Sanierung des Alternativen Zentrums Conni in Dresden: Ein umfassender Überblick über Baufortschritt und Maßnahmen

Die Sanierung und der Umbau von Immobilien stellen oft komplexe Herausforderungen dar, insbesondere wenn es sich um denkmalgeschützte Gebäude oder selbstverwaltete Kulturzentren handelt. Das Alternative Zentrum Conni (AZ Conni) in Dresden bietet hierfür ein prägnantes Beispiel. Der Verein, der seit über drei Jahrzehnten als Knotenpunkt für subkulturelle Jugendkulturen, politische Bildung und soziale Treffpunkte dient, befindet sich in einem umfassenden Sanierungsprozess. Dieser Artikel beleuchtet die durchgeführten und geplanten Baumaßnahmen, die Finanzierung durch Fördermittel und die strategische Bedeutung der Modernisierung für die Zukunft des Zentrums, basierend auf den vorliegenden Informationen.

Hintergrund und Ausgangslage des Sanierungsprojekts

Das AZ Conni ist ein seit 1991 bestehendes soziokulturelles Projekt in Dresden, das sich subkulturellen Jugendkulturen und politischer Bildung widmet. Seit 1995 betreibt der Verein das Gebäude in der Rudolf-Leonhard-Straße 39. Lange Zeit bestand nur ein Mietverhältnis mit dem Liegenschaftsamt der Stadt Dresden als Eigentümer. Eine entscheidende Wende für die Sanierungsplanung erfolgte Ende 2009 mit dem Abschluss eines Erbbaurechtsvertrages, der dem Verein eine Nutzungsdauer von 30 Jahren sichert und die Verantwortung für das Gebäude grundlegend verändert.

Bereits seit etwa 1995 war dem Verein bewusst, dass das Gebäude eine umfassende Sanierung benötigte. Reparaturen und Umbauten erfolgten zwar in Eigenleistung, jedoch fehlten für größere Baustellen die finanziellen Mittel. Erst durch die Sicherung des Erbbaurechts und die Möglichkeit der Fördergelder wurde eine grundlegende Sanierung realisierbar.

Denkmalgeschützte Strukturen und Sanierungsauflagen

Die Gebäude des AZ Conni machen einen "runtergekommenen Eindruck" (Source [1]), sind aber gleichzeitig denkmalgeschützt. Dies stellt besondere Anforderungen an die Sanierung. Beim Kauf des Grundstücks zwischen Stadt und Verein wurde eine Auflage vereinbart: Bis 2019 müssen die denkmalgeschützten Gebäude saniert sein. Um diese Auflage zu erfüllen, hat der Verein 825.000 Euro an Fördermitteln erhalten.

Neben dem Haupthaus in der Rudolf-Leonhard-Straße betrifft die Sanierung auch den Szeneclub "Chemiefabrik" am Großenhainer Platz. Dieser ist ebenfalls "ziemlich sanierungsbedürftig" und leidet unter fehlenden Wirtschafts-, Band- und Technikräumen sowie einer zu kleinen Bühne und unzureichenden Garderoben. Hier liegt ein Umbauantrag bei der Stadt, und bei Genehmigung soll der Umbau im Sommer in Eigenleistung starten (Source [1]).

Finanzierung und Förderung

Ein zentraler Aspekt der Baufinanzierung ist die Einbindung in das Sanierungsgebiet Hechtviertel. Die Sächsische Aufbaubank zahlt im Rahmen der Fördergelder für dieses Gebiet einen "großen Batzen Geld", der die Sanierung des Hauses ermöglicht (Source [2]). Diese öffentliche Förderung ist essenziell, um den Umfang der notwendigen Arbeiten abzudecken, der weit über bloße Reparaturen hinausgeht.

Durchgeführte Sanierungsmaßnahmen im Haupthaus

Die Sanierung des Haupthauses in der Rudolf-Leonhard-Straße 39 ist bereits weit fortgeschritten. Der Verein hat eine detaillierte Liste der bisherigen Arbeiten veröffentlicht, die einen kompletten Austausch der Bausubstanz und der technischen Infrastruktur zeigt.

Dach und Fassade

Ein zentrales Element der Sanierung war das Dach. Es wurde ein neues Dach inklusive Dachflächenfenstern eingebaut. Zudem wurden alle alten Fenster und Türen erneuert. Diese Maßnahmen sind entscheidend für die Energieeffizienz und den Schutz des Gebäudes.

Technische Infrastruktur

Die technische Ausstattung des Gebäudes wurde vollständig modernisiert: - Elektrik: Die gesamte Elektrik wurde erneuert. - Leitungen: Neue Grundleitungen für das Abwasser verlegt. - Heizung: Eine komplett neue Heizungsanlage ersetzt die alte Technik.

Barrierefreiheit und Inklusion

Ein bedeutender Schritt zur Modernisierung war die Installation eines Aufzugs. Diese Maßnahme dient der "Inklusion der beiden unteren Etagen" und verbessert die Barrierefreiheit des Gebäudes erheblich (Source [2]). Dies ist besonders wichtig für ein Zentrum, das sich als offener Treffpunkt versteht.

Sicherheits- und Komfortmaßnahmen

Neben den technischen Kernarbeiten wurden auch Schallschutzmaßnahmen und Brandschutzmaßnahmen umgesetzt. Des Weiteren wurde eine neue Küche für den "Kinderladen" eingerichtet, einen festen Bestandteil des Angebots des AZ Conni (Source [2]).

Geplante Maßnahmen im Vorderhaus

Während das Haupthaus bereits weitgehend saniert ist, stehen im Vorderhaus noch erhebliche Arbeiten an. Der Verein hat folgende Prioritäten definiert:

  • Dachanhebung: Über dem Bandschlafraum ist eine Dachanhebung geplant, verbunden mit einer neuen Zuwegung und einer kompletten NeuDeckung des Daches.
  • Heizung und Elektrik: Hier sind nur teilweise neue Anlagen bzw. Leitungen vorgesehen.
  • Fenster und Türen: Auch im Vorderhaus werden neue Fenster und Türen verbaut.
  • Fassadensanierung: Die Fassade des Vorderhauses soll saniert werden.

Diese Arbeiten sind notwendig, um die gesamte Immobilie auf einen einheitlichen, modernen Standard zu bringen und die Nutzbarkeit für die vielfältigen Angebote des Vereins zu sichern.

Betriebsführung während der Sanierung

Ein wesentlicher Aspekt für die Nutzer eines Kulturzentrums ist die Frage der Verfügbarkeit während der Bauphase. Das AZ Conni hat hier eine klare Position bezogen: Trotz der umfangreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten bleibt das Zentrum geöffnet. Die regulären Öffnungszeiten werden beibehalten, das Büro bleibt besetzt, und Räume stehen weiterhin zur Nutzung bereit (Source [3]). Dies ermöglicht es dem Verein, seine soziokulturelle Arbeit und Jugendarbeit fortzuführen, ohne Ausfallzeiten zu riskieren.

Strategische Bedeutung und gesellschaftliche Einbindung

Die Sanierung beschränkt sich nicht nur auf physische Baumaßnahmen. Sie ist eingebettet in eine strategische Neuausrichtung des Vereins. Das AZ Conni versteht sich als selbstverwaltetes alternatives Zentrum, das sich in den vergangenen Monaten intensiv mit gesellschaftlichen Positionierungen, Privilegien und Formen von Diskriminierung auseinandergesetzt hat.

Abbau von Barrieren

Ein konkretes Projekt mit dem Titel "Jetzt wird´s praktisch – Barrieren abbauen – Beteilgung ermöglichen" (Source [6]) zielt darauf ab, die Angebote des AZ Conni für neue Zielgruppen anschlussfähig zu machen. Ziel ist es, Barrieren für migrierte, geflüchtete, behinderte Menschen sowie Menschen, die aufgrund von Geschlecht oder sexueller Orientierung diskriminiert werden, zu senken oder abzubauen. Dies geschieht durch Workshops und eine "Ideenwerkstatt". Die Sanierung der Gebäude, insbesondere durch den Einbau des Aufzugs, ist hierfür die bauliche Grundlage.

Angebotsstruktur

Das AZ Conni ist weit mehr als nur ein Veranstaltungsort. Laut Source [5] umfasst das Spektrum: - Jugendarbeit und soziokulturelle Angebote (Konzerte, Lesungen). - Außerschulische und politische Bildung. - Der "Kinderladen" (seit 1993). - Der "Buchladen König Kurt" (seit 2000). - Ein Infocafé. - Ein Kontaktcafé für Geflüchtete (Unterstützung bei der Wohnungssuche).

Die Sanierung sichert die physische Infrastruktur für diese vielfältigen Projekte, die tief in der Dresdner Stadtgesellschaft verwurzelt sind. Das Zentrum befindet sich im Leipziger Vorstadt, einem Stadtteil mit einer hohen Dichte an sozialen Diensten und Einrichtungen (Source [4]).

Bewertung der Quellenlage

Die Informationen zu Sanierung und Umbau stammen aus einer Mischung von offiziellen Vereinsdarstellungen (Website azconni.de), Presseberichten (Tag24) und lokalen Verzeichnissen. Als zuverlässigste Quellen für den Status der Baumaßnahmen sind die eigenen Veröffentlichungen des Vereins (Source [2], Source [3]) zu bewerten, da sie direkte Einblicke in den Baufortschritt geben. Der Pressebericht (Source [1]) liefert den Kontext zur Denkmaleigenschaft und den Fördermitteln. Die Informationen zu den gesellschaftlichen Projekten (Source [6]) und der Struktur (Source [5]) stammen ebenfalls von offiziellen Stellen des Vereins oder eng mit ihm verbundenen Projekten. Widersprüche in den Fakten sind in den vorliegenden Quellen nicht erkennbar; die Angaben ergänzen sich zu einem konsistenten Bild des Sanierungsvorhabens.

Fazit

Die Sanierung des Alternativen Zentrums Conni in Dresden ist ein umfassendes Projekt, das weit über eine bloße Fassadenreparatur hinausgeht. Durch die Nutzung von Erbbaurecht und Fördermitteln der Sächsischen Aufbaubank hat der Verein die finanzielle Grundlage geschaffen, um die denkmalgeschützten Gebäude grundlegend zu erneuern.

Die durchgeführten Maßnahmen im Haupthaus – von der neuen Heizung und Elektrik über den Aufzug bis hin zum neuen Dach – zeigen einen modernisierungs- und zukunftsfähigen Ansatz. Die geplanten Arbeiten im Vorderhaus sowie am Szeneclub "Chemiefabrik" vervollständigen das Bild einer Totalmodernisierung, die die Nutzbarkeit für Konzerte, Bildungsangebote und soziale Treffpunkte entscheidend verbessert.

Besonders bemerkenswert ist die Strategie, die Sanierung nicht nur als technische Notwendigkeit, sondern als Chance für gesellschaftliche Öffnung und den Abbau von Barrieren zu nutzen. Durch den Erhalt des Betriebs während der Bauphase garantiert der Verein zudem die Kontinuität seiner Arbeit. Für Bauinteressierte und Immobilienbesitzer bietet das Beispiel des AZ Conni eine Fallstudie für die Sanierung komplexer, denkmalgeschützter Gebäude im Kontext von Förderprogrammen und gesellschaftlicher Verantwortung.

Quellen

  1. Dresdner Szenetreff wird komplett erneuert
  2. AZ Conni - Archiv Sanierung
  3. AZ Conni - Umbau und Sanierung
  4. Alternatives Zentrum Conni
  5. Tolerantes Sachsen - Alternatives Zentrum Conni e.V.
  6. Demokratie Dresden - Jetzt wird's praktisch

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