Einleitung
Der Wunsch nach einem gesunden und schadstofffreien Zuhause wird immer stärker, besonders in einer Zeit, in der Umweltbelastung, chemische Emissionen und die Auswirkungen auf die eigene Gesundheit in den Vordergrund treten. In diesem Zusammenhang bietet das Buch „Biologisch bauen, renovieren, wohnen – Handbuch für Bauherren und Architekten“ von Herbert Artelt eine umfassende Anleitung, wie ein ökologisches Eigenheim geplant, gebaut oder renoviert werden kann. Dieses Handbuch ist nicht nur für Bauherren, sondern auch für Architekten, die sich für nachhaltige Bauweisen interessieren, eine wertvolle Ressource.
Artelt, selbst Architekt im ökologischen Wohnungsbau, liefert in seinem Werk praktische Tipps zu allen Aspekten des Baus und der Renovierung – von der Grundstückswahl über Bautechnik bis hin zur Einrichtung. Der Fokus liegt dabei auf der Erstellung eines gesunden, schadstoffarmen und umweltfreundlichen Wohnraums, der nicht nur die ökologischen Anforderungen erfüllt, sondern auch das persönliche Wohlbefinden der Bewohner fördert.
Die vorliegende Analyse des Handbuchs basiert auf der Beschreibung und Bewertung der Buchausgabe, die 2014 bei dem Verlag Reimer erschienen ist und von mehreren Händlern angeboten wird. Alle weiteren Informationen, die in diesem Artikel zum Vorschein kommen, sind auf die im Quellenmaterial genannten Angaben zurückzuführen.
Was versteht man unter biologischem Bauen?
Biologisches Bauen ist ein Begriff, der sich auf ein nachhaltiges, umweltfreundliches und gesundes Bauen bezieht. Im Unterschied zu konventionellen Bauweisen, die oft auf chemisch-synthetische Materialien, konventionelle Heiztechnik und energieintensive Prozesse zurückgreifen, setzt biologisches Bauen auf natürliche Materialien, energieeffiziente Techniken und ökologisch verträgliche Prozesse.
Laut den Angaben im Handbuch von Herbert Artelt geht es dabei nicht nur um die Wahl der Materialien, sondern auch um die Gesamtheit des Bauvorhabens, einschließlich der Grundstückswahl, der Bauplanung, der Haustechnik und der Einrichtung. Jeder Schritt des Baus oder der Renovierung wird unter dem Gesichtspunkt der Gesundheit, Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit betrachtet.
Grundstückswahl und Standortanalyse
Die Wahl des richtigen Grundstücks ist oft der wichtigste Schritt im biologischen Bauen. Laut Artelt ist es entscheidend, dass das Grundstück in einer guten Umgebung liegt, um die Gesundheit der zukünftigen Bewohner nicht zu gefährden. Dazu zählt:
- Keine industriellen oder chemischen Nachbarn, die Schadstoffe in die Luft oder das Grundwasser abgeben könnten.
- Klimatisch günstige Lage, um Energieverbrauch und Schadstoffemissionen durch Heizung zu reduzieren.
- Nicht an Hauptverkehrsstraßen gelegen, um Lärmbelastung und Luftverschmutzung zu minimieren.
- Gute Erschließung, um den Autoeinsatz zu reduzieren und den CO₂-Fußabdruck zu senken.
Diese Kriterien sind nicht nur ökologisch wichtig, sondern tragen auch zur Lebensqualität bei. Ein gut ausgewähltes Grundstück kann bereits vor dem ersten Spatenstich dafür sorgen, dass der Bauherren- und Wohnungsplanung ein gesundes Fundament gelegt wird.
Haustechnik: Energieeffizienz und Nachhaltigkeit
Im biologischen Bauen spielt die Haustechnik eine zentrale Rolle. Laut dem Handbuch von Artelt sollte die Haustechnik so geplant werden, dass sie energieeffizient, umweltfreundlich und langlebig ist. Dazu gehören:
- Niedrigenergieheizsysteme, wie Wärmepumpen oder Solarthermie, die den Energiebedarf reduzieren.
- Natürliche Belüftungssysteme, die Atemschutz und Lüftung ohne chemische Filter ermöglichen.
- Regenerative Energien, wie Photovoltaik, zur Deckung des Strombedarfs.
- Wassersparelemente, wie Duschen mit Niedrigverbrauch oder Toilettenspülungen mit Wassersparfunktion.
Die Haustechnik sollte nicht nur ökologisch, sondern auch gesund sein. Das bedeutet, dass die Materialien, die bei der Planung und Installation eingesetzt werden, schadstofffrei sein müssen, um die Luftqualität im Innenraum nicht negativ zu beeinflussen.
Bautechnik und Materialwahl
Ein zentraler Aspekt des biologischen Bauens ist die Materialwahl. Laut Artelt sollten natürliche und unverarbeitete Materialien bevorzugt werden, da diese weniger schädlich für die Umwelt und die Gesundheit der Bewohner sind. Dazu gehören:
- Holz, vorzugsweise aus nachhaltiger Forstwirtschaft.
- Kalk, als Baustoff für Putze, Mauern und Estriche.
- Lehm, als Wärmedämmung und Wandmaterial.
- Bims, als Dämmmaterial.
- Flachs- oder Hanfvlies, als Dämmstoff in der Decke oder an Wänden.
Diese Materialien haben oft positive Wohneigenschaften, wie z. B. Feuchtigkeitsregulation oder Wärmespeicherung, die in konventionellen Bauten oft durch chemische Dämmstoffe ersetzt werden. Artelt betont, dass die Materialwahl nicht nur ökologisch, sondern auch ästhetisch und funktionell sein sollte, um ein harmonisches Wohngefühl zu schaffen.
Farben, Bodenbeläge und Einrichtung
Auch bei der Wandgestaltung, der Bodenbeläge und der Einrichtung sollte auf schadstofffreie und natürliche Materialien zurückgegriffen werden. Laut dem Handbuch von Artelt ist es wichtig, dass die Farben, die im Innenraum verwendet werden, keine flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) enthalten, die über die Zeit in die Luft abgegeben werden können.
Dazu eignen sich:
- Natürliche Farben, wie Kalk- oder Lehmfarben.
- Schadstofffreie Lacke, die auf Wasserbasis hergestellt sind.
- Naturbodenbeläge, wie Holz, Leinöl oder Hanf.
Auch bei der Einrichtung sollte auf ökologische Möbel zurückgegriffen werden. Das bedeutet, dass die Möbel aus nachhaltigen Materialien gefertigt sind, schadstofffrei lackiert sind und langlebig genug, um nicht häufig ausgetauscht werden zu müssen.
Artelt betont, dass die Einrichtung nicht nur funktionell, sondern auch ästhetisch sein sollte. Ein gesundes Zuhause entsteht nicht nur durch die Materialien, sondern auch durch die Raumplanung, die Beleuchtung und die Nutzung der natürlichen Ressourcen, wie z. B. das Naturlicht.
Praxisnahe Beispiele und Erfahrungen
Ein weiterer Pluspunkt des Handbuchs ist die Praxisnähe. Laut den Angaben in den Quellen wird in dem Buch nicht nur theoretisch über biologisches Bauen gesprochen, sondern auch konkrete Beispiele aus der Realität vorgestellt. Das hilft dem Leser, die Anwendung der Theorie besser zu verstehen und konkrete Entscheidungen zu treffen.
Diese Praxisbeispiele umfassen z. B.:
- Die Planung eines Hauses mit Holzrahmenbauweise.
- Die Verwendung von Lehmputzen in Kombination mit Kalkfarben.
- Die Installation eines Wärmepumpensystems in einem Einfamilienhaus.
- Die Renovierung eines Altbaus mit ökologischen Dämmstoffen.
Diese Beispiele zeigen, wie biologisches Bauen in der Praxis funktioniert und welche Vorteile es bietet. Sie sind auch eine gute Orientierung für Bauherren, die sich unsicher sind, wo sie mit dem biologischen Bauen anfangen sollen.
Fazit
Herbert Artelt liefert mit seinem Handbuch „Biologisch bauen, renovieren, wohnen – Handbuch für Bauherren und Architekten“ eine ausführliche und praxisnahe Anleitung zum ökologischen Bauen und Wohnen. Das Buch ist nicht nur für Bauherren, die ein schadstofffreies Eigenheim errichten möchten, sondern auch für Architekten, die sich für nachhaltige Bauweisen interessieren, eine wertvolle Ressource.
Die Themenschwerpunkte reichen von der Grundstückswahl über die Bautechnik bis hin zur Einrichtung. Jeder Aspekt des Baus oder der Renovierung wird unter dem Gesichtspunkt der Gesundheit, Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit betrachtet. Zahlreiche Praxisbeispiele veranschaulichen, wie die Theorie in der Realität angewendet werden kann.
Insgesamt ist das Buch ein wichtiges Werk für alle, die sich für biologisches Bauen interessieren. Es bietet nicht nur technische Informationen, sondern auch praktische Tipps und Inspirationen für ein gesundes und schadstofffreies Zuhause.
Quellen
- Biologisch bauen, renovieren, wohnen – Handbuch für Bauherren und Architekten
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- Biologisch bauen, renovieren, wohnen – Handbuch für Bauherren und Architekten