Sanierung im Landkreis Schwandorf: Investitionen in Infrastruktur, Bildungseinrichtungen und Denkmalschutz

Der Landkreis Schwandorf zeigt sich in den letzten Jahren als aktiver Akteur im Bereich der Sanierung von Straßen, Brücken, Schulen und städtischen Gebäuden. Zahlreiche Projekte belegen, dass der Landkreis mit hohen Investitionssummen aufwirkt und dabei sowohl auf moderne Technologien als auch auf nachhaltige Bauverfahren achtet. Zudem wird in regionale Baukultur, Denkmalschutz und Barrierefreiheit investiert, um die Lebensqualität der Einwohner*innen nachhaltig zu verbessern.

Im Folgenden wird ein detaillierter Überblick über die wichtigsten Sanierungsprojekte, ihre Hintergründe und Auswirkungen gegeben. Dabei wird sowohl auf infrastrukturelle Maßnahmen als auch auf denkmalpflegerische und städtebauliche Initiativen eingegangen.

Infrastruktur: Sanierung von Straßen und Brücken

Der Landkreis Schwandorf investiert in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt fast fünf Millionen Euro in die Sanierung und den Neubau von Straßen und Brücken. Besonders hervorzuheben sind die Investitionen in die Kreisstraße von Nabburg nach Kemnath sowie in eine Bahnbrücke bei Klardorf. Die Sanierung der Kreisstraße wird mit über einer Million Euro veranschlagt, während die Bahnbrücke eine Summe von 800.000 Euro erfordert. Ein Großteil der Kosten wird durch Fördertöpfe abgedeckt, was zeigt, dass der Landkreis auf staatliche Unterstützung zurückgreift, um die Infrastruktur zu sichern und zu modernisieren.

Ein weiteres Projekt ist die Sanierung der Kreisstraße SAD 11 zwischen Nittenau und Bodenstein. Der rund 2,2 km lange Abschnitt wurde umfassend instand gesetzt und ist seit Abschluss der Arbeiten wieder vollständig befahrbar. Diese Maßnahme unterstreicht die Priorität des Landkreises, die Verkehrssicherheit und Zugänglichkeit der regionalen Verkehrswege zu gewährleisten.

Auch in der Gemeinde Wackersdorf wird investiert: Dort werden in den kommenden Jahren rund 6,2 Millionen Euro in drei Straßenzügen verwendet. Die Irlacher Dorfstraße, die Rauberweiherhauser Straße und die Eichenstraße werden saniert, und es werden neue Versorgungsleitungen verlegt. Diese Maßnahme ist nicht nur eine bauliche Verbesserung, sondern auch eine Investition in die zukünftige Infrastruktur der Gemeinde.

Bildungseinrichtungen: Umfassende Sanierungsmaßnahmen

Ein weiterer Schwerpunkt der Sanierungsaktivitäten des Landkreises liegt in der Bildung. Das Berufliche Schulzentrum Oskar-von-Miller in Schwandorf durchläuft derzeit die größte Investitionsmaßnahme in der Geschichte des Landkreises. Mit über 2.000 Schüler*innen in verschiedenen Fachrichtungen, darunter Bau, Holz, Metall, Elektro und Wirtschaft, ist das Schulzentrum eine zentrale Bildungseinrichtung.

Die Sanierungs- und Neubaumaßnahmen umfassen nicht nur die bauliche Erneuerung, sondern auch die Anpassung an moderne pädagogische Anforderungen und die Schaffung von barrierefreien Zugängen. Die Firma Althammer Bau GmbH aus Pemfling wurde mit Tiefbauarbeiten beauftragt, die Stromversorgung des Landratsamts zu verändern. Zudem wurden die Flickasphaltierungen 2025 an die Firma Strabag AG vergeben, die für diesen Abschnitt einen Auftrag von 162.979,13 Euro erhält.

Ein zentraler Aspekt der Sanierungsmaßnahmen am Schulzentrum ist die digitale Ausstattung. Die Landmaschinenwerkstätte wird mit modernen Technologien ausgestattet, um die Schüler*innen mit den neuesten Entwicklungen in ihrem Fachbereich vertraut zu machen. Zudem wird die Barrierefreiheit verbessert, wodurch alle Bereiche des Schulzentrums für Menschen mit Behinderungen zugänglich gemacht werden.

Diese Investitionen zeigen, wie der Landkreis Schwandorf nicht nur auf bauliche Verbesserungen, sondern auch auf den gesellschaftlichen Mehrwert achtet. Bildungseinrichtungen sind nicht nur Orte des Lernens, sondern auch zentrale Orte der Integration und der Zukunftsgestaltung.

Städtebau und Altstadtsanierung: Förderung von städtebaulichen Projekten

Die Stadt Schwandorf hat ein Sanierungsgebiet „Innenstadt“ festgelegt, das im vereinfachten Verfahren nach dem Baugesetzbuch (BauGB) betrieben wird. Ziel der Sanierungsmaßnahmen ist es, städtebauliche Mängel zu beheben und die Innenstadt zu revitalisieren. Im Sanierungsgebiet „Innenstadt“ sind Förderungen durch das Bund-Länder-Städtebauförderprogramm III „Stadtumbau West“ möglich. Zudem kann es unter bestimmten Voraussetzungen zu steuerlichen Erleichterungen gemäß § 7 h EStG kommen.

Ein weiteres wichtiges Instrument ist das Kommunale Förderprogramm der Stadt Schwandorf – Fassaden- und Geschäftsflächenprogramm. Dieses Programm wurde im März 2025 überarbeitet und erweitert, wobei Maßnahmen zur Klimaanpassung einbezogen wurden. Es unterstützt private Kleinmaßnahmen an Bestandsgebäuden, wie das Streichen von Fassaden oder das Dachdeckerhandwerk, und fördert zudem die Schaffung und Umgestaltung von Einfriedungen, Außentreppen und Hofräumen. Die Unterstützung ist objektgebunden, das heißt, sie hängt nicht vom Einkommen des Bauherrn ab.

Ein weiterer zentraler Aspekt der städtebaulichen Sanierungen ist die Einhaltung der Gestaltungssatzung Innenstadt. Diese wurde im März 2025 geändert und tritt am 3. April 2025 in Kraft. Die Festsetzungen der Satzung sind zwingend einzuhalten, wobei Abweichungen begründet werden und bei der zuständigen Bauordnungsbehörde beantragt werden müssen.

Denkmalschutz und regionale Baukultur: Praxisnahe Unterstützung durch den Landkreis

Der Landkreis Schwandorf hat mit dem Projekt „Bestand mit Zukunft“ einen Leitfaden für alle entwickelt, die im Bestand bauen, umbauen oder sanieren möchten. Der Leitfaden beantwortet zentrale Fragen rund um Sanierungsmaßnahmen, vermittelt Grundlagen und bietet einen Überblick über relevante Ansprechpartner. Bei der Erstellung wurden verschiedene Fachakteure aus dem Landkreis beteiligt, und Bauherr*innen berichteten in Interviews von ihren Erfahrungen.

Ein besonderes Highlight des Leitfadens sind zehn Best-Practice-Beispiele aus dem Landkreis, die zeigen, wie zukunftsfähiges (Um-)Bauen im Bestand gelingen kann: individuell, ressourcenschonend und mit Blick auf regionale Baukultur. Die Broschüre wird durch eine Social-Media-Kampagne ergänzt und in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt. Die Gestaltung wurde von der Agentur Secondred Newmedia GmbH übernommen und ist als Download verfügbar.

Diese Initiative unterstreicht, wie wichtig es ist, regionale Baukultur und Denkmalschutz in den Fokus zu rücken. Der Landkreis Schwandorf verfolgt dabei nicht nur ein rein technisches Vorgehen, sondern auch eine kulturelle und historische Perspektive.

Zudem finden regelmäßig Denkmalsprechtage statt, an denen Fachleute aus dem Bereich Denkmalschutz beratend tätig sind. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege ist als Fachbehörde gesetzlich beauftragt, Denkmallisten zu erstellen und Festsetzungen sowohl im besiedelten Bereich als auch in der freien Landschaft vorzunehmen.

Praktische Umsetzung: Vom Leitfaden zur Baumaßnahme

Der Leitfaden „Bestand mit Zukunft“ ist nicht nur ein theoretisches Werkzeug, sondern auch eine praktische Unterstützung für Bauherrinnen, die im Bestand arbeiten. Die Broschüre bietet konkrete Tipps, wie Sanierungsmaßnahmen energieeffizient, ressourcenschonend und denkmalgerecht durchgeführt werden können. Besonders hervorzuheben ist, dass der Leitfaden auch die Erfahrungen von Bauherrinnen einbezieht, was die Relevanz und Anwendbarkeit der Maßnahmen deutlich erhöht.

Ein weiteres Beispiel für die praktische Umsetzung ist die Sanierung des Beruflichen Schulzentrums Oskar-von-Miller. Hier wird gezeigt, wie eine umfassende Sanierung durch sorgfältige Planung, fachgerechte Ausführung und Anpassung an veränderte Anforderungen gelingen kann. Die Bauphasen werden in Abschnitten durchgeführt, wobei verschiedene Unternehmen beteiligt sind. Diese Transparenz in der Planung und Ausführung ist entscheidend, um das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen und die Qualität der Arbeiten sicherzustellen.

Fazit

Der Landkreis Schwandorf hat sich in den letzten Jahren als aktiver Akteur im Bereich der Sanierung etabliert. Mit Investitionen in die Infrastruktur, Bildungseinrichtungen, städtebauliche Sanierungen und Denkmalschutz zeigt sich eine klare Ausrichtung auf Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit und regionale Identität. Die Projekte reichen von der Sanierung von Straßen und Brücken bis hin zur Umgestaltung von Altstädten und zur Digitalisierung von Bildungseinrichtungen.

Zudem wird deutlich, dass der Landkreis nicht nur auf bauliche Verbesserungen achtet, sondern auch auf die gesellschaftliche und kulturelle Dimension. Mit Initiativen wie dem Leitfaden „Bestand mit Zukunft“ oder dem Kommunalen Förderprogramm wird die Bevölkerung aktiv in die Sanierungsprozesse eingebunden.

Diese Maßnahmen tragen dazu bei, den Gebäudebestand nicht als bloße Relikte der Vergangenheit, sondern als Chancen für die Zukunft zu sehen. Sie zeigen, wie Sanierungsprojekte nicht nur technisch, sondern auch sozial, ökologisch und kulturell nachhaltig gestaltet werden können.

Quellen

  1. Gemeinde Wackersdorf investiert 6,2 Millionen Euro in Straßensanierung
  2. Landkreis Schwandorf investiert in Sanierung von Straßen und Brücken
  3. Bauen im Bestand für den Landkreis Schwandorf
  4. Umfassende Sanierung am Beruflichen Schulzentrum Oskar von Miller in Schwandorf
  5. Denkmal, Sanierung und ländliche Entwicklung
  6. Sanierung der SAD 11 abgeschlossen

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