Umfassende Sanierung des Wellenbades am Spreewaldplatz: Berlin investiert 42 Millionen Euro in die Zukunft der Bäderinfrastruktur

Einleitung

Das Wellenbad am Spreewaldplatz in Berlin-Kreuzberg steht derzeit im Mittelpunkt einer der größten Sanierungsprojekte in der Geschichte der Berliner Bäder-Betriebe (BBB). Mit einer Investitionssumme von 42 Millionen Euro und einer Bauzeit von mindestens 3,5 Jahren handelt es sich um das größte Einzelprojekt der BBB und zugleich um die bedeutendste Investition in öffentliche Bäder Berlins seit fast einem Vierteljahrhundert.

Das Bad, das 1987 nach Plänen des Architekten Christoph Langhof eröffnet wurde, war bis zu seiner Schließung im Juni 2023 ein fester Bestandteil der Freizeitkultur in Kreuzberg. Nach über 36 Jahren Betriebszeit war eine grundlegende Sanierung dringend erforderlich, um den technischen und baulichen Standard zu erneuern und den Bedürfnissen der heutigen Nutzer gerecht zu werden. Die Arbeiten, die von der Architektengemeinschaft AHM Architekten entworfen wurden, umfassen nicht nur die Erneuerung der Becken und der Technik, sondern auch die Neugestaltung des gesamten Bäderkomplexes, inklusive des Saunabereichs, der Sanitäranlagen und der Umkleideräume. Darüber hinaus wird ein barrierefreier Zugang realisiert, und eine Breitrutsche sowie ein höhenverstellbares Sprungbecken werden installiert.

Die Sanierung des Wellenbades ist nicht nur ein Schritt zur Modernisierung der Bäderinfrastruktur Berlins, sondern auch ein städtebauliches Projekt mit weitreichenden Auswirkungen auf die Umgebung. Es wird erwartet, dass die umfassenden baulichen und infrastrukturellen Veränderungen den öffentlichen Raum im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg weiter aufwerten und das Bad zu einem zentralen Treffpunkt für Familien, Sportler und Erholungssuchende machen.

In diesem Artikel werden die Hintergründe, der Ablauf und die geplanten Veränderungen der Sanierung des Wellenbades am Spreewaldplatz detailliert beschrieben. Zudem werden Finanzierungsfragen, Planungsprozesse und die Bedeutung des Projekts im Kontext der Berliner Bäderpolitik beleuchtet.

Hintergrund und Notwendigkeit der Sanierung

Das Wellenbad am Spreewaldplatz wurde 1987 nach Entwürfen des Architekten Christoph Langhof als Freizeitbad eröffnet. Die Bauzeit betrug fünf Jahre, und das Bad war – insbesondere durch das Wellenbecken – für seine Attraktivität und Vielfalt bekannt. Es bot neben dem Wellenbecken auch ein Nichtschwimmerbecken, ein Kinderbecken mit Wasserrutsche, ein 25-Meter-Schwimmbecken und Wellnessangebote wie Sauna und Dampfbad. Es zählte zu den größten Hallenbädern Berlins und war eine beliebte Anlaufstelle für Einwohner und Touristen.

In der Vergangenheit gab es bereits kleinere Sanierungen, etwa 2003 zur Erneuerung der Fliesen, Filter und Messtechnik sowie 2007, als das Sprungbecken aufgrund von Korrosionsschäden an den Stahlträgern der Decke gesperrt werden musste. Doch diese Maßnahmen reichten nicht aus, um den Zustand des Gebäudes und der Anlagen langfristig zu sichern. Die technischen und baulichen Defizite wuchsen, und die BBB stellten fest, dass ein Weiterbetrieb unter den gegebenen Umständen nicht mehr sinnvoll oder sicher sei.

Die Sanierung wurde daher als notwendig erachtet, um das Bad auf moderne Standards zu bringen und gleichzeitig die langfristige Nutzbarkeit zu gewährleisten. Mit einer Investitionssumme von 42 Millionen Euro ist dies das größte Einzelprojekt in der Geschichte der Berliner Bäder-Betriebe und unterstreicht die Priorität, die der Erhalt und die Modernisierung der öffentlichen Bäderinfrastruktur in Berlin besitzen.

Projektumfang und geplante Veränderungen

Die Sanierung des Wellenbades umfasst einen umfassenden Umbau des gesamten Bäderkomplexes. Nach Angaben der Berliner Bäder-Betriebe (BBB) wird das Gebäude komplett entkernt, um dann auf den neuesten baulichen und technischen Stand zurückgebaut zu werden. Die Planung wurde vom Architekturbüro AHM Architekten übernommen, welches auch für die Neugestaltung des Bades verantwortlich ist.

Bauliche Veränderungen

  • Neugestaltung des Wellenbades: Das Gebäude wird komplett zurückgebaut und neu aufgebaut. Dabei wird der Fokus auf eine moderne, barrierefreie und energieeffiziente Bauweise liegen.
  • Neues Dach: Das Dach erhält eine neue Dämmung und eine Abdichtung, was den Energieverbrauch reduzieren und die Langlebigkeit des Gebäudes erhöhen wird. Zudem sind Photovoltaik-Elemente vorgesehen, die zur Stromversorgung beitragen.
  • Neue Becken und Anlagen: Die Becken werden neu gefliest und modernisiert. Das Sprungbecken erhält einen höhenverstellbaren Boden, um für verschiedene Kurse genutzt zu werden. Ebenfalls geplant ist die Installation einer Breitrutsche neben dem Wellenbecken.
  • Saunabereich und Sanitäranlagen: Der Saunabereich wird einer kompletten Neugestaltung unterzogen. Ebenso werden die sanitären Anlagen und Umkleideräume saniert und barrierefrei gestaltet.
  • Gründach und Liegewiese: Ein begehbares Gründach mit Liegewiese ist Teil der Planungen und wird nach der Sanierung für die Besucher zugänglich sein.

Technische Modernisierung

  • Neue Technik: Die gesamte Technik des Bades wird erneuert, darunter auch die Filter- und Klimaanlagen. Dadurch wird sichergestellt, dass das Bad energieeffizient und technisch auf dem neuesten Stand betrieben werden kann.
  • Barrierefreiheit: Ein zentrales Ziel der Sanierung ist die Schaffung eines barrierefreien Bades. Dazu gehören beispielsweise rollstuhlgerechte Zugänge, behindertengerechte Umkleide- und Sanitärräume sowie eine bessere Orientierung im Gebäude.

Konzeptionelle Neuausrichtung

Die BBB plant, das Bad nach der Sanierung unter einem neuen Konzept anzubieten, das stärker auf Inklusivität, Vielfalt und Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Mit dem Motto „Urban Jungle“ soll ein moderner, urbaner Freizeitort entstehen, der sowohl für Familien als auch für Sportler und Erholungssuchende attraktiv ist. Die Sanierung wird daher nicht nur bauliche und technische Maßnahmen umfassen, sondern auch ein neues Nutzungskonzept für das Bad mitentwickeln.

Zeitlicher Ablauf und aktuelle Entwicklungen

Die Sanierung des Wellenbades wurde ursprünglich für den April 2023 vorgesehen. Doch aufgrund von Verzögerungen im Planungsprozess und der Suche nach verlässlichen Bauunternehmen wurde die Schließung des Bades um zwei Monate verschoben. Erst im Juli 2023 begannen die Bauarbeiten, wodurch das Bad bis Ende Juni 2023 für den Publikumsverkehr geöffnet blieb.

Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis 2027 dauern, wodurch die Wiedereröffnung frühestens Ende 2026 und spätestens im Jahr 2027 zu erwarten ist. In dieser Zeit bleibt das Bad für den regulären Besucherservice geschlossen. Es ist geplant, dass das Bad in dieser Zeit nicht als Ersatzstandort für andere Bäder genutzt wird, weshalb Schulen und Vereine bereits vor der Schließung alternative Bäder in Betracht ziehen müssen.

Zur Information der Nutzer und Anwohner veranstalteten die BBB im Februar 2023 eine Informationsveranstaltung, bei der die Planungen vorgestellt und Fragen beantwortet wurden. Die Veranstaltung fand im Zelt des Zirkus Cabuwazi statt, direkt neben dem Spreewaldbad, und war ein wichtiges Instrument der transparenten Projektumsetzung.

Finanzierung und städtebauliche Bedeutung

Die Sanierung des Wellenbades wird mit 42 Millionen Euro gefördert. Laut Dr. Johannes Kleinsorg, Vorstand der BBB, ist dies das größte Investitionsprojekt in der Unternehmensgeschichte und ein Meilenstein in der Sanierungspolitik Berlins. Die BBB betonen, dass die Investition nicht nur die langfristige Nutzbarkeit des Bades sichert, sondern auch einen Beitrag zur Aufwertung des öffentlichen Raums im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg leistet.

Die Kombination aus neu gestaltetem Schwimmbad, neuem Spielplatz und aufgewertetem Umfeld wird nach Ansicht der Planer einen attraktiven Freizeitort schaffen, der sowohl für Anwohner als auch für Besucher aus anderen Berliner Bezirken von Interesse ist. Darüber hinaus wird erwartet, dass die Sanierung positive Effekte auf die gesamte Umgebung hat und zur städtebaulichen Aufwertung beiträgt.

Die BBB selbst positionieren das Projekt im Rahmen ihres Gesamtkonzepts für die Berliner Bäderinfrastruktur. Laut Sport-Staatssekretärin Dr. Nicola Böcker-Giannini sind Investitionen in die Bäder notwendig, um die Infrastruktur zu erhalten und zu modernisieren. „Bis zu 300 Millionen Euro sind allein in Berlin bis 2030 nötig, um die Bäder am Laufen zu halten“, betont Britta Steffen, Olympiasiegerin und prominente Unterstützerin des Projekts.

Neben der Sanierung des Wellenbades sind weitere Sanierungs- und Neubauprojekte in Planung, darunter das Stadtbad Schöneberg, die Schwimmhalle Zingster Straße und das Multifunktionsbad Pankow. Die BBB streben damit an, die Bäderinfrastruktur Berlins langfristig sicherzustellen und zugleich auf die Zukunftsaufgaben wie Inklusivität, Nachhaltigkeit und Digitalisierung vorzubereiten.

Rolle des Projekts im Berliner Bäderkonzept

Die Sanierung des Wellenbades am Spreewaldplatz ist ein zentrales Projekt im Rahmen des Berliner Bäderkonzepts. Die BBB betonen, dass es nicht nur um die Erneuerung eines einzelnen Bades geht, sondern auch um die Sicherung einer leistungsfähigen und zukunftsfähigen Bäderinfrastruktur für die gesamte Stadt. Die Sanierung ist ein Zeichen dafür, dass Berlin öffentliche Einrichtungen wie Schwimmbäder als wertvolle Ressourcen betrachtet und entsprechend investiert.

Die BBB betonen, dass die Investition in die Bäder auch eine gesundheitliche und soziale Komponente hat. Schwimmbäder sind nicht nur Orte der Erholung und Freizeit, sondern auch Orte der Bewegung, des Sports und der sozialen Begegnung. Die Neugestaltung des Wellenbades soll daher nicht nur technisch modern, sondern auch inklusiv und barrierefrei gestaltet werden, um allen Bevölkerungsgruppen gerecht zu werden.

Fazit

Die Sanierung des Wellenbades am Spreewaldplatz ist ein ambitioniertes und notwendiges Projekt für die Infrastruktur von Berlin-Kreuzberg. Mit einer Investitionssumme von 42 Millionen Euro und einer Bauzeit von mindestens 3,5 Jahren wird ein technisch modernes, energieeffizientes und barrierefreies Schwimmbad geschaffen. Die umfassende Neugestaltung des Bades wird nicht nur die Lebensqualität der Anwohner verbessern, sondern auch einen zentralen Freizeitort für Familien, Sportler und Erholungssuchende bieten.

Die Sanierung des Wellenbades ist ein Meilenstein in der Geschichte der Berliner Bäder-Betriebe und ein Beleg für die Bedeutung, die der Erhalt und die Modernisierung der öffentlichen Bäderinfrastruktur in Berlin besitzen. Mit dieser Investition zeigt die Stadt, dass sie bereit ist, langfristig in ihre Einrichtungen zu investieren, um sie für die Zukunft fit zu machen.

Quellen

  1. Berliner Bäder: Sanierung des Wellenbades am Spreewaldplatz
  2. EAP Magazin: Wellenbad am Spreewaldplatz in Berlin wird umfassend saniert
  3. Austrasse Zürich: Umfassende Sanierung für Berlins größtes Bad
  4. Austrasse Zürich: Spreewaldbad in Berlin: Modernisierung für 42 Millionen Euro
  5. Berliner Abendblatt: Wellenbad am Spreewaldplatz länger offen – Sanierung verschiebt sich
  6. Berlin.de: Wellenbad am Spreewaldplatz

Ähnliche Beiträge