Einführung
Das Eisstadion Landshut, eine seit den 1950er Jahren bestehende Sportstätte, stand in den letzten Jahren vor einer existenziellen Herausforderung. Aufgrund veralteter baulicher Konstruktionen und technischer Ausrüstungen war eine umfassende Sanierung unumgänglich, um die Sicherheit, die Energieeffizienz und die Zukunftsfähigkeit der Anlage zu gewährleisten. Insgesamt wurden mehrere Bauabschnitte durchgeführt, die sich auf die Erneuerung der Dachkonstruktion, die Modernisierung der Kältetechnik, den Ausbau der Zuschauerkapazitäten und die Integration energieeffizienter Systeme konzentrierten. Die Sanierung wurde überwiegend in der spielfreien Zeit geplant, um den Spielbetrieb des EV Landshut weitestgehend ungestört zu ermöglichen.
Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf etwa 22 bis 23,3 Millionen Euro. Ein erheblicher Teil der Finanzierung wurde durch Fördermittel aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) abgedeckt. Nach einem ersten, erfolglosen Antrag im Vorjahr erhielt die Stadt Landshut schließlich im Jahr 2020 eine Förderung in Höhe von 2 Millionen Euro. Trotz dieser Unterstützung blieb der kommunale Eigentümer – also die Stadt Landshut – für den Großteil der Kosten verantwortlich.
Die Sanierung war nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern auch eine Chance, die Eissporthalle in Landshut für zukünftige Anforderungen fit zu machen. Sie ist nicht nur für den Profi- und Amateur-Eissport von Bedeutung, sondern auch für den Stadteingang, wo sie als stadtbildprägender Faktor wirkt. Ziel war es, die Anlage auf einen zeitgemäßen Standard zu bringen, der sowohl funktional als auch ökologisch nachhaltig ist.
Im Folgenden werden die Hintergründe, die Baumaßnahmen und die organisatorischen sowie finanzierungsrelevanten Aspekte der Sanierung des Eisstadions Landshut im Detail beschrieben.
Hintergrund und Notwendigkeit der Sanierung
Die Sanierung des Eisstadions war aufgrund mehrerer dringender Probleme notwendig. Die ursprünglich in den 1950er Jahren errichtete Eishalle war nicht mehr in der Lage, den heutigen Sicherheits- und technischen Anforderungen zu entsprechen. Insbesondere die Dachkonstruktion war marode und hätte zum Stilllegen der Anlage führen können. Die Betriebserlaubnis wäre im Sommer 2019 ausgelaufen, und die Statiker hätten sie nicht verlängert, da die Dachstruktur nicht mehr tragfähig war.
Ein weiteres Problem lag in der veralteten Kälte- und Lüftungstechnik, die für einen hohen Energieverbrauch und mangelnde Effizienz sorgte. Die Anlage war zudem nicht barrierefrei und bot nicht den Anforderungen eines inklusiven Sportangebots genügend Komfort.
Zusätzlich spielte die Lage des Stadions eine Rolle: Es liegt an der Isar und hat eine deutliche Wirkung auf das Stadtbild. Die Sanierung war daher auch aus städtebaulichen Gründen wichtig, um die Eishalle besser in das angrenzende Wohngebiet zu integrieren und die Immissionen, insbesondere Lärmbelastungen, zu reduzieren.
Die Stadt Landshut erklärte, dass die Generalsanierung notwendig war, um den Stadionbetrieb weiterhin sicherzustellen und die Eishalle für die Zukunft fit zu machen. Oberbürgermeister Alexander Putz betonte, dass die Sanierung auch eine Investition in den Breiten- und Jugendsport sowie in den Eissport in der Region sei.
Baumaßnahmen und Bauabschnitte
Die Sanierung des Eisstadions wurde in drei Bauabschnitten durchgeführt, um den Spielbetrieb möglichst reibungslos aufrechterhalten zu können. Jeder Bauabschnitt beinhaltete spezifische Maßnahmen, die auf die Verbesserung der technischen Ausstattung, die Sicherheit und die Energieeffizienz abzielten.
Erster Bauabschnitt: Erneuerung der Dachkonstruktion
Im ersten Bauabschnitt wurde die marode Dachkonstruktion abgebaut und durch eine neue, dauerhafte Konstruktion ersetzt. Diese war den klimatischen Hallenbedingungen angepasst und enthielt modernes Licht- und Tontechniksystem sowie einen Videowürfel. Um die alten Bauteile abzubauen und neue Materialien einzubringen, wurden zwei Obendreherkrane mit einer Ausladung von 70 m und 65 m eingesetzt, die das komplette Gebäude überdeckten.
Die Dachsanierung war ein technisch anspruchsvolles Projekt, das in der spielfreien Zeit durchgeführt wurde. Sie beinhaltete auch eine Schallschutzverbesserung, was zur Reduktion der Immissionen beitrug und die bauliche Integration in das angrenzende Wohngebiet verbesserte.
Zweiter Bauabschnitt: Modernisierung der Kältetechnik
Im zweiten Bauabschnitt erfolgte die Modernisierung der Kältetechnik. Die alten Anlagen, die überwiegend aus den 1980er Jahren stammten, wurden durch energieeffizientere Systeme ersetzt. Zudem wurde die Abwärme genutzt, um die Energiekosten weiter zu senken. Die Eissporthalle wurde so in den Stand versetzt, eine nachhaltige Kältetechnik zu betreiben, die den heutigen Anforderungen an Energieeffizienz entspricht.
Zusätzlich wurde die Eisfläche verkleinert, was die notwendige Kälteleistung reduzierte. Diese Maßnahme war auch im Sinne des Klima- und Umweltschutzes wichtig, da sie den Energieverbrauch der Anlage signifikant senkte.
Dritter Bauabschnitt: Sicherheitstechnische Ertüchtigung und Barrierefreiheit
Im dritten Bauabschnitt wurden umfassende Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt. Dazu zählten die Anpassung der Fluchtwege, die Errichtung einer neuen Tribünenanlage im Westtrakt, die Erneuerung der Tribünentrakte im Norden, Osten und Süden sowie die Schaffung einer barrierefreien Zugänglichkeit. Die Zuschauerkapazität wurde von knapp 7000 auf ca. 6000 reduziert, um die Sicherheit zu erhöhen und die Fluchtwegplanung zu optimieren.
Ein weiteres wichtiges Element des dritten Bauabschnitts war die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. Diese trug maßgeblich zur Reduktion des Treibhausgasausstoßes bei und stellte sicher, dass ein Teil des Energiebedarfs der Halle aus erneuerbaren Quellen gedeckt wurde. Zudem erfolgte die Erneuerung der Lüftungsanlage, die den Kaltluftsee über der Eisfläche optimierte.
Die Umgestaltung der Freiflächen und die textile Fassadenverkleidung rundeten die Sanierungsmaßnahmen ab. Ziel war es, die Eishalle in ein modernes, inklusives und umweltfreundliches Gebäude zu verwandeln, das auch langfristig für die wachsende Stadt Landshut eine Rolle spielen kann.
Finanzierung und Förderung
Die Finanzierung der Sanierung war aufgrund der hohen Kosten eine Herausforderung für die Stadt Landshut. Die Gesamtkosten beliefen sich auf etwa 22 bis 23,3 Millionen Euro. Um diese zu decken, war die Unterstützung durch staatliche Förderprogramme unerlässlich.
Im Jahr 2019 stellte die Stadt Landshut einen ersten Antrag auf Fördermittel aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat (BMI). Dieser Antrag wurde abgelehnt. Im Jahr 2020 erfolgte eine zweite Bewerbung, die schließlich erfolgreich war. Die Stadt erhielt eine Förderung in Höhe von 2 Millionen Euro.
Diese Förderung wurde durch den direkt gewählten Bundestagsabgeordneten Florian Oßner (CSU) überbracht. Sie trug zwar nicht zur Gänze zur Finanzierung bei, war aber eine entscheidende Unterstützung, um das Projekt umsetzen zu können.
Die restlichen Kosten wurden durch kommunale Mittel gedeckt. Die Stadt Landshut stellte ihre eigenen Mittel bereit, um die Sanierung abzuschließen. Die Investition war auch aus Sicht der Politik als Investition in die Zukunft des Stadtsports und der Jugendarbeit zu bewerten.
Ökologische und soziale Aspekte der Sanierung
Die Sanierung des Eisstadions war nicht nur ein technisches Projekt, sondern auch ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und sozialer Inklusion. Die Errichtung der Photovoltaikanlage und die Modernisierung der Kälte- und Lüftungsanlagen trugen zur Reduktion des Treibhausgasausstoßes bei und machten die Halle energieeffizienter.
Zudem wurden barrierefreie Zugänge geschaffen, was den Zugang zum Eissport für Menschen mit Behinderungen verbesserte. Die Eishalle ist nicht nur ein Ort für den Profi- und Amateur-Eissport, sondern auch für den Breiten- und Jugendsport. Sie dient als Trainingsstätte für die Jugendmannschaften des EV Landshut, wird für Eiskunstlauf genutzt und dient als Sportunterrichtsfläche für Schulen. Darüber hinaus nutzen sie auch Freizeitmannschaften anderer Vereine sowie der bayerische Eishockeyverband.
Die Sanierung war daher auch eine Investition in den sozialen Zusammenhalt und die kulturelle Identität der Stadt. Die Eishalle ist ein wichtiger Baustein der integrativen Arbeit in Landshut und spielt eine Rolle in der Jugendarbeit.
Kritische Stimmen und politische Diskussionen
Die Sanierung war nicht nur technisch und finanziell herausfordernd, sondern auch politisch umstritten. Die Stadtratsfraktion der Grünen sprach sich dafür aus, den Sanierungsaufwand nochmals zu überdenken, insbesondere im Falle eines Neustarts des Spielbetriebs in der Bezirksliga. Aus ihrer Sicht war die Sanierung in der Größenordnung von 18 Millionen Euro nur zu rechtfertigen, wenn der Spielbetrieb mindestens in der Oberliga gesichert war.
Die Grünen betonten, dass sie weiterhin die Nachwuchsarbeit des EV Landshut unterstützen wollten und den Eishockey-Sport in der Region nicht vernachlässigen. Sie forderten jedoch eine sorgfältige Planung, um sicherzustellen, dass die Investitionen langfristig tragfähig sind.
Diese Diskussion unterstreicht die Komplexität solcher Projekte. Die Sanierung einer Sportstätte ist nicht nur ein bau- und finanzierungsrelevantes Vorhaben, sondern auch eine Entscheidung mit weitreichenden gesellschaftlichen und sportpolitischen Konsequenzen.
Auswirkungen auf das Stadtbild und die Umgebung
Die Sanierung des Eisstadions hatte auch erhebliche Auswirkungen auf das Stadtbild und die Umgebung. Die Eishalle liegt an der Isar und ist ein stadtbildprägender Faktor. Die Erneuerung der Fassade, die Integration in das Wohngebiet und die Reduktion der Lärmbelastungen waren zentrale Ziele des Projekts.
Im Juli 2020 wurden die ersten großen Fertigbauteile montiert, beginnend mit der Stirnseite des Stadions in Richtung Isar. Anschließend arbeitete man sich entlang der Stehplatzseite bis hin zur Geschäftsstelle voran. Diese schrittweise Vorgehensweise ermöglichte eine kontinuierliche Fortschreibung der Arbeiten ohne größere Unterbrechungen.
Die Umgestaltung der Freiflächen und die textile Fassadenverkleidung trugen dazu bei, dass die Eishalle optisch moderner wirkt und sich besser in das Stadtbild einfügt. Zudem wurde der Vorplatz umgestaltet, was auch die Zugänglichkeit verbesserte.
Die Sanierung war daher nicht nur eine technische Modernisierung, sondern auch ein Beitrag zur Stadterneuerung. Sie stellte sicher, dass die Eishalle auch weiterhin eine funktionale und esthetisch ansprechende Einrichtung bleibt.
Fazit
Die Sanierung des Eisstadions Landshut war ein umfassendes und technisch anspruchsvolles Projekt, das notwendig war, um die Anlage für die Zukunft fit zu machen. Sie umfasste drei Bauabschnitte, die sich auf die Erneuerung der Dachkonstruktion, die Modernisierung der Kältetechnik und die Sicherheitstechnische Ertüchtigung konzentrierten. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 22 bis 23,3 Millionen Euro, wobei eine Förderung von 2 Millionen Euro aus staatlichen Mitteln bereitgestellt wurde.
Die Sanierung war nicht nur eine Investition in die bauliche Substanz der Anlage, sondern auch in den Eissport, die Jugendarbeit und die soziale Integration. Sie stellte sicher, dass die Eishalle weiterhin eine wichtige Rolle für den Profi- und Amateur-Eissport spielt und auch für den Breiten- und Jugendsport nutzbar bleibt.
Zudem trugen die Sanierungsmaßnahmen zur Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bei. Die Errichtung der Photovoltaikanlage, die Modernisierung der Kälte- und Lüftungstechnik sowie die Schaffung barrierefreier Zugänge waren wichtige Schritte in Richtung einer inklusiven und ökologisch verantwortlichen Infrastruktur.
Die Sanierung war ein komplexes Projekt, das sowohl bauliche als auch politische Herausforderungen beinhaltete. Die Investitionen waren aus Sicht der Stadt Landshut notwendig, um die Eishalle langfristig zu sichern und für zukünftige Anforderungen zu adaptieren. Sie unterstreicht die Bedeutung von Investitionen in die Sport- und Jugendinfrastruktur und zeigt, wie eine moderne Anlage auch soziale und ökologische Ziele verfolgen kann.
Quellen
- Eisstadion-Sanierung: Landshut prüft Fördermittelantrag
- Generalsanierung des Eisstadions Landshut: Modernisierung für den professionellen Eissport
- Gutenbergweg 32, Landshut: Umbau und Modernisierung Eisstadion
- Städtische Eissportanlage Landshut
- Umweltsenat beschäftigt sich mit Eisstadion-Sanierung
- Landshut: Sanierung der Eishalle I
- Umbau und Sanierung der Eishalle 1 "Fanatec Arena"
- Die Grünen: Die mindestens 18 Mio. Euro teure Sanierung des Eisstadions der künftigen Spielklasse anpassen