Der Weifbergturm in Hinterhermsdorf, ein 37 Meter hoher Holzaussichtsturm mit stahlverstärkter Konstruktion, hat seit seiner Erbauung im Jahr 2000 eine bedeutende Rolle in der touristischen Infrastruktur der Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gespielt. Nach über 20 Jahren Nutzung und Auslastung drohte der Turm jedoch einer drohenden Sperrung und strukturellen Degradation. Die Stadt Sebnitz setzte daher alles in Bewegung, um die dringend nötige Sanierung zu ermöglichen. Im Jahr 2017 wurde die Förderzusage aus dem sächsischen Programm „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ bewilligt, und seitdem läuft die umfassende Modernisierung an. Der vorliegende Artikel beleuchtet die historische Entwicklung, die technischen Aspekte der Sanierung, die Finanzierung sowie die touristische Bedeutung des Weifbergturms.
Historische Entwicklung des Weifbergturms
Der Weifberg ist ein prominentes geografisches Highlight im Raum Hinterhermsdorf. Erstmals erwähnt wurde der Berg im Jahr 1812 durch Wilhelm Lebrecht Götzinger, der den Berg und seine Aussicht in seinem Werk „Beschreibung der so genannten Sächsischen Schweiz“ hervorhob. Diese Beschreibung führte rasch dazu, dass der Berg als Wanderziel und Ausblickpunkt populär wurde – damals noch unbewaldet.
Im Jahr 1882 setzte sich der Gebirgsverein Hinterhermsdorf für den Bau eines Aussichtsturms ein. Obwohl 700 Mark für den Turm veranschlagt wurden, blieb der Verein bei einer Finanzierung von 200 Mark. Der ursprünglich vorgesehene Turmblieb daher unvollendet, stattdessen nutzte die Grenzpolizei das Gelände ab 1950 für einen Wachturm. Dieser Wachturm war jedoch nicht für Touristen zugänglich und stellte vielmehr eine Grenzüberwachungsanlage dar.
Erst im Jahr 2000 wurde der heutige Holzaussichtsturm in Betrieb genommen. Die Eröffnung fand am 2. November 2000 statt. Der Turm ist aus Holz errichtet und weist eine senkrechte Stahlstützenkonstruktion auf. Er verfügt über eine achteckige Dachform und eine offene Wendeltreppe mit 173 Stufen, die zur Aussichtsplattform führen. Die Plattform liegt auf einer Höhe von etwa 32 Metern und bietet einen Rundblick über das Kirnitzschtal, die Sächsische Schweiz, das Lausitzer Bergland und, bei klarer Sicht, bis ins Böhmische Mittelgebirge.
Zustand und Notwendigkeit der Sanierung
Der Holzturm, der in einer exponierten Lage errichtet wurde, stand von Beginn an unter harten Umweltbedingungen. In einem Bericht aus dem Jahr 2017 heißt es, dass der Zahn der Zeit an der Holzkonstruktion stark nagte. Laut Angaben der Stadt Sebnitz ist die Lebensdauer eines Holzturms idealerweise etwa 20 Jahre. Da der Weifbergturm seit 2000 in Betrieb war, wurde spätestens Anfang der 2020er Jahre eine umfassende Sanierung erforderlich.
Die Stadt Sebnitz suchte bereits seit einiger Zeit nach Fördermitteln, um die Sanierung, die mit rund 300.000 Euro veranschlagt war, finanzieren zu können. Nach mehreren Anträgen erhielt die Stadt schließlich 2017 die Zusage für eine Förderung in Höhe von 304.167 Euro. Damit wurde 85 % der Gesamtausgaben von 357.844 Euro gedeckt.
Im Jahr 2018 begannen die Bauarbeiten. Um die Sanierungsarbeiten ungestört durchführen zu können, wurde das Areal um den Turm eingezäunt und eine Baustraße angelegt, die den Transport von Maschinen und Material ermöglichen sollte. Die Baukosten beliefen sich auf insgesamt etwa 217.000 Euro. Ziel war es, die Arbeiten bis August 2018 abzuschließen.
Während der Bauarbeiten war der Turm für mehrere Monate gesperrt. Touristen und Wanderer, die sich über die markierten Wege zum Turm begeben, konnten während dieser Zeit nicht auf die Aussichtsplattform gelangen. Um dennoch für Interessierte Informationen bereitzustellen, wurde ein Bauschild an der Baustelle aufgestellt, das über die Sanierungsmaßnahme informierte.
Finanzierung und Förderung
Die Sanierung des Weifbergturms war ein Projekt, das sowohl touristische als auch infrastrukturelle Aspekte berücksichtigte. Die Stadt Sebnitz verfolgte mit dem Vorhaben das Ziel, das Bergplateau am Weifberg touristisch aufzuwerten. Dazu gehörte nicht nur die Modernisierung des Turms, sondern auch eine bessere Erreichbarkeit und Sicherheit für Wanderer.
Die Finanzierung erfolgte durch die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ des Freistaates Sachsen. Die Förderung basierte auf Steuermitteln, die vom Sächsischen Landtag beschlossen wurden. Die Förderzusage war ein entscheidender Meilenstein für die Stadt Sebnitz.
Die Stadtverwaltung erklärte, dass sie sich über die Genehmigung freue, da die Finanzierung bis dato noch unsicher gewesen sei. Mit der Förderzusage war es möglich, die notwendigen Sanierungsarbeiten in Angriff zu nehmen, ohne dass die Stadt selbst zu hohen Eigenanteilen hätte tragen müssen.
Bautechnische Aspekte der Sanierung
Die Sanierung umfasste mehrere technische und konstruktive Maßnahmen. Der Weifbergturm, der überwiegend aus Holz besteht, benötigte eine umfassende Inspektion der tragenden Elemente. Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei auf die Holzkonstruktion und die Stahlstützen gerichtet, die als Stabilisierungselemente dienen.
Da der Turm über 30 Jahre im Außenbereich stand, war mit erheblichen Schäden durch Witterungseinflüsse zu rechnen. Holzbauteile, die Feuchtigkeit ausgesetzt waren, zeigten im Laufe der Jahre Fäulniserscheinungen. Auch die Verbindungselemente zwischen Holz und Stahl mussten überprüft werden, um die Standsicherheit des gesamten Bauwerks zu gewährleisten.
Zusätzlich wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Zugänglichkeit und Barrierefreiheit geplant. Der Aufstieg zum Turm erfolgt über eine offene Wendeltreppe mit 173 Stufen, was für manche Besucher, insbesondere Familien mit Kindern oder ältere Menschen, eine Herausforderung darstellt. In der Sanierungsplanung war vorgesehen, den Zugang zu optimieren, beispielsweise durch die Einrichtung von Haltegriffen oder eine bessere Beschilderung.
Auch die Sicherheit im Inneren des Turms wurde überdacht. Da der Turm über eine offene Konstruktion verfügt, war in der Vergangenheit die Sicht auf die umliegende Landschaft ungehindert, doch das Fehlen von Geländern an bestimmten Stellen stellte ein Sicherheitsrisiko dar. Die Sanierungsarbeiten beinhalteten daher auch die Installation zusätzlicher Geländer und die Überprüfung bestehender Sicherheitsvorkehrungen.
Tourismus und Erlebnisfaktor
Der Weifbergturm hat sich seit seiner Eröffnung 2000 zu einem beliebten Ziel für Wanderer und Naturliebhaber entwickelt. Die Aussichtsplattform auf etwa 32 Metern Höhe bietet einen unvergleichlichen Rundblick über die Sächsische Schweiz, das Kirnitzschtal und das Lausitzer Bergland. Bei klarer Sicht ist es sogar möglich, bis ins Böhmische Mittelgebirge zu blicken.
Die Tourismusbranche in der Region profitiert stark von dem Turm. Der Tourismusverein Elbsandsteingebirge hat den Weifbergturm als eines seiner empfohlenen Ausflugsziele gelistet. Der Turm ist in ein Wanderwegenetz integriert, das von Hinterhermsdorf, Sebnitz und anderen benachbarten Orten aus angeboten wird. Wanderer können den Turm beispielsweise auf dem Panoramaweg rund um Hinterhermsdorf oder auf dem Weg über den Wachberg nach Sebnitz erreichen.
Ein weiteres Highlight für Familien ist das Wissensquiz, das Kinder motiviert, die 173 Stufen zum Turm hinaufzusteigen. Dieses Element sorgt nicht nur für Unterhaltung, sondern auch für Bildung. Die Kombination aus Erlebnis, Bildung und Naturerfahrung macht den Weifbergturm zu einem besonderen Angebot im regionalen Tourismus.
Die Sanierung des Turms war daher nicht nur aus technischer Sicht notwendig, sondern auch aus touristischer Perspektive. Die Sicherheit, die Barrierefreiheit und die Attraktivität des Turms für Touristen standen im Fokus der Modernisierungsmaßnahmen.
Planung und Umsetzung
Die Planung der Sanierung begann bereits vor der Förderzusage. Die Stadt Sebnitz erarbeitete ein umfassendes Sanierungskonzept, das touristische, infrastrukturelle und Sicherheitsaspekte berücksichtigte.
Ein zentraler Aspekt der Planung war die Umsetzung der Sanierung innerhalb der geförderten Budgetgrenzen. Die 357.844 Euro, die für das Projekt vorgesehen waren, mussten sorgfältig verteilt werden. Der Hauptanteil der Kosten entfiel auf die Modernisierung des Turms selbst, darunter die Renovierung der Holzkonstruktion, der Stahlstützen und der Sicherheitselemente.
Ein weiterer Kostenfaktor war die Anlage einer Baustraße. Da der Turm in einer abgelegenen Lage steht, war es erforderlich, eine temporäre Zugangsstraße zu bauen, um Maschinen und Materialien anbringen zu können. Diese Maßnahme war unumgänglich, um die Sanierungsarbeiten durchzuführen.
Die Bauzeit wurde ursprünglich bis August 2018 geplant. Tatsächlich endeten die Arbeiten etwas später, da unerwartete technische Probleme auftraten. Trotzdem gelang es, den Turm wieder für die Öffentlichkeit zu öffnen.
Fazit
Die Sanierung des Weifbergturms in Hinterhermsdorf ist ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Kommune, Förderern und touristischen Interessen. Der Turm, der 2000 als ein zentraler Ausblickspunkt für die Region errichtet wurde, stand nach 20 Jahren Nutzung vor der Notwendigkeit einer umfassenden Modernisierung.
Die Stadt Sebnitz setzte alles in Bewegung, um die erforderlichen Mittel zu sichern. Mit der Förderzusage aus dem sächsischen Programm „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ war es möglich, die Sanierung zu finanzieren. Die Bauarbeiten begannen 2018 und standen unter dem Aspekt der Sicherheit, der Erlebnisqualität und der touristischen Attraktivität.
Der Weifbergturm bleibt nach der Sanierung ein wichtiges Symbol der Region. Er ist nicht nur ein technisches Bauwerk, sondern auch ein Kultur- und Erlebnisort, der Wanderern und Touristen einen unvergesslichen Ausblick bietet.
Quellen
- Sanierung Weifbergturm Hinterhermsdorf hat begonnen
- Weifbergturm kann gebaut werden – Stadt Sebnitz erhält Fördermittelzusage
- Rettung für den Weifbergturm
- Weifbergturm droht die Sperrung
- Weifbergturm Hinterhermsdorf – Ausflugsziel des Tourismusvereins Elbsandsteingebirge
- Weifbergturm Hinterhermsdorf – Ausflugsziel der Sächsischen Schweiz