Die Sanierung von Fertighäusern, insbesondere solchen der Marke OKAL, bringt besondere Herausforderungen mit sich. Viele OKAL-Häuser wurden in den 60er- bis 70er-Jahren gebaut und weisen oft aufgrund der damaligen Bautechniken und Materialien spezifische Problemfelder auf. Diese umfassen unter anderem die Anwesenheit von Schadstoffen wie Asbest, unzureichende Dämmung, fehlende Diffusionsfreundlichkeit und Geruchsbildung durch ungenaue Holzschutzmaßnahmen. In diesem Artikel werden die relevanten Aspekte bei der Sanierung der Fassaden solcher Häuser behandelt, mit Fokus auf Materialien, Vorgehensweisen, mögliche Stolperfallen und praktische Erfahrungen aus renommierten Quellen.
Einführung
OKAL ist ein Name, der in der Baubranche besonders im Zusammenhang mit Fertighäusern und individuellen Wohnlösungen steht. Mit über 95 Jahren Erfahrung hat das Unternehmen sich als Pionier etabliert und bietet heute nicht nur die Lieferung von Häusern, sondern auch den kompletten Innenausbau bis hin zur Endreinigung. Dennoch zeigen die Erfahrungsberichte und Expertenmeinungen aus verschiedenen Foren und Projektdokumentationen, dass die Sanierung von OKAL-Häusern, insbesondere der Fassaden, besondere Vorsicht und fachliche Kompetenz erfordert.
Im Folgenden werden die für Sanierungsarbeiten an OKAL-Fertighäusern relevanten Techniken und Materialien beschrieben, basierend auf praktischen Anwendungen, Warnungen aus Expertenkreisen und konkreten Projekten. Besondere Aufmerksamkeit wird der Schutz der Bausubstanz vor Schimmelbildung und der korrekten Dämmung gewidmet.
Herausforderungen bei der Sanierung von OKAL-Fertighäusern
OKAL-Fertighäuser, besonders solche aus den 60er- und 70er-Jahren, weisen oft aufgrund der damaligen Materialien und Bauweisen spezifische Schwächen auf. Diese können sich insbesondere bei Sanierungsarbeiten zeigen, da unvorsichtige Maßnahmen die Bausubstanz zusätzlich belasten können. Nachfolgend sind einige zentrale Herausforderungen aufgeführt:
1. Schadstoffe in Altbauteilen
In vielen OKAL-Fertighäusern aus dieser Zeit wurden Materialien verwendet, die heute nicht mehr als sicher gelten. Dazu zählen:
- Asbest: In Fassadenplatten und Dachkonstruktionen oft verarbeitet.
- Alte Holzschutzmittel: Diese können Gerüche verursachen und gesundheitliche Risiken bergen.
- Kunststoff- und Acrylfolien: Oft als Dampfbremse verwendet, sind sie aber im Nachhinein schwer zu entfernen und können zu Tauwasserproblemen führen.
Ein Forumsteilnehmer berichtet, dass der Geruch, der in seinem OKAL-Haus auftrat, nicht auf Möbel oder Tapeten zurückzuführen war, sondern auf die Bauweise des Hauses. Eine Raumluftanalyse war in seinem Fall unerlässlich, um die Ursache zu klären.
2. Unzureichende Dämmung
Die ursprüngliche Dämmung vieler OKAL-Fertighäuser war für heutige Standards oft ungenügend. Die Dämmung bestand meist aus 80 mm Glaswolle in den Ständern, was heute nicht ausreicht, um die Energieeffizienz moderner Häuser zu erreichen.
3. Fehlende Diffusionsfreiheit
Einige der Wandaufbauten weisen ein Problem der Diffusionsfreiheit auf. Bei falscher Dämmung oder falscher Anordnung der Schichten kann es zu Tauwasserbildung und Schimmelproblemen kommen. Ein Forumsteilnehmer betont, dass eine korrekte Dämmung nur in Kombination mit einer durchdachten Schichtung der Bauteile funktioniert.
4. Komplexität bei der Renovierung
OKAL-Häuser sind oft luftdicht konstruiert, was bedeutet, dass alle weiteren Schichten (z. B. Putze, Verkleidungen) diffusionsoffen sein müssen, um Tauwasserprobleme zu vermeiden. Dies erfordert eine genaue Planung und Ausführung, da jede Fehlplanung im schlimmsten Fall zu Schäden führen kann.
Techniken und Materialien bei der Sanierung von OKAL-Fassaden
Die Sanierung der Fassade eines OKAL-Fertighauses erfordert nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch das richtige Material. Nachfolgend sind einige bewährte Techniken und Materialien beschrieben, die in Projekten oder Forumsempfehlungen genannt werden:
1. Entfernen von Asbest-Platten
In vielen Fällen ist der erste Schritt die Entfernung der alten Asbest-Fassadenplatten. Dies ist ein besonders kritischer Schritt, da Asbest nur unter Schutzmaßnahmen und von qualifizierten Fachleuten entfernt werden darf. In einem Sanierungsprojekt in Waltringhausen (Bad Nenndorf) wurde diese Arbeit von einem Fachunternehmen durchgeführt, das mit Schutzmaßnahmen und Erfahrung in solchen Projekten arbeitete.
2. Einbringen einer Dampfbremsfolie
Nach Entfernung der alten Platten wird oft eine neue Dampfbremsfolie eingebracht, um die Feuchte im Inneren des Hauses zu regulieren. Diese Schicht ist entscheidend, um Schimmelbildung zu verhindern. Im erwähnten Projekt wurde eine spezielle Dampfbremsfolie eingesetzt, wobei besondere Aufmerksamkeit auf die Anschlüsse an das Mauerwerk gelegt wurde.
3. Wärmedämmung
Eine zentrale Maßnahme bei der Sanierung ist die Einbringung moderner Wärmedämmung. In den beschriebenen Projekten wurden Dämmmaterialien wie:
- Mineralwolle
- XPS (Extruded Polystyrene)
- Neopor (EPS mit Additiven)
verwendet. Die Dämmung wird in die Zwischenräume der Ständerkonstruktion eingepasst und sorgt so für eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz. Bei der Planung ist jedoch darauf zu achten, dass die Dämmung nicht zu stark diffusionshemmend wirkt, um Tauwasserprobleme zu vermeiden.
4. Fassadenbekleidung
Nach der Dämmung wird die Fassade neu bekleidet. In einem Beispiel wurde eine Klinker-Optik gewählt, die sowohl optisch ansprechend als auch wetterbeständig ist. Andere Projekte nutzten alternative Materialien wie Reibeputz oder Holz. Die Wahl des Materials hängt oft von ästhetischen Vorlieben, aber auch von der Diffusionsfähigkeit ab.
Praktische Empfehlungen für die Sanierung
Die Sanierung eines OKAL-Fertighauses sollte immer in enger Zusammenarbeit mit einem Bausachverständigen durchgeführt werden. Ein Forumsteilnehmer betont, dass ein Experte im Fertighausbereich unerlässlich ist, um Schäden durch falsche Maßnahmen zu vermeiden. Einige konkrete Empfehlungen lauten:
1. Schadstoffmessung durchführen
Bevor mit der Sanierung begonnen wird, sollte eine Schadstoffanalyse durchgeführt werden. Dies gilt besonders für Häuser, die aus den 60er- oder 70er-Jahren stammen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Sanierungsmaßnahmen nicht durch Schadstoffe beeinträchtigt werden.
2. Dämmung sorgfältig planen
Die Dämmung sollte stets in Zusammenarbeit mit einem Energieberater oder Bausachverständigen geplant werden. Dabei ist zu beachten:
- Die Dämmung muss diffusionsoffen sein.
- Eine korrekte Schichtung der Bauteile ist entscheidend.
- Tauwasserberechnungen sind sinnvoll, um Schäden vorzubeugen.
Ein Forumsteilnehmer empfiehlt die Verwendung des Tools ubakus.de, um verschiedene Dämmkonzepte durchzurechnen.
3. Luftdichtheit beachten
OKAL-Häuser sind in der Regel innenseitig luftdicht gebaut, was bedeutet, dass alle weiteren Schichten (z. B. Putz, Verkleidungen) diffusionsoffen sein müssen. Eine falsche Kombination von Materialien kann zu Schäden führen. Ein Experte betont, dass ein Fertighaus nicht „atmen“ kann und dass das Lüften, entweder manuell oder technisch, die einzige effektive Methode zur Feuchtekontrolle ist.
4. Vermeiden von „Muff-Gerüchen“
Ein häufiges Problem bei OKAL-Häusern sind muffige Gerüche, die auf alten Holzschutzmitteln oder feuchten Bauteilen beruhen können. Eine Sanierung sollte daher immer unter Berücksichtigung der Luftqualität geplant werden. In einem Fall wurde ein Klinkersystem kombiniert mit XPS-Dämmung verwendet, was eine Verbesserung der Luftqualität bewirken soll.
Erfahrungen mit Sanierungen
1. Sanierungsprojekt in Waltringhausen
Ein Sanierungsprojekt in Waltringhausen (Bad Nenndorf) zeigte, wie wichtig eine sorgfältige Planung und Ausführung ist. Nachdem die alten Asbest-Platten entfernt wurden, wurde eine Dampfbremsfolie eingebracht und die Zwischenräume mit hochwertiger Wärmedämmung gefüllt. Die Fassade wurde schließlich mit einem Klinkersystem bekleidet. Die Eigentümer waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden, und die Arbeiten erhielten staatliche Zuschüsse, was die Sanierung finanziell attraktiver machte.
2. Erfahrungsberichte aus Foren
In mehreren Forenberichten werden die Herausforderungen bei der Sanierung beschrieben. Ein Forumsteilnehmer berichtet von einem OKAL-Haus mit einem muffigen Geruch, der sich erst nach einer Raumluftanalyse klären ließ. Ein anderer berichtet, dass die Sanierung mit Klinkern und XPS-Dämmung durchgeführt wurde, wohingegen andere Anbieter andere Methoden bevorzugen.
Ein Forumsteilnehmer warnt vor der Firma OK Bauservice, obwohl diese sich als Spezialist für OKAL-Häuser bewirbt. Er rät stattdessen zu unabhängigen Handwerkern oder Sanierungsunternehmen, die Erfahrung mit solchen Projekten haben.
3. Rolle von OKAL bei der Sanierung
OKAL selbst unterhält eine Tochterfirma, die sich auf die Sanierung von alten Fertighäusern spezialisiert hat. Ein Forumsteilnehmer fragt nach Erfahrungen mit dieser Tochterfirma und möchte wissen, ob sie vertrauenswürdig ist. Bislang wurden keine umfangreichen Erfahrungsberichte veröffentlicht, was darauf hindeutet, dass die Erfahrungen mit der Sanierung durch OKAL-Tochtergesellschaften noch nicht ausreichend bekannt sind.
Fazit
Die Sanierung von OKAL-Fertighäusern, insbesondere der Fassade, erfordert eine sorgfältige Planung und eine hohe fachliche Kompetenz. Die Herausforderungen liegen in der Anwesenheit von Schadstoffen, der unzureichenden Dämmung und der fehlenden Diffusionsfreiheit. Die Erfahrungen aus Foren und Projekten zeigen, dass eine sorgfältige Vorbereitung, eine Schadstoffanalyse und eine korrekte Planung der Dämmung entscheidend sind, um Schäden zu vermeiden.
Eine Sanierung sollte immer in Zusammenarbeit mit einem Bausachverständigen durchgeführt werden. Materialien wie Dampfbremsfolien, Wärmedämmung aus Mineralwolle oder XPS und diffusionsoffene Fassadenbekleidungen sind zentrale Bestandteile eines erfolgreichen Sanierungsprojekts. Zudem ist es wichtig, die Luftdichtheit des Hauses zu beachten und eine ausreichende Lüftung zu gewährleisten.
Insgesamt ist die Sanierung eines OKAL-Fertighauses eine komplexe, aber auch lohnenswerte Aufgabe. Mit den richtigen Maßnahmen und fachlichen Partner:innen kann ein altes Fertighaus nicht nur optisch, sondern auch funktional auf den neuesten Stand gebracht werden.
Quellen
- Okalhaus-Sanierung (Dach & Fassade) in Waltringhausen (Bad Nenndorf)
- Fassade dämmen – Fertighaus OKAL, Baujahr 77
- OKAL – Immobilien, Häuser und Fertighäuser
- Sanierung OKAL-Haus, Baujahr 1973
- Sanierung/Dämmung OKAL-Fertighaus Typ 117
- Erfahrungen bei durchgeführten OKAL-Muff-Fertighaussanierungen gesucht