Sanierung und Modernisierung in Zaberfeld: Chancen im Ortskern II für Immobilienbesitzer

Die ländlichen Regionen Deutschlands stehen vor erheblichen Herausforderungen im Strukturwandel. Um diesen Wandel aktiv zu gestalten und die Lebensqualität zu erhalten, setzen Gemeinden auf gezielte städtebauliche Erneuerung. Die Gemeinde Zaberfeld hat hierzu einen entscheidenden Schritt unternommen: In ihrer Sitzung am 24. Juli 2023 beschloss der Gemeinderat gemäß § 141 Abs. 3 des Baugesetzbuches (BauGB) den Beginn der vorbereitenden Untersuchungen für das Sanierungsgebiet "Ortskern II". Dieser Beschluss markiert den Auftakt zu einem umfassenden Entwicklungsprojekt, das nicht nur das Ortsbild aufwerten, sondern auch gezielt Immobilienbesitzer unterstützen soll.

Für Eigentümer von Immobilien in diesem festgelegten Gebiet eröffnen sich bedeutende Möglichkeiten. Das Projekt bietet eine strukturierte Unterstützung durch die Gemeinde und Fachplaner, verbunden mit attraktiven finanziellen Förderungen. Ziel ist es, die baulichen und strukturellen Missstände im Untersuchungsgebiet von rund 10,8 Hektar zu beseitigen und Zaberfeld zukunftsfähig zu gestalten. Dieser Artikel beleuchtet die Ziele des Sanierungsgebiets, die konkreten Fördermöglichkeiten, den Ablauf des Sanierungsprozesses und die Rolle von Dienstleistern in diesem Kontext.

Das Sanierungsgebiet "Ortskern II": Ziele und rechtliche Grundlagen

Die Ausweisung eines Sanierungsgebiets ist ein rechtlicher Akt, der auf das Vorliegen städtebaulicher Missstände hinweist. In Zaberfeld handelt es sich hierbei um den Bereich "Ortskern II". Die vorbereitenden Untersuchungen, die im Juli 2023 beschlossen wurden, dienen dazu, die genauen Mängel und Potenziale dieses Gebiets zu ermitteln. Eine maßgebliche Rolle bei der Begleitung und Umsetzung spielt die STEG Stadtentwicklung GmbH, die den Gemeinderat in diesen Prozess berät.

Definition der Sanierungsziele

Der Gemeinderat hat die wichtigsten Ziele für die Sanierung bereits definiert. Ein zentraler Aspekt ist die Schaffung von Aufenthaltsqualität in der "neuen Ortsmitte" von Zaberfeld. Dies umfasst zwei wesentliche Elemente: 1. Das Erlebbarmachen von Wasser: Es ist geplant, den Fluss Zaber bzw. Wasserflächen stärker in das Ortsbild zu integrieren und erlebbar zu machen. 2. Die Schaffung von Begegnungsflächen: Ziel ist es, Bereiche zu schaffen, die Jung und Alt zum Verweisen einladen und so die soziale Interaktion im Ort fördern.

Diese Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Attraktivität des Ortskerns sowohl für Einwohner als auch für Besucher zu erhöhen und das Identitätsgefühl für den Ort zu stärken.

Konkrete Maßnahmen und Infrastruktur

Neben der Aufwertung der Ortsmitte umfasst das Konzept weitere wichtige Bausteine: * Sanierung von Anschlussflächen: Im Zuge der Sanierung der Ortsdurchfahrt, die durch das Land erfolgt, sollen auch die angrenzenden Flächen saniert werden. * Grunderwerb: Der Erwerb des zentral gelegenen Grundstücks "Schloßberg 2" ist als strategische Maßnahme vorgesehen. * Nachnutzung Busdepot: Das ehemalige Busdepot der Firma Stuber wird als Schlüsselgrundstück für eine weitere städtebauliche Entwicklung betrachtet. * Rathaus: Die energetische Sanierung des Rathauses ist geplant, inklusive eines barrierefreien Umbaus.

Diese Maßnahmen werden unter dem Aspekt der langen Laufzeit von 10 bis 15 Jahren betrachtet, um eine nachhaltige und finanziell realisierbare Entwicklung zu gewährleisten.

Finanzielle Förderungen: Ein zentraler Anreiz für Eigentümer

Ein wesentlicher Treiber für die Beteiligung an der Sanierung sind die umfangreichen Fördermöglichkeiten. Für Immobilienbesitzer im Bewilligungsgebiet bietet sich die Chance, Modernisierungsmaßnahmen finanziert zu bekommen. Die Förderquote ist dabei bemerkenswert hoch und stellt eine erhebliche Entlastung dar.

Höhe der Förderungen

Die Förderung ist gestaffelt und orientiert sich an der Art der Maßnahme: * Modernisierungsmaßnahmen: Bis zu 45 % der förderfähigen Kosten können bezuschusst werden. * Abbruch- und Entsiegelungsmaßnahmen: Für Maßnahmen, die dazu dienen, verfallene Bausubstanz zu entfernen oder versiegelte Flächen zu reduzieren, können bis zu 100 % der Kosten gefördert werden.

Diese hohen Quoten machen Sanierungen, die sonst oft unmöglich erscheinen, finanziell machbar.

Was wird gefördert und was nicht?

Gefördert werden gezielte Sanierungen, die zur Erreichung der Sanierungsziele beitragen. Dazu gehören beispielsweise energetische Sanierungen, Substanzsicherung oder die Anpassung an moderne Wohnstandards. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass nicht jede Baumaßnahme förderfähig ist. Laut den vorliegenden Informationen werden reine Schönheitsreparaturen nicht gefördert. Ebenso werden Neubauten ohne vorherigen Abriss von der Förderung ausgeschlossen. Die Förderung zielt auf die Aufwertung der bestehenden Bausubstanz und die Beseitigung von Missständen ab.

Der Sanierungsprozess: Ein strukturierter Ablauf

Um die Fördermittel effektiv zu nutzen und bürokratische Hürden zu minimieren, hat die Gemeinde Zaberfeld in Zusammenarbeit mit der STEG Stadtentwicklung GmbH einen strukturierten Prozess definiert. Dieser soll die Eigentümer von der ersten Idee bis zur Auszahlung der Förderung begleiten.

Die sieben Schritte zur Sanierung

Der Ablauf ist in sieben klare Schritte unterteilt:

  1. Unverbindliche Beratung bei der STEG anfordern: Der erste Schritt ist ein Gespräch mit der STEG Stadtentwicklung GmbH, um die individuelle Situation und die Möglichkeiten zu besprechen.
  2. Erste Einschätzung zu Mängeln und Kosten erhalten: Auf Basis der Beratung erhalten Eigentümer eine erste Einschätzung der notwendigen Maßnahmen und der voraussichtlichen Kosten.
  3. Maßnahmen planen und Kostenvoranschläge einholen: In dieser Phase wird das konkrete Sanierungsvorhaben geplant und es werden Angebote von Fachfirmen eingeholt.
  4. Förderhöhe und Gestaltung mit Gemeinde und STEG abstimmen: Die geplanten Maßnahmen und die daraus resultierende Förderhöhe werden mit der Gemeinde und der STEG abgestimmt.
  5. Vertrag mit der Gemeinde abschließen: Sobald alles abgestimmt ist, wird ein Sanierungsvertrag geschlossen, der die Rechtsgrundlagen und die Förderzusage festlegt.
  6. Sanierung starten und Rechnungen einreichen: Die eigentlichen Bauarbeiten können beginnen. Währenddessen müssen die Rechnungen eingereicht werden.
  7. Abschlussabrechnung erhalten und Fördermittel sichern: Nach Abschluss der Arbeiten erfolgt die Schlussabrechnung, und die Fördermittel werden ausgezahlt.

Dieser strukturierte Weg stellt sicher, dass alle Anforderungen erfüllt werden und die Bürokratie handhabbar bleibt.

Dienstleister und Fachfirmen in Zaberfeld

Die Umsetzung einer Sanierung erfordert kompetente Partner. Die Gemeinde Zaberfeld und die zur Verfügung stehenden Informationsquellen verweisen auf verschiedene Dienstleister, die für die Durchführung von Sanierungs- und Renovierungsprojekten zur Verfügung stehen.

Vielfalt der angebotenen Leistungen

Die angefragten Quellen listen eine breite Palette von Dienstleistungen auf, die für eine umfassende Sanierung notwendig sind. Dazu gehören: * Heizung, Sanitär und Solaranlagen: Ein zentraler Bereich für die energetische Sanierung und die Modernisierung der Haustechnik. * Sanitärinstallationen: Die Erneuerung der Wasserver- und -entsorgung ist oft ein wichtiger Bestandteil von Altbausanierungen. * Rohbauarbeiten: Für strukturelle Veränderungen und Substanzsicherung. * Balkonsanierung: Maßnahmen zur Erhaltung und Modernisierung von Balkonen. * Boden, Fassaden, Innenausbau: Diese Gewerke sind entscheidend für das Erscheinungsbild und die Wohnqualität im Inneren des Gebäudes.

Auswahl eines qualifizierten Partners

Für Bauherren ist die Auswahl eines zuverlässigen Partners entscheidend. Eine Anbieterplattform für Zaberfeld und Umgebung hebt hervor, dass sie Anbieter sammelt und überprüft. Die Vorteile, die ein qualifiziertes Handwerksunternehmen für eine Altbausanierung bieten sollte, sind: * Eine verlässliche und fähige Umsetzung. * Ein zentraler Ansprechpartner von der Planung bis zur Fertigstellung. * Ein Pauschalbetrag für die Renovierung oder Sanierung, was die Kostenkontrolle erleichtert. * Die Bereitstellung sämtlicher Dienstleistungen als Generalunternehmen mit lokalen, zuverlässigen Fachfirmen. * Eine maßgeschneiderte Beratung und Planung.

Ein solcher Generalunternehmer kann die Koordination der verschiedenen Gewerke übernehmen und den Bauherren entlasten.

Zusammenarbeit mit der Gemeinde und Fachplanern

Die Sanierung im Gebiet "Ortskern II" ist ein kooperativer Prozess. Die enge Zusammenarbeit mit erfahrenen Fachfirmen und der Gemeindeverwaltung ist der Schlüssel zum Erfolg. Die Gemeinde Zaberfeld und die STEG Stadtentwicklung GmbH bieten Unterstützung an, um alle Anforderungen zu erfüllen und bürokratische Hürden zu minimieren.

Kontaktstellen für Interessenten sind: * STEG Stadtentwicklung GmbH: Herr Matthias Nüßgen (E-Mail: [email protected], Tel.: 07131 / 9640–15) * Gemeinde Zaberfeld: Frau Vanessa Rößler (E-Mail: [email protected], Tel.: 07046 / 9626–33)

Durch die Nutzung dieser Beratungsangebote können Eigentümer sicherstellen, dass ihre Projekte im Einklang mit den Sanierungszielen und den rechtlichen Vorschriften geplant und umgesetzt werden.

Fazit

Die Sanierung des Gebiets "Ortskern II" in Zaberfeld stellt einen signifikanten Wendepunkt für die Gemeinde und ihre Immobilienbesitzer dar. Die Ausweisung des Sanierungsgebiets und der Beschluss zu den vorbereitenden Untersuchungen schaffen die rechtliche und planerische Basis für eine umfassende Erneuerung. Die Ziele sind klar definiert: die Schaffung einer attraktiven Ortsmitte mit Begegnungsflächen und erlebbarem Wasser, die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude und die Beseitigung von städtebaulichen Missständen.

Für Eigentümer ist das Projekt besonders attraktiv durch die hohen Förderquoten von bis zu 45 % für Modernisierungen und bis zu 100 % für Abbruchmaßnahmen. Der strukturierte Prozess in sieben Schritten, der von der Beratung bis zur Abschlussabrechnung reicht, bietet eine klare Roadmap und minimiert bürokratische Hürden. Die Zusammenarbeit mit der STEG Stadtentwicklung GmbH und der Gemeindeverwaltung stellt sicher, dass die Projekte fachgerecht und im Rahmen der Vorgaben umgesetzt werden.

Die Verfügbarkeit einer Vielfalt an Dienstleistern – von Sanitär und Heizung über Rohbau bis zum Generalunternehmer für Altbausanierungen – gewährleistet, dass die notwendigen Arbeiten von qualifiziertem Fachpersonal durchgeführt werden können. Die Investition in die Sanierung steigert nicht nur den Wert der eigenen Immobilie, sondern leistet auch einen aktiven Beitrag zur Verschönerung des Ortsbildes und zur Sicherung der Lebensqualität in Zaberfeld. Es ist eine Chance, die Gemeinde gemeinsam fit für die Zukunft zu machen.

Quellen

  1. austrasse-zuerich.ch
  2. dasoertliche.de
  3. daibau.de
  4. zaberfeld.de
  5. hengstler-gmbh.de

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