Einleitung
Das Eisstadion am Gutenbergweg in Landshut stand in den letzten Jahren vor einer dringenden Sanierung, die notwendig war, um die Anlage sicherzustellen und sie für den zukünftigen Eissport fit zu machen. Die Stadt Landshut, die als Bauherrin und Betreiberin des Stadions fungiert, begann 2020 mit der Generalsanierung, die sich in drei Bauabschnitte gliederte. Mit einer Gesamtinvestition von 22 bis 23,3 Millionen Euro wurde das Projekt realisiert, wobei der Bund über das Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ zwei Millionen Euro zur Verfügung stellte.
Die Sanierung war nicht nur eine rein technische Maßnahme, sondern auch ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit. Ziel war es, die Eissporthalle in Landshut auf moderne Standards zu bringen, um sie für den Profi-Eissport sowie für schulische und andere Eissportaktivitäten langfristig zu erhalten. Die Stadt Landshut setzte dabei auf energieeffiziente Technologien, wie z. B. eine Photovoltaikanlage, und verbesserte die Integration in das umliegende Wohngebiet. Im Folgenden werden die Hintergründe, die Umsetzung, die finanzielle Struktur sowie die technischen und nachhaltigen Aspekte der Sanierung im Detail beschrieben.
Hintergrund der Sanierung
Die Notwendigkeit einer umfassenden Sanierung des Eisstadions in Landshut ergab sich aus mehreren zentralen Faktoren. Zunächst war die Dachkonstruktion marode und stellte eine erhebliche Sicherheitsbedrohung dar. Die Betriebserlaubnis des Stadions wäre im Sommer 2019 ausgelaufen, und aufgrund der statischen Probleme wäre sie nicht verlängert worden. Eine Sanierung war daher unumgänglich, um den Betrieb des Stadions zu sichern und den Eissport in der Region fortzuführen.
Zweitens stammten die technischen Anlagen des Stadions weitgehend aus den 1980er Jahren und waren technisch veraltet. Sie verursachten einen hohen Energieverbrauch und standen nicht mehr den Anforderungen an moderne Sportstätten, insbesondere für Profi-Eishockey, genügend. Darüber hinaus war das Stadion in den 50er Jahren errichtet worden und musste sich an die heutigen Standards anpassen, insbesondere in Bezug auf Barrierefreiheit und Klimaschutz.
Ein weiteres Problem war die Integration des Stadions in die Umgebung. Das Eisstadion liegt am Stadteingang und hatte sich im Laufe der Jahre nicht mehr harmonisch in das angrenzende Wohngebiet eingefügt. Eine Sanierung sollte auch hier Abhilfe schaffen und das Erscheinungsbild der Anlage verbessern, um den Stadteingang positiv zu prägen.
Die drei Bauabschnitte der Sanierung
Die Generalsanierung des Eisstadions in Landshut wurde in drei Bauabschnitte unterteilt, um die Arbeiten schrittweise und ohne große Unterbrechungen durchzuführen. Jeder Bauabschnitt hatte klare Fokussierungen und Zielsetzungen.
Bauabschnitt 1: Dachsanierung und technische Modernisierung
Der erste Bauabschnitt begann im Juli 2020 mit der Sanierung der maroden Dachkonstruktion. Diese war aufgrund der statischen Probleme dringend notwendig, um die Sicherheit der Anlage zu gewährleisten. Die alte Dachkonstruktion wurde abgebaut und durch eine neue ersetzt, die robust und auf moderne Standards ausgelegt ist. Gleichzeitig wurde die Licht- und Tontechnik erneuert, und ein moderner Videowürfel eingebaut, der die Sicht- und Hörbedingungen für Zuschauer deutlich verbesserte.
Bauabschnitt 2: Energieeffizienz und Kältetechnik
Der zweite Bauabschnitt konzentrierte sich auf die Modernisierung der Kältetechnik. Ziel war es, eine energieeffiziente Kälteerzeugung zu realisieren und die Abwärme auszunutzen, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Zudem wurde die Eisfläche verkleinert, was ebenfalls zur Reduktion der erforderlichen Kälteleistung beitrug. Die Lüftungsanlage wurde überarbeitet, um einen energieoptimierten Kaltluftsee über der Eisfläche zu ermöglichen.
Bauabschnitt 3: Barrierefreiheit, Fassaden- und Freiflächenoptimierung
Der dritte und letzte Bauabschnitt beinhaltete die Sanierung der Tribünenanlage West, den Ausbau der neu errichteten Tribünentrakte Nord, Ost und Süd sowie die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. Zudem wurde eine textile Fassadenverkleidung montiert, und die Freiflächen wurden umgestaltet und aufgewertet. Diese Maßnahmen sollten nicht nur das Erscheinungsbild der Anlage verbessern, sondern auch die Barrierefreiheit erhöhen, um die Eishalle für alle Bevölkerungsgruppen zugänglicher zu machen.
Finanzierung und Förderung
Die Gesamtkosten des Sanierungsprojekts betrugen etwa 23,3 Millionen Euro. Die Stadt Landshut übernahm als Bauherrin den Großteil der Kosten. Ein wichtiger finanzieller Beitrag kam aus der Bundesförderung, wobei das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) zwei Millionen Euro aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ bereitstellte.
Die Stadt Landshut hatte ursprünglich 2020 einen Förderantrag gestellt, der jedoch abgelehnt wurde. Nach einer Überarbeitung wurde der Antrag erneut eingereicht, und im Juli 2021 wurde die Förderzusage überbracht. Der Bundestagsabgeordnete Florian Oßner (CSU) überbrachte diese positive Nachricht an den Oberbürgermeister Alexander Putz, der sich für die Unterstützung bedankte.
Neben der Bundesförderung setzte die Stadt auf eigene Mittel, um die Sanierung zu finanzieren. Die genaue Aufteilung der Finanzierung zwischen städtischen Mitteln und anderen Förderprogrammen wurde in den Quellen nicht näher spezifiziert. Der dritte Bauabschnitt war zudem im Jahr 2020 geplant, um nach Abschluss der Saison 2020/2021 abgeschlossen zu werden.
Technische Details und Spezifikationen
Das Eisstadion in Landshut besteht aus zwei Eisflächen mit unterschiedlichen Eigenschaften:
Halle 1
- Geschlossene Eishalle
- Eisfläche: 60 x 28 Meter
Halle 2
- Überdachte, aber teils offene Halle
- Eisfläche: 60 x 30 Meter
Die Modernisierung konzentrierte sich hauptsächlich auf Halle 1, in der die Eishockey-Heimspiele der DEL-2-Mannschaft der EVL Spielbetrieb-GmbH ausgetragen werden. Halle 2 dient hauptsächlich dem Trainingsbetrieb und anderen Eissportaktivitäten.
Neben den Eishockey-Anlagen beheimatet die Sportanlage auch acht Kegelbahnen im Bereich des EVL e.V. und fungiert als Landesleistungszentrum des Bayerischen Eissport-Verbandes (BEV).
Ein weiteres technisches Highlight der Sanierung war die Integration der kegelförmigen Verdrängungsauslässe (VA-K) und schwenkbaren Weitstahlauslässe (SW) durch die Firma Krantz. Diese Auslässe sorgen für eine turbulenzarme Zuluft aus großen Höhen und sind sowohl für den Kühl- als auch für den Heizfall geeignet. Sie tragen somit maßgeblich zur Energieeffizienz und Nachhaltigkeit der Eissporthalle bei.
Nachhaltigkeit und Klimaschutz
Ein zentrales Ziel der Sanierung war die Reduzierung des Treibhausgasausstoßes. Dazu setzte die Stadt Landshut auf mehrere Maßnahmen:
- Photovoltaikanlage: Auf dem Dach der Eishalle wurde eine Photovoltaikanlage errichtet, die zur Energieversorgung beiträgt und den Energieverbrauch senkt.
- Energieeffiziente Kältetechnik: Die Modernisierung der Kältetechnik ermöglichte eine energieeffiziente Kälteerzeugung, bei der Abwärme genutzt wird.
- Kaltluftsee über der Eisfläche: Durch die Überarbeitung der Lüftungsanlage entstand ein energieoptimierter Kaltluftsee, der den Energieverbrauch weiter reduzierte.
- Barrierefreiheit: Die Sanierung umfasste auch die Schaffung von barrierefreien Zugängen, was den Stadionbetrieb für alle Bevölkerungsgruppen zugänglicher machte.
Diese Maßnahmen trugen dazu bei, die Eishalle in Landshut zu einer nachhaltigen, inklusiven Infrastruktur zu entwickeln, die den Anforderungen der Zukunft entspricht.
Nutzung und Betrieb nach der Sanierung
Nach Abschluss der Sanierung konnte das Eisstadion pünktlich zur Spielzeit 2021/2022 wiedereröffnet werden. Die DEL-2-Mannschaft der EVL Spielbetrieb-GmbH nutzte die Anlage für ihre Heimspiele, und die Stadt Landshut konnte damit ihren Beitrag zum regionalen Eissport leisten. Die Eishalle dient zudem weiterhin als Trainingsstätte für Jugendteams des EV Landshut, dem Bayerischen Eissport-Verband und anderen Vereinen.
Die Sanierung erwies sich als notwendig, um den Betrieb des Stadions sicherzustellen und den Eissport in Landshut langfristig zu erhalten. Zudem trug das Projekt zur Verbesserung der Integration des Stadions in das angrenzende Wohngebiet bei und sorgte für eine bessere Immissionssituation, insbesondere im Hinblick auf Lärmschutz.
Fazit
Die Generalsanierung des Eisstadions in Landshut war eine umfassende Modernisierungsmaßnahme, die sowohl technische als auch nachhaltige Aspekte berücksichtigte. Mit einer Investition von 22 bis 23,3 Millionen Euro wurde die Anlage auf moderne Standards gebracht, um sie für den Profi-Eissport, aber auch für schulische und andere Eissportaktivitäten langfristig zu sichern. Die Sanierung war notwendig, um die Betriebserlaubnis zu erhalten und die Sicherheit der Anlage zu gewährleisten.
Zentraler Bestandteil des Projekts war die Energieeffizienz, wobei Photovoltaikanlagen und moderne Kältetechnik eingesetzt wurden, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Gleichzeitig wurden Maßnahmen zur Barrierefreiheit und zur Integration in die Umgebung umgesetzt. Die Stadt Landshut setzte auf städtische Mittel und Bundesförderung, um das Projekt finanziell abzusichern.
Die Generalsanierung des Eisstadions in Landshut ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein Bauvorhaben sowohl funktionale als auch nachhaltige Ziele verfolgen kann. Sie unterstreicht die Bedeutung von Investitionen in den Sport- und Freizeitsektor und zeigt, wie moderne Technologien genutzt werden können, um Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit zu steigern.
Quellen
- Generalsanierung des Eisstadions Landshut – Modernisierung für den professionellen Eissport
- Eisstadion-Sanierung: Landshut prüft Fördermittelantrag
- Landshut: Sanierung der Eishalle I
- Städtische Eissportanlage, Landshut
- Baudirektor Johannes Doll berichtet im Sportsenat über Umbau und Modernisierung des Eisstadions
- Städtische Eissportanlage Landshut