Einleitung
Das MineralBad Cannstatt in Stuttgart ist ein historisches und funktionales Juwel der Stuttgarter Bäderlandschaft. Es beherbergt seit Jahrzehnten nicht nur Freizeit- und Wellnessangebote, sondern auch medizinisch-therapeutische Einrichtungen. In den letzten Jahren und Jahrzehnten fanden mehrere Sanierungsmaßnahmen statt, die es notwendig machten, den Zustand der Anlagen, die technischen Voraussetzungen und die Erwartungen der Nutzer zu betrachten. Diese Sanierungen spiegeln einen kontinuierlichen Investitionsprozess wider, der sich sowohl auf die Erhaltung als auch auf die Modernisierung konzentriert. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Aspekte der Sanierung des Mineralbads Cannstatt zusammen, beleuchtet die Kosten, die technischen Maßnahmen, die Auswirkungen auf die Nutzer und die zukünftigen Planungen im Kontext der baulichen Entwicklung Stuttgarts. Der Fokus liegt dabei auf Fakten, die aus den bereitgestellten Quellen abgeleitet werden.
Historische Entwicklung der Sanierungen am Leuze-Bad
2006: Renovierung des Kinderlands
Im Jahr 2006 fand eine umfassende Sanierung des Kinderlands im Leuze-Bad statt, die mit insgesamt 3,9 Millionen Euro verbunden war. Diese Investition betonte den hohen Stellenwert, den die Stadt Stuttgart auf die Betreuung und Freizeitangebote für Kinder legt. Die Renovierung umfasste vermutlich die Anpassung der Sicherheitsstandards, die Modernisierung der Einrichtung und den Ausbau des Spiel- und Bewegungsraums.
2007: Bau der Parkgarage und Erneuerung von Bereichen
Zwei Jahre später, im Jahr 2007, konzentrierte sich die Sanierung auf infrastrukturelle Verbesserungen. Der Bau der Parkgarage beim Mineralbad Leuze kostete 3,4 Millionen Euro. Gleichzeitig wurden der FKK-Bereich und die Terrasse im Inselbad für rund 3,7 Millionen Euro erneuert. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Erreichbarkeit und den Komfort der Badegäste zu erhöhen. Ein gut funktionierender Parkplatz und bequeme Zugänge sind entscheidend für die Attraktivität eines Bades, das nicht nur als Erholungs- sondern auch als touristisches Angebot fungiert.
2010: Sanierung der Kursaalquellen und Abwasserbehandlung
Im Jahr 2010 wurden erneut umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt. Die gesamten Kosten lagen bei 5,8 Millionen Euro, wobei mehr als drei Millionen Euro in die Sanierung der Kursaalquellen flossen. Für das Leuze-Bad allein wurden 2,3 Millionen Euro investiert, um eine neue Abwasseraufbereitung zu installieren. Diese Investition ist ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltschutz, da sie die Umweltverträglichkeit der Anlagen erhöht und die Einhaltung der modernen Abwasserregelungen sicherstellt.
2011: Winzersauna und Sanierung der Schwimmhalle
Im Jahr 2011 standen zwei zentrale Sanierungsprojekte im Mittelpunkt: die Sanierung der Schwimmhalle im MineralBad Cannstatt für 3,84 Millionen Euro und der Bau der neuen Winzersauna im Leuze-Bad für 2,56 Millionen Euro. Die Winzersauna bot den Badegästen zusätzliche Entspannungsmöglichkeiten und unterstreicht den Wellness-Aspekt des Bades. Die Sanierung der Schwimmhalle sicherte die Funktionstüchtigkeit und die Sicherheit der Anlage, was insbesondere für die Nutzung durch Schulklassen und Vereine von Bedeutung ist.
2012: Sanierung der Warmbadehalle
2012 wurde die bis dato größte Einzelinvestition in das Leuze-Bad getätigt: 8,1 Millionen Euro, davon 5,23 Millionen Euro allein in die Sanierung der Warmbadehalle. Diese Halle gilt als ein Kernbereich des Bades und ihre Modernisierung war eine der zentralen Investitionen. Die Sanierung betraf vermutlich die Bausubstanz, die Ausstattung der Becken, die Sauna- und Whirlpool-Anlagen sowie die Infrastruktur wie Umkleidekabinen, Sanitäranlagen und Wegeführung.
Umfassende Sanierung des Mineralbads Leuze – 2022
Sanierungsgelder und Planung
Im Jahr 2022 gab der Stuttgarter Gemeinderat eine weitere Sanierung des Mineralbads Leuze in Auftrag. Für die kommenden zwei Jahre wurden insgesamt 3,6 Millionen Euro Sanierungsgelder bewilligt. Diese Investition ist notwendig, da das Bad durch die Anbindung an die Großbaustelle beeinträchtigt wurde und nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Die Sanierung soll die Anlagen auf den neuesten Stand bringen und gleichzeitig den Erwartungen der Badegäste nach modernem Ambiente, guter Infrastruktur und angemessenen Angeboten entsprechen.
Reaktionen der Nutzer auf die Sanierung
Eine der erfolgreichsten Sanierungsmaßnahmen war die Renovierung der Warmbadehalle, die 2012 durchgeführt wurde. Nach Fertigstellung zeigten Beobachtungen, dass die Badegäste die neuen Einrichtungen positiv annehmen. Im Schwimmbecken und im runden Sitzbecken wurde ein reges Treiben beobachtet, und der neue Whirlpool zog besonders viele Gäste an. Es wurde berichtet, dass „ein Großvater seinen Enkel durch das große Schwimmbecken zieht, im runden Sitzbecken machen Männer und Frauen die Beine lang. Gedränge herrscht aber nirgendwo in der sanierten Warmbadehalle des Mineralbads Leuze – am vollsten ist es im neuen Whirlpool, wo sich mehr als ein Dutzend Leute vom Sprudelwasser den Körper massieren lassen.“
Diese Beschreibung unterstreicht, dass die Sanierung der Warmbadehalle einen hohen Nutzwert hat und die Anforderungen der Nutzer nach Entspannung, Erholung und sozialem Austausch erfüllt. Die neue Anordnung der Becken, die Erweiterung des Whirlpools und die Verbesserung der Umkleidekabinen und der Gastronomie tragen dazu bei, dass das Bad nicht nur funktional, sondern auch attraktiv bleibt.
Generalsanierung des Mineralbads Berg – 2022–2024
Investition und Bauzeit
Ein weiteres Projekt, das sich in der Umsetzung befindet, ist die Generalsanierung des Mineralbads Berg. Der Gemeinderat hat einstimmig der Sanierung zugestimmt, die 27 Monate dauern soll. Ein Grund für die lange Bauzeit ist der Schutz der Mineralquellen, die im Zuge der Sanierung nicht beeinträchtet werden dürfen. Die Kosten für die Sanierung liegen bei 29,4 Millionen Euro, was die umfangreichen Arbeiten und den hohen Schutzbedarf unterstreicht.
Planung und Ziele
Die Sanierungsmaßnahmen beinhalten das Entkernen und Generalsanieren der Gebäude, wobei das Bewegungsbad und das Technik- und Personalgebäude abgebaut werden. Die Architekten 4a aus Stuttgart haben die Planung entworfen, wobei der typische Charakter und Charme des Bades aus den 1950er-Jahren erhalten bleiben soll. Dies war auch ein zentrales Anliegen der Nutzer.
Im Zuge der Sanierung wird das Außenbecken nicht mehr saniert, sondern in identischer Größe neu errichtet, da die Bausubstanz marode ist. Die Holzliegen und Holzkabinen werden restauriert und wieder aufgestellt, um den historischen Charakter zu bewahren. Das neue Bewegungsbad wird so integriert, dass es architektonisch in den Ostflügel des Bestandsgebäudes passt. Die Kaltbadehalle wird um einen Ruhebereich erweitert.
Zusätzlich werden Rampen und Aufzüge installiert, um die Barrierefreiheit der Anlage herzustellen. Der Zugang war bislang nicht barrierefrei, was die Erreichbarkeit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität erschwerte. Diese Maßnahme unterstreicht den Fokus auf Inklusion und barrierefreien Zugang.
Die Rolle des Mineralbads Cannstatt in der Stuttgarter Bäderlandschaft
Heilquellen und Therapieangebote
Das MineralBad Cannstatt verfügt über vier unterschiedliche Heil- und Mineralquellen, die zu den Säuerlingen und Solewassern zählen. Diese Quellen sprudeln in den Schwimm- und Badebecken, im russisch-römischen Dampfbad, in der Sauna, in den Wannenheilbädern und im therapeutischen Bewegungsbad des Gesundheitszentrums. Die Anlage ist architektonisch ansprechend gestaltet und bietet einen Ruheort mit traditionellem Heilbad-Charakter.
Ein weiteres Schwimmbecken ist mit naturkühlem, stark kohlensäurehaltigem Heilwasser gefüllt, das bei 18°C liegt. Ein weiteres Becken bietet Solewasser mit 36°C, das in den Whirlpools und im Sitz- und Liegebecken sprudelt. Die Anlage verfügt über Strömungskanäle, Sprudler, Massagedüsen und Wasserfälle, die den Badegästen zusätzliche Erholungsmöglichkeiten bieten. Die grünen Dachterrassen, Solarien und eine Cafeteria tragen dazu bei, dass der Aufenthalt im MineralBad Cannstatt nicht nur eine Bade- sondern auch eine Erholungs- und Freizeitaktivität ist.
Die Stuttgarter Kur im Gesundheitszentrum
Im Gesundheitszentrum MineralBad Cannstatt sind verschiedene Präventiv- und Rehabilitationsmaßnahmen im Fokus. Besonders hervorzuheben ist die Stuttgarter Kur, die als Kur vor der Haustüre vermarktet wird. Sie ist insbesondere für die ambulante Kur und Physiotherapie gedacht. Das Gesundheitszentrum bietet ein therapeutisches Bewegungsbad, eine Gymnastikhalle, verschiedene Heilbehandlungen wie Massageformen, individuell temperierte Heilbäder in der Wanne und Wärmepackungen mit Naturfango an.
Diese Angebote machen das MineralBad Cannstatt zu einem zentralen Standort für Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation. Die Kombination aus Heilquellen und Gesundheitskursen unterstreicht den hohen Stellenwert, den das Bad in der medizinischen und therapeutischen Landschaft Stuttgarts einnimmt.
Zukunftsperspektiven und Planungen
Neubau des Sporthallenbades NeckarPark
Im Oktober 2017 fasste der Bäderausschuss des Gemeinderats den Projektbeschluss für den Neubau des Sporthallenbades NeckarPark. Damit wurde auch beschlossen, dass der Betriebsstandort Hallenbad Cannstatt nach Fertigstellung des neuen Bades aufgegeben wird. Das neue Sporthallenbad wird das Hallenbad Cannstatt – das stark sanierungsbedürftig und von wiederkehrenden technischen Ausfällen betroffen ist – sowie die Traglufthalle des Inselbads Untertürkheim ersetzen.
Die Eröffnung des Sporthallenbades ist für Anfang 2022 vorgesehen. Das Hallenbad Cannstatt wird mindestens bis Ende Juli 2022 (Schuljahresende) in Betrieb bleiben. Das neue Bad wird mit einem 50m-Schwimmerbecken mit einer Hubwand und einem 25m-Mehrzweckbecken mit einem Hubboden ausgestattet sein. Es wird für Schwimmer und Schwimmlernende ein gutes Angebot bieten und die Wasserflächen und Nutzungszeiten von Schulen und Vereinen mehr als kompensieren.
Das Gebiet NeckarPark mit dem neuen Sporthallenbad wird an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sein. Für Schulen, die das Bad innerhalb von maximal 15 Minuten einfacher Wegezeit nicht erreichen können, ist zudem die Möglichkeit des Transports per Schulbus vorgesehen.
Vorschläge für Erweiterungen
Ein Vorschlag für die Sanierung des Stadtbad Cannstatt sieht die Öffnung am Neckar vor. Das Bad könnte zum Fluss hin geöffnet werden, das Dach begrünt und zur Liegewiese umgestaltet werden. Ein Kahn könnte direkt am Flussufer zur Bademöglichkeit umgebaut werden, was zusätzliche Wasserfläche schaffen würde. Weitere Terrassen könnten angelegt werden, um eine Möglichkeit zum Baden und Verweilen am Fluss zu bieten. Solche Badekähne könnten sich entlang des Neckars auch an anderen Stellen entlangreihen.
Diese Maßnahmen könnten eine neue Form der Nutzung des Neckars ermöglichen, insbesondere wenn es nicht direkt am Fluss möglich ist, zu baden. Der Vorschlag betont, dass das Bad am Vormittag bis frühen Nachmittag für Schulen genutzt werden könnte, während der Nachmittag, Abend und die Wochenenden für die allgemeine Nutzung geöffnet bleiben.
Fazit
Die Sanierung und Modernisierung des Mineralbads Cannstatt ist ein zentraler Aspekt der Stuttgarter Bäderpolitik. Sie unterstreicht den Stellenwert, den die Stadt auf die Erhaltung ihrer Bäderinfrastruktur legt und die Notwendigkeit, diese Anlagen an moderne Anforderungen anzupassen. Die Investitionen in die Kursaalquellen, die Abwasserbehandlung, die Saunen, die Schwimmhallen und die Barrierefreiheit zeigen, dass die Sanierungen nicht nur funktionale, sondern auch soziale und ökologische Aspekte berücksichtigen.
Die Sanierung des Leuze-Bads, die Generalsanierung des Mineralbads Berg und der Neubau des Sporthallenbades NeckarPark sind Beispiele für eine strategisch geplante und durchdachte Entwicklung der Bäderlandschaft Stuttgarts. Sie sind Ausdruck einer langfristigen Planung, die auf Erhaltung, Modernisierung und Zukunftsfähigkeit abzielt.
Die Nutzerreaktionen auf die Sanierungen – insbesondere auf die Renovierung der Warmbadehalle – zeigen, dass diese Investitionen erfolgreich waren und von den Badegästen positiv angenommen werden. Die neue Infrastruktur, die verbesserte Barrierefreiheit und die Erweiterung der Wellness- und Therapieangebote tragen dazu bei, dass das MineralBad Cannstatt nicht nur eine historische Einrichtung bleibt, sondern auch weiterhin einen hohen Nutzwert hat.
Die zukünftigen Planungen, darunter der Neubau des Sporthallenbades und die Erweiterung der Nutzungsmöglichkeiten am Neckar, zeigen, dass die Bäderlandschaft Stuttgarts nicht statisch, sondern dynamisch und an die Zukunft angepasst ist. Sie sind ein Teil der städtischen Freizeit- und Gesundheitsinfrastruktur, die sowohl Erholung, Sport und Therapie als auch Soziales und Inklusion fördert.