, dass die Wupperbrücke Sonnborn den Anfang macht, gefolgt von der ersten Brücke Richtung Norden (Richtung A535).
Die Sweco GmbH ist für die Planung des Rückbaus und des Ersatzneubaus verantwortlich, was auf einen strukturierten, mehrstufigen Prozess hindeutet. Das Projekt „Wuppertal A46“ ist in fünf Planungsabschnitte unterteilt, wobei der Umbau des Sonnborner Kreuzes ein zentraler Bestandteil ist.
Verkehrsführung und Einschränkungen während der Bauphase
Die Sanierung eines solch verkehrstechnisch wichtigen Knotens erfordert intelligente Lösungen zur Verkehrsführung, um Staus und Gefahren zu minimieren.
Dauer der Sperrungen und Tempolimits
Während der gesamten siebenjährigen Baustelle soll der Verkehr, soweit möglich, auf zwei Spuren in jede Richtung weiterlaufen. Allerdings wird in der Baustelle immer nur Tempo 80 erlaubt sein. Vollsperrungen in eine Richtung sind laut Radio Wuppertal nur höchstens dann geplant, wenn der sogenannte Flüsterasphalt aufgebracht wird.
Vorübergehende Maßnahmen
Quellen belegen, dass es auch schon vor dem offiziellen Start der Großbaustelle zu Einschränkungen kommen kann. So teilt die Autobahn GmbH (Niederlassung Rheinland) mit, dass zur Einrichtung der Verkehrsführung in den Nächten von Freitagabend (30. August) bis Dienstagmorgen (3. September) eine Spur gesperrt wird (Zeit: 20 bis 5 Uhr). Anschließend, wahrscheinlich bis Anfang Oktober, sollen nur noch zwei verengte Fahrstreifen genutzt werden können. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit wird in diesen Abschnitten auf 80 km/h reduziert, um Unfälle zu vermeiden. Ab Anfang Oktober wird auch die Fahrbahn in Richtung Sonnborner Kreuz eingeengt, während in Fahrtrichtung Velbert zunächst keine Einschränkungen bestehen. Besonders intensiv werden die Arbeiten im November ausfallen. Dann stehen sowohl in Richtung Velbert als auch in Richtung Sonnborner Kreuz nur jeweils zwei eingeengte Fahrstreifen zur Verfügung, die mit maximal 80 km/h befahren werden dürfen. Zudem ist ab dann im Sonnborner Kreuz die direkte Verbindung von der A46 (aus Dortmund kommend) auf die A535 in Richtung Velbert gesperrt. Umleitungen sind über die A46-Anschlussstellen Wuppertal-Varresbeck vorgesehen.
Besonderheit: Einfluss auf die Bundesgartenschau 2031
Ein besonderer planerischer Aspekt ist die Bundesgartenschau (BUGA), die 2031 in Wuppertal stattfinden soll. Die Autobahn GmbH gab auf Anfrage bekannt, dass bei den Bauplanungen möglichst Rücksicht auf dieses Großereignis genommen werden soll. Dies deutet darauf hin, dass man versucht, die intensivsten Bauphasen so zu legen, dass die Infrastruktur zur BUGA weitgehend intakt ist oder zumindest die Belastungen für Besucher minimiert werden.
Technische Herausforderungen und Notwendigkeit der Sanierung
Die Notwendigkeit der Sanierung ergibt sich aus dem Alter und der Belastung der Anlage.
Alter und Zustand der Bauwerke
Das Sonnborner Kreuz ist über 50 Jahre alt. Der Baubeginn war 1974. In diesem Zeitraum haben sich die Anforderungen an die Verkehrssicherheit und die statischen Belastungen massiv geändert. Die Brückenbauwerke aus den 1970er Jahren müssen umfänglich grundhaft erneuert werden, um den zukünftigen statischen Anforderungen aus dem weiterwachsenden Verkehrsaufkommen genügen zu können.
Verkehrsaufkommen
Das Kreuz ist eine Hochleistungsader. Täglich fahren 90.000 Fahrzeuge durch das Sonnborner Kreuz. Davon entfallen etwa zwölf Prozent auf Schwerlastverkehr. Diese immense Belastung über Jahrzehnte führt zu Materialermüdung und erfordert eine Erneuerung der Tragwerke.
Sanierungsmaßnahmen im Detail
Die Sanierung umfasst laut einer Meldung aus dem August 2024 (Wuppertaler Rundschau) unter anderem: * Erneuerung der Entwässerung. * Sanierung des Betons.
Dies sind typische Maßnahmen bei der Instandsetzung von Autobahnbrücken, die auf Schäden durch Witterung und Streusalz zurückzuführen sind.
Einordnung in den Gesamtkontext: Weitere Wuppertaler Autobahnkreuze
Die Sanierung des Sonnborner Kreuzes ist nicht die einzige große Baustelle in Wuppertal. Es gibt Pläne für das Kreuz Wuppertal-Nord. Während für das Sonnborner Kreuz die Planungen weit fortgeschritten sind, ist der Zeitpunkt für das Kreuz Nord noch unklar. Die Autobahn GmbH fände es nicht problematisch, wenn sich die Bauzeiten der beiden Kreuze überschneiden.
Das Kreuz Nord hat eine besondere technische Eigenheit: Es verfügt über Ampeln, was bundesweit einmalig ist. Nach dem geplanten Umbau des Kreuzes Nord wird es diese Ampeln nicht mehr geben. Dies zeigt, dass Wuppertal auch in Zukunft mit massiven Veränderungen seiner Verkehrsinfrastruktur rechnen muss.
Zusammenfassung der geplanten Maßnahmen
| Maßnahme | Details | Zeitrahmen (laut Quellen) | Verantwortliche Planung |
|---|---|---|---|
| Vollsanierung Sonnborner Kreuz | Rückbau und Ersatzneubau aller Brückenbauwerke (1970er Jahre). Erneuerung der Entwässerung und des Betons. | Start voraussichtlich Mitte 2026 oder 2027. Dauer: ca. 7 Jahre. | Autobahn GmbH, Sweco GmbH (Planungsabschnitt 2). |
| Verkehrsführung | Dauerhaft 2 Spuren pro Richtung (Tempo 80). Vollsperrungen nur bei Teerarbeiten. | Während der gesamten Bauzeit. | Autobahn GmbH. |
| Vorlaufarbeiten | Sperrungen zur Vorbereitung der Verkehrsführung (Nächte). Verengung auf 2 Spuren. | August/September und Oktober/November (vor Hauptbaustart). | Autobahn GmbH Niederlassung Rheinland. |
| Berücksichtigung BUGA 2031 | Rücksichtnahme auf das Großereignis bei der Planung. | Laufende Planung. | Autobahn GmbH. |
Fazit
Der Umbau des Sonnborner Kreuzes ist ein notwendiges und langfristig geplantes Infrastrukturprojekt in Wuppertal. Die Notwendigkeit ergibt sich aus dem Alter der Anlage und der hohen Verkehrsbelastung. Mit einer geschätzten Bauzeit von sieben Jahren und Kosten in Höhe von 350 Millionen Euro handelt es sich um eines der größten Verkehrsbauprojekte der Region.
Für Anwohner, Pendler und Logistikunternehmen bedeutet dies eine Phase der Umstellung. Die geplante Verkehrsführung mit dauerhaft zwei Spuren und einem Tempolimit von 80 km/h soll die Durchlässigkeit des Knotens so weit wie möglich erhalten. Gleichzeitig sind jedoch Sperrungen von Teilabschnitten und direkten Verbindungsrampen, wie der Verbindung von Dortmund nach Velbert, unvermeidbar.
Die Planung durch die Autobahn GmbH und die Sweco GmbH zeigt einen strukturierten Ansatz, der die Brückenbauwerke abschnittsweise erneuert. Die Unklarheiten bezüglich des exakten Baubeginns (2026 oder 2027) sowie die Abstimmung mit der BUGA 2031 erfordern eine transparente Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Für die Bauwirtschaft bietet das Projekt eine enorme Herausforderung in der Logistik und im Bauablaufmanagement, da der Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten ist.
Quellen
- Wuppertals Autobahnkreuze jahrelang Baustelle
- Umbau des Sonnborner Kreuzes ab 2026
- Sonnborner Kreuz: Sieben Jahre Umbau
- Mehrere Monate Baustelle am Sonnborner Kreuz in Wuppertal
- Wuppertal: Umbau des Sonnborner Kreuzes beginnt voraussichtlich 2027
- Rückbau und Ersatzneubau des Autobahnkreuzes Wuppertal-Sonnborn
- Sonnborner Kreuz: A46 in Wuppertal – Rückbau und Ersatzneubau startet