Einführung
In Eitorf ist das Hermann-Weber-Bad eine zentrale Einrichtung, die sowohl im Sport- und Jugendbereich als auch in der Freizeitgestaltung eine große Rolle spielt. Mit jährlich etwa 79.000 Besuchern hat das Bad einen hohen Stellenwert in der Gemeinschaft. Im Oktober 2017 begannen umfangreiche Sanierungsarbeiten, um die Bausubstanz und die Technik des Bades zu erneuern. Ziel der Sanierung war es, die langfristige Nutzung des Bades sicherzustellen und die Sicherheit sowie die Qualität der Angebote zu verbessern.
Der Prozess der Sanierung war jedoch nicht ohne Herausforderungen. In den letzten Jahren wurden mehrfach Verzögerungen bekannt, wodurch der geplante Abschluss des Projekts mehrmals verschoben wurde. Dennoch bleibt das Projekt ein Meilenstein in der Entwicklung der städtischen Infrastruktur in Eitorf.
Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe der Sanierung, den Verlauf des Projekts, die finanzielle Planung und die aktuelle Lage. Zudem werden kritische Punkte, wie beispielsweise die Sanierung der Fliesen und der Personalengpässe, sowie zukünftige Pläne vorgestellt. Auf dieser Basis kann ein differenziertes Bild der Sanierungsarbeiten entworfen werden, das sowohl für Interessenten aus der Region als auch für Experten im Bereich Real Estate, Renovation und Construction hilfreich ist.
Hintergrund und Notwendigkeit der Sanierung
Die Sanierung des Hermann-Weber-Bades war bereits vor mehreren Jahren unumgänglich. Laut Berichten, die im Jahr 2013 von der damaligen Gemeinderatsentscheidung abgeleitet wurden, war der Zustand der Bausubstanz so marode, dass dringende Maßnahmen erforderlich waren. Viele Betonstützen waren durch Undichtigkeiten so stark beschädigt, dass zusätzliche Notstützen erforderlich waren, um die Standsicherheit zu gewährleisten. Ohne diese Maßnahmen wäre es in den Jahren bis 2017 nicht möglich gewesen, das Bad weiterhin in Betrieb zu halten.
Ein weiterer entscheidender Faktor war der technische Zustand des Bades. Der Bereich des Sportbeckens, der Umkleidetrakt sowie die Technik stammten aus den 1970er Jahren. Der Anbau von 1999/2000, der den Erlebnisbereich, das Außenbecken und das Bistro/Sauna umfasste, war größtenteils an die alte Technik angeschlossen worden. Dies führte dazu, dass die Technik in den letzten Jahren nur noch unter erschwerten Bedingungen und oft improvisiert genutzt werden konnte.
Die Entscheidung für eine umfassende Sanierung entstand aus verschiedenen Gründen. Eine alternative Variante, die lediglich das Sportbecken und den Umkleidebereich zu sanieren und den Erlebnisbereich zu schließen, wurde abgelehnt. Dies lag daran, dass der Erlebnisbereich eine wichtige Funktion für die breite Öffentlichkeit erfüllte. Zudem war eine Abrissvariante, gefolgt von einem Neubau, ebenfalls keine Option. Die Kosten für einen Neubau wären mit ca. 11,5 Millionen Euro deutlich höher als die geplanten Sanierungskosten von etwa 6 Millionen Euro.
Finanzierung und Kostenrahmen
Die Finanzierung der Sanierung des Hermann-Weber-Bades erfolgte aus mehreren Quellen. Ein entscheidender finanzieller Beitrag kam aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Laut Angaben aus dem Jahr 2018 stellte dieses Programm einen Betrag von ca. 3,2 Millionen Euro bereit. Der verbleibende Teil der Kosten wurde von der Gemeinde Eitorf getragen.
Um unvorhergesehene Kosten zu berücksichtigen, wurde zudem ein Puffer von ca. 300.000 Euro eingeplant. Dieser Puffer war laut Angaben des Architekten Rainer Quermann notwendig, um auf Probleme bei der Sanierung älterer Bausubstanz reagieren zu können. Der Erste Beigeordnete Karl Heinz Sterzenbach zeigte sich zuversichtlich, dass der Kostenrahmen eingehalten werden kann.
Die Finanzierung betraf nicht nur das Schwimmbad selbst, sondern auch die Sanitäranlagen der angrenzenden Turnhalle. Somit war die Sanierung ein umfassendes Projekt, das mehrere städtische Einrichtungen betraf. Die Kombination aus staatlichen Fördermitteln und kommunalen Mitteln ermöglichte es, die Sanierungsarbeiten in Gang zu bringen.
Zeitplan und Verzögerungen
Der Zeitplan für die Sanierung des Hermann-Weber-Bades war in den ersten Phasen des Projekts klar definiert. Der offizielle Baubeginn war für Oktober 2017 geplant, und die Wiedereröffnung war zunächst für Ende 2018 vorgesehen. Im Laufe der Arbeiten jedoch musste der Zeitplan mehrfach angepasst werden.
Im Jahr 2018 wurde die Fertigstellung auf Ende 2019 verschoben. Laut Angaben des Architekten Rainer Quermann sind solche Verzögerungen bei Sanierungsprojekten älterer Bausubstanz nicht ungewöhnlich. Oft treten unvorhergesehene Probleme auf, die den Zeitplan beeinflussen. Dennoch bleibt die Verwaltung zuversichtlich, dass das Projekt erfolgreich abgeschlossen wird.
Ein weiterer Meilenstein war die Planung einer feierlichen Wiedereröffnung nach Fertigstellung der Arbeiten. Dieser Plan wurde jedoch bis dato nicht in die Tat umgesetzt, was auf die anhaltenden Verzögerungen zurückzuführen ist.
Bauplanung und umgesetzte Maßnahmen
Die Sanierungsarbeiten beinhalteten mehrere umfassende Maßnahmen, die den Zustand des Bades langfristig verbessern sollten. Eine der ersten Maßnahmen war die komplette Entkernung des Gebäudes. Hierbei wurden die Technikausstattung im Untergeschoss entfernt und die Betonstruktur weitgehend instandgesetzt. Zudem wurde die Rutsche des Bades ausgebaut und wird derzeit erneuert.
Ein weiteres wichtiges Element der Sanierung war die Errichtung eines behindertengerechten Eingangsbereichs. Nach Fertigstellung der Bodenplatte konnte hier mit der Errichtung der Wände begonnen werden. Diese Maßnahme unterstreicht den Fokus auf Barrierefreiheit und Zugänglichkeit für alle Nutzergruppen.
Zudem wurde in den Sanierungsarbeiten auch auf die zukünftige Nutzung des Bades geachtet. Die Erhaltung des bestehenden Konzeptes war ein zentraler Aspekt der Planung. Dies bedeutete, dass der Umkleidetrakt moderat erweitert wurde, um die Anforderungen der Nutzergruppen besser abzudecken.
Kritische Punkte der Sanierung
Trotz der umfassenden Planung und der Investitionen gab es mehrere kritische Punkte, die im Zuge der Sanierung diskutiert wurden. Eines der zentralen Probleme betraf die Fliesen im Eingangsbereich. Laut Berichten von Beigeordnetem Karl Heinz Sterzenbach haben die dort verlegten Fliesen eine zu geringe Abriebklasse. Dies führte zu Wasseransammlungen, die regelmäßig beseitigt werden mussten und die Sicherheit der Badegäste beeinträchtigen konnten.
Ein weiteres Problem lag in der Sanierung der Dichtungslippe am Hubboden des Beckens. Die alte Dichtungslippe war mangelhaft, was den Betrieb des Bades beeinträchtigte. Ein Ersatz wurde geplant, und im Juni 2023 sollte die Firma für die Lieferung und Montage zuständig sein. Anschließend war eine Prüfung durch den TÜV geplant. Diese Maßnahme war ein entscheidender Schritt, um die Sicherheit und Funktion des Bades wiederherzustellen.
Zudem bestand ein Personalengpass, der die Sanierungsarbeiten und die spätere Betriebsführung beeinträchtigte. Laut Berichten aus den Ausschüssen für Bauen und Sportstätten war das ohnehin unterbesetzte Personal vor großen Herausforderungen gestellt. Dies führte zu eingeschränkten Öffnungszeiten und machte es notwendig, weitere Personalresourcen in das Projekt zu investieren.
Aktueller Stand und geplante Öffnungen
Im Jahr 2023 gab es erste Hoffnungen auf eine Teileröffnung des Bades. Laut Sterzenbach war es ab Juli 2023 möglich, Vereine in den Außenbereichen, an der Rutsche, im Planschbecken und eventuell auch im Sportbecken zu nutzen. Für die Öffentlichkeit war ab Mitte Juli 2023 eine Teilnutzung geplant. Zudem gab es die Hoffnung, dass ab Ende der Sommerferien der vollen Schulsportbetrieb wieder aufgenommen werden könnte.
Ein weiterer Meilenstein war die geplante Öffnung der Siegparkhalle, die für den Herbst 2023 angedacht war. Diese Planung war jedoch noch in der Abstimmung und hing von der Fertigstellung der Sanierungsarbeiten ab. Zudem war der Zustand der Dreifachhalle problematisch, da sie seit über sechs Jahren nicht nutzbar war und keine konkreten Fortschritte bei der Sanierung zu verzeichnen waren.
Ausblick und zukünftige Pläne
Die Sanierung des Hermann-Weber-Bades ist ein langfristiges Projekt, das noch nicht abgeschlossen ist. Dennoch gibt es Hoffnungen auf eine sukzessive Wiedereröffnung und die Stabilisierung des Betriebs. Die Verwaltung bleibt optimistisch und zeigt sich überzeugt, dass das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden kann.
Zukünftig wird auch auf die zukunftsweisenden Konzepte der Sanierung zurückgegriffen, die in Eitorf als wegweisend angesehen werden. Diese beinhalten nicht nur die technische Modernisierung des Bades, sondern auch den Fokus auf Barrierefreiheit, Sicherheit und Nachhaltigkeit. Die Kombination aus staatlicher Förderung und kommunaler Investition hat es ermöglicht, einen solchen Projektumfang zu realisieren.
Ein weiteres zukunftsorientiertes Projekt ist die Sanierung des Obereiper Hochwasserbeckens, die ab 2025 beginnen soll. Diese Maßnahme ist ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Infrastruktur in Eitorf und wird voraussichtlich den Hochwasserschutz für Mühleip und Eitorf wiederherstellen.
Fazit
Die Sanierung des Hermann-Weber-Bades in Eitorf war ein notwendiges Projekt, das sowohl aus finanzieller als auch aus infrastruktureller Sicht von großer Bedeutung ist. Die Planung und Umsetzung der Sanierung stieß auf mehrere Herausforderungen, darunter Verzögerungen, finanzielle Engpässe und personelle Engpässe. Dennoch bleibt das Projekt ein Meilenstein in der Entwicklung der städtischen Infrastruktur in Eitorf.
Die Kombination aus staatlicher Förderung und kommunaler Investition ermöglichte es, die Sanierungsarbeiten in Gang zu bringen. Zudem wurden zukunftsweisende Konzepte berücksichtigt, die den Fokus auf Barrierefreiheit, Sicherheit und Nachhaltigkeit legten. Die aktuelle Planung sieht eine sukzessive Wiedereröffnung des Bades vor, wobei die Verwaltung zuversichtlich bleibt, dass das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden kann.
Zukünftig werden weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur in Eitorf geplant, darunter die Sanierung des Obereiper Hochwasserbeckens. Diese Projekte tragen dazu bei, die Lebensqualität in Eitorf zu steigern und die städtischen Einrichtungen langfristig zu sichern.
Quellen
- Ein Herzstück von Eitorf bekommt ein neues Gesicht
- Sanierung des Hermann-Weber-Bades in Eitorf – umfangreiche Modernisierung mit zukunftsweisenden Konzepten
- Vor der Sanierung – Zustand und Entscheidungen
- Badsanierung in Eitorf
- Bad Sanierung in Eitorf
- Sanierungsbedarf in eitorfer Sportstätten
- Schwimmbad in Eitorf: Hermann-Weber-Bad könnte schon bald öffnen