Sanierung des Audimax in Aachen: Denkmalschutz trifft moderne Anforderungen

Einleitung

Das Audimax der RWTH Aachen, ein bedeutendes Bauwerk der Nachkriegszeit aus dem Jahr 1954, stellt eine architektonische und historische Besonderheit dar. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, sowohl innen als auch außen, und benötigt aufgrund seines Alters eine umfassende Sanierung. Dieser komplexe Prozess muss die besonderen Herausforderungen eines denkmalgeschützten Gebäudes mit modernen Anforderungen an Barrierefreiheit, Energieeffizienz und Brandschutz in Einklang bringen. Gleichzeitig wird das Audimax weiterhin als zentraler Ort für Vorlesungen, studentische Arbeitsbereiche und Kulturveranstaltungen benötigt. Dieser Artikel beleuchtet die Geschichte des Gebäudes, den aktuellen Sanierungsbedarf, die besonderen Anforderungen an das Projekt und die innovative Nutzung von BIM-Management im Sanierungsprozess.

Geschichte und Architektur des Audimax

Das Große Hörsaalgebäude Audimax wurde 1954 im Zuge einer großen Erweiterungsphase der RWTH Aachen nach Norden und Westen errichtet. Das Bauwerk entstand auf dem ehemaligen Eisenbahngelände und markiert eine wichtige Phase des Wiederaufbaus der Hochschule nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges. Die Planung leitete Oberregierungs- und Baurat Karl Schlüter von der Staatlichen Bauleitung, der eine zentrale Figur beim Ausbau der RWTH Aachen nach dem Krieg war.

Das Gebäude umfasst Seitenflügel an Turmstraße und Wüllnerstraße sowie einen Mitteltrakt mit Hörsälen. Der Haupteingang ist zur Kreuzung der beiden Straßen ausgerichtet und weist auf der viergeschossigen Eingangsseite eine konkave Wölbung im Grundriss auf, die den Vorplatz einfasst. Die Rückseite ist konvex geschwungen. Diese besondere Architektur macht das Gebäude zu einem wichtigen Zeugnis der Architektur der Nachkriegszeit und unterstreicht seine historische und kulturelle Bedeutung.

Die Audimax-Kreuzung vor dem Gebäude ist zentral für den Campus-Mitte und das studentische Leben. Sie wird von starkem Fußgänger-, Rad- und Kfz-Verkehr geprägt, wobei der Kfz-Verkehr dominiert. Eine breit angelegte Verkehrsfläche durchschneidet den Campus, was die städtebauliche Einbindung des Gebäudes in den Universitätsbetrieb verdeutlicht.

Aktueller Sanierungsbedarf

Das Audimax wird in seiner Funktion als Hörsaal-Gebäude von verschiedenen Fakultäten der RWTH Aachen genutzt. Der Bedarf an Hörsälen und studentischen Arbeitsbereichen besteht auch in Zukunft, ebenso wie die Nutzung für Kulturveranstaltungen in den Räumlichkeiten. Diese vielfältigen Nutzungsanforderungen stellen zusätzliche Anforderungen an die Planung der Sanierung.

Die technische Gebäudeausrüstung des Audimax muss komplett erneuert werden, um den aktuellen Standards zu entsprechen. Dies betrifft insbesondere die Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, die Elektroinstallation und die Beleuchtung. Die neuen Anlagen müssen so integriert werden, dass sie das historische Erscheinungsbild des Gebäudes nicht beeinträchtigen.

Zusätzlich zu den technischen Anforderungen müssen auch andere Aspekte berücksichtigt werden, die für die Sanierung von Bedeutung sind:

  • Barrierefreiheit: Die Umsetzung der barrierefreien Belange ist im Sanierungsprojekt des Audimax zu berücksichtigen.
  • Schadstoffbelastungen: Besonders Schadstoffbelastungen müssen bei der Sanierung beachtet werden.
  • Denkmalschutzanforderungen: Das gesamte Gebäude aus dem Jahr 1954 steht unter Denkmalschutz (innen und außen).
  • Brandschutzanforderungen: Brandschutzanforderungen müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
  • Energetische Anforderungen: Die Sanierung muss energetischen Anforderungen gerecht werden.

Aufgrund der Bedeutung des Gebäudes sollen die Möglichkeiten auf Basis der bestehenden Gebäudesubstanz maximal ausgeschöpft werden. Als Betreiber des Hörsaalzentrums Audimax fungiert die RWTH Aachen, weshalb alle Planungs- und Ausführungsleistungen über den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) abgestimmt werden müssen. Diese organisatorische Struktur stellt sicher, dass die Sanierung im Einklang mit den Hochschulinteressen und den Denkmalschutzbestimmungen erfolgt.

Herausforderungen bei der Sanierung

Die Sanierung des Audimax ist ein komplexes Projekt, das besondere Herausforderungen mit sich bringt. Andererseits muss das Denkmal, das sowohl innen als auch außen unter Denkmalschutz steht, saniert werden, ohne seinen historischen Charakter zu verlieren. Diese doppelte Herausforderung erfordert eine besonders sorgfältige Planung und Ausführung.

Bei der Sanierung denkmalgeschützter Bauten treten oft spezifische Herausforderungen auf. Die originalen Materialien und Bauweisen müssen soweit möglich erhalten bleiben, während gleichzeitig moderne technische Standards eingehalten werden. Dies betrifft insbesondere die Fassade mit ihren Natursteinplatten, die hölzerne Wandvertäfelung und die historischen Fußböden. Diese Elemente müssen saniert werden, ohne ihren historischen Charakter zu verlieren. Gleichzeitig müssen sie an moderne technische Anforderungen angepasst werden.

Die Sanierung muss zudem die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes berücksichtigen. Das Audimax wird in seiner Funktion als Hörsaal-Gebäude von verschiedenen Fakultäten der RWTH Aachen genutzt. Die Sanierung muss sicherstellen, dass diese Nutzungen auch nach der Sanierung weiterhin möglich sind. Dies betrifft insbesondere die technische Ausstattung der Hörsäle, die akustischen Verhältnisse und die Infrastruktur für Veranstaltungen.

Technische und gestalterische Aspekte der Sanierung

Die Sanierung des Audimax erfordert eine sorgfältige Abwägung zwischen technischen Notwendigkeiten und gestalterischen Anforderungen. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis der Architektur der 1950er Jahre und muss daher in seiner Substanz und seinem Erscheinungsbild erhalten bleiben.

Bei der Fassadensanierung müssen die originalen Natursteinplatten erhalten und instand gesetzt werden. Die Fenster, die in unterschiedlichen Höhen und Formen gestaltet sind, müssen ebenfalls saniert werden, ohne ihr charakteristisches Erscheinungsbild zu verändern. Die zweigeschossige Foyerhalle mit ihren raumhohen Fenstern stellt einen besonderen gestalterischen Wert dar, der bei der Sanierung erhalten bleiben muss.

Im Inneren des Gebäudes sind die originalen Ausstattungselemente wie die hölzernen Wandvertäfelungen, die Fußbodenbeläge und die Garderobentische auf der Empore von besonderer Bedeutung. Diese Elemente müssen saniert werden, ohne ihren historischen Charakter zu verlieren. Gleichzeitig müssen sie an moderne technische Anforderungen angepasst werden.

Die technische Gebäudeausrüstung des Audimax muss komplett erneuert werden, um den aktuellen Standards zu entsprechen. Dies betrifft insbesondere die Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, die Elektroinstallation und die Beleuchtung. Die neuen Anlagen müssen so integriert werden, dass sie das historische Erscheinungsbild des Gebäudes nicht beeinträchtigen.

BIM-Management im Sanierungsprozess

Das Projekt wird nach der Building Information Modelling-Methode (BIM) umgesetzt, wobei die Modellanforderungen in den Anlagen 14 bis 16 der BIM-Richtlinie des BLB NRW festgelegt sind. Die Verwendung von BIM-Management im Sanierungsprozess bietet die Möglichkeit, die komplexen Anforderungen digital zu erfassen und zu verwalten. Dies ermöglicht eine präzise Planung und eine effiziente Koordination der Gewerke.

Ein offenes Verfahren wurde für BIM-Management-Dienstleistungen im Rahmen der Sanierung ausgeschrieben, durchgeführt vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Aachen (BLB Aachen). Das Verfahren hat die Bezeichnung "BLB Aachen | RWTH | Sanierung Audimax | BIM-Management (005-25-00095)" und die Kennung 0b88e27f-1da1-4b5a-9862-aa2140427947. Es handelt sich um ein offenes Verfahren für Dienstleistungen von Architektur-, Konstruktions- und Ingenieurbüros (CPV: 71000000).

Der geschätzte Wert des Auftrags beträgt 84.033,61 EUR ohne MwSt. Für die Zuschlagserteilung gelten folgende Zuschlagskriterien: - Organisationskonzept: 10 % - Bearbeitungskonzept: 30 % - Berufserfahrung Projektleitung, Jahre: 5 % - Berufserfahrung stv. Projektleitung, Jahre: 5 % - Honorarangebot: 50 %

Der Beschaffer ist das BLB NRW Aachen, ein öffentliches Unternehmen der allgemeinen öffentlichen Verwaltung. Erfüllungsort ist Wüllnerstraße 9, 52062 Aachen. Die Ausschreibung umfasst speziell das BIM-Management für die Sanierung des Audimax, das sich an der Ecke Turmstraße/Wüllnerstraße im RWTH-Kernbereich der Stadt Aachen befindet.

Interimslösung während der Sanierung

Während der Sanierungsphase wird eine temporäre Lösung benötigt, um den Lehrbetrieb aufrechtzuerhalten. Auf dem Gelände des alten Westbahnhofes, auf dem schon während des Baus des Hörsaalzentrums C.A.R.L. ein solcher temporärer Hörsaalbau Engpässe auffangen konnte, wird nun ein 55 mal 25 Meter großes Gebäude errichtet, in dem zwei Hörsäle mit rund 500 Plätzen eingerichtet werden.

"Wir kompensieren einen Mehrbedarf an großen Vorlesungssälen, der unbedingt aufgefangen werden muss", erklärt Gabriele Golubowitsch, Leiterin des Dezernats Facility Management der RWTH. "Wir müssen dem Gesamtbedarf der Hochschule gerecht werden", sagt Co-Dezernentin Geva Aschhoff.

Der Interimsbau TEMP soll bereits im Juni in Betrieb genommen werden und wird dann für rund zwei Jahre Vorlesungen beherbergen sowie in der vorlesungsfreien Zeit als Lernraum und Klausurort dienen. Er ist mit moderner Medientechnik, Lärmschutz zu den Bahngleisen, Heizung/Belüftung und sanitären Anlagen den Anforderungen entsprechend ausgerüstet.

Gleichzeitig werden in konstruktiven Gesprächen mit dem zuständigen Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Niederlassung Aachen, die Planungen für die Sanierung des Kármán-Auditoriums, des Audimax und des Hauptgebäudes vorangetrieben. Ein entsprechender Zeitplan wird gerade erarbeitet.

Fazit

Die Sanierung des Audimax der RWTH Aachen ist ein komplexes Projekt, das die besonderen Herausforderungen eines denkmalgeschützten Gebäudes mit modernen Anforderungen an Barrierefreiheit, Energieeffizienz und Brandschutz in Einklang bringen muss. Das 1954 von Karl Schlüter errichtete Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis der Architektur der Nachkriegszeit und muss in seiner Substanz und seinem Erscheinungsbild erhalten bleiben.

Die Verwendung von BIM-Management im Sanierungsprozess bietet die Möglichkeit, die komplexen Anforderungen digital zu erfassen und zu verwalten. Dies ermöglicht eine präzise Planung und eine effiziente Koordination der Gewerke. Gleichzeitig muss die Sanierung sicherstellen, dass das Gebäude weiterhin als zentraler Ort für Vorlesungen, studentische Arbeitsbereiche und Kulturveranstaltungen genutzt werden kann.

Die Herausforderungen bei der Sanierung sind erheblich: Einerseits müssen die originalen Materialien und Bauweisen erhalten bleiben, andererseits müssen moderne technische Standards eingehalten werden. Dies betrifft insbesondere die Fassade mit ihren Natursteinplatten, die hölzerne Wandvertäfelung und die historischen Fußböden, die saniert werden müssen, ohne ihren historischen Charakter zu verlieren.

Während der Sanierungsphase wird ein temporäres Hörsaalgebäude mit 500 Plätzen bereitgestellt, um den Lehrbetrieb aufrechtzuerhalten. Diese Maßnahme zeigt die Bedeutung des Audimax für den Universitätsbetrieb und die Notwendigkeit, während der Sanierungszeit alternative Räumlichkeiten bereitzustellen.

Die Sanierung des Audimax wird daher ein Balanceakt zwischen Bewahrung des historischen Erbes und Anpassung an moderne Anforderungen – ein Projekt, das Vorbildwirkung für die Sanierung weiterer denkmalgeschützter Gebäude haben könnte.

Quellen

  1. Austrasse Zuerich - Sanierung des Audimax in Aachen: BIM-Management und Denkmalschutzherausforderungen
  2. Ausschreibungen Deutschland - Dienstleistungen von Architektur-, Konstruktions- und Ingenieurbüros und 2025 Aachen
  3. Austrasse Zuerich - Sanierung des Audimax der RWTH Aachen: Denkmalschutz und moderne Anforderungen im Einklang
  4. RWTH Aachen - Neues temporäres Hörsaalgebäude am Re

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