Einführung
Die Generalsanierung des städtischen Eisstadions am Gutenbergweg in Landshut war ein umfangreiches Projekt, das über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren durchgeführt wurde. Ziel der Sanierung war es, das Stadion auf das neueste technische und funktionale Niveau zu bringen, um es langfristig für den professionellen Eissport und andere Nutzungszwecke fit zu machen. Ein zentraler Aspekt der Modernisierung war die Erneuerung der Dachkonstruktion sowie der Installation eines neuen Videowürfels, der die Sicht- und Tontechnik entscheidend verbesserte.
Das Projekt war in mehrere Bauabschnitte unterteilt, wobei der erste Fokus auf den Abriss des alten Dachs und die Errichtung einer neuen Konstruktion lag. Insgesamt wurden Investitionen in Höhe von etwa 22 bis 23,3 Millionen Euro getätigt, wobei eine finanzielle Förderung von 2 Millionen Euro durch das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ einen wichtigen Beitrag zur Realisierung leistete. Nach Abschluss der Arbeiten wurde das Stadion am 30. Oktober 2021 offiziell als Fanatec Arena eröffnet.
In diesem Artikel werden die technischen Details, die finanzielle Planung, die Bauabschnitte und die Ergebnisse der Sanierung in ausführlicher Weise dargestellt, basierend auf den verfügbaren Informationen.
Projektziele und Hintergrund
Die Generalsanierung des Eisstadions am Gutenbergweg war notwendig, um den Anforderungen des modernen Eissports und der Sicherheitsvorschriften gerecht zu werden. Das Stadion lag am Ufer der Isar und hatte eine bedeutende Funktion sowohl als Sport- als auch als städtisches Veranstaltungszentrum. Die baulichen Verhältnisse waren jedoch in den vergangenen Jahren zunehmend problematisch geworden, insbesondere hinsichtlich der Kälte- und Sicherheitstechnik sowie der Beleuchtung.
Die Ziele der Sanierung waren vielfältig:
- Schaffung eines neuen Erscheinungsbildes für die Eishalle.
- Bessere Integration in das angrenzende Wohngebiet.
- Verbesserung der Immissionssituation (Lärmschutz, etc.).
- Modernisierung der Kältetechnik und Energieeffizienz.
- Erneuerung der Lüftungsanlage.
- Sicherheitstechnische Ertüchtigung.
- Installation eines modernen Videowürfels und Beleuchtungssystems.
- Neugestaltung der Außenanlagen und Fassade.
Diese Maßnahmen trugen dazu bei, das Stadion wieder in einen technisch und optisch ansprechenden Zustand zu versetzen und es langfristig sicher und wirtschaftlich betreiben zu können.
Finanzierung und Förderung
Die Gesamtkosten des Sanierungsprojekts betrugen etwa 23,3 Millionen Euro. Ein zentraler Faktor für die Realisierbarkeit der Maßnahmen war die finanzielle Förderung durch das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Im Jahr 2020 erhielt die Stadt Landshut eine Förderung von 2 Millionen Euro, die einen bedeutenden Anteil an den Gesamtkosten ausmachte.
Diese Förderung wurde von Florian Oßner (CSU), direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Landshut-Kelheim, überbracht. Die Stadt Landshut trug den Großteil der Kosten, wobei weitere Förderprogramme und städtische Mittel ebenfalls zum Projekt beitrugen. Obwohl die genaue Aufteilung der Finanzierung zwischen städtischen Mitteln und anderen Förderquellen nicht vollständig transparent ist, war die Finanzierung insgesamt solide abgesichert.
Zusätzlich wurde die Sanierung von der Regierung von Niederbayern unterstützt. Mit einem Schreiben im Dezember 2019 wurde eine Zuwendung in Höhe von bis zu 499.350 Euro für die Erneuerung der Kälte- und Wärmetechnik genehmigt. Diese Mittel trugen insbesondere zur Sanierung der Eishalle II bei, die als Landesleistungszentrum Eishockey genutzt wird.
Bauabschnitte und Durchführung
Die Sanierungsarbeiten wurden in mehrere Bauabschnitte unterteilt, um die Projektabwicklung zu strukturieren und die Störungen für den Betrieb so gering wie möglich zu halten. Jeder Bauabschnitt hatte klare Zielsetzungen und fokussierte sich auf bestimmte Aspekte der Modernisierung.
Erster Bauabschnitt: Dachabriss und Dachneubau
Der erste Bauabschnitt begann im Mai 2019 und endete im Oktober 2021 mit der offiziellen Eröffnung der Fanatec Arena. Der Fokus lag auf dem Abriss des maroden Dachs und der Errichtung einer neuen Dachkonstruktion. Die alte Dachstruktur war stark in Mitleidenschaft gezogen und musste vollständig entfernt werden. Die neue Dachkonstruktion war so geplant, dass sie nicht nur baulich stabiler, sondern auch technisch moderner war.
Ein besonderes Augenmerk lag auf der Integration einer zeitgemäßen Licht- und Tontechnik, wobei auch ein neuer Videowürfel installiert wurde. Der Videowürfel spielte eine zentrale Rolle bei der Verbesserung der Sicht- und Tontechnik im Stadion, da er es ermöglichte, Live-Übertragungen, Werbeprospekte und andere visuelle Inhalte direkt vor Ort zu präsentieren. Diese Maßnahme trug dazu bei, die Stimmung im Stadion deutlich zu verbessern und den Zuschauern ein modernes Erlebnis zu bieten.
Um die alten Bauteile abbrechen zu können und neue Baumaterialien in das Stadion einzubringen, wurden zwei Obendreherkräne mit einer Ausladung von 70 m und 65 m eingesetzt. Diese Kräne überdeckten das gesamte Gebäude und ermöglichten so eine reibungslose Umsetzung der Arbeiten.
Zweiter Bauabschnitt: Kälteanlage und Sicherheitstechnik
Der zweite Bauabschnitt begann im Frühjahr 2020 und konzentrierte sich auf die Modernisierung der Kälte- und Lüftungstechnik. Die alte Kälteanlage war veraltet und nicht mehr energieeffizient genug, um den heutigen Anforderungen zu entsprechen. In diesem Zusammenhang wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:
- Installation energieeffizienter Kälteerzeugung.
- Nutzung von Abwärme zur Optimierung des Energieverbrauchs.
- Reduzierung der benötigten Kälteleistung durch Verkleinerung der Eisfläche von 30 m auf 28 m Breite.
- Erneuerung der Lüftungsanlage, um einen energieoptimierten Kaltluftsee über der Eisfläche zu gewährleisten und die Luftqualität im gesamten Stadion zu verbessern.
- Sicherheitstechnische Ertüchtigung, darunter die Anpassung der Fluchtwege an moderne Sicherheitsstandards, die Installation einer neuen Bande und der Neubau der Stehplatztribüne Ost.
Dieser Bauabschnitt war technisch anspruchsvoll und musste so geplant werden, dass der Betrieb des Stadions möglichst wenig beeinträchtigt wurde. Die Arbeiten wurden in Absprache mit dem Betreiber und den zuständigen Behörden durchgeführt, wobei besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften gelegt wurde.
Dritter Bauabschnitt: Außenanlagen und Fassadengestaltung
Der dritte Bauabschnitt fokussierte sich auf die Neugestaltung der Außenanlagen und die Verbesserung der Integration des Stadions in die umgebende Bebauung. Hier standen insbesondere folgende Maßnahmen im Vordergrund:
- Modernisierung der Eingangsbereiche.
- Erneuerung des Geh- und Radweges.
- Installation einer „textilen Fassade“, die die Ost- und Teile der Isarseite des Stadions bedecken sollte. Diese Fassade bestand aus einem transparenten Material und war etwa sieben Meter hoch und 52 Meter lang. Sie diente dazu, unschöne Technik zu verdecken und gleichzeitig visuelle Elemente wie jubelnde Fans abzubilden.
- Entfernung der provisorischen Abstützpfeiler auf der Stehplatzseite, die die Sicht auf das Spielgeschehen beeinträchtigt hatten.
- Asphaltierung der Wege und Anlagen im Freigelände, um den Komfort der Besucher zu steigern.
Die Arbeiten an den Außenanlagen begannen im Mai 2021, und bis zum Herbst waren die Freianlagen weitgehend fertiggestellt. Im Oktober 2021 fand schließlich die offizielle Einweihung statt.
Technische Neuerungen und Verbesserungen
Die Generalsanierung brachte zahlreiche technische Neuerungen mit sich, die sowohl den Betreibern als auch den Zuschauern deutliche Vorteile brachten. Im Folgenden werden die wichtigsten technischen Aspekte im Detail beschrieben.
Kälte- und Lüftungstechnik
Die Erneuerung der Kälte- und Lüftungstechnik war ein zentraler Bestandteil der Sanierung. Die alte Kälteanlage war veraltet und nicht mehr energieeffizient genug, um die Anforderungen moderner Eishockeyarenen zu erfüllen. In der neuen Anlage wurde auf energieeffiziente Kälteerzeugung gesetzt, wobei auch Abwärme genutzt wurde, um den Energieverbrauch zu optimieren.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Reduzierung der benötigten Kälteleistung durch die Verkleinerung der Eisfläche von 30 m auf 28 m Breite. Dies führte zu einer geringeren Fläche, die gekühlt werden musste, und trug so zur Verbesserung der Energieeffizienz bei. Die neue Lüftungsanlage gewährleistete zudem einen energieoptimierten Kaltluftsee über der Eisfläche und sorgte für eine bessere Luftqualität im gesamten Stadion.
Beleuchtungssystem
Die Beleuchtung im Stadion wurde auf LED-Technik umgestellt, was eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz und der Lebensdauer der Beleuchung bedeutete. Die alte Beleuchtung war energieintensiv und hatte eine geringere Lebensdauer, wodurch häufige Wartungs- und Austauscharbeiten erforderlich waren. Mit der Umstellung auf LED-Technik konnten diese Nachteile überwunden werden.
Die neue Beleuchtung war so gestaltet, dass sie sowohl die Sichtbedingungen für die Zuschauer als auch die Belichtung für die Kameraübertragungen optimierte. Dadurch wurde das Gesamterlebnis im Stadion deutlich verbessert.
Videowürfel
Ein weiteres Highlight der Sanierung war die Installation eines neuen Videowürfels, der das Sicht- und Tontechnikniveau im Stadion auf ein neues Niveau hob. Der Videowürfel ermöglichte es, Live-Übertragungen, Werbeprospekte und andere visuelle Inhalte direkt im Stadion zu präsentieren. Dadurch konnten die Zuschauer nicht nur das Spielgeschehen, sondern auch weitere Informationen und Werbeinhalte in Echtzeit genießen.
Der Videowürfel war ein zentraler Bestandteil der Modernisierung und spielte eine wichtige Rolle bei der Schaffung eines modernen und ansprechenden Stadionerlebnisses.
Sicherheitstechnik
Auch die Sicherheitstechnik wurde erheblich verbessert. Die Fluchtwege wurden an moderne Sicherheitsstandards angepasst, und eine neue Bande wurde installiert, um die Sicherheit der Zuschauer zu gewährleisten. Die Stehplatztribüne Ost wurde komplett neu gebaut und dient nicht nur als Tribüne, sondern auch als Aussteifungsbauwerk für die neue Dachkonstruktion.
Diese Maßnahmen trugen dazu bei, das Stadion sicherer zu machen und gleichzeitig die baulichen Verhältnisse zu optimieren.
Nutzung und Betrieb nach der Sanierung
Nach Abschluss der Sanierung konnte das Stadion pünktlich zur Spielzeit 2021/2022 wiedereröffnet werden. Die offizielle Einweihung fand am 30. Oktober 2021 statt, und das Stadion firmiert seitdem unter dem Namen Fanatec Arena. Der Namenssponsoring-Vertrag mit der Landshuter Endor AG, die auch die Marke Fanatec besitzt, war ein wichtiger Schritt, um das Stadion weiterzuentwickeln und es auch finanziell tragfähig zu halten.
Die Zuschauerkapazität wurde von knapp 7.000 auf 4.448 reduziert, wobei 2.539 Sitzplätze und 1.909 Stehplätze zur Verfügung standen. Die Reduzierung der Kapazität diente der Gewährleistung eines nachhaltigen Betriebs und der besseren Integration in die umgebende Bebauung.
Neben den Eishockey-Heimspielen der DEL2-Mannschaft der EVL Spielbetrieb-GmbH wird das Stadion auch für andere Eissportaktivitäten genutzt. Die Halle 1 ist die zentrale Arena für Eishockey, während die Halle 2 hauptsächlich dem Trainingsbetrieb und anderen Eissportaktivitäten vorbehalten ist.
Ein weiteres wichtiges Nutzungsfeld des Stadions ist der Kegelbahnenbereich, der Teil des EVL e.V. ist und als Landesleistungszentrum des Bayerischen Eissport-Verbandes fungiert. Dies unterstreicht die vielseitige Nutzung des Stadions und seine Bedeutung als zentrales Eissportzentrum in der Region.
Fazit
Die Generalsanierung des Eisstadions am Gutenbergweg in Landshut war ein umfangreiches und technisch anspruchsvolles Projekt, das über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren durchgeführt wurde. Mit Investitionen in Höhe von etwa 23,3 Millionen Euro und einer finanziellen Förderung durch das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ gelang es, das Stadion auf das neueste technische und funktionale Niveau zu bringen.
Die Sanierung umfasste mehrere Bauabschnitte, wobei der Fokus auf den Abriss des alten Dachs, die Erneuerung der Kälte- und Lüftungstechnik sowie die Installation eines modernen Videowürfels lag. Die Neugestaltung der Außenanlagen und Fassade trug dazu bei, das Stadion optisch ansprechender zu machen und besser in die umgebende Bebauung zu integrieren.
Nach Abschluss der Arbeiten wurde das Stadion als Fanatec Arena eröffnet und hat seither eine neue Ära des Landshuter Eishockeysports eingeläutet. Die Verbesserungen in den Bereichen Energieeffizienz, Sicherheit und Technik trugen dazu bei, das Stadion langfristig sicher und wirtschaftlich betreiben zu können.
Die Generalsanierung des Eisstadions Gutenbergweg zeigt, wie wichtig es ist, Sportstätten regelmäßig zu modernisieren und an die aktuellen Anforderungen anzupassen. Mit dem neuen Erscheinungsbild, den verbesserten technischen Voraussetzungen und der nachhaltigen Nutzung wird das Stadion in Zukunft auch für die Region Landshut eine zentrale Rolle spielen.