Die Straße Pfenningsbusch im Hamburger Stadtteil Barmbek-Süd steht im Fokus von Sanierungsbestrebungen, die auf eine deutliche Aufwertung für den Rad- und Fußverkehr abzielen. Aktuelle Analysen und Bürgeranliegen verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf an dieser Verkehrsachse. Der Zustand der Infrastruktur, bestehend aus Kopfsteinpflaster und teils unzureichend ausgebauten Gehwegen, stellt eine Herausforderung für die Verkehrssicherheit und die Attraktivität der Straße für nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer dar. Im Folgenden werden die geplanten und geforderten Maßnahmen, technischen Gegebenheiten sowie die strategische Bedeutung der Sanierung detailliert beleuchtet.
Aktueller Zustand und Verkehrssituation
Der Pfenningsbusch weist eine komplexe Verkehrssituation auf, die durch eine hohe Anzahl an Fahrstreifen für den Kraftfahrzeugverkehr und eine fehlende spezifische Infrastruktur für Radfahrer gekennzeichnet ist.
Verkehrsführung und Fahrbahnbau
Laut der Bereitstellung von Geodaten (Source [4]) gestaltet sich der Pfenningsbusch je nach Abschnitt unterschiedlich. Es handelt sich teils um eine Verbindungsstraße, teils um Verbindungswege von Kreisstraßen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h, und es existieren partiell Einbahnstraßenabschnitte. Der Fahrbahnbelag variiert zwischen Asphalt und Pflastersteinen, wobei das Kopfsteinpflaster in vielen Bereichen vorherrscht.
Eine Analyse der Verkehrssituation (Source [3]) ergibt, dass im Pfenningsbusch keine Radverkehrsanlage existiert. Stattdessen stehen bis zu vier Spuren – teilweise regelwidrig – für den ruhenden Verkehr und insgesamt bis zu sechs Spuren für den Kfz-Verkehr zur Verfügung. Diese hohe Anzahl an Spuren führt zu einer Dominanz des motorisierten Verkehrs.
Defizite für Rad- und Fußverkehr
Die fehlende Infrastruktur führt zu erheblichen Sicherheitsproblemen. Radfahrer, die die Straße nutzen, werden häufig mit zu geringem Abstand und hohem Tempo überholt (Source [3]). Das Fahren auf dem Gehweg ist aufgrund der verkehrswidrigen Nutzung durch Radfahrer eine häufige Beobachtung, was die Konflikte mit Fußgängern erhöht (Source [1]).
Besonders problematisch sind die Bodenbeschaffenheiten. Das Kopfsteinpflaster erschwert das Befahren mit Fahrrädern erheblich. Für Nutzer von Lastenrädern oder Fahrradanhängern sowie für Kinder ist das sichere Befahren des Pfenningsbusch nur eingeschränkt möglich (Source [3]). Der Druck, rechts zu fahren, führt Radfahrer zudem in die „Dooring-Zone“, also die Gefahrenzone durch plötzlich öffende Autotüren parkender Fahrzeuge.
Auch der Fußverkehr leidet unter den aktuellen Gegebenheiten. Die Gehwege und Querungshilfen an den Einmündungen sind in einem teilweise sehr schlechten Zustand (Source [3]). Parkende Kfz verstellen regelmäßig die Sichtbeziehungen an den Querungsbereichen, was zu überraschenden und bedrängenden Situationen für Fußgänger führt. Das sichere Queren der Straße, insbesondere für Kinder und Menschen mit Einschränkungen, ist nur bedingt möglich.
Geplante Sanierungsmaßnahmen und Forderungen
Die Initiative zur Sanierung des Pfenningsbusch resultiert aus dem Bedarf, die Sicherheit und die Qualität der Straße als Verkehrsweg grundlegend zu verbessern. Verschiedene politische Anträge und Bürgerinitiativen haben konkrete Maßnahmenkataloge formuliert.
Grundsanierung und Fahrbahnbau
Ein Kernanliegen ist die Grundsanierung der Straße. Ein Antrag der FDP-Fraktion im Regionalausschuss Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg (Source [1]) fordert, dass eine wirklichkeitsnahe Verbesserung nicht durch wenige Schilder, sondern nur durch eine Grundsanierung mit Ausbau des Kopfsteinpflasters erreicht werden kann.
Konkret geplant ist der Ersatz des Kopfsteinpflasters durch eine Asphaltdecke (Source [1]). Dies dient primär dem Ziel, die Straße für Radfahrer attraktiver zu gestalten, damit diese die Fahrbahn und nicht den Gehweg nutzen. Asphalt bietet einen deutlich höheren Komfort und eine sicherere Fortbewegung auf dem Fahrrad.
Maßnahmen für den Radverkehr
Zentraler Bestandteil der Sanierung ist die Installation einer Radverkehrsanlage. Ein spezifisches Ziel ist die Aufbringung eines Fahrradstreifens auf der Fahrbahn (Source [1]). Dieser soll den Schutz der Radfahrer vor dem motorisierten Individualverkehr sichern. Die Forderung nach einer „leistungsfähigen, kinderfreundlichen und sicheren Radverkehrsanlage“ (Source [3]) unterstreicht den Anspruch, eine Infrastruktur zu schaffen, die Familien und Sicherheitsbewusste Nutzer anspricht.
Maßnahmen für den Fußverkehr
Die Verbesserung der Fußwege ist ebenso essenziell. Gefordert wird die Sanierung der Gehwege, um Stolperfallen zu beseitigen (Source [1]). Darüber hinaus soll die Fußverkehrsfläche generell ausgebaut werden (Source [3]). Ein besonderer Fokus liegt auf der Sicherung der Sichtbeziehungen an den Einmündungen. Dies soll Fußgängern die gefahrlose Querung sowohl des Pfenningsbusches als auch der einmündenden Straßen ermöglichen. Die Bereitstellung sicherer Querungshilfen wird explizit gewünscht.
Politische Einordnung und Umsetzung
Um diese Ziele zu erreichen, wird das Bezirksamt aufgefordert, die Straße in das bezirkliche Straßenbauprogramm als „vordringlichen Bedarf“ aufzunehmen (Source [1]). Die zuständige Straßenverkehrsbehörde wird gebeten, dem Fuß- und Radverkehr eine hohe Priorität einzuräumen (Source [3]). Es zeigt sich, dass die Verbesserung der Infrastruktur eine politische Entscheidung erfordert, die durch Bürgerbeteiligung und Anträge von Fraktionen flankiert wird.
Technische Spezifikationen und Verkehrsführung
Um die Maßnahmen in den technischen Kontext einzuordnen, lohnt ein Blick auf die spezifischen Gegebenheiten des Pfenningsbusch.
Straßenquerschnitt und Belag
Der Pfenningsbusch ist eine Straße mit wechselnden Charakteristika. Nach Angaben aus Geodaten (Source [4]) variiert die Anzahl der Fahrstreifen je nach Abschnitt zwischen einem und zwei. In Kombination mit Parkspuren können sich, wie in Source [3] beschrieben, bis zu sechs Spuren für den Kfz-Verkehr ergeben.
Der derzeitige Belag ist gemischt: Asphalt und Pflastersteine. Die Pflasterbereiche sind es, die für die Erschütterungen und die gefährlichen Situationen für Radfahrer verantwortlich sind. Die Umstellung auf eine durchgehende Asphaltdecke ist daher die logische Konsequenz aus einer verkehrssicherheitstechnischen Bewertung.
Gefahrenpotenziale und Lösungsansätze
Ein spezifisches Risiko stellen die Überholmanöver an den Fahrbahnverjüngungen der Querungshilfen auf der westlichen Seite des Pfenningsbusch dar (Source [3]). Diese Engstellen laden Kfz-Fahrer zum riskanten Überholen ein. Eine Neuplanung muss diese Engstellen entweder durch eine klare Regelung der Verkehrsführung oder durch eine bauliche Trennung entschärfen.
Die Sichtbehinderungen durch parkende Fahrzeuge lassen sich nur durch eine klare Regelung der Parkstände oder durch bauliche Maßnahmen (z. B. versetzte Parkbuchten oder Verkehrsinseln) lösen, um die Sicherheit an den Querungen zu gewährleisten.
Zusätzliche Aspekte der Infrastrukturpflege
Neben den großen Sanierungsmaßnahmen gibt es auch kleinere Initiativen zur Aufwertung des Straßenraums.
Pflege von Betonpollern
An der Straße Pfenningsbusch stehen klobige Betonpoller, die das Parken verhindern und das Überqueren der Straße sicherer machen sollen (Source [5]). Es gibt Initiativen, diese Poller optisch aufzuwerten. Gesucht werden Paten, die diese Poller bemalen und mit bunten Blumen bepflanzen. Dies dient der städtebaulichen Verschönerung und der sozialen Interaktion im Viertel. Die Kosten für Erde und Pflanzen können über Behördenmittel und den Verfügungsfonds des Stadtteilrates gedeckt werden. Dies zeigt ein lokales Engagement, das über die reine Verkehrstechnik hinausgeht.
Aktuelle Bauarbeiten in der Umgebung
Es ist zu beachten, dass Verkehrswege in Hamburg selten isoliert betrachtet werden können. Aktuelle Asphaltierungsarbeiten fanden beispielsweise auf der Bramfelder Straße zwischen Pfenningsbusch und Lämmersieth statt (Source [2]). Diese Arbeiten wurden vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) durchgeführt und dienten der Erneuerung der Fahrbahndecke, da diese abgesackt und in schlechtem Zustand war. Solche Arbeiten zeigen, dass die Instandhaltung des Straßennetzes ein kontinuierlicher Prozess ist. Bei den Arbeiten auf der Bramfelder Straße blieben Fuß- und Radverkehr ohne Einschränkungen, was als positives Beispiel für die Priorisierung nicht-motorisierter Verkehrsteilnehmer gelten kann.
Zusammenfassung der Anforderungen an die Sanierung
Die Forderungen nach einer Sanierung des Pfenningsbusch sind vielfältig und zielen auf eine ganzheitliche Aufwertung der Straße.
Priorisierung der Verkehrsteilnehmer
Der Schutz von Radfahrern und Fußgängern steht im Vordergrund. Dies umfasst: 1. Beseitigung der Hauptgefahrquelle: Das Kopfsteinpflaster muss durch Asphalt ersetzt werden. 2. Schaffung von Raum: Ein dedizierter Fahrradstreifen muss auf der Fahrbahn markiert werden. 3. Sicherung von Querungen: Die Sichtbeziehungen müssen frei von Hindernissen (parkende Autos) sein, und die Gehwege müssen niveaugleich und glatt sein.
Ökologische und soziale Komponenten
Die Anpflanzung der Poller (Source [5]) indiziert, dass die Sanierung auch eine ökologische Komponente haben kann. Die Schaffung von grünen Inseln in der Asphaltwüste trägt zur Aufwertung des Stadtklimas bei. Zudem fördert die Suche nach Paten die Nachbarschaft.
Politischer Handlungsbedarf
Die wiederholten Eingaben in den Regionalausschuss (Source [1], [3]) belegen, dass der Handlungsbedarf seitens der Anwohner und politischer Gremien erkannt ist. Die Aufnahme in das „vordringliche Bedarfsprogramm“ ist der notwendige Schritt, um die notwendigen Haushaltsmittel zu sichern und die Planung zu starten.
Fazit
Der Pfenningsbusch in Hamburg-Barmbek-Süd befindet sich an einem Wendepunkt. Die jahrelange Vernachlässigung der Infrastruktur, gekennzeichnet durch Kopfsteinpflaster, unzureichende Radwege und marode Gehwege, führt zu einer unzumutbaren Situation für Fahrradfahrer und Fußgänger. Die Datenlage (Source [1], [3], [4]) ist eindeutig: Eine bloße Verwaltung durch Schilder reicht nicht aus.
Die geforderte Grundsanierung, bestehend aus dem Ersatz des Pflasters durch Asphalt, der Markierung von Fahrradstreifen und der Sanierung der Gehwege, ist die einzige Lösung, um die Straße sicher und attraktiv zu machen. Nur so kann verhindert werden, dass Radfahrer auf den Gehweg ausweichen und Kinder sowie ältere Menschen Gefahren ausgesetzt sind. Die Integration von Elementen wie der Bepflanzung von Pollern zeigt zudem, dass eine Sanierung auch die Lebensqualität im Umfeld der Straße verbessern kann. Es bleibt zu hoffen, dass die politischen Entscheidungsträger die Dringlichkeit der Anträge erkennen und die notwendigen Mittel für die Umsetzung bereitstellen, um den Pfenningsbusch zu einer verkehrssicheren und modernen Achse für alle Nutzer zu entwickeln.
Quellen
- Pfenningsbusch sicherer für Rad- und Fußverkehr machen - Alternativantrag
- Dieses Wochenende Asphaltierungsarbeiten zwischen Pfenningsbusch und Lämmersieth
- Fehlende Radverkehrsanlage im Pfenningsbusch
- Pfenningsbusch.Hamburg.174750
- Ehrenamtlich Pflege für Betonringe an der Straße Pfenningsbusch gesucht